Was Lehrer aus eigener Tasche zahlen

  • Kommentator Newspeak aus dem SPON-Forum bringt es auf den Punkt:

    Zitat

    Und selbst bei wirklich notwendigen Lehrmitteln gilt. Wer als Lehrerdiese Dinge kauft, weil sein Dienstherr es nicht tut, braucht sichnicht zu beschweren, dass diese Zustaende schlimmer stattbesser werden. Die Laender freuen sich, koennen sie doch so nochmehr sparen. Jeder Lehrer, der auf eigene Kosten kauft,unterstuetzt das Problem, und nicht die Loesung. Man sollteeigentlich erwarten koennen, dass Akademiker das verstehen undsich entsprechend verhalten. Ein Lehrer ist auch nicht dazuverpflichtet, soziale Schieflagen aus der eigenen Tascheauszugleichen. Das nennt sich Helfersyndrom und gehoertbehandelt.

    http://www.spiegel.de/forum/ka…hlen-thread-753880-2.html



    Rekordsteuereinnahmen und Haushaltsüberschüsse auf allen staatlichen Ebenen und dann soll ich den Schulbetrieb noch mit meinem privaten Geld bei vollkommen gestrichenen Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) finanzieren? Nein, danke!


    Meine Ausgaben für schulische Dinge sind mittlerweile jährlich im zweistelligen Bereich gelandet. Und auch an deren Reduktion arbeite ich nocht.


    Gruß !

  • Als Berufseinsteiger beschäftigt mich das Thema schon lange, auch weil es dazu scheinbar keine eindeutige rechtliche Grundlage gibt.

    Die Rechtsgrundlage ist eindeutig: Du musst nichts von deinem privaten Geld bezahlen. NIX. Gar NIX. Weicheier, die den Druck der Schulleitung, der Eltern oder gar der Schüler nicht aushalten, zahlen sich aber (verdientermaßen) dumm und dämlich.


    Gruß !

  • Ich gebe für die Schule kaum Geld aus. Die einzigen Ausgaben sind Minen für Korrekturstifte und zwei bis drei kleinere Anschaffungen. Also ca. 15 € im Jahr.
    Zuhause habe ich auch kein Arbeitszimmer oder ähnliches. Ein Regalbrett für Literatur und Ordner und eine Kiste mit Kleinzeug muss reichen. Wenn ich in seltenen Fällen mal Arbeit mit nach Hause nehme, reicht auch mal der Küchentisch.

  • Warum soll ich die 500 Euro irgendwem geben? Ich gebe es für Dinge aus, die ich teilweise jahrelang nutze und nutzen möchte. Wofür ich mein verdientes Geld ausgebe, dürfte nur mich was angehen. Mich interessiert ja auch nicht, wer hier welche schicke Uhr hat oder welches I-Phone man sich kauft.

  • Zumindest bei den Eltern hättest du gleich mal einen schwereren Stand...

    Und das sollte mich interessieren? Das einzig relevante ist, ob ich den Kindern die entsprechenden Inhalte des Bildungsplans vermittle.


    Wenn Eltern sehen, wie schlecht ausgeatattet die Schule ist, dann sollen sie als Steuerzahler sich beim Schulträger beschweren.


    500 Euro im Jahr; das wäre für eins meiner Kinder über mehrere Jahre hinweg genau das Geld, welches mich ein Jahr Auslandsaufenhalt kosten dürfte. Priorität sollte klar sein oder?

  • Und das sollte mich interessieren? Das einzig relevante ist, ob ich den Kindern die entsprechenden Inhalte des Bildungsplans vermittle.
    Wenn Eltern sehen, wie schlecht ausgeatattet die Schule ist, dann sollen sie als Steuerzahler sich beim Schulträger beschweren.


    500 Euro im Jahr; das wäre für eins meiner Kinder über mehrere Jahre hinweg genau das Geld, welches mich ein Jahr Auslandsaufenhalt kosten dürfte. Priorität sollte klar sein oder?

    Naja, da sollte dich schon etwas mehr interessieren, sonst bist du an der Grundschule falsch. Man programmiert dort eben keine Roboter, sondern arbeitet mit Kindern und denen sollte es dabei gut gehen und da gehört auch die Umgebung dazu.


    Sprich, du würdest auch bei den Kindern einen schlechten Stand haben und sie schlechter lernen können.


    Und klar könnte ich in Nawi warten bis zum nächsten Finanzausschuss (immer im April/Mai fürs kommende Schuljahr, dieser ist also schon durch, müsste also bis 2019 warten) bis der Schulträger Geld für neue Streichhölzer da hat, aber ich will ja die Sachen jetzt vermitteln, also bringe ich dann einfach selber welche mit.


    Und klar könnten das auch die Schüler, aber s.o. dauert mir zu lange. Das bringt mich nicht um, macht mir aber das Leben (und auch die Vermittlung des Stoffs) sehr viel einfacher. Und fürs nächste Jahr wissen wir nun, dass wir immer noch Puffer bei der Beantragung für solche Kleinteile brauchten, hatte die Kollegin, die erstmalig Fachbereichsleiterin ist, nicht bedacht.

  • Ich glaube, hier sind Grundschul- und SEK.1/2-Kräfte einfach unterschiedlich gestrickt. Mir fällt im Gespräch mit Grundschulfreundinnen öfters auf, dass sie Dinge machen, die ich mir nicht vorstellen kann (fängt für mich schon beim ständigen Angerufenwerden für Kleinsch*** an; ich würde zuhause gar nicht angerufen werden wollen).

  • Eine positive Atmosphäre schaffe ich als Mensch. Inhalte lernen die Schüler aufgrund einer Lehrperson, die Wissen didaktisch fundiert aufbereitet und zielgruppengerecht anbietet. Irgendwelche Möbelstücke, ... gehören nicht dazu. Ich kann meinen Unterricht auch draußen auf einer Wiese abhalten, ohne jegliches Material. Mein Raum ist auch eher spartanisch eingerichtet, da ich der Meinung bin, alles Überflüssige lenkt ab.


    Wer sich allerdings in einer anderen Umgebung als Lehrer wohler fühlt, sollte diese nach seinen Vorstellungen gestalten dürfen. Das finde ich völlig ok. Ein Problem sehe ich aber darin, wenn sich dazu Zwänge entwickeln (z.B. Grundschulbereich). Wie hier auch schon aus der Diskussion zu entnehmen ist, dass ein gewisser Druck aufgebaut und schlechtere Lernchancen unterstellt werden.


    Der Schulträger steckt den finanziellen Rahmen für mich als Lehrerin in meinen Fachbereichen fest. Z.B. Habe ich in Physik nur die Austattung für eine Lehrerdemonstration, dann gibt es auch nur eine Lehrerdemonstration. Habe ich das Material für Schülerversuche, dann gibt es auch Schülerversuche.

  • Der Schulträger steckt den finanziellen Rahmen für mich als Lehrerin in meinen Fachbereichen fest. Z.B. Habe ich in Physik nur die Austattung für eine Lehrerdemonstration, dann gibt es auch nur eine Lehrerdemonstration. Habe ich das Material für Schülerversuche, dann gibt es auch Schülerversuche.

    Und damit nimmst du eben doch den Schülern Lernchancen. Mal abgesehen von dem Spaß, den du ihnen nimmst und somit noch mehr Lernchancen.



    Wie hier auch schon aus der Diskussion zu entnehmen ist, dass ein gewisser Druck aufgebaut und schlechtere Lernchancen unterstellt werden.

    Nein, die werden nicht unterstellt, sondern das ist ja Fakt, dass mit praktischen Sachen besser gelernt wird und es verschiedene Lerntypen gibt, wenn du aber nur einen Ansprichst, dann lernen sie nun mal einfach schlechter.


    Inhalte lernen die Schüler aufgrund einer Lehrperson, die Wissen didaktisch fundiert aufbereitet und zielgruppengerecht anbietet.

    Nein, eben nicht nur bzw. gehört eben dazu auch, die dass ihnen das Material angeboten wird, mit dem sie das ausprobieren oder praktisch durchführen können, sonst lernen sie eben Inhalte viel schlechter. Ist ja bewiesen.

  • Was soll das jetzt?
    Hab ich irgendwo geschrieben, ich gebe Unsummen aus? Nein. Ich habe aufgezeigt, wie man günstig wegkommt.
    Aber Hauptsache, mal nen blöden Kommentar posten.

    Wo ist denn mein original post zu den kleinen Belohnungen hin? Nicht jeder mag meinen trockenen Humor, aber muss man das direkt sperren?

  • Also ich kaufe nichts außer ein paar Stiften, Blöcken und Ordnern (wobei ich fast nur noch digital arbeite).


    Ich drucke in der Schule mein Material aus, Druckerpatronen sind teuer. Dafür komme ich gerne ein paar Minuten früher.


    Bücher oder sonstiges nehme ich nur aus der Schulbücherei, extra Hefte brauche ich keine, im Internet gibt es genug.


    Übrigen, schön dass Mikael wieder da ist, direkt mit sehr schönen Beiträgen hier.

  • Und damit nimmst du eben doch den Schülern Lernchancen. Mal abgesehen von dem Spaß, den du ihnen nimmst und somit noch mehr Lernchancen.


    Nein, die werden nicht unterstellt, sondern das ist ja Fakt, dass mit praktischen Sachen besser gelernt wird und es verschiedene Lerntypen gibt, wenn du aber nur einen Ansprichst, dann lernen sie nun mal einfach schlechter.

    Nein, eben nicht nur bzw. gehört eben dazu auch, die dass ihnen das Material angeboten wird, mit dem sie das ausprobieren oder praktisch durchführen können, sonst lernen sie eben Inhalte viel schlechter. Ist ja bewiesen.

    Ich als Lehrer bin doch aber nicht dafür verantwortlich wenn mein Dienstherr lieber die Eier schaukelt als irgendwie Geld für angemessenen Unterricht locker zu machen.


    Wenn man da so rangeht: muss ich jetzt die Renovierung eines Klassenraums aus eigener Tasche bezahlen weil der Schulträger sagt „grau reicht“?


    Wenn ich alle Lerntypen an meiner Schule ansprechen wollen würde und alle Dinge übernehmen würde, wo die Eltern entweder zu faul/blöd für sind (z.b. das die Kinder mit Frühstück im Bauch und der brotbüchse oder aber ausreichend Papier und stiften zur Schule kommen),würd ich im Jahr einige Tausend Euro lassen müssen.
    Das ist nicht meine Aufgabe als Lehrer. Das ist auch nicht meine Aufgabe als Bediensteter des Staates. Ich als Lehrer bin nicht dafür verantwortlich für den Staat und die Eltern in die Bresche zu springen. Mach ich das aber als Berufsgruppe regelmäßig freut sich mein Arbeitgeber und die Eltern weil sie aus der Verantwortung raus sind die Ihnen obliegt.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Und damit nimmst du eben doch den Schülern Lernchancen. Mal abgesehen von dem Spaß, den du ihnen nimmst und somit noch mehr Lernchancen.


    Nein, die werden nicht unterstellt, sondern das ist ja Fakt, dass mit praktischen Sachen besser gelernt wird und es verschiedene Lerntypen gibt, wenn du aber nur einen Ansprichst, dann lernen sie nun mal einfach schlechter.

    Nein, eben nicht nur bzw. gehört eben dazu auch, die dass ihnen das Material angeboten wird, mit dem sie das ausprobieren oder praktisch durchführen können, sonst lernen sie eben Inhalte viel schlechter. Ist ja bewiesen.

    Nein, nicht ICH nehme Lernchancen, sondern der Schulträger. Ich kann doch nicht kompensieren, was der Schulträger nicht investiert. Zumal die Schüler ja auch oft entsprechend sorglos mit dem Material umgehen: Lamierte Karten werden geknickt und aufgeknibbelt, Schullektüren werden zu den Tischen geworfen, weil sie zu faul sind zu laufen. Wer sagt, ich kaufe etwas, damit die Schüler mehr Spaß haben, hat mein Verständnis nicht. Wir sind nicht in einen Dritte-Welt-Land, wo WIRKLICH oft NICHTS da ist. Freunde aus dem Nicht-Schulwesen gucken mich so schon immer irritiert an, wenn ich sage, dass ich Folienstifte oder Korrekturstifte usw. kaufe - die gehen nämlich einfach in einer Lager und nehmen oder bestellen, was sie für ihre Arbeit brauchen.

  • Weil ich kein privates Geld investiere und den Raum so belasse, wie ich ihn vorfinde? Echt jetzt? Wäre mir aber auch schnuppe, will mit denen ja nicht befreundet sein

    Hätte hätte Fahrradkette. Du bist halt nicht in der Grundschule. Bleib also bei deinen Leisten... Ein Grundschulklassenraum hat nicht karg zu sein. Was nicht automatisch bedeutet, dass man privates Geld investieren muss.

  • Wenn man da so rangeht: muss ich jetzt die Renovierung eines Klassenraums aus eigener Tasche bezahlen weil der Schulträger sagt „grau reicht“?

    Ja, machen bei uns einige und grau wäre schon mal was, aber dreckig gibt's bei uns nur und viel schlimmer übrigens, das wird nicht nur z.T. von uns bezahlt, sondern sogar noch selber ausgeführt!


    Nein, nicht ICH nehme Lernchancen, sondern der Schulträger

    Doch, du nimmst sie genauso. Klar ist der Schulträger auch mit dran schuld, aber du genauso und immer nur sagen, die anderen hätten aber, ist zumindest in Deutschland schon mal deutlich schief gegangen.

  • Hätte hätte Fahrradkette. Du bist halt nicht in der Grundschule. Bleib also bei deinen Leisten... Ein Grundschulklassenraum hat nicht karg zu sein. Was nicht automatisch bedeutet, dass man privates Geld investieren muss.

    Warum hat ein Grundschulraum nicht karg zu sein?
    Und wenn der Schulträger kein Geld locker macht für die „entkargung“, was dann?

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Doch, du nimmst sie genauso. Klar ist der Schulträger auch mit dran schuld, aber du genauso und immer nur sagen, die anderen hätten aber, ist zumindest in Deutschland schon mal deutlich schief gegangen.

    Ui, jetzt kriegt man sogar schon die Investitition von privatem Geld in Grundschulklassenräumen mit dem Nationalsozialismus in Verbindung :autsch:

  • Ui, jetzt kriegt man sogar schon die Investitition von privatem Geld in Grundschulklassenräumen mit dem Nationalsozialismus in Verbindung :autsch:

    Ja, denn das ist nichts anderes, wenn jeder nur sagt, ich bin dafür nicht verantwortlich.


    DA hilft nur entweder Verantwortung übernehmen (und dann erwarte ich, dass man dafür nicht noch von den anderen blöd angemacht wird) oder eben den Mund zumindest deutlich aufmachen, damit sich was ändert. Aber dann eben einfach mit dem nichts zu arbeiten und zu sagen, dann haben eben alle Pech gehabt, geht für mich gar nicht und ist eben keinesfalls besser als im Nationalsozialismus. Nur das eben aktuell die Folgen nicht so drastisch sind, das Prinzip ist aber genauso.

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