Problem Fächerkombination

  • Dazu: man vergesse die oben kurz genannten Berufsbildenden Schulen nicht. Eine Lehrkraft mit zwei Fremdsprachen und Politik wäre für alle mir bekannten Berufsschulen ein Segen. Und A13 ist A13.
    Aber bei der Kombination würde ggf. ein Auslandsjahr o. ä. in New Mexico oder Puerto Rico Sinn machen - da sind beide Sprachen Amtssprache.

    Bei "selbst schuld" wird nicht gepustet!

  • @Nachgedacht


    Lass dich bitte nicht verunsichern. Mach Englisch/Spanisch oder wie auch immer, mit den Auslandsaufenthalten, und allem drum und dran und gibt dabei dein Bestes :)



    Bei uns in Bayern wird auch, sehr wahrscheinlich, eine Kehrwende im Bedarf von Gymnasiallehrern erwartet. Ein gutes Beispiel ist auch der Bedarf an Grundschullehrern. Als ich 2013 Abitur gemacht habe, hat man hier davor gewarnt Lehramt an Grundschulen zu studieren. Zwei Jahre später gab es total heftigen Bedarf an Grundschullehrern.


    Es ist viel wichtiger, dass du genau weißt, mit welcher Altersstufe und in welchen Fächern du arbeiten möchtest c:

  • Ich kann mich der Empfehlung Berufsschule nur anschließen.


    Wenn man gerade Abitur am normalen Gym macht, hat man diesen Bereich nicht so vor Augen. Aber dort hast du keine Sek 1 und es klang an, dass das auch nicht die Altersstufe ist, die du gerne unterrichten würdest.


    Und Lehramtsstudent, es nervt echt, dass du ständig Haupt- und Realschule empfiehlst. Unterrichte doch selbst dort, wenn du das so gerne magst. Wer sich für ein Lehramt mit klassischen Oberstufen Fächern interessiert, will nicht nur bis Klasse 10 unterrichten.

  • @Nachgedacht Ich bin gerade in SH im Referendariat, hier ist es sehr erwünscht, ein drittes Unterrichtsfach (als Erweiterungsfach) studiert zu haben.

    Ausgebildet wird man in 2 Fächern und erhält dann (soweit ich weiß) für das dritte Fach eine sog. "kleine Fakultas" für die Sek I, wenn man nicht im StEx darin geprüft wurde.

    Ich habe auch in Schleswig-Holstein studiert (allerdings an der CAU in Kiel) und habe ein Auslandssemester absolviert. Freu dich nicht zu früh über irgendwelche Anrechnungen... ERASMUS ist auf dem Papier eine ganz tolle Sache, praktisch sieht es meist so aus, dass die Kurse nicht zu 100% angerechnet werden können. Empfehlen tue ich es trotzdem uneingeschränkt! Diese Erfahrungen kann dir niemand nehmen und für die Sprache ist es mehr als großartig. :)


    Eine Freundin von mir war vor dem Ref übrigens insgesamt 4 Mal im Ausland (1x Erasmus-Studium, 1x über das Comenius-Assistenzprogramm, 1x in den Semesterferien als AuPair und 1x zwei Jahre als FSA an zwei Stellen). Je nach Aufwand kann man also mehr als genug Auslandserfahrungen sammeln :)


    -> Mach die 3 Fächer, lass dich in zweien ausbilden, die du gerne hättest.
    -> Ich empfehle dir, nicht unbedingt 2 Korrekturfächer zu nehmen im Ref, wenn du nicht musst... ;)

  • Und Lehramtsstudent, es nervt echt, dass du ständig Haupt- und Realschule empfiehlst. Unterrichte doch selbst dort, wenn du das so gerne magst. Wer sich für ein Lehramt mit klassischen Oberstufen Fächern interessiert, will nicht nur bis Klasse 10 unterrichten.

    Da im Prinzip meinerseits alles gesagt wurde, nur noch hierzu: Ich empfehle in erster Linie gar nichts, sondern weise nur auf die Lehrerbedarfsprognosen hin. Was der Anfragensteller daraus macht, ist seine Sache, aber zumindest das kann ich ihm anbieten. Warum? Du hast es selbst geschrieben: Jeder kennt aus der eigenen Schulzeit erst einmal nur das Gymnasium und will dort auch als Lehrer hin. Ich bin einem anderen Forum aktiv, in dem wir fast jeden Tag darüber aufklären müssen, dass Deutsch/Geschichte am Gymnasium nicht gesucht ist und dass andere Fachbereiche/Schulformen nach Lehrernachwuchs lechzen. Und dann gibt es noch tausende Leute, die blind am Bedarf vorbeistudieren, was eben die Lehrerverteilung an den Schulen begründet. Die paar Leute, die aber nachfragen, die kann man jedoch entsprechend aufklären (sonst tut das nämlich keiner - weder Schule, noch Uni, noch Bekannte/Familie) und das werde ich auch in Zukunft machen. Wenn sich jemand dann immerhin bewusst für eine wenig gefragte Fächerkombi entscheidet statt aus reinem Un- oder gar Fehlwissen, dann zählt das bereits für mich als Ziel.

  • Dazu: man vergesse die oben kurz genannten Berufsbildenden Schulen nicht. Eine Lehrkraft mit zwei Fremdsprachen und Politik wäre für alle mir bekannten Berufsschulen ein Segen. Und A13 ist A13.

    Ist vielleicht blöd gefragt, aber: muss man dann zwangsläufig auch Lehramt an berufsbildenden Schulen studieren oder ist da auch ein "Seiteneinstieg" möglich, wenn man Gymnasiallehramt studiert hat und es sich irgendwann eher zufällig ergibt, dass man überlegt, an eine Berufsschule zu wechseln.


    Ich kann mich der Empfehlung Berufsschule nur anschließen.


    Wenn man gerade Abitur am normalen Gym macht, hat man diesen Bereich nicht so vor Augen. Aber dort hast du keine Sek 1 und es klang an, dass das auch nicht die Altersstufe ist, die du gerne unterrichten würdest..

    Über Berufsschullehramt habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht. Es auch gar nicht wirklich auf dem Radar, als etwas was vielleicht interessant für mich sein könnte, gehabt Vielleicht habe ich von Berufsschulen auch ein falsches Bild vor Augen, aber ich kenne leider nur eine einzige Person, die je eine solche besucht hat und die sprach praktisch nur negativ darüber: Realschulabgänger ohne Ausbildungsplatz, die aber noch bis zum 18. Lebensjahr schulpflichtig sind, weitere perspektivlose Menschen, die "Zeit absitzen" wollen, demotivierte Lehrer.
    Klingt jetzt im ersten Moment nicht so erstrebenswert, dort zu arbeiten.
    Oder gibt es auch noch andere Arten von Berufsschule? Wie gesagt, ich habe mich in das Thema noch nicht wirklich eingelesen, bin aber offen für neue Ideen.


    Ich habe nichts gegen Sek 1 SuS, nur ausschließlich mit ihnen arbeiten möchte ich nicht. Mit Oberstufenschülern lassen sich Themen anders behandeln, diskutieren etc. als mit Sek 1 Schülern, bei denen der Fokus v.a. auf Reproduktion liegt. Wobei man da natürlich auch wieder etwas mehr differenzieren muss. In der 9. Klasse haben wir in einigen Fächern durchaus auch "oberstufennah" gearbeitet, was in der 5./6. völlig undenkbar gewesen wäre. Ich denke, ich würde nicht glücklich damit werden, 50% meiner Stunden in der Unterstufe zu halten, von daher habe ich den H/R-Bereich von vornherein ausgeschlossen.

  • @ Nachgedacht: Ich find's übrigens toll, wie reflektiert du schon bist und dir so viele gute Gedanken machst. Du hast schon richtig einen Plan, wie's scheint. So: Kudos to you. (Ich war in dem Alter noch nicht so klar.)

  • Berufsschule ist halt ein sehr weites Feld.
    (Ich gehe mal davon aus, dass sich das zwischen den Bundesländern jetzt nicht so arg unterscheidet.)
    Ja, es gibt die Schüler, die ihre schulpflichtige Zeit dort absitzen.
    Es gibt aber auch die Schüler, die eine duale Ausbildung machen, oder eine schulische. Dann noch die Klassen des beruflichen Gymnasiums...

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • @Nachgedacht zum Thema, was die Berufsschule so zu bieten hat:


    Es gibt dort ja ganz verschiedene Bildungsgänge: Die Berufsgrundbildung mit anschließendem MSA-Abschluss, die Berufsfachausbildung und das Berufsgymnasium. Da hat man sozusagen die bunte Mischung der Gemeinschaftsschule mit älteren Schülern sitzen.


    Ich habe übrigens gerade im Referendariat bemerkt, dass mir trotz großem Spaß an der Arbeit mit den SekII-Schülern die Arbeitsweise des Gymnasiums nicht so liegt; ich bin eher Typ “Gemeinschaftsschule“ und werde mich nach dem Ref definitiv an den Gemeinschaftsschulen und Berufsschulen bewerben. Der “Seiteneinstieg“ in diese Richtung klappt aus Erfahrung eigentlich recht gut ;)

  • Okay das ist ja schonmal gut zu hören, dass der Seiteneinstieg machbar sein sollte. Werde morgen mal bei der Studienberatung der Uni anrufen, um abzuklären, ob das mit dem Zweitstudium so machbar ist, wie ich es mir vorstelle (denn ein Fach als Erweiterungsfach studieren ist an der EUF m.W. nicht möglich. Das geht soweit ich weiß nur in Kiel).
    Der aktuelle Plan sieht vor zunächst WiPo und Spanisch bis zum M.Ed. zu studieren und danach Englisch bis zum gleichen Abschluss. Mir ist nur noch nicht bekannt, ob man sich an der EUF (oder alternativ der CAU Kiel) für nur ein Fach einschreiben kann. Die Frage müsste mir die ZSB morgen aber eigentlich beantworten können.


    Danke ersteinmal für all eure Antworten. Ihr habt mich sowohl darin bestärkt, das so zu studieren, als auch neue Denkanstöße gegeben.

  • Kurz: wir haben eine Reihe von Gymnasialkollegen, die bei uns Unterricht erteilen. Mangelfächer sind immer die Sprachen und Politik, teilweise Biologie sowie die übrigen Naturwissenschaften. Leider ist es bei uns nicht so geregelt, wie in Polen. Hatte letzte Woche sechs Kollegen von dort zur Lehrerfortbildung da, die an die Berufsschule gewechselt sind und nun (staatlich finanziert) parallel zum Beruf das fachwissenschaftliche Studium nachholen... alles online im Fernstudium.

    Bei "selbst schuld" wird nicht gepustet!

  • Wenn man in seinen Fächern unterrichtet, braucht man doch aber kein Fachstudium nachholen, oder?


    Angenommen, ich ginge jetzt nach dem Ref ans BG, um dort Spanisch zu unterrichten, hätte ich dann nicht die gleiche Qualifikation, wie jemand, der sog. Berufsschullehramt/Handelslehramt Spanisch studiert hat?!

  • Wenn man in seinen Fächern unterrichtet, braucht man doch aber kein Fachstudium nachholen, oder?


    Angenommen, ich ginge jetzt nach dem Ref ans BG, um dort Spanisch zu unterrichten, hätte ich dann nicht die gleiche Qualifikation, wie jemand, der sog. Berufsschullehramt/Handelslehramt Spanisch studiert hat?!

    Nach dem Studium, vor dem Ref:
    Nein, brauchst du nicht. Als Berufsschullehrer würde sogar ein Master eines Nichtlehramtsstudium reichen, aus dem zwei Mangelfächer abgeleitet werden können, um das Referendariat beginnen zu können.


    Nach dem Ref:
    Da du am BG auch die Abschlussprüfungen abnehmen können musst (zum Glück kein Zentralabitur), benötigst du die Berechtigung für Sek II. Also geht ein bestandenes Ref an einem Gymnasium, aber Grundschule und Gemeinschaftsschule nicht.
    Allerdings könntest du damit (Sek I) trotzdem die Schüler in den ESA- und MSA-Klassen unterrichten.


    Angaben beziehen sich nur auf das Land S-H.

  • Furchtbare Berufsaussichten mit dieser Kombi.

    Nö.
    Aber sehr kurze Gastauftrittsaussichten mit solcherlei unqualifizierten Kommentaren.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Hallo nochmal,


    ich muss mich nochmal an euch wenden, da es mit der Studierbarkeit dieser Kombi in SH und Hamburg leider ganz düster aussieht.


    Habe mittlerweilembei den ZSBs von Flensburg, Kiel und Hamburg angerufen. Leider ist es in SHn nicht möglich ein Fach nachzustudieren (bzw. sich für zwei Fächer einzuschreiben, von denen man eines bereits studiert hat und sich in diesem Fach alles anrechnen zu lassen). In Hamburg wäre die Möglichkeit in der Theorie schon gegeben, mir wurde aber nachdrücklich davon abgeraten.


    Ich bin ehrlich gesagt mit meinem Latein am Ende und weiß wirklich nicht mehr, was ich jetzt machen soll.


    Möglichkeit 1: Ich gehe wie geplant nach Flensburg und studiere Englisch und WiPo. --> Problem: Einstellungschancen, wobei es in WiPo in SH ja durchaus keinen Überschuss gibt.


    Möglichkeit 2: Ich gehe nach Flensburg, studiere Spanisch und WiPo, versuche danach, mich für Englisch in Hamburg zu bewerben oder gehe (wenn das nichts wird) ein Jahr ins englischsprachige Ausland und hoffe, nach dem Ref. einen Zertifikatskurs für Englisch machen zu können. --> Problem: Unsicherheit, ob das in HH funktioniert, habe ansonsten kein Hauptfach und weder WiPo noch Spanisch wird durchgehend unterrichtet. Auch wenn diese Möglichkeit mir am liebsten wäre, habe ich Angst mit dieser Nebenfachkombi nicht eingestellt zu werden.


    Möglichkeit 3: Ich bewerbe mich in Kiel für WiPo/Englisch und fange im 3. Semester mit Spanisch als Erweiterungsfach an. --> Problem: eigentlich würde ich (aus unterschiedlichen Gründen, Wohungsmarkt, Parkplatzsituation an der Uni etc.) lieber in Flensburg studieren. Der Vorteil an Kiel wäre eben, die gewünschte Fächerkombination definitiv studieren zu können, wobei ich noch nicht abschließend die Frage klären konnte, ob ich für mein Erweiterungsfach auch die Fakultas für Sek 2 bekommen kann.
    Leider habe ich mehrfach im Netz gelesen, dass der Arbeitsaufwand mit zwei Fremdsprachen + Sachfach enorm und kaum mit zufriedenstellenden Noten zu bewerkstelligen ist, was mich wieder etwas verunsichert.


    Ich bin für jede Art von Input dankbar.


    Viele Grüße
    Nachgedacht

    • Offizieller Beitrag


    Leider habe ich mehrfach im Netz gelesen, dass der Arbeitsaufwand mit zwei Fremdsprachen + Sachfach enorm und kaum mit zufriedenstellenden Noten zu bewerkstelligen ist, was mich wieder etwas verunsichert.

    Erstmals nur dazu: Wenn du in der imaginären Regelstudienzeit eines 2-Fach-Studiums 3 Fächer studieren willst: klar könnten deine Noten drunter leiden. Wenn du allerdings WEIßT, dass das nicht geht und eh in Kauf nimmst, 2-3 Jahre länger zu studieren (schon alleine, weil es mit Spanisch grundsätzlich sinnvoll ist, von Anfang an ein Jahr mehr Studium einzuplanen), dann gibt es keinen Grund, dass es schlechtere Noten gibt.
    Chili, deren Noten so sind: 1. Fach < 2. Fach < 3. Fach < 4. Fach. (Ja, doof, weil die Einstellungsnote sich auf die ersten 2 Fächer bezieht, ahah...)

  • Mir ist durchaus bewusst, dass 3 Fächer, v.a. mit zwei Fremdsprachen und den damit verbundenen Auslandsaufenthalten, nicht schaffbar sind. Zeit spielt nicht die größte Rolle, obwohl ich natürlich auch nicht unbedingt 10 Jahre an der Uni verbrigen will.

  • Da du es schon mehrfach erwähntest: Spanisch ist im Gymnasium ein Hauptfach. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit der 3. Fremdsprache bzw. des Wahlpflichtunterrichts, aber wenn es als 2. Fremdsprache neben Latein und/oder Französisch angeboten wird, dann mit denselben Vor- und Nachteilen wie besagte Fächer.

  • Es kann zumindest eines sein, hängt vom konkreten Gymnasium ab.
    Ob Spanisch als 2. oder 3. Fremdsprache - oder auch nur als AG angeboten wird.
    Und... kein Mensch kann exakt vorhersagen, wer wann welche Lehrer braucht.
    Sei einfach du, und sei einfach gut.
    Dann klappts auch mit "Nebenfächern".
    Sich schon mal schlau zu machen, welche Gymnasien zB überhaupt Spanisch anbieten (wenn du in SH bleiben willst - könnte recht überschaubar sein), kann nicht schaden.


    Und... nicht kirre machen lassen...

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

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