zu hohe Arbeitsbelastung im 1. Jahr? Ratschläge?

  • Hallo,


    ich glaube ich muss mir einfach mal ein wenig Frust von der Seele schreiben und fragen, ob es noch jemandem so geht. Ich bin im ersten Jahr nach dem Referendariat am Gymnasium und unterrichte Englisch + ein Zweitfach. Und während meine Mathe/Sport-Kollegen jede Ferien mit Reisen und Sport verbringen, bin ich seit Tagen am Korrigieren und SCHAFFE ES TROTZDEM ZEITLICH NICHT! Mein Privatleben leidet enorm (z.B. ist mein Mann gerade ohne mich in Urlaub, während ich am Schreibtisch sitze) und ich bin schon am Überlegen, ob ich mich aus lauter Zeitdruck nach den Ferien zwei Tage krank melde, um einfach nur hinterherzukommen - das ist doch nicht normal!?! Ich würde mich dabei nicht einmal als besonders pingelig oder perfektionistisch bezeichnen, aber benötige zum Unterricht planen einfach je nach Thema rel. lange (es ist noch ALLES neu, auch die Bücher sind nicht dieselben wie an der Ausbildungsschule) und z.B. die Englischaufsätze der 10er muss ich je 3x lesen (1x um die Rechtschreibung/Grammatik/Englischfehler zu beseitigen, 1x um auf den Inhalt einzugehen und Punkte hierfür zu vergeben, und dann 1x um die Punkte fürs Sprachliche zu geben)... Help :spritze:

  • Das klingt für mich erstmal recht normal. Das Korrigieren dauert halt, wenn man dies noch nicht oft gemacht hat und die Unterrichtsvorbereitung für neue Themen/mit neuen Schulbüchern natürlich auch. Du wirst sehen, dass es alles schon wesentlich einfacher und schneller geht, wenn du die gleichen Klassen/Kurse ein zweites Mal hast.
    Was allerdings natürlich nicht geht, ist den Unterricht so vorzubereiten, wie es im Referendariat erwartet wird. Wenn du das versuchst, wirst du wahrscheinlich schon in einigen Monaten einen Burnout haben. Versuche bestimmte Standardmethoden, Routinen für deinen Unterricht zu finden, die dir die Vorbereitung erleichtern. Also keine Materialschlacht, jede Stunde eine andere Methode, sondern ähnliche Stundenabläufe, Methoden, die die Schüler kennen (und auch wirklich können) und dann ab und zu etwas Besonderes, z.B. einen schönen Unterrichtseinstieg.
    Lass dich nicht unterkriegen!

  • Hallo Huepferli,


    Englisch ist ein undankbares Fach, wenn es um Korrekturen geht, aber das weiß man eigentlich bereits, wenn man sich für besagtes Studium entscheidet. Da du die differenzierte Note nach den genannten Faktoren geben musst, kannst du da auch nicht viel Zeit einsparen. Little Miss erstellte vor Kurzem ein Video zum Thema Bewertung (auch Englisch/Gymnasium), vlt. kannst du auch etwas Nützliches für dich herausziehen.
    Hast du eine Art Bewertungsraster/Musterlösung oder legst du einfach drauf los mit der Bewertung? Ich denke, dass es hilft, wenn du dir vorab überlegst, was du vorab mit den Schülern behandelt hast und was daher realistisch von den Schülern zu erwarten ist. Und dann siehst du ja, ob es da eine große Differenz zum tatsächlichen Schülerwerk gibt oder nicht. Manche kommen besser damit zurecht, wenn sie bei allen Klausuren Aufgabe 1 korrigieren, dann Aufgabe 2, etc. Andere bevorzugen es, Arbeit für Arbeit durchzugehen. Ich persönlich bewertete zwar nur Studentenhausaufgaben bisher, aber mir fiel auch die Bewertung von aufsatzähnlichen Hausaufgaben schwerer als eine, die in konkrete Aufgaben unterteilt war. Das lag daran, dass es einfacher ist, eine Note zu errechnen (z.B. X von Y Punkten = Note Z) als eine aufgrund eines Gesamteindrucks zu ermitteln. Wie sieht also deine konkrete Aufsatzbewertung bei den 10ern aus? Die Einteilung in die drei Bereiche habe ich schon verstanden, aber gibst du Teilnoten oder vergibst du Punkte oder wie funktioniert das? Vlt. kann man diesen Aspekt noch zeiteffektiver gestalten...
    Ansonsten sind die Klassiker der Tipps an der Stelle: Mit der Zeit kommt die Routine = schnellere Korrektur. Gestalte deine Klausuren korrekturfreundlich und weiche auch auf alternative assessment aus!


    Wenn du auch ein Problem damit haben solltest, versuche die Prüfungen nicht alle zur selben Zeit schreiben zu lassen, sondern so, dass sie besser über das Jahr verteilt sind. Das freut auch die Schüler. Zuletzt noch eine Frage: Wie sieht denn deine Klassenverteilung aus? Von allem etwas oder bist du besonders oft in der Oberstufe eingeteilt? Viele Lehrer wollen gerade bevorzugt in der Oberstufe eingeteilt werden (weniger Erziehungsarbeit, höherer fachlicher Anspruch), wobei man dann natürlich auch damit rechnen muss, dass die Korrektur der Prüfungen länger dauert und man natürlich auch in den Sprachfächern mehr Lektüren vorbereiten muss.


    Ich hoffe, dass meine Antwort dir zumindest ein bisschen half :) .


    Mit freundlichen Grüßen

  • das ist doch nicht normal!?!

    Doch,
    im ersten Jahr ist das leider absolut normal. Ab dem 2. Jahr wird es dann schon besser und ab dem 3. Jahr bist richtig drin in der Methodik. Das dauert einfach alles. Was mir gerade bei den Klausuren immer hilft: Steck den Hirnschmalz in die Aufgabenstellung der Klausur, dann minimierst du den Korrekturaufwand enorm.


    Ok, ich habe mit Sprachen nichts zutun, aber vielleicht mal ein Beispiel aus dem Rechnungswesen, wie ich mir die Arbeit einfach mache:
    Im Rechnungswesen besteht die ganze Klausur aus einer einzigen Aufgabe. Es bringt also nichts nur die Ergebnisse zu bewerten, ich muß auch auf die Zwischenergebnisse und insb. die Folgefehler eingehen. Bei meiner ersten Klausur habe ich nur die Geschäftsfälle vorgegeben. Die Schüler mußten daraus im ersten Schritt selber die Buchungssätze bilden, die dann verbuchen und die Konten abschließen. Da es praktisch niemanden gab, der alle Buchungssätze richtig hatte, mußte ich dann wirklich jede Klausur komplett nachrechnen.
    --> Zeitaufwand = gewaltig :(


    Heute mache ich es so, daß ich den Schülern die Geschäftsfälle gebe und sie daraus die Buchungssätze bilden lasse. Diese Buchungssätze geben sie dann ab und bekommen von mir das Lösungsblatt mit den korrekten Buchungssätzen, die sie dann in die Konten verbuchen. War zwar erstmal etwas schwer den Schülern das Verfahren beizubringen, aber mein großer Vorteil ist, daß ich jetzt nicht mehr wirklich jede Klausur komplett durchrechnen muß, da sich das Potential der Folgefehler deutlich minimiert hat.

  • Ich kann mich nur anschließen - das wird alles besser.


    Mir ging es am Anfang auch so, inzwischen kann ich auch locker in den Urlaub fahren und Hobbies pflegen ;)


    Die Routine kommt - wenn man am Anfang alles neu erstellen, zusammenstellen, überlegen muss ist das natürlich viel, aber einiges davon kann man wiederverwenden bzw. macht man nur alle paar Jahre neu.


    Und auch ins Korrigieren kommt eine gewisse Routine, vor allem, wenn die Nervosität nachlässt (ich war anfangs so nervös dass ich dauernd Dinge zwei- dreimal nachgesehen und nachgeschlagen habe, um ja "fair" zu sein - anstatt meinem eigenen Urteil zu vertrauen. Da wird man mit der Zeit auch cooler :) )


    Ich arbeite wie ein Arbeitspferd, ruhig, und verlässlich und nicht wie ein Zirkuspferd, das regelmäßig eine Show hinlegen muss. Und m.E. ist es für die Schüler auch gut zu wissen, was das (meist) auf sie zukommt. So bleibt mehr Raum für lernen und verstehen ohne zu viel Energie an Methode zu vergeuden (von meiner Energie und der der Schüler).


    Es wird, halt durch!

  • Ich befürchte, da musst du erst einmal durch. Ich habe am Anfang auch noch ganz anders vorbereitet, weil mir die Erfahrung einfach fehlte. Ich habe im Ref viel mehr von Stunde zu Stunde gedacht als in größeren Einheiten. Das legt man natürlich nicht von heute auf morgen mit der festen Stelle ab.
    Mittlerweile bereite ich zum Teil ein ganzes Schuljahr vom Grundgerüst her vor, schaffe das passende Material an und strukturiere mir die Reihen. Das kostet mich in den (Sommer-)Ferien dann auch mal richtig Zeit, ich sitze mehrere Tage daran, aber dafür habe ich im laufenden Betrieb nicht diese Mühen. Da ist meist nur der Feinschliff notwendig. Man hat auch vielmehr einen Blick auf das große Ganze und bekommt in einem Rutsch mehr durch als sich immer wieder nachmittags widerwillig dranzusetzen. Da läuft auch viel Verwalterisches oder halt auch KL-Sachen auf, womit man sich eben auch rumschlagen muss.

  • Ich habe Deutsch und Englisch, also kenne ich das Problem. Aber zu keinem Zeitpunkt, auch nicht im Ref, habe ich Arbeiten dreimal gelesen. Außer vielleicht mal im Abi. Ich habe am Anfang zweimal gelesen, einmal auf Inhalt und dabei schon Fehler angestrichen, und dann nochmal nur auf Sprache, um die übrigen Fehler zu finden und eine Sprachnote zu bilden. Zumindest den dritten Durchgang solltest du also so schnell wie möglich streichen.
    Mittlerweile lese ich Arbeiten nur noch einmal - auch hier ist das Abi allerdings die Ausnahme.
    Ansonsten hier ein paar Tipps aus der Praxis, von denen der eine oder andere für dich vielleicht anwendbar ist:

    • Informiere dich - sofern du das noch nicht getan hast - über die Vorgaben zu Klassenarbeiten und Klausuren in deinem Bundesland. Vielleicht kann man da noch etwas sparen. Vielleicht kannst du die Arbeiten kürzen, bzgl. Aufgabenstellung und Arbeitszeit.
    • Denke auch verschiedene Aufgabenformate durch (Lückentexte und Multiple Choice können auch in der Oberstufe vereinzelt noch okay sein, bspw. bei Hörverstehensaufgaben) und überlege dir schon am Anfang des Schuljahres, wie du korrekturfreundliche Aufgabenformate über das Jahr verteilt auf verschiedene Lerngruppen und Arbeiten verteilen kannst.
    • Klausurersatzleistungen (bspw. mündliche Prüfungen oder Präsentationen) sind aufwendiger zu erstellen als Arbeiten, aber erfordern deutlich weniger Nachbereitung/Korrektur. Nicht immer spart man sich dadurch Arbeit, aber wenigstens hat man etwas mehr Abwechslung als immer nur stumpf über einem Korrekturstapel nach dem anderen gebeugt zu sein.
    • Ich verweigere inzwischen ab Klasse 7 die "Positivkorrektur"; d.h. ich streiche Fehler nur noch an und mache das entsprechende Korrekturzeichen am Rand, aber ich verbessere sie nicht mehr. Gerade in Englisch müssen die Schüler nach der Herausgabe eigenständig als Hausaufgabe zwischen drei und fünf Fehler verbessern und die Regel recherchieren. Wir verbringen dann eine Doppelstunde damit, diese Hausaufgabe zu besprechen, so dass möglichst viele Fehler thematisiert werden. Dabei ergänze ich Regelerklärungen und nehme natürlich Fragen entgegen. Das spart mir viel Arbeit bei der Korrektur und ich stelle sicher, dass sich die Schüler mit ihren Fehlern beschäftigen, statt nur auf die Note zu schauen und meine aufwendige Korrektur zu ignorieren. (Allerdings muss man dazu auch in der Lage sein, Grammatikregeln spontan und ohne Vorbereitung abzurufen. Das wäre mir am Anfang evtl. etwas schwer gefallen. Da hatte ich zwar das Sprachgefühl, Falsches zu erkennen und zu verbessern, aber konnte die Regel nicht immer zitieren. Das kam dann v.a., nachdem man die gesamte Grundgrammatik mal unterrichtet hat).
    • Verkürze Korrekturzeichen. Es scheint zwar keinen Unterschied zu machen, ob man für "structure" die Abkürzung "st" oder "struc" verwendet, aber die zwei gesparten Buchstaben summieren sich über die Hunderte von Arbeiten, die du im Jahr korrigierst.
    • Ganz wichtig: Opfere nicht dein gesamtes Leben für Unterrichtsvorbereitung und Korrektur. Je unzufriedener du persönlich wirst, weil du nur noch am Schreibtisch sitzst, desto ineffektiver arbeitest du und desto länger brauchst du dafür. Das ist ein echter Teufelkreis. Trotz meiner Korrekturfächer fahre ich in fast allen Ferien ein paar Tage weg und habe (außer während des Abiturs) immer zumindest den Freitagnachmittag und den gesamten Samstag frei.
  • Ich bin im zweiten Jahr nach dem Ref, ebenfalls mit Englisch. Und mir geht es ähnlich, wenn auch vllt. nicht ganz so drastisch wie bei dir. Ich will nicht alles wiederholen, was insbesondere WillG schon sehr treffend geschrieben hat, daher sage ich nur nochmal: Er hat Recht!!


    Insbesondere Oberstufenklausuren 3x zu lesen käme für mich nicht in Frage. Ich lese 1x. Dabei korrigiere ich die Sprache und lese den Inhalt. Nach jeder Aufgabe setze ich die Punkte für den Inhalt, da ich den sonst wieder vergessen habe bis ich mit der nächsten Aufgabe durch bin (wie du ja selbst weißt dauert es laaaaange, bis man all die sprachlichen Fehler positiv korrigiert hat). Wenn ich im EWH noch mehrere Inhaltskriterien pro Aufgabe differenziert habe bepunkte ich manche Kategorien ggf. auch mal schon während ich noch die Aufgabe lese. Am Ende der Arbeit gebe ich die Punkte für Sprache - dazu überfliege ich einfach nochmal das, was ich an den Rand geschrieben habe (sehr viele Rs? Dann eben wenig Punke für Rechtschreibung; nur 1-2 Rs? Viele Punkte).
    Außerdem achte ich darauf so effizient wie nur irgend möglich zu arbeiten - heißt z.B.: Ich schreibe das Datum nicht per Hand unter den EWH, sondern setze es per Computer. Nur meine Paraphe setze ich von Hand drunter. 30x Datum schreiben spart mir vermutlich ca. 3 Minuten, durchschnittlich schreibt eine Klasse 5 Arbeiten pro Schuljahr (Oberstufe 4, Unterstufe 6), also 3x5 = eine Viertelstunde, ich habe allein in Englisch derzeit 4 Korrekturklassen = 1 Stunde, die ich nur Daten unter Englischarbeiten schreiben würde. Das per Computer zu machen ist kein Qualitätsverlust und geht deutlich schneller. Klingt total pedantisch, aber du siehst, Kleinvieh macht auch Mist.

    Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?

  • Meine Vorschreiber haben ja schon sehr gute und praktikable Tipps gegeben.


    Was ich noch beifügen kann: Unbedingt das eingeführte Lehrbuch verwenden! Aus dem Ref nimmt man leider oft den Anspruch mit, man müsste alles eigens erstellen... Vergiss das. Schaff dir die Handreichungen und eventuell verfügbare zum Lehrbuch passende Arbeitsbücher (Workbook) an und dann wird halt mal eine Einheit ausschließlich mit dem eingeführten Lehrwerk gearbeitet. Zusätzlich könntest du dir auch noch die Parallelwerke eines anderen Verlags anschaffen wo du ab und an mal was rauskopieren kannst.


    Gerade anfangs finde ich, schadet es nicht wenn man sich an ein gut konzipiertes Lehrbuch hält. Wenn ich mir die Materialien ansehe, die ich im Ref bzw. in den ersten beiden Berufsjahren danach erstellt habe... Oh weh, oh weh...^^


    Wenn nicht mehr so viel Zeit für die Vorbereitung drauf geht, hast du evtl unter der Woche auch mal Luft, dich an die Korrekturen zu setzen. Dann leidet nicht immer das Wochenende und dann hast du die Ferien auch mal mehr Luft.


    Ich suche mir im Schuljahr immer zwei Ferien aus, die komplett schulfrei sind. Standardmäßig ist das immer Weihnachten und (je nachdem wie die Prüfungen liegen) Ostern oder Pfingsten.


    In den anderen Ferien nehme ich mir bewusst vor, ein paar Schultage zu machen. In den Sommerferien ist das oft ne ganze Woche am Stück. In den kürzeren Ferien (Fasent, Ostern/Pfingsten, Herbst) meist nur zwei bis vier Tage. Und da bereite ich dann eben eine gesamte Unterrichtseinheit vor bzw. korrigiere Prüfungen oder Klausuren.


    Edit: Was ich auch noch ganz wichtig finde: Die eigene Anspruchshaltung etwas zurückschrauben. Englischklausuren werden selbstverständlich nur einmal gelesen und dann direkt die Note drunter geschrieben. Ich erhebe von meinen Schülern auf unterschiedliche Arten soviele Noten... Da kommt es nicht drauf an, ob die eine Klausur 7NP oder nun 8NP waren... Abitur-Klausuren dagegen werden natürlich mehrfach gelesen!


    Selbiges bei der Unterrichtsvorbereitung. Gerade bei Englisch... Wenn es mal nicht das eingeführte Lehrwerk sein soll... Ich konfrontiere mich in meiner Freizeit quasi ausschließlich mit dem englisch-sprachigen Kulturraum. Da findet man immer was, was sich einfach so, ohne viel Vorbereitungsaufwand anbietet. Letztens habe ich meine 12er einfach mal ein Lycris-Video selbst erstellen lassen. Natürlich zu einem zur Unterrichtseinheit passenden Song. Dafür habe ich eine mp3-Datei runtergeladen und 5 min. gebraucht um den Arbeitsauftrag zu tippen. Waren zwei Doppelstunden. Weil die Damen und Herren es dann besonders toll machen wollten. Nun gut... Einfach locker gesehen. Eine Doppelstunde hin oder her macht das Kraut nun auch nicht fett.

  • ...Englisch ist ein undankbares Fach, wenn es um Korrekturen geht, aber das weiß man eigentlich bereits, wenn man sich für besagtes Studium entscheidet...

    Warum um Himmels Willen dürfen Lehrerazubis hier eigentlich irgendwas außer Fragen stellen?!


    Sorry @Hüpferli, ich habe leider auch keine Ahnung von Englischkorrekturen, deswegen kann ich dazu auch keinen Rat geben. Außer vielleicht den allgemeinen Perfektionistentip: Versuchs nicht so ernst zu nehmen :_o_) . Die Kids gucken 1x nach der Note, zählen Punkte nach und feilschen ggf. um halbe Punkte. Mehr kann nicht passieren- keine Klausur ist ein Staatsakt, ein gewichtiges Dokument, nicht mal versetzungsrelevant. Und ob jemand „Mangelhaftes“ dahinfaselt oder ein solides „gut“ verdient, hast du im Gefühl, so falsch wirst du mit dem einen oder anderen Punkt mehr oder weniger nicht liegen.


    Sommerferien kommen bald!
    :party:

  • Die Kids gucken 1x nach der Note, zählen Punkte nach und feilschen ggf. um halbe Punkte.

    Das stimmt. Ich erstelle einen ausführlichen Erwartungshorizont, bei dem ich geforderte Inhalte abhaken kann. Das nervt mich im Vorfeld exrem, hilft aber bei der Korrektur sehr.
    In den Heften selber streiche ich natürlich Fehler an, kommentiere aber fast nichts mehr. Alles Wichtige steht ja im Erwartungshorizont. Bei besonders schlechten Klausuren schreibe ich einige Hinweise für die weitere Arbeit unter die Klausur und biete ebenfalls schriftlich unter der Klausur ein Beratungsgespräch an.
    In vielen Fällen schreibe ich dann unter die nächste Klausur einfach nur einen Hinweis auf den Kommentar unter der letzten Klausur. 99,5% der Schüler lesen den E-Horizont nicht, auch Kommentare oder Positivkorrekturen im Klausurtext nicht.


    Mein Fazit ist, dass ich nicht bereit bin, in die Korrektur eines einzelnen Heftes mehr Zeit zu investieren als einzelne Schüler in die Vorbereitung ihrer Klausur.

  • Die Kids gucken 1x nach der Note, zählen Punkte nach und feilschen ggf. um halbe Punkte.

    Und, um das kollektive Feilschen nicht ausufern zu lassen, ein Tipp von mir. Wir müssen ja neben den Klausuren auch immer die SL-Noten den Schülern bekannt geben. Da mache ich es immer so, daß ich die Klausuren rausgebe, kurz den Erwartungshorizont erläutere und daran auch die Punkte festmache. Was mußte also genannt werden und wie viele Punkte gab es für die Antworten.


    Anschließend hole ich mir alle Schüler einzeln nach vorne und verkünde ihnen die SL-Noten. Sollten die Schüler Rückfragen zur Klausur haben, bitte die Klausur gleich mitbringen. Das klären wir vorne im Einzelgespräch. Bei dieser Art der Klausurrückgabe geht zwar jedesmal eine Doppelstunde bei drauf (wir haben nur Doppelstunden an unserer Schule), aber dafür bin ich das Gezeter im Plenum los: "Warum bekommt der für die Antwort 4 Punkte und ich nur 3?" Und wenn ich mich wirklich vertan haben sollte: "Jetzt haben sie dem x den Punkt doch noc hgegeben, jetzt will ich aaber auch, weil meine Antwort ist davon ja auch nicht soweit weg und man könnte in meine Antwort ja auch die richtige Lösung reininterpretieren."

  • ähm, da steht einer bei mir auf dem Schlauch: was sind denn SL-Noten?


    Komme nur auf "Sprachliche Leistung", aber die ist doch im EWH ausgewiesen. *amkopfkratz*

    Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?

  • was sind denn SL-Noten?

    SL = Sonstige Leistungen, also die Beteiligung am Unterricht


    Diese Noten müssen wir den Schülern üblicherweise einmal im Quartal verkünden. Da ich praktisch überall auch zwei Klausuren je Halbjahr habe, mache ich dann die Klausurrückgabe und die Verkündung der SL-Noten immer gleich in einem Abwasch. Die Doppelstunde ist ja eh schon kaputt.


    Was ist EWH? Die "Elektrizitätswerke Hammermühle" können es nicht sein. Oder liefern die einfach aktuell keinen Strom, daß bei mir der Geistesblitz nicht zünden will?

  • EWH= Erwartungshorizont


    Einfach nur eintragen wie viel Punkte wo erreicht wurden, addieren, Inhaltsnote berechnen, Sprachnote ermitteln, Gesamtnote. Fertig.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Doch,im ersten Jahr ist das leider absolut normal. Ab dem 2. Jahr wird es dann schon besser und ab dem 3. Jahr bist richtig drin in der Methodik. Das dauert einfach alles. Was mir gerade bei den Klausuren immer hilft: Steck den Hirnschmalz in die Aufgabenstellung der Klausur, dann minimierst du den Korrekturaufwand enorm.


    Ok, ich habe mit Sprachen nichts zutun, aber vielleicht mal ein Beispiel aus dem Rechnungswesen, wie ich mir die Arbeit einfach mache:
    Im Rechnungswesen besteht die ganze Klausur aus einer einzigen Aufgabe. Es bringt also nichts nur die Ergebnisse zu bewerten, ich muß auch auf die Zwischenergebnisse und insb. die Folgefehler eingehen. Bei meiner ersten Klausur habe ich nur die Geschäftsfälle vorgegeben. Die Schüler mußten daraus im ersten Schritt selber die Buchungssätze bilden, die dann verbuchen und die Konten abschließen. Da es praktisch niemanden gab, der alle Buchungssätze richtig hatte, mußte ich dann wirklich jede Klausur komplett nachrechnen.
    --> Zeitaufwand = gewaltig :(


    Heute mache ich es so, daß ich den Schülern die Geschäftsfälle gebe und sie daraus die Buchungssätze bilden lasse. Diese Buchungssätze geben sie dann ab und bekommen von mir das Lösungsblatt mit den korrekten Buchungssätzen, die sie dann in die Konten verbuchen. War zwar erstmal etwas schwer den Schülern das Verfahren beizubringen, aber mein großer Vorteil ist, daß ich jetzt nicht mehr wirklich jede Klausur komplett durchrechnen muß, da sich das Potential der Folgefehler deutlich minimiert hat.

    Auch das ist zu kompliziert.
    Eine ganze Aufgabe vom EBK bis zum SBK zu verbuchen ist wie du schon sagst völlig hirnrissig und bringt uns Arbeitsaufwand wie Deutschlehrer in einer Korrektur :staun: .
    So etwas mache ich nur im Unterricht.


    Ich trenne das in Arbeiten. Eine Aufgabe sind Geschäftsvorfälle für die BS gebildet werden sollen. Eine andere Aufgabe soll nur die Buchung in T-Konten exemplarisch gezeigt werden. Dann noch Verständnisfragen und die Klausur ist blitzschnell korrigiert.

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