Durchgefallen

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    • Durchgefallen

      Hallo,

      ich hatte meinen zweiten Versuch beim 2. Staatsexamen und bin durchgefallen. Meiner Meinung nach ist der Entschluss aber nicht gerecht abgelaufen. Die Schüler haben ein Verhalten an den Tag gelegt, den ich so in den 1,5 Jahren noch nie gesehen hatte: sie haben sich über meinen vorherigen Unterricht beschwert, sie waren frech, sie waren laut und unruhig, sie haben rumgestöhnt und sich über meine vorbereiteten Materialien lustig gemacht. Egal, was ich erklärt habe, siehaben es plötzlich nicht verstanden. Einer, der wirklich IMMER wusste, was Personalformen sind, wusste es plötzlich nicht mehr! Die Visualisierung des Stundenverlaufs, was nur aus Sitzkreis-Partnerarbeit-Sitzkreis bestand, wurde auch mit "hä, versteh ich nicht!" kommentiert. Ich habe dennoch zwei Mal ruhig wiederholt, dass es mir leid tut, dass sie es nicht verstanden haben, dass ich bis letzte Woche den Eindruck hatte, dass sie es verstanden hätten, dass ich heute nur Materialien für die Stunde dabei habe, aber am Freitag gerne alles mit ihnen in Ruhe besprechen werde. Ich finde, dass ich professionell genug agiert habe nach einer knappen 1,5jährigen Berufserfahrung, denn mir wurde später auch vorgeworfen, nicht professionel zu sein! Es war, als würde ichbei den Schülern gegen eine Wand sprechen. Sie haben nur diskutiert und wurden immer lauter. Egal, welche Rituale ich eingesetzt habe, damit die Schüler ruhig werden, wirklich nichts hat geholfen. Ob ich ruhig war oder dagegen angeredet habe, ob ich es ignoriert und einfach weiter gemacht habe, es war, als säße ich im Zirkus! Statt geplanten 15 Minuten saßen wir fast eine halbe Stunde im Sitzkreis, die Schüler hatten knapp 10 Minuten für die Partnerarbeit und die Sicherung war genauso chaotisch. SO kenne ich die Schüler nicht! Wenn sie mal laut wurden, dann wurden sie sofort leise, sobald ich richtig laut wurde! Bei meiner Prüfung, wie gesagt, half nichts! Im Endeffekt bin ich heulend aus der Klasse gegangen, nachdem alle Schüler in der Pause waren und habe in diesem Zustand versucht, meine Reflexion zu schreiben! Zeigt mir den Menschen, der dann noch eine super durchdachte Reflexion hinbekommt!!

      Danach erhielt ich ein Feedback von der Fachseminarleiterin. Sie hat, wie immer, meinen Entwurf auseinander genommen! Dann hieß es, dass die Schüler keinen Lernzuwachs hatten, die Zielformulierung nicht stimmt, das Gespräch nicht zielführend war und ich eine Gefahr für die Schüler sei!! Es gab schon einen Lernzuwachs, indem die Schüler den Begriff kennengelernt und bewusst angewendet haben! Die Zielformulierung stimmte, da sie den Begriff kennengelernt und angewendet haben! Dass ich da nichts vom Schreiben drin hatte, lag daran, dass das nicht mein Hauptanliegen in der Stunde war! Wie soll ein Gespräch zielführend sein, wenn man alle paar Sekunden Schüler ermahnen muss und man gegen eine Wand spricht?! Und wäre ich eine Gefahr für die Schüler, dann hätte man das schon eher gemerkt und nicht erst zur Prüfung! Normalerweise hieß es, ich sei freundlich, ruhig, zuwandt und plötzlich bin ich ein Monster?!

      Ich hatte von meinen Mentorinnen kaum bis keine Unterstützung, im Gegenteil, sie haben sich weiter zurückgezogen oder haben mir alles erschwert!

      Meine Frage ist, ob und wie ich dagegen angehen kann?? Ich habe morgen einen Termin beim Studienseminarleiter und werde mich endlich über meine angebliche "Ausbildungsschule" auskot***! Ich hatte NIE eigenverantwortlichen Unterricht in dem Fach in der Klasse, es sei denn, sie war krank, musste vertreten oder hatte keine Zeit! Meine Schulleitung hat demnach falsche Stundenpläne unterschrieben! Ich habe 1,5 Jahre lange stillschweigend alles hingenommen, weil ich Angst hatte, dass sie mir an der Schule meine Zukunft verbauen, was sie am Ende dennoch getan haben! Die Schulleitung hat mir für meine Vornote eine 3 gegeben! Selbst wenn dein Schulleiter mit dir verfeindet ist, würde er dir nie eine 3 im Ref geben!! Dabei habe ich mir echt den A**** aufgerissen und habe jede Aufgabe, jede Stundenplanveränderungen, einfach alles angenommen,ohne mich zu beklagen!

      ich könnte noch so viel schreiben, wie unfair ich an der Schule behandelt wurde und was mir bei der Prüfung alles vorgeworfen wurde, aber das müsste fürs Erste reichen.. kennt ihr ähnliche Fälle, in denen man in einem anderen Land oder an einem anderen Studienseminar eine dritte Chance erhalten kann?
    • Das tut mir Leid für dich und klingt ja echt grauenhaft! :angst: Vorweg eine Frage aus Interesse: Konntest du dir die Lerngruppe nicht selbst aussuchen? Warum hast du gerade diese eine Gruppe gewählt, in der du bisher keine/kaum eigenständige Unterrichtserfahrung sammeln konntest?
      Mit der 3 vom SL kann ich so aber nicht bestätigen. Mein SL hat grundsätzlich eine 3 gegeben, es sei denn, man hätte sein gesamtes Leben an die Schule verkauft. Kam auch erst einmal vor, dass jemand eine 2 bekommen hat. Die SL war aber durchaus kompetent und zugewandt. Nur der Maßstab war schon extrem.
    • Ich habe mich für die Lerngruppe entschieden, weil ich offiziell in der Klasse eigenverantwortlichen Unterricht hatte! Das wurde in den 3 Halbjahren von der SL immer so bestätigt. Und wie gesagt, aus Angst, habe ich mich nie beim Studienseminar beschwert.. ein weiterer Grund war, dass das gleichzeitig die Klasse meiner Mentorin war. Es wäre alles komlizierter geworden, auch mit den Stunden, die ich angebe, wenn ich eine andere Klasse genommen hätte.. außerdem habe ich immer nur Kunst wirklich eigenverantwortlich unterrichtet! Deutsch war stets begleitend, ob in der 2. oder 4. Klasse..

      Das mit der SL höre ich dann zum ersten Mal.. in meinem Studienseminar bin ich die einzige mit einer 3, alle anderen haben eine 1 oder 2 bekommen..
    • Um welches Bundesland handelt es sich denn?

      Ich befürchte, Du hast da wenige Chancen. Wenn die Prüfung so chaotisch abgelaufen ist, wie Du beschreibst, scheint irgendwas im argen zu sein. So benehmen sich Grundschüler doch nicht aus reiner Bosheit. Vielleicht hattest Du bisher immer nur den EINDRUCK, dass sie alles verstanden haben. In Wirklichkeit haben sie das gar nicht.
      Ich hatte nämlich auch mal einen Ref, der sich gewundert hat, dass die SuS im UB nix hinbekommen haben. Schließlich hatte er in den Stunden immer gefragt, ob alles verstanden wurde und keiner hat was Gegenteiliges geäußert. Die Kids haben sich aber nicht getraut zu sagen, dass sie GAR NICHTS verstanden haben. Ist zwar Berufsschule und nicht Grundschule, aber ich könnte mir vorstellen, dass Du vielleicht keine geeigneten Instrumente eingesetzt hast, um das Verständnis zu prüfen.

      Was war den das Problem beim ersten Durchfallen?
    • Hamop76 schrieb:

      Ich habe mich für die Lerngruppe entschieden, weil ich offiziell in der Klasse eigenverantwortlichen Unterricht hatte! Das wurde in den 3 Halbjahren von der SL immer so bestätigt.
      Das ist genau der Punkt, den ich nicht so recht nachvollziehen kann: Für die UPP ist es aber doch wurscht, ob und wie viel man in der Klasse unterrichtet oder nicht unterrichtet hat. Das ist doch eher nach dem Prinzip "wünsch dir was und werd damit (un)glücklich". Ich hatte für die UPP damals auch eine Klasse aus meinem Bdu gewählt, wo (Gott sei dank!) nie ein Mentor seinen Fuß reingesetzt hat. Da hat auch jeder gerufen "mach das bloß nicht!". Egal, lief alles prima und kein Prüfer hat danach gefragt, wie die unterrichtliche Vorgeschichte der Klasse war in Bezug auf Ausbildungsunterricht o.ä. Haben deine Prüfer das Thema angeschnitten?
    • Es tut mir so leid, dass du so schlimme Erfahrungen machen musstest! Hoffentlich können dir die erfahrenen Lehrer hier mit Rat und Tat beistehen, denn ich hatte in dem Kunstthread schon das Gefühl, dass du dich sehr intensiv mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt hast.

      Eine Frage zum Verhalten der Schüler hätte ich dann doch: Du schreibst ja, dass sie sich, entgegen ihres normalen Verhaltens in der Klasse diesmal sehr daneben benahmen. Ich kenne es aus Schülersicht noch so, dass man als Referendar den Schülern vorab den Termin ankündigt und sie mit irgendetwas Süßem (z.B. Muffins) als Belohnung für ein gutes Benehmen in der Vorführstunde "besticht" - weil eben eine gute Stunde auch von kooperativen Schülern abhängt (ob das jetzt moralisch/pädagogisch sinnvoll ist, ist noch einmal eine andere Sache). Wie bereitetest du deine Schüler auf deine wichtige Stunde vor?
    • Hamop76 schrieb:

      ...Ich finde, dass ich professionell genug agiert habe nach einer knappen 1,5jährigen Berufserfahrung, denn mir wurde später auch vorgeworfen, nicht professionel zu sein! ...
      aber wenn die Klasse freidreht und du sie nicht unter Kontrolle bekommst, ist das nunmal nicht professionell. Und das Lernziel nicht zu erreichen der Tod für eine Prüfungsstunde. Was soll man da anders bewerten?

      Oh man, das klingt echt verfahren. Wenn man sich aus Angst nie beschwert und dann nach dem Durchfallen anfängt, auf die Schule zu schimpfen wird auch niemand besonderes Einsehen haben fürchte ich. Überlege, wie das von außen aussehen muss.

      Das einzige was mir noch einfiele vielleicht: hat jemand die Klasse beeinflusst? Das Verhalten klingt schon böse manipuliert. Oder (wenn du ehrlich bist) hattest du schon vorher nicht so einen Draht zu der Gruppe? oder sowas wie eine Panikattacke? gerade "schwierige" Kinder spüren sehr genau, wenn einem die Situation entgleitet.

      Sorry, für dein Examen weiß ich auch nichts Konkretes. Alles Liebe jedenfalls, es gibt einen Weg für dich! Schlaf erst mal durch :troest:
    • Krabappel hat mich in die Richtung denken lassen, als sie schrieb "Hat die Klasse jemand manipuliert".

      Man muss seinen Klassen ja nichts Honig ums Maul schmieren, wenn man sie in der Prüfung hat, aber könnte das hier
      Wenn sie mal laut wurden, dann wurden sie sofort leise, sobald ich richtig laut wurde!
      Vielleicht der Grund sein warum die Klasse dachte "In der Prüfung zeigen wir es ihm!"

      Ist aber nur eine Vermutung.

      Zur Schulleiternote - ich hatte damals auch eine 3, weil ich der Schulleiterin nicht pro-aktiv genug war. Ich war zwar immer da, aber ich habe kaum eigene Vorschläge eingebracht. Damals war ich auch konstaniert (heißt dass so?), heute kann ich es verstehen.

      Ich muss Krabappel auch zustimmen, dass ein nachträgliches Beschweren komisch aussieht. Chancen hast du aber, wenn du nachweisen kannst, dass die Ausbildung nicht ordnungsgemäß gewesen ist.
      Vorsichtig wäre ich aber bei der Aussage "ich habe ja kaum eigenverantwortlichen Unterricht gehabt" - da wird die Schulleitung sagen "Spätestens nach der Prüfung wissen sie auch, warum". Und das ist formal korrekt. (Also, dass man kaum eigenverantwortlichen Unterricht hat (auch wenn man ihn haben müsste), wenn der Schulleiter durch den Verzicht darauf den Referendar fördern und die Qualität des Unterrichts aufrecht erhalten möchte.

      Sorry, dass ich dich nicht aufbauen kann. (Eher im Gegenteil, aber ich will ehrlich sein). Ich wünsche dir viel Erfolg beim Versuch, gegen die Prüfung anzugehen. Ich sehe aber kaum Chancen.

      kl. gr. frosch
      [img]http://www.tibet-initiative.de/images/tibetflag-ani.gif[/img]Free Tibet!!
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Es geht nicht darum, jetzt Kritik zu üben. Aber das Verhalten der Schüler ist doch sehr sonderbar. Ich hatte auch eine Klasse im Examen gezeigt, die ich im BDU hatte, die meiner Meinung nach immer anstrengender wurde und ich mir Richtung Examen wirklich Sorgen gemacht habe, was das wird.
      In der Stunde waren sie aber absolut toll. Ich habe nie etwas anderes gehört bezüglich Prüfungsstunden, nicht einmal in den "schlimmsten" Klassen.

      Ich verstehe auch nicht, wieso du dich nicht beim Seminar beschwert hast. Das Seminar hat die Aufgabe, die Ausbildung der Refis an den Schulen zu gewährleisten und kann bei Problemen wie keinem wirklichen BDU einschreiten. Und das tut es auch!
    • Hmja, Du bist das 2. Mal beim 2. Stex durchgefallen - es ist Schluss....

      Im Prüfungsrecht sind so viele Sicherungen für die Bewertenden eingebaut, dass Du keine Chance haben wirst - bei den von Dir beschriebenen Sachverhalten bist Du z.B. nicht Deiner 'Mitwirkungspflicht' bei der Ausbildung nachgekommen, Du wärst verpflichtet gewesen, das Seminar zu informieren (ich weiß, ich weiß....)

      Achja, alles blöd.....(ohne jetzt den Verlauf der Stunde und das Verhalten der SuS bewerten zu wollen, weil das eigentlich JETZT irrelevant ist, auch die Ursache)
    • Irgendwas scheint mir da sehr schief gelaufen zu sein. In 13 Jahren als Schüler und 20 Jahren als Lehrer habe ich genau einmal erlebt, dass eine Klasse einen Referendar in der Prüfung hat auflaufen lassen ... sonst bemühen sich die SchülerInnen eigentlich immer mehr als im normalen Unterricht.

      "Wenn sie mal laut wurden, dann wurden sie sofort leise, sobald ich richtig laut wurde!" ... "Dann hieß es, dass die Schüler keinen Lernzuwachs hatten, die Zielformulierung nicht stimmt, das Gespräch nicht zielführend war und ich eine Gefahr für die Schüler sei!"


      Das macht mich etwas stutzig ... wie kamst Du denn mit der Klasse sonst so aus? Und damit meine ich nicht, dass sie sofort leise wurden, wenn man sie anbrüllte ...
    • Hamop76 schrieb:

      Ich hatte von meinen Mentorinnen kaum bis keine Unterstützung, im Gegenteil, sie haben sich weiter zurückgezogen oder haben mir alles erschwert!
      Dass Mentoren wenig präsent sind oder sich zurückziehen, kann mehrere Gründe haben. Entweder sind sie aus irgendwelchen Gründen so mit sich selbst beschäftigt, dass das halt am ehesten gekappt wird. Bei allem anderen kann man das dann schlecht tun. Ein zweiter Grund, den ich auch schon bei uns an der Schule gesehen habe, ist die Beratungsresistenz des Referendars. Was will man als Mentor auch machen, wenn von den immer wieder gegebenen Ratschlägen nichts umgesetzt wird, kein Einsehen da ist und Zeugnistexte auch beim dritten mal nicht den Vorgaben entsprechen etc.? Die Konsequenz unserer Schulleitung war, dass sie so gut wie nie alleine unterrichtet hat. Es war einfach nicht zumutbar, dass die Unterrichtsqualität dermaßen sinkt.

      Was mich bei dir allerdings stutzig macht, ist die 3 seitens der SL. Eine 4 gibt man schon mal aus Mitleid, aber eine 3 ...
    • Frapper schrieb:

      Dass Mentoren wenig präsent sind oder sich zurückziehen, kann mehrere Gründe haben. Entweder sind sie aus irgendwelchen Gründen so mit sich selbst beschäftigt, dass das halt am ehesten gekappt wird. Bei allem anderen kann man das dann schlecht tun. Ein zweiter Grund, den ich auch schon bei uns an der Schule gesehen habe, ist die Beratungsresistenz des Referendars. Was will man als Mentor auch machen, wenn von den immer wieder gegebenen Ratschlägen nichts umgesetzt wird, kein Einsehen da ist und Zeugnistexte auch beim dritten mal nicht den Vorgaben entsprechen etc.? Die Konsequenz unserer Schulleitung war, dass sie so gut wie nie alleine unterrichtet hat. Es war einfach nicht zumutbar, dass die Unterrichtsqualität dermaßen sinkt.
      Was mich bei dir allerdings stutzig macht, ist die 3 seitens der SL. Eine 4 gibt man schon mal aus Mitleid, aber eine 3 ...
      - Nicht jeder Mentor macht das freiwillig. Kein Grund aber, die schlechte Laune am Referendar auszulassen. Der sucht sich seine Mentoren schließlich auch nicht aus.
      - Klar, mancher Referendar mag beratungsresistent sein- was hat das aber mit der TE zu tun?
      - den Satz mit der SL-Note verstehe ich gar nicht. Wieso gibt man eine 4 aus Mitleid aber eine 3... was? Der Einsatz des Referendars an der Schule wird halt bewertet. Manchmal ist der (sichtbar) gut, manchmal nur befriedigend.

      Mal ganz allgemein: es gibt durchaus beschissene Schulen und wenn man möchte, dass ein Referendar durchfällt, muss der Klassenlehrer nur die Klasse briefen. Ich halte inzwischen ALLES für möglich, was an menschlicher Regung zu finden ist, findet man auch in Kollegien. Allerdings nutzt das alles der TE nichts. Da sie nicht rechtzeitig versucht hat, ihre Probleme zu lösen ist es jetzt wohl zu spät. Zumindest für das 2. Staatsexamen, es gibt noch viele andere Möglichkeiten weiter zu machen und dort kann man seine gewonnenen Erkenntnisse über Selbstbehauptung gleich mit einbringen.

      Gründe für Beschuldigungen sehe ich aber keine. Dass jemand, der gerade alle Felle davon schwimmen sieht erst mal verzweifelt hier nachfragt und die Schuld nur woanders sucht finde ich ziemlich normal.
    • Alternative A: gegen vorgehen. Da aber vorher der mangelhafte Einsatz nicht im Seminar gemeldet wurde UND nach Aussage des TE die offiziellen Papiere von der SL so unterschrieben wurden als wäre alles korrekt gelaufen, sind die Aussichten eher schlecht.

      Alternative B: Umsatteln, Eventuell hilft es ja noch mal auf ein anderes Lehramt/andere Schulform umzusatteln. Dann das Referendariat noch mal machen für das Lehramt.

      Alternative C: sich mit abfinden und die Energie in etwas „Neues“ stecken und damit glücklich werden.

      Das eine Klasse einem den Unterricht zerschießt ist aber schon eher selten. Entweder liegt’s an einer komplett verkorksten Lehrer-Schüler-Beziehung oder aber da waren wirklich André Kräfte am Werk
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)
    • Die scheinen sich ja alle ziemlich einig zu sein (FS-Leiterin nimmt den Entwurf auseinander und bezeichnet Dich als Gefahr; Mentorinnen unterstützten nicht, Examensbewertung mies, Vornote der Schule mies... .damit sind ja alle beteiligten abgedeckt), insofern würde ich vielleicht die "Schuld" nicht unbedingt bei allen anderen suchen, auch wenn's nachvollziehbar ist, dass Du das in der Momentanen Situation tust.

      Aber zur eigentlichen Sachfrage:
      Gerade WENN sich alle einig sind, wirst Du mit einem Anfechten der Ausbildung und/oder der PrüfungsNOTE kaum Erfolg haben. Ein anderer, meiner Meinung nach vielversprechenderer Weg wäre, nach Formfehlern zu suchen. Auch bei "denen da oben" gibt es Unmengen an Gesetzen, Verordnungen usw. die einzuhalten sind, aber in der Praxis öfter mal etwas legere gehandhabt werden.

      Wenn Du's also unbedingt nochmal versuchen willst, suche nach verpassten Fristen, fehlenden Unterschriften oder anderen formalen Dingen die von Seminar- oder Schulseite falsch gemacht wurden. Auch der kaum vorhandene eigenverantwortliche Unterricht wäre ein Ansatzpunkt. Ebenso so lapidare Dinge wie "Prüfer A hat einen Teil des Ergebnisses schon vor der offiziellen Bekanntgabe durchsickern lassen".

      Mein Stil wär's nicht, aber damit könntest Du Erfolg haben. In einem mir bekannten Fall wurde wegen sowas eine Meisterprüfung wiederholt, und auch eine Techniker-Abschlussnote wurde bei uns mal nach über 10 Jahren gekippt, weil ein findiger Anwalt einen Formfehler gefunden hat.

      Gruß,
      DpB
      Pleased to meet you, hope you guess my name.
    • Frapper schrieb:


      Was mich bei dir allerdings stutzig macht, ist die 3 seitens der SL. Eine 4 gibt man schon mal aus Mitleid, aber eine 3 ...
      Kurz dazu: Das können auch "politische" Gründe sein. Bei der nächsten Aufstiegsbewertung spielt diese Note wieder mit rein. Wenn man nun an der Schule erfahrungsgemäß sehr viel mehr Bewerber als Stellen hat, kann man auf diese Art und Weise den "alten" einen kleinen Vorteil verschaffen, ohne dem Referendar gleich völlig eine reinzuwürgen.

      (Nebenbei: Ich hatte auch ne 3 von der Schule, habe die aber objektiv als ziemlich gerechtfertigt empfunden. Bei dem immensen Seminardruck bei uns konnte man an der Schule als Techniklehrer einfach nicht zeigen, was man kann)

      Nicht schön, is aber so.

      Gruß,
      DpB
      Pleased to meet you, hope you guess my name.
    • Hamop76 schrieb:

      Hallo,

      ich hatte meinen zweiten Versuch beim 2. Staatsexamen und bin durchgefallen. Meiner Meinung nach ist der Entschluss aber nicht gerecht abgelaufen. Die Schüler haben ein Verhalten an den Tag gelegt, den ich so in den 1,5 Jahren noch nie gesehen hatte: sie haben sich über meinen vorherigen Unterricht beschwert, sie waren frech, sie waren laut und unruhig, sie haben rumgestöhnt und sich über meine vorbereiteten Materialien lustig gemacht. Egal, was ich erklärt habe, siehaben es plötzlich nicht verstanden. Einer, der wirklich IMMER wusste, was Personalformen sind, wusste es plötzlich nicht mehr! Die Visualisierung des Stundenverlaufs, was nur aus Sitzkreis-Partnerarbeit-Sitzkreis bestand, wurde auch mit "hä, versteh ich nicht!" kommentiert. Ich habe dennoch zwei Mal ruhig wiederholt, dass es mir leid tut, dass sie es nicht verstanden haben, dass ich bis letzte Woche den Eindruck hatte, dass sie es verstanden hätten, dass ich heute nur Materialien für die Stunde dabei habe, aber am Freitag gerne alles mit ihnen in Ruhe besprechen werde. Ich finde, dass ich professionell genug agiert habe nach einer knappen 1,5jährigen Berufserfahrung, denn mir wurde später auch vorgeworfen, nicht professionel zu sein! Es war, als würde ichbei den Schülern gegen eine Wand sprechen. Sie haben nur diskutiert und wurden immer lauter. Egal, welche Rituale ich eingesetzt habe, damit die Schüler ruhig werden, wirklich nichts hat geholfen. Ob ich ruhig war oder dagegen angeredet habe, ob ich es ignoriert und einfach weiter gemacht habe, es war, als säße ich im Zirkus! Statt geplanten 15 Minuten saßen wir fast eine halbe Stunde im Sitzkreis, die Schüler hatten knapp 10 Minuten für die Partnerarbeit und die Sicherung war genauso chaotisch. SO kenne ich die Schüler nicht! Wenn sie mal laut wurden, dann wurden sie sofort leise, sobald ich richtig laut wurde! Bei meiner Prüfung, wie gesagt, half nichts! Im Endeffekt bin ich heulend aus der Klasse gegangen, nachdem alle Schüler in der Pause waren und habe in diesem Zustand versucht, meine Reflexion zu schreiben! Zeigt mir den Menschen, der dann noch eine super durchdachte Reflexion hinbekommt!!

      Danach erhielt ich ein Feedback von der Fachseminarleiterin. Sie hat, wie immer, meinen Entwurf auseinander genommen! Dann hieß es, dass die Schüler keinen Lernzuwachs hatten, die Zielformulierung nicht stimmt, das Gespräch nicht zielführend war und ich eine Gefahr für die Schüler sei!! Es gab schon einen Lernzuwachs, indem die Schüler den Begriff kennengelernt und bewusst angewendet haben! Die Zielformulierung stimmte, da sie den Begriff kennengelernt und angewendet haben! Dass ich da nichts vom Schreiben drin hatte, lag daran, dass das nicht mein Hauptanliegen in der Stunde war! Wie soll ein Gespräch zielführend sein, wenn man alle paar Sekunden Schüler ermahnen muss und man gegen eine Wand spricht?! Und wäre ich eine Gefahr für die Schüler, dann hätte man das schon eher gemerkt und nicht erst zur Prüfung! Normalerweise hieß es, ich sei freundlich, ruhig, zuwandt und plötzlich bin ich ein Monster?!

      Ich hatte von meinen Mentorinnen kaum bis keine Unterstützung, im Gegenteil, sie haben sich weiter zurückgezogen oder haben mir alles erschwert!

      Meine Frage ist, ob und wie ich dagegen angehen kann?? Ich habe morgen einen Termin beim Studienseminarleiter und werde mich endlich über meine angebliche "Ausbildungsschule" auskot***! Ich hatte NIE eigenverantwortlichen Unterricht in dem Fach in der Klasse, es sei denn, sie war krank, musste vertreten oder hatte keine Zeit! Meine Schulleitung hat demnach falsche Stundenpläne unterschrieben! Ich habe 1,5 Jahre lange stillschweigend alles hingenommen, weil ich Angst hatte, dass sie mir an der Schule meine Zukunft verbauen, was sie am Ende dennoch getan haben! Die Schulleitung hat mir für meine Vornote eine 3 gegeben! Selbst wenn dein Schulleiter mit dir verfeindet ist, würde er dir nie eine 3 im Ref geben!! Dabei habe ich mir echt den A**** aufgerissen und habe jede Aufgabe, jede Stundenplanveränderungen, einfach alles angenommen,ohne mich zu beklagen!

      ich könnte noch so viel schreiben, wie unfair ich an der Schule behandelt wurde und was mir bei der Prüfung alles vorgeworfen wurde, aber das müsste fürs Erste reichen.. kennt ihr ähnliche Fälle, in denen man in einem anderen Land oder an einem anderen Studienseminar eine dritte Chance erhalten kann?
      Was wurde dir noch alles vorgeworfen?
      Was genau haben die Schüler gemacht?
      Detaillierter wäre interessant
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)