Probleme mit der Schulleitung

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    • Probleme mit der Schulleitung

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe leider folgendes Problem und ich hoffe sehr, dass ihr ein paar Tipps für mich habt.

      Seit Februar bin ich in Niedersachsen im Referendariat und bis vor kurzem verlief alles ohne größere Schwierigkeiten. Zu den Schülern habe ich einen guten Draht, meine Kollegen sind sehr nett, meine Mentorin ein echter Schatz und auch die Seminarleiter geben immer tolle und hilfreiche Tipps und konstruktive Kritik.

      Meine Schulleiterin war jetzt bei drei Besuchen anwesend.
      Der erste Besuch war soweit okay, von ihr und meiner FSL wurde lediglich kritisiert, dass mein Redeanteil etwas zu hoch war und dass ich eventuell noch mehr hätte differenzieren können.
      Der zweite Besuch ging leider total daneben. Es war eine Unterrichtsstunde nach den Sommerferien in einem neuen Kurs. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt genau eine Unterrichtsstunde mit diesen Schülern gehabt, in der Woche darauf war dann der Besuch. Natürlich habe ich mich bei meinem Kollegen nach dem Stand der Schüler erkundigt und auch die Themen, die behandelt wurden, kannte ich. Trotzdem gab es einen Schüler in der Klasse, der bereits zu Beginn der Stunde alles vorweggenommen hat. Ein kleiner Experte auf diesem Gebiet, wovon ich nichts wusste. Ich habe dann den Unterricht ähnlich durchgeführt wie geplant (nur diesem Schüler habe ich dann eigene, tiefergehende Aufgaben gegeben). Für mich lief die Stunde rund, das sahen jedoch meine Besucher nicht so. Die Schüler seien total unterfordert gewesen. Meine Schulleiterin wurde in dem Gespräch immer energischer und es fielen Sätze wie "Die Kinder lernen bei Ihnen nichts", "Das kann doch nicht wahr sein" und "Sie haben keine didaktischen Grundlagen". Ein grober Fehler ihrer Meinung nach war es, dass ich kein Ritual gezeigt habe. Als ich daraufhin meinte, ich plane, ein Ritual einzuführen, möchte jedoch erst einmal die Lerngruppe besser kennen lernen, um ein geeignetes Ritual einzuführen, wurde sie sauer und sagte "Sie sind die Lehrperson - Sie entscheiden und die Schüler haben mitzumachen". Danach verließ sie das Gespräch mit den Worten "Ich habe jetzt Wichtiges zu tun" und damit ließ sie mich und meinen Seminarleiter alleine.
      Der dritte Besuch war ganz okay, allerdings war schnell klar, dass die Schüler in diesem Bereich noch mehr Übung benötigen, weshalb ich in meiner Reflexion unter anderem angemerkt habe, dass ich die Unterrichtseinheit noch einmal überarbeiten werde, um noch zwei Übungsstunden unterzubringen. Bei dieser Besprechung war meine Schulleiterin nicht anwesend. Sie ist direkt nach dem Unterricht ohne weiteres Wort in ihr Büro gegangen. In dieser Stunde gab es das Problem, dass auf einem Arbeitsblatt ein Fehler war. Dieser Fehler ist mir scheinbar passiert, als ich das Arbeitsblatt zuhause noch einmal überarbeitet habe. Es ging um das Satzglied "Subjekt" und ich hatte einen Text vorbereitet, auf welchem die Subjekte unkenntlich gemacht wurden, sodass die Schüler nach diesen Satzteilen fragen mussten. Bei meiner ursprünglichen Version waren die Subjekte in den Sätzen verteilt, meine Mentorin und ich haben uns jedoch dazu entschieden, die Subjekte zunächst an den Anfang des Satzes zu stellen. Auf dem Arbeitsblatt habe ich scheinbar vergessen, den letzten Satz umzustellen und da ist es mir passiert, dass ich das Akkusativobjekt geschwärzt habe. Ein blöder Fehler, der hätte vermieden werden können, aber er ist nun einmal passiert.

      Diese drei Besuche fanden im Übrigen innerhalb von 10 Tagen statt.
      Am letzten Wochenende wurde ich von meiner Mentorin zum Gespräch gebeten (Samstag). Sie teilte mir mit, die Schulleiterin ließe mir ausrichten, ich solle doch lieber einen anderen Beruf ergreifen, meine Schwächen seien zu groß und ich sei nicht in der Lage daran zu arbeiten. Das war ein echter Schlag für mich, aber kein Grund, aufzugeben. Im Gegenteil: Ich möchte diesen Beruf ausüben. Er macht mir undglaubliche Freude und ich liebe es, mit den Jugendlichen zu arbeiten und ihre Fortschritte mitzuerleben. Ich habe noch ein Jahr Ausbildung vor mir und ich bin bereit und motiviert, an meinen Schwächen zu arbeiten.

      Gestern dann der nächste Schlag: Die Schulleiterin hat ein Gutachten formuliert und an meine Seminarleitung geschickt. In diesem steht unter anderem, ich hätte ein sehr geringes didaktisches und methodisches Repertoire, überdies hätte ich keine Lehrerpersönlichkeit und ich sei fachlich inkompetent.
      Dieses Gutachten wurde von niemandem verlangt und es steht auch nichts Positives darin. Meine Mentorin ist der Meinung, ich mache guten Unterricht und sie unterstützt mich zum Glück, wo sie kann.

      Ich befürchte, dass die Schulleiterin ein persönliches Problem mit mir hat und ich wollte gerne mit ihr darüber sprechen. Jetzt wurde mir von Kollegen geraten, dies nicht zu tun, da sie "einen Hass" auf mich hätte und es hieß "die macht dich fertig, lass es lieber, geh ihr lieber aus dem Weg".

      Ich finde die Situation einfach nur schrecklich und ich bin echt ratlos. Was kann ich tun? Für mich steht fest, dass ich von dieser Schule weg muss, weil diese Frau niemals eine neutrale Bewertung abgeben wird. Kann man die Schule problemlos wechseln?

      Vielen lieben Dank schon einmal für eure Antworten.
    • Erst einmal: Kopf nicht hängen lassen und mit der HSL und FSL sprechen was du da machen kannst.

      Dann eine Nachfrage: die drei besuche waren innerhalb von 10 Tagen schreibst du? Im gleichen Fach? Und du hast doch auch geschrieben das nach dem 1. Besuch erst mal Ferien waren.
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
      • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
      • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
    • Keine Ahnung, wie das heute ist. Wir bekamen immer große Unterstützung durch unseren Seminarleiter und der hätte sich in diesem Fall sicherlich eingeschaltet.
      Ich bin immer wieder schockiert, wie mit Referendaren umgegangen wird. Muss man das alles schlucken? Gibt es keine Lehrerverbände, die sich mal speziell um Referndare kümmern? Ich kenne das alles von meiner eigenen Tochter.
      Be happy for this moment. This moment is your life.
    • Ich habe jetzt Rückmeldung vom Seminar: Es wird ein gemeinsames Gespräch organisiert und dann "wird schon alles gut werden. Das Missverständnis klären wir" - im Moment geht es mir wirklich mies wegen der ganzen Geschichte.
    • Lass den Kopf nicht hängen, wenn das Seminar mit im Boot ist und an einer vernünftigen Klärung beteiligt ist, kommt das schon in Ordnung ;)
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    • Wieso sind es ständig SchulleiterINNEN, von denen man solche Geschichten hört?
      Hat noch jemand die Erfahrung gemacht, dass bei Frauen persönliche Antipathie deutlich häufiger eine größere Rolle im Beruf spielt?

      Auch ich kann nur sagen Kopf hoch. Wird alles gut.
      "And here is the point, about myself and my co-thinkers. Our belief is not a belief. Our principles are not a faith. We do not rely solely upon science and reason, because these are necessary rather than sufficient factors, but we distrust anything that contradicts science or outrages reason. We may differ on many things, but what we respect is free inquiry, openmindedness, and the pursuit of ideas for their own sake."
      Christopher Hitchens: God Is Not Great
    • Ich kann von beiderlei Geschlecht jeweils eine Horrorleitung benennen mit vielen tollen Beispielen die über Inkompetenz und Unprofessionalität bis hin zu massivem ausnutzen der eigenen Position reichen.
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
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    • War schon klar, dass jetzt die Proteste kommen, weil ich etwas gesagt habe, das sich so ähnlich anhört wie etwas, das man aber üüüberhaupt nicht sagen oder nur andeuten darf. :D

      Ich habe nie gesagt, dass Männer die besseren Schulleiter oder Lehrer oder Menschen sind. Natürlich gibt es auch inkompetente Schulleiter, das hat mit meiner Aussage aber nichts zu tun.

      Ich habe gesagt, dass es aus meiner Erfahrung (was ich selbst und Bekannte erlebt haben) ständig (90%) Frauen sind, die ihre Arbeit von persönlicher Abneigung beeinflussen lassen.
      Das habe ich bei Schulleiterinnen erlebt, bei Kolleginnen untereinander und auch zwischen Lehrkraft und Schülern, z. B. bei der Notengebung.
      "And here is the point, about myself and my co-thinkers. Our belief is not a belief. Our principles are not a faith. We do not rely solely upon science and reason, because these are necessary rather than sufficient factors, but we distrust anything that contradicts science or outrages reason. We may differ on many things, but what we respect is free inquiry, openmindedness, and the pursuit of ideas for their own sake."
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    • Trapito schrieb:

      Ich habe gesagt, dass es aus meiner Erfahrung (was ich selbst und Bekannte erlebt haben) ständig (90%) Frauen sind, die ihre Arbeit von persönlicher Abneigung beeinflussen lassen.

      Das habe ich bei Schulleiterinnen erlebt, bei Kolleginnen untereinander und auch zwischen Lehrkraft und Schülern, z. B. bei der Notengebung.
      ... Du hattest doch sicherlich auch Forschungsmethoden oder ähnliche Module im Studium - und da Du Mathe lehrst, sollte Dir Statistik nicht schwer fallen: hältst Du diese Erfahrungen für mehr als anekdotisch evident?
    • Marich Jern schrieb:

      Trapito schrieb:

      Ich habe gesagt, dass es aus meiner Erfahrung (was ich selbst und Bekannte erlebt haben) ständig (90%) Frauen sind, die ihre Arbeit von persönlicher Abneigung beeinflussen lassen.

      Das habe ich bei Schulleiterinnen erlebt, bei Kolleginnen untereinander und auch zwischen Lehrkraft und Schülern, z. B. bei der Notengebung.
      ... Du hattest doch sicherlich auch Forschungsmethoden oder ähnliche Module im Studium - und da Du Mathe lehrst, sollte Dir Statistik nicht schwer fallen: hältst Du diese Erfahrungen für mehr als anekdotisch evident?
      Ne, deshalb frage ich mal in die Runde, ob meine Erfahrungen von anderen Leuten ebenfalls bestätigt werden können.
      Interessanterweise berichten die ersten drei Antworten nach meinem Beitrag ebenfalls ausschließlich von Anekdoten und versuchen dadurch, meine Sichtweise zu widerlegen :top:
      Zwei dieser Beiträge (u.a. von der Person, die deinen Beitrag nun toll findet) sprechen von Inkompetenz. Davon war aber nie die Rede.
      Ich habe gesagt, ich habe viele Erfahrungen damit gemacht, dass Frauen etwas im Job auf bestimmte Art und Weise gemacht haben, einfach weil sie jemanden nicht mochten. Die Antworten sind: "Aber mein Schulleiter ist ein Mann und der ist inkompetent!" :victory:

      Ich bin absolut sicher, dass man nachweisen könnte, dass Frauen sich im Job statistisch deutlich häufiger von persönlichen Gefühlen leiten lassen als Männer. Häufig auch von negativen. Wenn es für so etwas einen Nachweis gäbe.

      Wie auch immer: Frauen sind super, auch in Führungspositionen, meine Schulleiterin ist die beste Schulleitung, die ich je kennengelernt habe. Darum geht es aber auch gar nicht.
      "And here is the point, about myself and my co-thinkers. Our belief is not a belief. Our principles are not a faith. We do not rely solely upon science and reason, because these are necessary rather than sufficient factors, but we distrust anything that contradicts science or outrages reason. We may differ on many things, but what we respect is free inquiry, openmindedness, and the pursuit of ideas for their own sake."
      Christopher Hitchens: God Is Not Great
    • Trapito schrieb:


      Ich bin absolut sicher, dass man nachweisen könnte, dass Frauen sich im Job statistisch deutlich häufiger von persönlichen Gefühlen leiten lassen als Männer. Häufig auch von negativen. Wenn es für so etwas einen Nachweis gäbe.
      Entweder es gibt den Nachweis oder Du kannst Dir nicht absolut sicher sein.

      Mich ärgert, dass solches Offtopic immer mal wieder zwischendurch fallengelassen wird. Wäre es das Thema: okay. Hättest Du signifikante Belege: hmja, vielleicht dem Thema nützlich. So aber hilft es der Sache nicht und zementiert undifferenzierte Vorurteile. Das ist schade.
    • Trapito schrieb:

      versuchen dadurch, meine Sichtweise zu widerlegen
      Häh? Mich hat nur das Wort "ständig" gestört, weil es sicher nicht haltbar ist.


      Trapito schrieb:

      Die Antworten sind: "Aber mein Schulleiter ist ein Mann und der ist inkompetent!"
      Nö. Ich schrieb, ich hatte mal einen inkompetenten, männlichen Schulleiter und habe die Stelle an dieser Schule gekündigt. Unsere drei männlichen Konrektoren hier im Schulhaus sind äusserst kompetent. Meine Chefin auch. Finde ich.

      Sicher wahr ist hingegen: es gibt signifikant weniger Frauen in der Position der Schulleitung und deshalb fällt es eher auf, wenn mal eine inkompetente Frau dabei ist.
      =======================

      Früher war mehr Lametta!
    • Trapito schrieb:

      Marich Jern schrieb:

      Trapito schrieb:

      Ich habe gesagt, dass es aus meiner Erfahrung (was ich selbst und Bekannte erlebt haben) ständig (90%) Frauen sind, die ihre Arbeit von persönlicher Abneigung beeinflussen lassen.

      Das habe ich bei Schulleiterinnen erlebt, bei Kolleginnen untereinander und auch zwischen Lehrkraft und Schülern, z. B. bei der Notengebung.
      ... Du hattest doch sicherlich auch Forschungsmethoden oder ähnliche Module im Studium - und da Du Mathe lehrst, sollte Dir Statistik nicht schwer fallen: hältst Du diese Erfahrungen für mehr als anekdotisch evident?
      Ne, deshalb frage ich mal in die Runde, ob meine Erfahrungen von anderen Leuten ebenfalls bestätigt werden können.Interessanterweise berichten die ersten drei Antworten nach meinem Beitrag ebenfalls ausschließlich von Anekdoten und versuchen dadurch, meine Sichtweise zu widerlegen :top:
      Zwei dieser Beiträge (u.a. von der Person, die deinen Beitrag nun toll findet) sprechen von Inkompetenz. Davon war aber nie die Rede.
      Ich habe gesagt, ich habe viele Erfahrungen damit gemacht, dass Frauen etwas im Job auf bestimmte Art und Weise gemacht haben, einfach weil sie jemanden nicht mochten. Die Antworten sind: "Aber mein Schulleiter ist ein Mann und der ist inkompetent!" :victory:

      Ich bin absolut sicher, dass man nachweisen könnte, dass Frauen sich im Job statistisch deutlich häufiger von persönlichen Gefühlen leiten lassen als Männer. Häufig auch von negativen. Wenn es für so etwas einen Nachweis gäbe.

      Wie auch immer: Frauen sind super, auch in Führungspositionen, meine Schulleiterin ist die beste Schulleitung, die ich je kennengelernt habe. Darum geht es aber auch gar nicht.
      Öhmd, meinen Beitrag hast du aber schon gelesen oder? Ich schrieb lediglich das ich von beiderlei Geschlecht negatives berichten kann. Ohne Wertung.
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
      • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
      • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
    • Linal schrieb:

      ...
      Für mich lief die Stunde rund, das sahen jedoch meine Besucher nicht so. Die Schüler seien total unterfordert gewesen. Meine Schulleiterin wurde in dem Gespräch immer energischer und es fielen Sätze wie "Die Kinder lernen bei Ihnen nichts", "Das kann doch nicht wahr sein" und "Sie haben keine didaktischen Grundlagen". Ein grober Fehler ihrer Meinung nach war es, dass ich kein Ritual gezeigt habe. Als ich daraufhin meinte, ich plane, ein Ritual einzuführen, möchte jedoch erst einmal die Lerngruppe besser kennen lernen, um ein geeignetes Ritual einzuführen, wurde sie sauer und sagte "Sie sind die Lehrperson - Sie entscheiden und die Schüler haben mitzumachen". ...
      Darf ich fragen, was DU gesagt hast? Ich reagiere auch allergisch auf Ausreden. Ist vielleicht eine Lehrerkrankheit: wenn Kinder IMMER widersprechen, wirst du rigoros. Und wenn die Chefin mehrere Dinge anmerkt und du erklärst langatmig warum du was wie gemacht hast... Ich hätte auch gesagt, machen Sie, was ich Ihnen sage, oder lassen Sie's. Die Erklärungen kann man sich nämlich sparen, der Chef hat bereits alles gesehen, was es an Unterricht gibt ;)

      Vielleicht würde es helfen, einen Termin auszumachen und zu fragen, was Ihrer Meinung nach am Wichtigsten wäre, damit du bestehst. Also ernsthaft nach ihrer Meinung fragen.
    • Linal schrieb:

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe leider folgendes Problem und ich hoffe sehr, dass ihr ein paar Tipps für mich habt.

      Seit Februar bin ich in Niedersachsen im Referendariat und bis vor kurzem verlief alles ohne größere Schwierigkeiten. Zu den Schülern habe ich einen guten Draht, meine Kollegen sind sehr nett, meine Mentorin ein echter Schatz und auch die Seminarleiter geben immer tolle und hilfreiche Tipps und konstruktive Kritik.

      Meine Schulleiterin war jetzt bei drei Besuchen anwesend.
      Der erste Besuch war soweit okay, von ihr und meiner FSL wurde lediglich kritisiert, dass mein Redeanteil etwas zu hoch war und dass ich eventuell noch mehr hätte differenzieren können.
      Der zweite Besuch ging leider total daneben. Es war eine Unterrichtsstunde nach den Sommerferien in einem neuen Kurs. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt genau eine Unterrichtsstunde mit diesen Schülern gehabt, in der Woche darauf war dann der Besuch. Natürlich habe ich mich bei meinem Kollegen nach dem Stand der Schüler erkundigt und auch die Themen, die behandelt wurden, kannte ich. Trotzdem gab es einen Schüler in der Klasse, der bereits zu Beginn der Stunde alles vorweggenommen hat. Ein kleiner Experte auf diesem Gebiet, wovon ich nichts wusste. Ich habe dann den Unterricht ähnlich durchgeführt wie geplant (nur diesem Schüler habe ich dann eigene, tiefergehende Aufgaben gegeben). Für mich lief die Stunde rund, das sahen jedoch meine Besucher nicht so. Die Schüler seien total unterfordert gewesen. Meine Schulleiterin wurde in dem Gespräch immer energischer und es fielen Sätze wie "Die Kinder lernen bei Ihnen nichts", "Das kann doch nicht wahr sein" und "Sie haben keine didaktischen Grundlagen". Ein grober Fehler ihrer Meinung nach war es, dass ich kein Ritual gezeigt habe. Als ich daraufhin meinte, ich plane, ein Ritual einzuführen, möchte jedoch erst einmal die Lerngruppe besser kennen lernen, um ein geeignetes Ritual einzuführen, wurde sie sauer und sagte "Sie sind die Lehrperson - Sie entscheiden und die Schüler haben mitzumachen". Danach verließ sie das Gespräch mit den Worten "Ich habe jetzt Wichtiges zu tun" und damit ließ sie mich und meinen Seminarleiter alleine.
      Der dritte Besuch war ganz okay, allerdings war schnell klar, dass die Schüler in diesem Bereich noch mehr Übung benötigen, weshalb ich in meiner Reflexion unter anderem angemerkt habe, dass ich die Unterrichtseinheit noch einmal überarbeiten werde, um noch zwei Übungsstunden unterzubringen. Bei dieser Besprechung war meine Schulleiterin nicht anwesend. Sie ist direkt nach dem Unterricht ohne weiteres Wort in ihr Büro gegangen. In dieser Stunde gab es das Problem, dass auf einem Arbeitsblatt ein Fehler war. Dieser Fehler ist mir scheinbar passiert, als ich das Arbeitsblatt zuhause noch einmal überarbeitet habe. Es ging um das Satzglied "Subjekt" und ich hatte einen Text vorbereitet, auf welchem die Subjekte unkenntlich gemacht wurden, sodass die Schüler nach diesen Satzteilen fragen mussten. Bei meiner ursprünglichen Version waren die Subjekte in den Sätzen verteilt, meine Mentorin und ich haben uns jedoch dazu entschieden, die Subjekte zunächst an den Anfang des Satzes zu stellen. Auf dem Arbeitsblatt habe ich scheinbar vergessen, den letzten Satz umzustellen und da ist es mir passiert, dass ich das Akkusativobjekt geschwärzt habe. Ein blöder Fehler, der hätte vermieden werden können, aber er ist nun einmal passiert.

      Diese drei Besuche fanden im Übrigen innerhalb von 10 Tagen statt.
      Am letzten Wochenende wurde ich von meiner Mentorin zum Gespräch gebeten (Samstag). Sie teilte mir mit, die Schulleiterin ließe mir ausrichten, ich solle doch lieber einen anderen Beruf ergreifen, meine Schwächen seien zu groß und ich sei nicht in der Lage daran zu arbeiten. Das war ein echter Schlag für mich, aber kein Grund, aufzugeben. Im Gegenteil: Ich möchte diesen Beruf ausüben. Er macht mir undglaubliche Freude und ich liebe es, mit den Jugendlichen zu arbeiten und ihre Fortschritte mitzuerleben. Ich habe noch ein Jahr Ausbildung vor mir und ich bin bereit und motiviert, an meinen Schwächen zu arbeiten.

      Gestern dann der nächste Schlag: Die Schulleiterin hat ein Gutachten formuliert und an meine Seminarleitung geschickt. In diesem steht unter anderem, ich hätte ein sehr geringes didaktisches und methodisches Repertoire, überdies hätte ich keine Lehrerpersönlichkeit und ich sei fachlich inkompetent.
      Dieses Gutachten wurde von niemandem verlangt und es steht auch nichts Positives darin. Meine Mentorin ist der Meinung, ich mache guten Unterricht und sie unterstützt mich zum Glück, wo sie kann.

      Ich befürchte, dass die Schulleiterin ein persönliches Problem mit mir hat und ich wollte gerne mit ihr darüber sprechen. Jetzt wurde mir von Kollegen geraten, dies nicht zu tun, da sie "einen Hass" auf mich hätte und es hieß "die macht dich fertig, lass es lieber, geh ihr lieber aus dem Weg".

      Ich finde die Situation einfach nur schrecklich und ich bin echt ratlos. Was kann ich tun? Für mich steht fest, dass ich von dieser Schule weg muss, weil diese Frau niemals eine neutrale Bewertung abgeben wird. Kann man die Schule problemlos wechseln?

      Vielen lieben Dank schon einmal für eure Antworten.

      Hallo Linal,

      ich bin auch ein "Schulleitungs-Opfer" und habe ähnliche Dinge erlebt, wie du sie schilderst. Es landen offenbar immer wieder Leute in Positionen, für die sie eigentlich gar nicht geeignet sind. In deinem Fall scheint das auch so zu sein. Du kannst jetzt nur hoffen, dass dein Seminar professionell agiert (bisher sieht das wohl ganz so aus) und dir konstruktive Lösungswege eröffnet bzw. gemeinsam mit dir danach sucht. Naheliegend wäre wohl ein Schulwechsel, auch wenn das für dich natürlich viel Umstellung und zunächst ein Rückschritt in der Ausbildung bedeuten würde. Schön wäre es, wenn ein klärendes Gespräch das Verhältnis zwischen dir und der Schulleitung reparieren könnte, doch das ist eher unwahrscheinlich. Dafür fehlt wohl von Seiten der Schulleitung die professionelle Haltung: Ihre Meinung hat sie ja schon über alle Köpfe hinweg gefällt und schriftlich dingfest gemacht.

      Meine Ausbildung ist selbst geprägt von schwierigen Persönlichkeiten, die einem Felsbrocken in den Weg legen und selbst weiß man nicht wirklich, was die wahren Gründe dafür sind. Fakt ist, dass wir als Referendare in der Hierarchie ganz am Ende stehen und auf Fürsprecher angewiesen sind. Zögere im Bedarfsfall nicht damit, dich an den zuständigen Personalrat und die Gewerkschaft zu wenden, falls die Situation nicht wieder erträglicher wird. Sonst wird man auf Dauer krank und soweit sollte es nicht kommen. Es darf nicht sein, dass inkompetente Führungspersonen den Erfolg ganzer Ausbildungen gefährden und im Extremfall womöglich gar vereiteln.

      Ich drück dir die Daumen! :)

      der Buntflieger