Einsetzbare Lehrbefähigungen - Direkteinstieg Baden-Württemberg oder woanders

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    • Einsetzbare Lehrbefähigungen - Direkteinstieg Baden-Württemberg oder woanders

      Guten Tag!

      Ich habe eine Frage zum Thema "einsetzbare Lehrbefähigungen" beim Direkteinstieg in Baden-Württemberg.
      Es geht grundsätzlich um die Berufliche Schule. Andere Bundesländer interessieren mich aber auch.

      In BW sagt das Regierungspräsidium auf der Webseite folgendes:

      "Aus Ihrem Studium müssen sich mindestens zwei an beruflichen Schulen einsetzbare Lehrbefähigungen ("Fächer") ableiten lassen, wobei die für den Direkteinstieg maßgebliche Lehrbefähigung mit überwiegendem Anteil studiert worden sein muss. Sofern Sie in einem Bewerberauswahlverfahren um eine ausgeschriebene Schulstelle vorrangig platziert werden, prüft das Regierungspräsidium - Abteilung Schule und Bildung, bei dem Sie sich beworben haben, ob Sie den einheitlich geforderten Mindestumfang an Studienveranstaltungen für eine Erst- und Zweitlehrbefähigung nachweisen können und legt diese ggf. fest."

      1. Weiß jemand, was in diesem Zusammenhang der "geforderte Mindestumfang" für die Erst- und Zweitlehrbefähigung bedeutet?

      2. Kann man irgendwo einsehen, welche Studieninhalte, Themen, Schwerpunkte in welchen Umfang für welche Befähigung belegt worden sein müssen?

      3. Gibt es da Unterschiede im geforderten Umfang für Erst- und Zweitlehrbefähigung?

      4. Angenommen es fehlen Inhalte für eine vollständige Zweitlehrbefähigung. Müssen diese zwingend über ein zusätzliches Studium eines ganzen Faches nachstudiert werden,
      oder gibt es da andere Mittel und Wege.

      Besten Dank und Grüße.
    • Zu all deinen Fragen kann dir wohl nur das RP Auskunft geben. Beim Seiteneinstieg sind die Credits für das Erst- und Zweitfach vorgegeben, welche Fächer dann wie genau anerkannt werden steht dann auf einem anderern Blatt.
      Selbst der Sachbearbeiter konnte mir am Telefon dazu keine genaue Auskunft geben, ich solle mich einfach mal bewerben erst dann kann eine Überprüfung stattfinden.

      Beim Direkteinstieg hat die Schullleitung ein Wörtchen mitzureden und wenn diese einen unbedingt haben möchte wird wohl so einiges möglich sein.
    • An gewerblichen beruflichen Schulen werden derzeit sehr viele Lehrer gesucht. Gerade im ländlichen Bereich, allerdings v.a. um Metaller, KFZ etc. zu unterrichten, das wollen nicht so viele.

      In welchem Bereich in BW suchst du und mit welcher Fächerkombi hast du studiert? Und möchtest du ein Ref machen oder Quereinsteiger sein? Welche Fächer würdest du gerne unterrichten?

      Ich habe das gleiche Problem mit meiner Suche zum Grundschullehrer Einstieg - man wird wohl dringend gebraucht, aber telefonische Beratung hilft kaum weiter.
    • Guten Morgen.

      Ich habe ein FH-Diplom in Druck- und Medientechnologie und einen Doktor in Maschinenbau.
      Der Dr. fällt da aber unter den Tisch, weil er als Privatvergnügen gewertet wird.
      Für den Zugang (Direkteinstieg) zählt also nur das FH-Diplom und somit kann es nur gehobener Dienst (Sek.I) sein.
      Zwischen FH-Diplom und jetzt habe ich noch 13 Jahre Berufserfahrung als Entwicklungsingenieur.

      Fächerkombi habe ich in dem Sinne nicht studiert. Daher kommt auch meine Frage,
      ob es irgendwo Informationen gibt, welche Kurse/Scheine/Inhalte/etc. für welche Lehrbefähigungen verwendbar wären.

      Wenn ich ausschließlich vom Studiengangsnamen Druck- und Medientechnologie ausgehe,
      dann wären nur "Drucktechnik" und "Medientechnik" möglich.
      Und gerade für die beiden ist in BW im Zulassungsraster für Direkteinstieg mit FH-Diplom kein Zugang. Nur mit Uni-Diplom oder Master.
      Also auf den ersten Blick erscheint es nicht machbar und somit erledigt.

      Etwas frustrierend, weil meiner Meinung nach die wirklich vorhanden Fähigkeiten bei den Zugangsbeschränkungen nicht abgebildeten werden
      und die Beruflichen Schulen von bunteren Lebensläufen auch profitieren könnten.
      Es würde ja nichts dagegen sprechen, im Falle von "eigentlich" keinen astreinen Zugang aber vorhanden Mangel an der Schule
      einen Probeunterricht für 2 Fächer vor einer sinnvollen Komission zu geben, welche dann entscheidet, dass das Fachwissen eindeutig vorhanden ist.
      Die Pädagogik muss ja sowieso nachstudiert werden.
    • Du hast eigentlich schon alles Wichtige genannt. Mit einem Uni-Diplom/Master oder FH-Master würde dir auch der Weg des Seiteneinstiegs offen stehen.
      So bist du in BW wohl auf den jährlichen Bedarf angewiesen der dir eventuell doch den Zugang zum Direkteinstieg im ghD öffnet.
      Ich weiss das kann frustrierend sein, gerade weil du auch einen Titel hast. Hast du mal mit dem RP telefoniert?
    • Pädagogik braucht man an Berufsschulen meines Wissens nicht, nur Nerven wie Drahtseile. Damit sehe ich hier Erfahrung im Bereich Metall und du könntest dich evtl als Berufstheorie-Lehrer an einer Schule mit Metaller Berufen bewerben. Machen meine Kollegen auch derzeit so, aber ihren genauen Uni-Abschluss weiß ich nicht.

      Würde mir beim RP im Bundesland / Gebiet deiner Wahl eine Liste der Berufsschulen geben lassen, die Metaller ausbilden und dann die Schulleiter direkt anrufen. Der Bedarf ist hoch, ob die Bedingungen überall gleich streng sind bezweifle ich.

      Viel Erfolg!
    • @Pustekuchen
      Via Mail hat mich mal eine Dame vom RP emotionslos auf das Zulassungsraster verwiesen.
      Zum Thema Studieninhalte und mögliche Lehrbefähigungen kam da nix.

      @Biene89
      Mit Pädagogik meine ich, dass man das als Direkteinsteiger ja eh parallel am Seminar vermittelt bekommt.
      Und ja, ich bin mit Schulleitern direkt in Kontakt und habe nun auch weitere Gespräche.
      Denke aber nicht, dass sich bzgl. der vom RP vorgeschriebenen Zulassungsvoraussetzungen viel machen lässt.
      Auch wenn es fachlich für dieses oder jenes sicher reichen würde.

      Grüße.
    • Hallo,
      ich habe den Direkteinstieg beim Land Baden Württemberg vor vielen Jahren gemacht. Empfehlen kann ich die ganze Sache aber nicht. Wer einen zweitklassig bezahlten Job, mit vielen unbezahlten Überstunden, schwierigen Schülern und heruntergewirtschafteten Schulgebäuden, sowie schlechtem Inventar sucht, ist im staatlichen Schuldienst gerne willkommen. Zeitlich verzögerte Tarifabschlüsse, ständig steigende Eigenanteile bei der Beihilfe und ewige Bearbeitungszeiten beim Landesamt für Besoldung sind das Sahnehäubchen. Außerdem benötigen FH- Absolventen neben der zweijährigen, pädagogischen Ausbildungszeit noch zusätzlich einen dreijährigen Aufstiegslehrgang, sowie für die Zulassung eine ziemlich gute dientliche Beurteilung, um Funktionsämter übernehmen zu können. Bis vor einigen Jahren war dieser Aufstieg noch mit einer guten dienstlichen Beurteilung und einigen Dienstjahren zu machen, inzwischen zählen nicht einmal mehr Berufserfahrung und Leistung! Die dienstlichen Beurteilungen werden meist nach Gutsherrenart durch die Schulleitung erstellt. Wer es mit dem Vorgesetzten gut kann, egal ob er viel oder wenig leistet, ist hierbei klar im Vorteil. Ein Witz sind auch die vielgepriesenen Zulagen für Direkteinsteiger in den Bereichen Metall- und Elektrotechnik. Bis vor einigen Jahren wurden dem Uni- Absolvent während der Ausbildungszeit EG 13 und dem FH- Absolvent EG 12, jeweils plus Zulage gewährt, inzwischen wurden beide Berufsgruppen während der pädagogischen Schulung um eine Entgeltgruppe abgesenkt auf EG11/ EG12. Die noch gewährte Zulage wird also großteils selbst durch die Gehaltsabsenkung erwirtschaftet. Berufsgruppen ohne Zulage gehen ohnehin leer aus. Zusatzqualifikationen, wie z.B. eine Berufsausbildung, Fachingenieurausbildung, berufsbezogene Lehrgänge etc. werden zwar gerne gesehen, bringen aber keinen Cent mehr Gehalt! Am besten Schulabschluss, Studium und dann in den Schuldienst. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit und kostet nur unnötig Geld.
      Fazit: Für engagierte Leute aus der Wirtschaft ist der Schuldienst ein Abstellgleis. Eigentlich wird überdurchschnittliches Engagement bestraft und nicht gefördert. Außerdem zählt man als Direkteinsteiger auch nach der Verbeamtung immer zum „zweitklassigen Lehrpersonal“, weil man die ganze Sache nicht grundständig studiert hat. Von den Lehrerseminaren schreibe ich besser nichts… sonst bewirbt sich niemand mehr...
      Wäre ich nicht schon so lange im Schuldienst, dann würde ich wieder als Ingenieur arbeiten.
    • Metallbauer schrieb:

      Außerdem benötigen FH- Absolventen neben der zweijährigen, pädagogischen Ausbildungszeit noch zusätzlich einen dreijährigen Aufstiegslehrgang, sowie für die Zulassung eine ziemlich gute dientliche Beurteilung, um Funktionsämter übernehmen zu können.
      Mit einem FH-Master geht das auch direkt. Der Seiteneinstieg in diesem Bereich wird oft vergessen. Hier gibt es auch einen Zuschlag und man ist nach 18 Monaten fertig.
      Ansonsten würde ich die Tarifanpassung, welche im Besoldungsgesetz verankert ist, als durchaus positiv bezeichnen. Die Ausstattung ist standortabhängig, ist aber oft verbesserungswürdig ja.
      Die Schule ist nicht für jedermann, die Nachteile in der Industrie verblassen jedoch schnell und die Wiese auf der anderen Seite erscheint wieder grüner.
      Man sollte den Schritt wohl überlegen aber bis dato habe ich ihn nicht bereut.
    • Metallbauer schrieb:



      Fazit: Für engagierte Leute aus der Wirtschaft ist der Schuldienst ein Abstellgleis. Eigentlich wird überdurchschnittliches Engagement bestraft und nicht gefördert. Außerdem zählt man als Direkteinsteiger auch nach der Verbeamtung immer zum „zweitklassigen Lehrpersonal“, weil man die ganze Sache nicht grundständig studiert hat. Von den Lehrerseminaren schreibe ich besser nichts… sonst bewirbt sich niemand mehr...
      Wäre ich nicht schon so lange im Schuldienst, dann würde ich wieder als Ingenieur arbeiten.
      Was hält Dich in der Schule?
      Vielleicht wäre auch ein Schulwechsel die Lösung. Ich kann das alles nicht bestätigen, was Du auflistest.
    • Habe mich bei neuen Kollegen immer als der neue Seiteneinsteiger vorgestellt als ich neu an die Schule kam.
      Bisher hatte jeder den ich getroffen habe einen Quereinstieg-Backround, darum erwähne ich das gar nicht mehr.
      Gerade an der Beruflichen Schule sollte doch der Anteil an Quereinsteigern überwiegen?!
    • direkt0815 schrieb:

      Guten Abend.

      Das klingt natürlich sehr ernüchternd.

      @Metallbauer
      Darf ich fragen, was Du mit schwierigen Schülern meinst?
      Metaller werden als Azubis händeringend gesucht, meist nach der Ausbildung übernommen und Verhalten sich entsprechend. Je nach Gegend hast du dann ne gewisse Anzahl an Hauptschülern aus Brennpunkten und evtl. vorbestraften Leuten vor dir. Die können etwas aggro/laut/unverschämt drauf sein. Je nachdem, wie verzweifelt Betriebe sind, dulden sie jedes Fehlverhalten, bewirken Versetzungen unter Zwang und übernehmen sogar Leute ohne Abschlussprüfung. Also wozu sollen die Kerle lernen?

      Ob man Quereinsteiger ist, ist bei uns egal. Ganz unten stehen die Allgemeinbildner, die "braucht keiner." BT Lehrer werden gleich respektiert, und in den meisten Fällen wissen eh nur die älteren Kollegen, wer so an die Schule gekommen ist und thematisieren es nicht. Die finden es eher gut, dass Leute aus der Wirtschaft hergekommen ist.
    • klingt verführerisch!
      falls das rp sich endlich mal zu möglichen lehrbefähigungen äussert
      und es möglich wäre, mach ich mal ein paar tage unterricht mit.
      mal sehen, ob das alles so ins leben paat.
      meine berufschule ist ja schon 25 jahre her.
    • Hi,

      evtl hilft Dir das Dokument hier:
      lehrer-online-bw.de/site/pbs-b…Seiteneinstieg%202019.pdf

      und Hier für den Direkteinstieg:
      lehrer-online-bw.de/webadmin/g…ster%20Direkteinstieg.pdf

      Hier sind zwar die formalen Voraussetzungen für den Seiteneinstieg (Link 1) aufgezählt. Aber im Grunde genommen sind das die gleichen. Hier stehen unter Punkt 2 die formalen Voraussetzungen einschließlich der im Studium zu erlangende nLeistungspunkte.



      Evtl lässt sich dein Schwerpunkt unter "Gestaltung, Grafik und Design" oder Farbtechnik und Raumgestaltung einordnen. Das kann aber im Endeffekt nur das RP entscheiden. Ich habe auch mit meinen Fächern ewig keine belastbare Aussage bekommen, obwohl ich im Nachhinein mitbekommen habe, dass ein riesiger Mangel herrscht. --> Bewerben, mal nett mit dem Ansprechpartner am RP telefonieren und abwarten ist hier die Devise!!!

      Wie in diesem Zusammenhang ein FH anstatt Uni-Diplom gewertet wird, kann ich dir leider nicht sagen.

      Kommt bei dir ein Seiteneinstieg nicht in Frage?

      Ich habe den Seiteneinstieg auf jeden Fall nicht bereut....

      PS: Ich glaub in Reutlingen gibt es an der Schule eine Drucktechnikausbildung. Evtl. wäre das ne Adresse für einen Einstieg..

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martin123 ()