• Ich kann viele von den Dingen im nächsten Durchgang so nicht mehr machen. Gerade heute haben wir wieder drüber gesprochen... Sie werden merklich Durchgang für Durchgang lernschwächer, unkonzentrierter und mit weniger Anstrengungsbereitschaft...

  • Ne da rätseln wir natürlich auch.


    Ich finde die Eltern immer uninteressierter (zumindest in der GS, da geht ja um nix). Empfehlungen gibts nicht mehr, bei der Schulwahl gilt Elternwille. Irgendwie ist die Elternmitarbeit (also am eigenen Kind) immer schlechter geworden. Hängt vielleicht auch mit der Ganztagsbetreuung zusammen. 85% unserer Kinder sind im Ganztag. Die meisten werden erst 16 Uhr abgeholt und dann passiert ja zu Hause auch nicht mehr viel.


    Auch die Medien spielen eine große Rolle. (und damit die Konzentrations- Merkfähigkeit)


    Und vielleicht auch die generelle Erziehung der Kinder. Heute gehen Eltern oft den Weg des geringsten Widerstandes. Das führt dazu, dass Kinder um nichts mehr kämpfen müssen, sich nicht mehr anstrengen müssen etc.


    Das jetzt mal einfach schnell gesammelt.

  • Auch die Medien spielen eine große Rolle. (und damit die Konzentrations- Merkfähigkeit)

    Das glaube ich schon auch. Ich bin sehr gespannt, wie die ersten Prüfungen meiner BYOD-Klasse ausfallen. Eigentlich bin ich recht positiv überrascht, dass es viel besser geht, als wir alle dachten. Aber ich bilde mir schon ein, dass die SuS mit den Laptops auf dem Tisch unkonzentrierter sind. Auf der anderen Seite erlebe ich immer wieder wirklich grossartige Momente, in denen SuS völlig vertieft ins Papier (!) sogar das Ende der Stunde bzw. die Pause verpassen. Vielleicht müssen wir uns dran gewöhnen, dass wir ein bisschen mehr Entertainer sein müssen um die SuS vom Handy weg zu holen?



    Ich finde die Eltern immer uninteressierter (zumindest in der GS, da geht ja um nix).

    Das ist natürlich sehr schade. Aber auch da war ich von meinem ersten Elternabend, den ich selbst organisiert habe, sehr positiv überrascht. Ich habe mit vielen Eltern gesprochen, die wirklich extrem bemüht um ihre Kinder sind und sehr grosses Vertrauen haben in das, was wir mit den Jugendlichen so veranstalten.



    Kann jetzt nur für die weiterführende Schule bei uns sprechen: der Wegfall der Grundschulempfehlung und die steigende Zahl der Förderschüler.

    Hmm ... das ist sicher der grösste Unterschied zu meiner Situation. Und wahrscheinlich der entscheidende Unterschied?

    Einmal editiert, zuletzt von Wollsocken80 ()

  • Naja beim ersten Elternabend sind auch noch viele da.


    Ich habe so den Eindruck, dass die Eltern in der weiterführenden Schule plötzlich viel mehr aufpassen. Da kann man nämlich im schlimmsten Fall sogar von der Schule fliegen. In der Grundschule sind wir doch zahnlose Tiger...

  • Naja, bei der Lehrerin kann man teilweise auch sagen: Selber schuld. Warum belastet sie sich auch am Schuljahresende mit Theateraufführung und Vorbereitung eines "Buffets" für die Schüler? Da muss man auch mal "Nein!" sagen können. Dann hat man auch keine "60 bis 70 Stunden Woche".


    Gruß !

    Genau das dachte ich mir auch, als ich die Reportage gerade geschaut habe. Mit der braucht man kein Mitleid haben, ganz offensichtlich findet sie es so genau richtig. Aber sie sagt ja selbst, dass sie es gerne macht. Wem es Spaß macht...

    • Offizieller Beitrag

    Kannst du das konkreter beschreiben? Ich empfand die Szenen im Film auch eher als harmlos. An manchen Stellen im Film habe ich sogar geweint, vor Rührung. Weit weg von dem was wir an Horror in Schule fast täglich erleben und weswegen die Lehrer in Saaarbrücken heute auf die Straße gegangen sind.

    Ich fand die dort gezeigte Schülerschaft gruselig - und die haben sich ja wegen der Kamera im Raum vermutlich noch am Riemen gerissen. Ohne Kamera dürfte da die Post abgehen.
    Wenn DAS die Zukunft Deutschlands sein soll, dann gute Nacht.


    Die interviewten Kollegen haben mit der Analyse der Problematik völlig recht.
    Darüber hinaus dürften die beiden zu den oberen 10% der besonders Resilienten gehören - und zwischen den Zeilen hört man sehr deutlich heraus, wie ihnen der Job an die Gesundheit geht bzw. zu gehen droht.


    Ich sage ja: Antiwerbung für den Beruf vom Feinsten.

  • Ich fand die dort gezeigte Schülerschaft gruselig - und die haben sich ja wegen der Kamera im Raum vermutlich noch am Riemen gerissen.

    Oder aber sie haben sich wegen der Kamera besonders produziert? Jugendliche sind rational kaum zu fassen, nicht umsonst ähnelt die Pubertät neurologisch der Geisteskrankheit.

  • Warum taucht diese "Geisteskrankheit" vermehrt an Brennpunktschulen auf?

    Das tut sie nicht. Das Problem ist, dass bei der Klientel der Brennpunktschulen die sozialen Kompetenzen, die die spontanen Reaktionen der pubertierenden Jugendlichen steuern und eingrenzen, noch nicht ausreichend etabliert sind. Einfacher gesagt - die Jugendlichen an Brennpunktschulen sind nicht ausreichend domestiziert.


    Welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, ist eine andere Frage.

  • Ich fand es relativ unspektakulär, aber durchaus informativ. Ich habe mich ermutigt gefühlt, solche Zustände niemals zuzulassen.


    Meinem Eindruck nach wurde noch zuviel schöngeredet. Ich hatte das Gefühl, die Kollegen wollten eher nicht zu sehr durchblicken lassen, wie kaputt und frustriert und u.U. hilflos sie sich manchmal / oft vorkommen.


    Es fehlten mir Lösungsvorschläge - oder habe ich sie einfach nur vergessen?

    Es gibt für alles ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

  • Naja, bei der Lehrerin kann man teilweise auch sagen: Selber schuld. Warum belastet sie sich auch am Schuljahresende mit Theateraufführung und Vorbereitung eines "Buffets" für die Schüler?...

    Sie unterrichtet "Darstellendes Spiel" dazu gehört im Normalfall wohl eine Aufführung.


    Außerdem lassen einen derlei Dinge, bei denen man Erfolge sieht, also weswegen man diese Arbeit eigentlich macht, den Job doch überhaupt erst aushalten.

  • ...
    Meinem Eindruck nach wurde noch zuviel schöngeredet...

    Du willst auch gern unbedingt hören, wie furchtbar die Jugend heute ist und wie schlecht die Lehrer, stimmt's? Wie wär's damit: In dieser Doku haben wir normale Hauptschulklassen gesehen. Mit Kindern, die langsam lernen, sich nicht allzuviel merken, mit Kindern, die zu Hause nicht geholfen kriegen und mit Kindern, die man gern hat, einfach weils nette Jungs und Mädels sind, die man ein Stück auf ihrem Weg begleitet und vielleicht sogar abends ein Theaterstück aufführt, so wie wir früher auch.


    Dass es Ausnahmefälle gibt und wesentlich schwierigere Klassen weiß ich wohl, ich hab damit täglich zu tun. Aber du solltest auch nicht ständig alles übertreiben und mit deinen verlinkten Artikeln, Meinungen anderer Anonymer und Dokus versuchen, hier kontraproduktive Stimmung zu machen.


    Übrigens heute im Radio zu Saarbrücken: zuerst hörte man Lehrer singen. Wie nett. Dann Interviews derart: "wir haben Sozialarbeiter, wir haben Integrationshelfer und wir haben Deutschförderstunden, aber es reicht nicht," tja, so wird's eher nix mit der Solidarität der Bevölkerungsmehrheit.

  • Du willst auch gern unbedingt hören, wie furchtbar die Jugend heute ist und wie schlecht die Lehrer, stimmt's?

    meine ehmalige Schulleiterin würde jetzt sagen......wir haben nun diese Kinder und dürfen mit ihnen arbeiten, ob wir wollen oder nicht. Es bringt doch nix ständig über die Kinder zu jammern, die sind nun mal so wie sie heute sind.


    Ich fand die Doku ok so als Einblick in den Alltag.

  • Mit Kindern, die langsam lernen, sich nicht allzuviel merken, mit Kindern, die zu Hause nicht geholfen kriegen und mit Kindern, die man gern hat, ...

    Wegen dieser Kinder sind Lehrer mit Sicherheit nicht am Limit. Die Doku hat ihre Chance verspielt zu zeigen, welche Klientel Lehrer wirklich an ihre Grenzen bringt.

    meine ehmalige Schulleiterin würde jetzt sagen......wir haben nun diese Kinder ...

    Erinnert an einen Spruch von Fr. Merkel.

  • Du willst auch gern unbedingt hören, wie furchtbar die Jugend heute ist und wie schlecht die Lehrer, stimmt's? Wie wär's damit: In dieser Doku haben wir normale Hauptschulklassen gesehen. Mit Kindern, die langsam lernen, sich nicht allzuviel merken, mit Kindern, die zu Hause nicht geholfen kriegen und mit Kindern, die man gern hat, einfach weils nette Jungs und Mädels sind, die man ein Stück auf ihrem Weg begleitet und vielleicht sogar abends ein Theaterstück aufführt, so wie wir früher auch.
    Dass es Ausnahmefälle gibt und wesentlich schwierigere Klassen weiß ich wohl, ich hab damit täglich zu tun. Aber du solltest auch nicht ständig alles übertreiben und mit deinen verlinkten Artikeln, Meinungen anderer Anonymer und Dokus versuchen, hier kontraproduktive Stimmung zu machen.


    Übrigens heute im Radio zu Saarbrücken: zuerst hörte man Lehrer singen. Wie nett. Dann Interviews derart: "wir haben Sozialarbeiter, wir haben Integrationshelfer und wir haben Deutschförderstunden, aber es reicht nicht," tja, so wird's eher nix mit der Solidarität der Bevölkerungsmehrheit.


    Komisch, @Krabappel, ich hätte eine Wette darauf abschließen können, dass du genau diese Formulierung herauspickst und so ungefähr das dazu schreibst, was du nun geschrieben hast. Hm, kennen wir uns inzwischen so gut?!? Das ist ja erschreckend. ;)


    Vielleicht solltest du auch nicht ständig die Probleme, die es gibt und die ich mit meinen Zitaten und Verweisen zu untermauern versuche (dass das nicht nur ich so sehe), untertreiben, schön- oder kleinreden und alle Aussagen anderer Anonymer (so anonym wie du?), die deinen Aussagen widersprechen, versuchen als nicht relevant abzutun, damit am Ende nur deine Meinung als relevante übrig bleibt? Du schreibst ja selbst, dass wir kaum auf die Solidarität unserer Mitbürger rechnen können, wenn wir sagen, was du am Ende deines Kommentars zitierst.


    Ich finde übrigens unsere Kinder und Jugendlichen nicht furchtbar und die Lehrer nicht schlecht. Das ist wieder so eine ein bisschen gemeine Unterstellung (oder Übertreibung? Wandest du dich nicht eben gerade gegen Übertreibungen? siehe Zitat), die wir doch gegenseitig lassen wollten?! Du magst das doch auch nicht und regst dich dann ganz doll drüber auf.


    Wir müssen einfach hinnehmen und aushalten, dass wir beide im möglichen Meinungsspektrum quasi die jeweils gegenteiligen Pole zu besetzen scheinen. Das ist halt so. Ist das für dich schlimm? Das macht es doch auch irgendwie interessant, oder?

    Es gibt für alles ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

  • Wegen dieser Kinder sind Lehrer mit Sicherheit nicht am Limit. Die Doku hat ihre Chance verspielt zu zeigen, welche Klientel Lehrer wirklich an ihre Grenzen bringt.

    Erinnert an einen Spruch von Fr. Merkel.

    Wie gestern schon angedeutet: ich denke die Unzufriedenheit quer durch die Schularten (zumindest bei uns) liegt schlicht und ergreifend daran, dass viele Schüler einfach nicht mehr an der richtigen Schulform sind.
    Da sitzt mittlerweile ein potentieller Hauptschüler auf einmal im Gymnasium und probiert sein Glück und schaut mal wie weit es geht. An der Realschule sieht es nicht anders aus. Dass sie dort nun die Hauptschulabschlussprüfung abnehmen sagt schon alles. An der Gemeinschaftsschule treibt sich dann teilweise alles rum. Aber meistens der große Rest der Grundschule. Oder Förderschüler.
    Somit unterrichtet irgendwie jeder Lehrer das falsche Klientel. Eine einzige Katastrophe...

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