Wie wird man Berufsschullehrer?

  • Mir ist diese Schulart eigentlich erst im Forum so richtig aufgefallen. Ich dachte immer, dass dort nur Quereinsteiger abgefahrenes Zeugs unterrichten können, Galvanotechnik oder sowas :D


    Aber irgendwie muss es doch auch einen regulären Weg reingeben. Wie sieht der aus? welche Fächer könnte man sinnvollerweise studieren, um reinzukommen? Und: ist das überhaupt erwünscht oder werden lieber Leute genommen, die eine Lehre und Berufserfahrung haben?


    (Und ich meine nicht BVJ, das ist sicher der Hass ;) )

  • Äh... man studiert ganz normal Lehramt an berufsbildenden Schulen, hat so ziemlich alle "normalen" Fächer zur Auswahl plus zig berufsspezifische. Wenn genügend reguläre da sind, werden die bei der Einstellung ins Ref gegenüber Quer- und Seiteneinsteigern bevorzugt, die beiden Modelle werden auch nur bei Mangel (ok... das heißt im technischen Bereich quasi immer) angeboten.


    Das war's auch schon :)

  • Ach ... aber der Fachunterricht ist doch schon sehr spezifisch, nicht? Also bist Du jetzt "nur" Elektrotechniker oder hast Du wirklich noch so ganz im deutschen Lehramtsstil ein Zweitfach studiert, das sich nicht direkt aus Deinem Hauptfach ableiten lässt?


    Bei uns werden im Fachunterricht tatsächlich überwiegend Leute mit der entsprechenden Berufslehre + berufspädagogische Ausbildung eingesetzt. Chemie ist ein bisschen ein Sonderfall, das unterrichten mehrheitlich studierte Chemiker. Dann gibt es natürlich noch die allgemeinbildenden Fächer wie Mathe oder Englisch, das sind auch studierte Leute, die das unterrichten.

  • ich habe Wirtschaftspädagogik studiert. Das ist quasi BWL plus zusätzliche Prüfungen in Pädagogik. Damit darf man alle kaufmännischen Fächer an Berufsschulen unterrichten plus Deutsch und Sozialkunde an der BS. Ich dürfte auch Betriebswirtschaftskehre bzw. Volkswirtschaftslehre an FOS/BOS bzw. Wirtschaftsschule unterichten.
    Zusätzlich hätte ich ei Zweitfach studieren können. Da gibt es große Auswah: Sprachen, Geschichte, Geographie, Sozialkunde, Reli usw.


    Ähnlich geht es bei den anderen beruflichen Fachrichtungen. Man studiert eine Fachrichtung plus ggf. ein Zweitfach. Es gibt alle möglichen Fachrichtungen. Elektrotechnik, Metalltechnik, Pflegewissenschaft, Ernährung/Versorgung usw.


    Danach kommt ganz normal ein Referendariat.


    Weil manche der Studiengänge so unbekannt/unattraktiv sind gibt es viele Quereinsteiger. Vor allem Metall- und Elektrotechnik sind unglaublich gefragt.

    Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch. (DpB):aufgepasst:

  • Ich habe ganz klassisch einen 2-Fach-Bachelor mit Chemie und Elektrotechnik studiert, anschließend den Master of Education für das Lehramt am Berufskolleg.
    Die meisten, die in diesem Studiengang landen, haben vorher eine Berufsausbildung gemacht, wodurch sie das System kennen, bei mir war es Chemielaborantin.


    Auch mit 2 allgemeinbildenden Fächern kann man sich theoretisch am BK bewerben, aber die nehmen, je nach Schule, lieber ein Fach des Profils der Schule.
    Aber D/E, Philo/E etc gibt es auch alles bei uns.
    Kenne gerade noch drei junge Kollegen, die ihr Ref an einer Gesamtschule, bzw. am Gym gemacht haben und danach ans BK, sie sind sehr glücklich darüber, deutlich entspanntere Umgehensweise.

  • Hallo Kiggie,


    eine kleine Einschränkung: das Besondere an den Beruflichen Schulen ist sicher, dass nicht nur ein paar wenige Kollegen mit der Abschlussprüfung nur eines Jahrgangs befasst sind, sondern dass vom schriftlichen Abi an alle Schularten eine Abschlussprüfung machen, die sich bis zwei Wochen vor dem Schuljahesende hinziehen.


    Das zweite Halbjahr ist also jedes Jahr ein Prüfungshalbjahr, in das quasi fast alle Kollegen eingebunden sind, selbst wenn sie keine Prüfungsklasse haben (Aufsichten, Protokolle, Zweitkorrekturen). Für die Kollegen vom Gym ist das zunächst einmal gewöhnungsbedürftig.

  • Die meisten, die in diesem Studiengang landen, haben vorher eine Berufsausbildung gemacht,

    Das muss aber nicht unbedingt sein. In vielen Studiengängen reicht der Nachweis von 52 (oder so) Wochen Praktikum im jeweiligen Berufsfeld. Manchmal ist eine Berufsausbildung vorgeschrieben. So war das bei mir.

  • Der reguläre Weg in Niedersachsen ist ein Studium (Master of Education). Man entscheidet sich für eine Fachrichtung (Wirtschaft, Technik, …) und ein ganz normales Unterrichtsfach (Deutsch, Mathe, Religion, …). Nach dem Studium (und dem Referendariat) kann man dann Fächer/ Lernfelder zu der passenden Fachrichtung unterrichten und natürlich sein ganz normales Unterrichtsfach.


    Eine Lehre oder Berufserfahrung sind kein Bonus für mögliche Einstellungen - auch wenn viele Berufsschullehrer zuvor eine Lehre gemacht haben.

  • Berufsausbildung
    1. Staatsexamen
    2. Staatsexamen
    ... und das mit absolut unspektakulären Fächern, nämlich zwei allgemeinbildende Nebenfächer :aufgepasst:


    "Reinkommen" tun aktuell jede Menge Leute mit unterschiedlichsten Abschlüssen, was die Kollegien sehr bodenständig und umgänglich macht. Von der Friseurmeisterin über Hauswirtschafter bis zu Maschinenbauer. Das liegt wohl ua daran, dass die BBS für viele Lehramtsinteressierte total unbekannt ist, da die meisten vom Gymnasium kommen. Viele stellen sich da auch total komische Sachen drunter vor, was wirklich schade ist.
    Ich erinner mich an mein Studium, da gab es ganze 3 Studenten für Maschinenbau. Die bekamen schon während des studiums etliche Stellenangebote. Insgesamt mit allen Fächern zusammen haben in meiner Kohorte etwa 30 Leute das 1. Staatsexamen für BBS erlangt.
    Dabei wurden die Studienbedingungen schon attraktiver gemacht, damit nicht alle nach Gym gehen. Latinum, greacum etc. zB sind für BK Studiengänge nicht mehr notwendig gewesen an meiner Uni.

  • Der Grund warum die meisten Berufsschulleherer eine Ausbildung absolviert haben ist meines Erachtens, dass Leute ohne Ausbildung das duale System nicht kennen und somit garnicht auf die Idee kommen Berufsschulleherer zu werden. Wer aber eben eine Lehre gemacht hat kennt die Berufsschule und überlegt es sich eben.


    Übrigens in Bayern ist es nicht ganz so einfach als Gymnasiallehrer an der BS ne Stelle zu bekommen. An FOS/BOS geht es einfacher.
    Wir haben dieses Jahr nen Kollegen mit Englisch vom Gym eingestellt, der konnte nur nen Zeitvertrag bekommen, obwohl wir den sicher dauerhaft bräuchten. Nur ab und zu öffnet das KuMi Sondermaßnahmen, durch die sich Gymnasiallehrer für die BS qualifizieren können. Erst nach diesem "2. Referendariat" können die Gymnasiallehrer verbeamtet werden.

    Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch. (DpB):aufgepasst:

  • Wer mal reinschauen will: https://m.youtube.com/watch?v=O1YNnfSz4j8
    Das finde ich relativ repräsentativ, wenn auch nicht alle schulen so gut ausgestattet sind. Aber die Vielfalt und der BBS Charme kommt da ganz gut rüber :)


    Der vorgeschriebene Praxisteil dient sicherlich auch der Kenntnis von Arbeit außerhalb der Schule generell. Ich bin froh, dass ich eine Lehre gemacht habe. Sonst würde ich meinen arbeitenden Schülern ja irgendwie einen vom Pferd erzählen, wenn ich sie auf die Arbeitswelt vorbereiten soll, ohne dass ich selbst jemals das Klassenzimmer verlassen habe.
    In NRW kommt man auch als gymlehrer momentan sehr gut unter, auch mit Fächern wie Deutsch, sowi und sogat Geschichte. Etliche Stellenangebote laufen mehrmals leer, bis sich dann doch ein arbeitsloser Gym Sowi, Geschichte Mensch findet, den man zB für Politik einspannen kann. Ich kenne keinen BKler, der nicht innerhalb weniger Monate nach dem Ref eine Planstelle in der nähe bekommen hat oder direkt übernommen wurde, egal wie die Noten aussahen.

  • Das muss aber nicht unbedingt sein. In vielen Studiengängen reicht der Nachweis von 52 (oder so) Wochen Praktikum im jeweiligen Berufsfeld. Manchmal ist eine Berufsausbildung vorgeschrieben. So war das bei mir.


    Das habe ich auch nicht behauptet! Ich habe aus Erfahrung gesprochen.
    Den Grund hat Victoria beschrieben:


    Der Grund warum die meisten Berufsschulleherer eine Ausbildung absolviert haben ist meines Erachtens, dass Leute ohne Ausbildung das duale System nicht kennen und somit garnicht auf die Idee kommen Berufsschulleherer zu werden. Wer aber eben eine Lehre gemacht hat kennt die Berufsschule und überlegt es sich eben.


    In NRW muss man 52 Wochen fachpraktische Tätigkeit nachweisen, die Anerkennung nimmt das LPA vor.

  • Ich bin zufällig vom Gymnasium ans BK gewechselt nach dem Ref.
    Die Idee kam mir im Studium wegen einer Kommilitonin, aber die 52 Wochen Praktikum haben mich abgeschreckt, vor allem weil wir der 1. Jahrgang waren, der Gym/Ges studierte Statt SEK I/II und es hieß, dass ein Wechsel nach dem Ref problemlos möglich sei, blieb ich bei Gym/Ges. War dann auch problemlos.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Der Grund warum die meisten Berufsschulleherer eine Ausbildung absolviert haben ist meines Erachtens, dass Leute ohne Ausbildung das duale System nicht kennen und somit garnicht auf die Idee kommen Berufsschulleherer zu werden. Wer aber eben eine Lehre gemacht hat kennt die Berufsschule und überlegt es sich eben.

    Ich denke, das ist genau das Problem des Berufskollegs. Ich war damals Schüler eines Gymnasiums. Das System "Berufsschule" war mir absolut unbekannt. Mein Interesse für Technik habe ich dann in einem Ingenieursstudiengang umgesetzt, wäre damals aber schon ganz gerne Lehrer geworden. Mir war aber überhaupt nicht bekannt, dass es entsprechende Lehrerstellen für solche Fächer an Berufskollegs gibt. Für ein Physiklehramt habe ich mich nicht geeignet gefühlt. Also bin ich Ingenieur geworden und erst danach habe ich (durch absoluten Zufall) erfahren, dass diese Fächer auch am BK unterrichtet werden. Zum Glück habe ich dann per Seiteneinstieg die Chance bekommen. Ich denke, die meisten ehemaligen Gymnasialsschüler haben von BKs keine Ahnung. Und der große Teil der Studenten kommt nun mal noch immer aus dem Gym.


    Das Berufskolleg an sich wird auch in der Öffentlichkeit und (noch schlimmer) in der Politik weitgehend ignoriert. Wenn über Schulen gesprochen wird, dann immer nur über Gym, GE, RS und HS. Das BK wird quasi nie erwähnt. Bei der Diskussion um G8/G9 habe ich keinen einzigen Beitrag gehört oder gelesen, in dem darauf verwiesen wurde, dass G9 immer noch an jedem BK angeboten wird.


  • Das Berufskolleg an sich wird auch in der Öffentlichkeit und (noch schlimmer) in der Politik weitgehend ignoriert. Wenn über Schulen gesprochen wird, dann immer nur über Gym, GE, RS und HS. Das BK wird quasi nie erwähnt. Bei der Diskussion um G8/G9 habe ich keinen einzigen Beitrag gehört oder gelesen, in dem darauf verwiesen wurde, dass G9 immer noch an jedem BK angeboten wird.


    Genau das Problem hatte ich in einem anderen Thread auch schon einmal angesprochen. Da müsste viel mehr Vernetzung stattfinden!
    Die BKs haben durch G9 zwar gewonnen, aber wirklich nur am Rande.


    Bei mir an der Schule wird auch gekämpft um die Schüler im beruflichen Gymnasien. Da werden aber vorwiegend Realschulen besucht.

  • Ich habe während des Studiums ab und zu in den Seminaren mal Leute getroffen, die Lehramt Berufskolleg studiert haben und dann auch in (für den normalen Gym Studenten) skurril anmutenden Fachrichtungen wie Holz- oder Verfahrenstechnik.


    Wer den linearen Weg von der Schule in die Uni abläuft, kommt in der Regel gar nicht erst auf die Idee für BK zu studieren. Angefangen mich für diese Schulform zu interessieren habe ich, als ich im Ref merkte, dass Sek1 mir einfach keine Freude bereitet.


    Im Endeffekt kam ich ja dann am Weiterbildungskolleg (eine noch unbekanntere Schulform) unter und bin sehr glücklich darüber.


    Bei den Ausschreibungen für BK ist mir aber aufgefallen, dass dort das Fach Physik nicht allzu gewünscht ist. Mathe immer, aber meist wäre ein Zertifikatskurs fällig gewesen, da Physik kaum allgemeinbildendend unterrichtet wird...

  • In BW benötigt man für die BBS noch ein Betriebspraktikum von 42 Wochen + 10 Wochen Schulpraxissemester.
    Alternativ reicht auch eine Ausbildung. Ein weiterer Grund weshalb dort so viele mit Ausbildung herumschwirren.

  • Ich denke, das ist genau das Problem des Berufskollegs. Ich war damals Schüler eines Gymnasiums. Das System "Berufsschule" war mir absolut unbekannt. Mein Interesse für Technik habe ich dann in einem Ingenieursstudiengang umgesetzt, wäre damals aber schon ganz gerne Lehrer geworden. Mir war aber überhaupt nicht bekannt, dass es entsprechende Lehrerstellen für solche Fächer an Berufskollegs gibt. Für ein Physiklehramt habe ich mich nicht geeignet gefühlt. Also bin ich Ingenieur geworden und erst danach habe ich (durch absoluten Zufall) erfahren, dass diese Fächer auch am BK unterrichtet werden. Zum Glück habe ich dann per Seiteneinstieg die Chance bekommen. Ich denke, die meisten ehemaligen Gymnasialsschüler haben von BKs keine Ahnung. Und der große Teil der Studenten kommt nun mal noch immer aus dem Gym.
    Das Berufskolleg an sich wird auch in der Öffentlichkeit und (noch schlimmer) in der Politik weitgehend ignoriert. Wenn über Schulen gesprochen wird, dann immer nur über Gym, GE, RS und HS. Das BK wird quasi nie erwähnt. Bei der Diskussion um G8/G9 habe ich keinen einzigen Beitrag gehört oder gelesen, in dem darauf verwiesen wurde, dass G9 immer noch an jedem BK angeboten wird.

    Das stimmt- das Kolleg bzw BBS hat keinerlei Lobby in der Öffentlichkeit und wird idR totgeschwiegen. Da muss viel mehr passieren, dass sowohl mehr Schüler, als auch mehr Lehramtsinteressierte ihren Weg dahin finden. Im sekI Bereich finde ich es am schlimmsten. Die meisten Lehrer dort wissen gar nicht, dass es sowal gibt und was man da macht. Dementsprechend sind die sus dann aucj schlecht beraten, wenn es um Anschlussmöglichkeiten geht. Da werden ambitionierte Hauptschüler in eine Ausbildung gedrägt, obwohl sie an BBS noch höhere Abschlüsse erreichen könnten. Nur weil viele denken, es gäbe keine Alternativen. Oder da wechseln gute Realschüler aufs gymnasium und quälen sich, weil schlechtere Startbedingungen. Anstatt dass sie ihren Realschulabschlusd machen und dann an einem beruflichen Gymnasium neu starten. Wenn ich Kinder hätte, dann würde ich ihnen diesen weg ans Herz legen, anstatt gymnasium von der 5.-13. Klasse. Dieser Weg ist deutlich schülerfreundlicher, man hat keinen Ärger mit g8 und vollgestopften Lehrplänen und man kann direkt einen beruflichen Schwepunkt wählen, der den eigenen Interessenen und Neigungen entspricht.

  • Spannend zu lesen! :top:


    Bei uns haben die Berufsschulen offenbar einen sehr viel besseren Stand als bei euch. Landesweit schliessen etwa 20 % der SuS mit der gymnasialen Maturität ab, weitere 20 % erreichen die Fachmaturität bzw. Berufsmaturität. Die Berufsmatura führt direkt an die Fachhochschule und ist bei uns ein sehr beliebter Bildungsweg. Angeboten wird sie ausbildungsbegleitend oder nach der abgeschlossenen Berufslehre. Wer will kann nach der bestandenen Berufsmatura sogar noch ein Jahr Passerelle dranhängen und hat dann Zugang zur Uni bzw. ETH. Wer sich auf direktem Weg für diesen Ausbildungsgang entscheidet, kommt sogar mit exakt gleich vielen Jahren ans gleiche Ziel wie jemand, der aufs Gymnasium geht. Die Berufsmatura ist bei uns eindeutig männerdominiert, weil die Jungs einfach in der Mittelstufe häufig Schwierigkeiten mit den Fremdsprachen haben und die für den Übertritt ans Gymnasium überproportional viel Gewicht haben.


    Von der Lehrerausbildung her sitzen Anwärter fürs Gymnasium und die Berufsschule mehrheitlich in den gleichen Seminaren, nennt sich bei uns einfach "Lehrdiplom Sek II". Offiziell sollte man sich schon bei der Anmeldung fürs Studium entscheiden, ob man Berufspädagogik belegen will oder nicht, inoffiziell wird dann aber an vielen Berufsschulen gar nicht so genau geschaut, ob man die Qualifikation jetzt hat oder nicht. Häufig sind es einfach Anwärter mit Monofach-Ausbildung, die dann in Ermangelung eines Zweitfachs Berufspädagogik belegen. Sprich man kann am Ende ganz offiziell sowohl am Gymnasium als auch an der Berufsschule unterrichten. Ich habe während der Ausbildung schon ein Praktikum an der Berufsschule gemacht und habe dort dann auch ein Jahr lang gearbeitet, obwohl ich Berufspädagogik gar nicht belegt hatte (ich hätte stattdessen eine Lehrbefähigung für Physik ...). Als Chemiker wird man dann neben dem Chemieunterricht zusätzlich noch im Fachrechnen eingesetzt, ich hab sogar mal ne Zeit lang noch sowas wie Ökologie unterrichtet.


    Meist sind hier die Berufsschulen deutlich besser ausgestattet, als die übrigen staatlichen Schulen. Wir sind z. B. als Gymnasium ganz stolz, dass wir dieses Schuljahr zwei BYOD-Klassen führen, an der Berufsschule direkt neben uns wird schon seit 5 Jahren mehrheitlich mit dem Laptop gearbeitet und zwar in *allen* Klassen. Hier ist aber auch einfach in den Köpfen der Leute die duale Berufsausbildung immer noch mehr wert, als die gymnasiale Maturität und speziell bei uns im Kanton werden auch von politischer Seite gerade die Berufsschulen ganz klar zu Lasten der Gymnasien finanziell unterstützt. Da wir bei uns im Schulhaus neben der Maturitätsabteilung noch eine Fachmittelschule führen, haben wir eigentlich immer guten Kontakt ins berufsbildende System und auch zur Fachhochschule.

  • In BW benötigt man für die BBS noch ein Betriebspraktikum von 42 Wochen


    Bei mir war es damals kein "Praktikum", sondern man musste ca. ein halbes Jahr Vollzeit in einem Job arbeiten, der nichts mit Schule oder den studierten Fächern zu tun haben durfte - quasi als ungelernte Aushilfe, nach dem Motto "Lehrjahre sind keine Herrenjahre".

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