LRS im Englischunterricht - gute Fördermaterialien?

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    • LRS im Englischunterricht - gute Fördermaterialien?

      Hallo,

      die Englische Sprache ist für Kinder mit LRS ja noch einmal eine zusätzliche Herausforderung, da man ganz anders schreibt als man spricht. Welche guten Fördermaterialien (online, Bücher, Kopiervorlagen) könnt ihr mir empfehlen? Die Schüler, um die es geht, sind in Klasse 5 und haben eine starke LRS. Im Deutschunterricht werden sie schon zusätzlich intensiv gefördert.

      Danke schonmal im Voraus für eure Tipps :)
    • Wie wär's mit üben? Das ist reine Fleißarbeit und Konzentrationsfrage. Lesen, abdecken, schreiben, selbst kontrollieren. Nicht zu viele Wörter auf einmal, überschaubar halten, Erfolge bewusst machen. Jedenfalls wüsste ich kein Material, dass besser wäre, als die Wörter selbst- welcher Transfer sollte das auch sein?
    • Meiner Erfahrung nach hat es nicht immer mit Fleiß oder Konzentration zu tun, denn für manche brauchen die neuronalen Vernetzungen einfach länger oder werden ein Leben lang ein Hindernis darstellen. Auch ich finde das Thema schwierig, sehe aber im reinen Üben nicht immer den gewünschten Erfolg. Daher Danke, Shams, für deinen Hinweis!
      MT
    • Plunder schrieb:

      Meiner Erfahrung nach ...
      Schauen wir doch mal in die Diagnosebestimmungen:
      Lese- und RechtschreibstörungIsolierte Rechtschreibstörung

      Hier sollte das Zitat aus der ICD10 stehen. Ging nicht, musst du mal selbst googeln...




      Damit ist beschrieben, was als LRS bezeichnet wird, nicht aber wird die Ursache benannt.

      Wie willst du gezielt fördern, dessen Ursache du nicht kennst? Wie einen Transfer auf Englischvokabeln herstellen, der besser wäre, als die Vokabeln selbst?

      Dieses Stochern im Fördernebel ist ähnlich dem bei "ADHS", dessen Diagnosehäufigkeit aber zum Glück langsam wieder abzunehmen scheint. Nur weil man etwas in der ICD 10 findet bedeutet es nicht, dass mysteriöse, angeborene neuronale Fehlverbindungen die Ursache sind, die alles erklären und mit Medikamenten oder Ergotherapie zu behandeln wären.
      Im Übrigen haben mehr englische Kinder Probleme mit der Rechtschreibung, als Spanische. Kein Wunder, Spanisch schreibt man häufiger, wie man es spricht. LRS ist also in England häufiger- haben deiner Erfahrung nach also mehr englische Kinder neurologische Defekte?

      Und nun zum Programm: hast du es dir aus englischdidaktischer Perspektive angesehen? Ich nicht, deswegen frage ich. Man muss nicht jeden angebotenen Käse kaufen und die Kinder damit traktieren, solange der Nutzen nicht erwiesen ist oder man ihn selbst begründen kann. Man sollte immer genau hinschauen, bevor man z.B. Eltern etwas empfiehlt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

    • Wordly schrieb:
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      Aaahso...

      Und die Studie: 48 Kinder der Experimentalgruppe. Ich hab wirklich wenig Ahnung von Statistik. Liefert diese Stichprobengröße signifikante Ergebnisse?

      Die Untersuchung stellt Verbesserungen fest in:
      • Stärkung von Graphem-Phonem-Korrespondenzen
      • Stärkung phonologischer Bewusstheit
      • Aufbau orthographischen Wissens/Automatisierung
      • Aufbau von Regelwissen
      • Aufbau und Erhalt von Motivation und Strategien (Techniken zur (Selbst-)Motivation, Organisationsstrategien, Lernstrategien und Gedächtnistechniken)
      Klar, Gedächtnistechniken sind immer gut. Könnte man die nicht auch anhand der Vokabeln erarbeiten? Und Regelwissen ist m.E. nichts anderes als "üben".

      Alles andere scheint mir für den Englischunterricht wenig hilfreich. Das Material ist leider kaum einsehbar, dazu kann man nichts sagen.
    • Krabappel schrieb:

      Plunder schrieb:

      Meiner Erfahrung nach ...
      Schauen wir doch mal in die Diagnosebestimmungen:Lese- und RechtschreibstörungIsolierte Rechtschreibstörung

      Hier sollte das Zitat aus der ICD10 stehen. Ging nicht, musst du mal selbst googeln...



      Damit ist beschrieben, was als LRS bezeichnet wird, nicht aber wird die Ursache benannt.

      Wie willst du gezielt fördern, dessen Ursache du nicht kennst? Wie einen Transfer auf Englischvokabeln herstellen, der besser wäre, als die Vokabeln selbst?

      Dieses Stochern im Fördernebel ist ähnlich dem bei "ADHS", dessen Diagnosehäufigkeit aber zum Glück langsam wieder abzunehmen scheint. Nur weil man etwas in der ICD 10 findet bedeutet es nicht, dass mysteriöse, angeborene neuronale Fehlverbindungen die Ursache sind, die alles erklären und mit Medikamenten oder Ergotherapie zu behandeln wären.
      Im Übrigen haben mehr englische Kinder Probleme mit der Rechtschreibung, als Spanische. Kein Wunder, Spanisch schreibt man häufiger, wie man es spricht. LRS ist also in England häufiger- haben deiner Erfahrung nach also mehr englische Kinder neurologische Defekte?

      Und nun zum Programm: hast du es dir aus englischdidaktischer Perspektive angesehen? Ich nicht, deswegen frage ich. Man muss nicht jeden angebotenen Käse kaufen und die Kinder damit traktieren, solange der Nutzen nicht erwiesen ist oder man ihn selbst begründen kann. Man sollte immer genau hinschauen, bevor man z.B. Eltern etwas empfiehlt.
      Warum reagierst du gleich immer so angriffslustig und pampig? Ich gebe doch nur eine Meinung, die du gerne widerlegen kannst. Aber dann tu das doch bitte mal netter! Wenn ich von der Arbeit komme, möchte ich im Forum nicht angegangen werden. Ich wollte doch nur einen Beitrag leisten, weil es mich auch interessiert. Schade, dass so viele Diskussionen in den Boden getrampelt werden, weil da jemand seine/ihre Meinung ganz besonders dick aufs Butterbrot schmieren muss. So macht das Teilen keinen Spaß :daumenrunter:
      MT
    • Zurück zum Thema:
      - die englische Rechtschreibung funktioniert ja anders : gleichklingende Laute / Silben / Wörter werden nicht unbedingt gleich geschrieben, sondern gerade zur besseren Diskriminierung unterschiedlich . ( two, to, too )
      In meinen Augen ist es wichtig, den Kindern das aufzuzeigen. Die Lernstrategie muss daher auch auf das Wort bezogen sein („Schreiben wie man es spricht“ funktioniert nicht).
      Am besten bewährt hat sich in meinen Augen das Lernen mit Karteikarten und Wort - Bild Material. Die Kinder müssen wirklich sehr viel üben, aber für manche bietet die neue Zugangsweise auch eine Chance, es mal anders zu versuchen.
      Motivierend wirkt es meiner Meinung nach oft, wenn man Wörter mit kleineren Rechtschreibfehlern nicht als ganzen Fehler wertet (z.B. in Vokabeltest).
    • Plunder schrieb:

      ...Schade, dass so viele Diskussionen in den Boden getrampelt werden, weil da jemand seine/ihre Meinung ganz besonders dick aufs Butterbrot schmieren muss. So macht das Teilen keinen Spaß :daumenrunter:
      Es ist unser Beruf, didaktisches Material zu analysieren. Außerdem mache ich das leidenschaftlich gern. Ich weiß nicht, warum du dich persönlich angegriffen fühlst, ich meine es absolut sachlich.

      An der Uni hatten wir einen einzigen Prof., der uns einen Fachrtikel mit Studien zur Effektstärke von Methoden im Unterricht vorgelegt hat. Meine Kommilitonen fanden das doof, weil "gefühlt was richtig oder falsch finden" ihrer Meinung nach einem Sonderpädagogen besser zu Gesicht steht. Und eine Freundin, die Erziehungswissenschaften und andere Masterfächer studierte, musste an einem unserer Seminare teilnehmen und hat milde belächelt, auf welch unwissenschaftliche Weise bei uns am Seminar gearbeitet wurde.

      Lehramt wird nicht umsonst an der Uni vermittelt und hat Professuren für die einzelnen Fächer. Es geht also auch im Fachforum nicht darum, ob jemand netterweise irgendwawas teilt (hier: Werbung für ein Institut), sondern um Fakten sinnvollen Lehrens und Lernens im Kontext Schulalltag.

      Ich fände es viel spannender, wenn du aus Sicht des Englischlehrers argumentieren würdest, warum du das vorliegende Programm hilfreich findest, anstatt beleidigt zu sein :top:
    • Liebe Krabappel,

      da hast du allerdings Recht damit, dass ein wissenschaftlicher Diskurs weitaus sinnvoller ist als der Austausch von gefühlten Erfahrungen. Es ging mir auch lediglich um deine Form der Kommunikation. Beleidigt bin ich nicht.

      Es ging mir auch gar nicht um das angeworbene Programm - das kenne ich gar nicht. Aber mal reinschauen wäre eine Möglichkeit für mich. Dennoch ist festzuhalten, dass die neuronalen Verbindungsprobleme nicht nur gefühlt sind.

      Hier habe ich einen Ausschnitt aus dem Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychology (jnnp.bmj.com/content/74/12/1603):


      "The results are impressive, not least in revealing dysfunctions in areas where one would expect to find them; in brain regions known to be involved with language generally and with phonological processes in particular. Such dysfunctions appear to be present from an early age, at least from the period of learning to read, yet they have proved to be amenable in some degree to modification with training."


      Es geht also um die neuronalen Verbindungen zwischem den Broca (allg. Sprachzentrum-Produktion) und den Wernicke (sensorisches Sprachzentrum-Verständnis) Arealen. Hier scheinen diese zwei Areale, zumindest laut der Studien im o.g. Artikel, eine schlechtere "Zusammenarbeit" aufzuzeigen.


      Was die Gründe betrifft, so wird angenommen, dass it "as been suggested by Eliez [i]et al, who found a 12% reduction in volume [...] among dyslexic men, affecting the grey matter predominantly.".
      [/i]
      Des Weiteren "Significant correlations were observed between reading scores and the severity of the changes in the left white matter tracts that contain the connections between posterior and anterior language areas."


      Offensichtlich kann man Dyslexia "behandeln", auch und gerade weil sich Verbesserungen in der Performanz im Wachsen zeigen. Allerdings haben auch die Engländer kein Wundermittel dafür erfunden. Meine Kinder mussten damals wöchentlich stupide Wortlisten üben, üben, üben - und zwar alle aus der Klasse! Wortlisten à la Gebauer, die sie ja wieder in der Primarstufe einführen will.


      Was die vielen gleichlautenden Wörter und Wortteile betreffen, kann kontextuelles Lernen helfen, also bspw.

      I like listening to music.

      I love my two rabbits.

      We have too much!

      I love you, too. (Das habe ich noch mit dem Komma gelernt und auch, wenn es heute nicht mehr gebraucht wird, ist es doch ein kleiner Trick, um den Unterschied zu verdeutlichen.)

      ...


      Ich weiß allerdings nicht, wie du, turtlebaby, to, two und too mit Wortkarten vermittelst? Vielleicht kannst du das nochmal erklären?

      Ich finde auch, dass man nicht jeden kleinen Fehler streng bewerten darf.


      Eins noch, Krabappel, ...

      Krabappel schrieb:

      Im Übrigen haben mehr englische Kinder Probleme mit der Rechtschreibung, als Spanische. Kein Wunder, Spanisch schreibt man häufiger, wie man es spricht. LRS ist also in England häufiger- haben deiner Erfahrung nach also mehr englische Kinder neurologische Defekte?
      Das stimmt so nicht unbedingt. Hier nochmal ein Zitat aus der o.g. Quelle:

      "English uses 1120 graphemes to represent the 40 phonemes of the language; Italian, by contrast, uses 33 graphemes to suffice for its 25 phonemes. The prevalence of dyslexia across different languages appears to be related to the depth or shallowness of their orthographies. Paulesu et al have nevertheless found that English, Italian, and French dyslexics all show equivalent reductions in activation of the key brain regions known to be affected in English-speaking dyslexics when PET scans are carried out during word reading."


      Natürlich ist dies nur eine Quelle und vielleicht ist die Forschung schon viel weiter. Aber ich möchte abschließend das betonen, was auch dir wichtig ist, und zwar dass wissenschaftliches Arbeiten unsere Grundlage ist!

      Leider schaffe ich das auch nicht immer, akribisch auf alles einzugehen, aber wir wachsen mit unseren Herausforderungen ;)

      Vielleicht gibt es ja noch ein paar gute Tipps hier zum Thema.
      MT
    • Ich möchte an dieser Stelle nur kurz klarstellen, dass ich keinerlei Werbung für irgendein Prgramm machen wollte. Ich arbeite halt lange genug im Bereich Legasthenie und habe in der Vergangenheit wirklich Probleme gehabt entsprechendes Material für Englisch zu finden.
      Das Wordly Programm ist aus einer Doktorarbeit heraus entwickelt worden. Mein Istitut hat an der ersten Erprobungsphase teilgenommen.
      Schüler, die wirklich Schwierigkeiten mit der Schreibung im Englischen haben, profitieren aus meiner Erfahrung sehr davon.
      Ich arbeite im Rotstift-Milieu ;)
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