TV Tipp: "Zwischen den Stühlen"

  • In meinem Kurs waren die Bögen anonym, aber die Angst vor manchen Fachleitern war so groß, dass das nichts geändert hat.

    Natürlich hat der Fachleiter einen gewissen Einfluss auf den individuellen Weg durch das Referendariat und (wie ich selbst zu gut weiß) macht man es sich nicht unbedingt einfacher, wenn man (bewusst oder unbewusst) an verschiedenen Ecken aneckt. An manchen Stellen im Forum kommt es jedoch so herüber als ob Fachleiter irgendwelche unberechenbaren Egozentriker ohne Sozialkompetenz wären. Ist das nicht "ein bisschen" übertrieben? Schließlich waren die Fachleiter zumindest in den meisten Fällen in einem früheren Leben selbst mal Lehrer (und davor natürlich Referendare) und mussten dadurch irgendwie mit jungen Leuten über mehrere Stunden am Tag auskommen...

  • Natürlich hat der Fachleiter einen gewissen Einfluss auf den individuellen Weg durch das Referendariat und (wie ich selbst zu gut weiß) macht man es sich nicht unbedingt einfacher, wenn man (bewusst oder unbewusst) an verschiedenen Ecken aneckt. An manchen Stellen im Forum kommt es jedoch so herüber als ob Fachleiter irgendwelche unberechenbaren Egozentriker ohne Sozialkompetenz wären. Ist das nicht "ein bisschen" übertrieben? Schließlich waren die Fachleiter zumindest in den meisten Fällen in einem früheren Leben selbst mal Lehrer (und davor natürlich Referendare) und mussten dadurch irgendwie mit jungen Leuten über mehrere Stunden am Tag auskommen...

    1. "manchen"


    2. Die Begründung, dass jmd. nett und verständisvoll gegenüber einer Gruppe von Menschen sein müsste, weil er früher selbst einmal zu ihr gehört hat, halte ich für gewagt! ;)


    3. Wenn man das Ref. kritisieren möchte, kann man subjektive Befindlichkeiten, wie die teilweise große Angst vor Vorgesetzten, bestimmte Erfahrungen wie sie in der TV-Doku gezeigt wurden usw. zum Anlaß (!) nehmen sich die Strukur - also die materiellen Gegebenheiten, Hierarchien - anzusehen, zu vergleichen usw.
    Ansonsten bleibt es eine subjektive Kritik an einzelnen Persönlichkeiten - sowohl auf Fachleiter- als auch Referendarsseite.

  • Natürlich hat der Fachleiter einen gewissen Einfluss auf den individuellen Weg durch das Referendariat und (wie ich selbst zu gut weiß) macht man es sich nicht unbedingt einfacher, wenn man (bewusst oder unbewusst) an verschiedenen Ecken aneckt. An manchen Stellen im Forum kommt es jedoch so herüber als ob Fachleiter irgendwelche unberechenbaren Egozentriker ohne Sozialkompetenz wären. Ist das nicht "ein bisschen" übertrieben? Schließlich waren die Fachleiter zumindest in den meisten Fällen in einem früheren Leben selbst mal Lehrer (und davor natürlich Referendare) und mussten dadurch irgendwie mit jungen Leuten über mehrere Stunden am Tag auskommen...


    Hallo Lehramtsstudent,


    du stehst ja selbst kurz vor dem Referendariat und wirst bald eigene Erfahrungen machen können. Ich wünsche dir alles nur erdenklich Gute und hoffe, dass du möglichst ordentliche Verhältnisse vorfindest. Die Chance besteht.


    Noch zu deinen Äußerungen: Es gibt Situationen, in denen muss man gar nicht "bewusst oder unbewusst" anecken, denn da wird man ohne erkennbaren Grund einfach so in eine Ecke gedrängt. Tatsächlich erscheinen mir viele Vorgänge, die sich ereignen, unberechenbar zu sein und von sozialer Kompetenz ist bei einigen Leuten gleichfalls weit und breit nichts zu sehen bzw. spüren. Mir ist das selbst unverständlich und ich möchte es nach wie vor eigentlich gar nicht wahrhaben.


    Zu deiner Beruhigung: Ich hatte definitiv etwas viel Pech bzw. nicht das notwendige Glück und bin in ungünstige zwischenmenschliche Konstellationen geraten. Dir drück ich die Daumen, dass du hier bald viel Positives über dein Referendariat berichten kannst!


    der Buntflieger

  • In meinem Kurs waren die Bögen anonym, aber die Angst vor manchen Fachleitern war so groß, dass das nichts geändert hat.

    Schon cool, wie da die Referendare auf Hypogonadismus trainiert wurden. Naja, wir Lehrer als Berufsgruppe sind nicht umsonst so, wie wir halt sind... :/

  • Naja, ich verstehe das schon, die Seminare sind nicht so groß, der Seminarleiter kennt in der Regel nach einer Weile die Handschriften der Referendare, und hat am Ende eine Seminarnote zu vergeben. Gerade bei sowieso als unfair empfundenen Seminarleitern sind dann einige doch gehemmt beim Ausfüllen!

  • der Seminarleiter kennt in der Regel nach einer Weile die Handschriften der Referendare,

    Und aus diesem Grund muss eine Evaluation so gestaltet sein, dass sie tatsächlich anonym ist. IT-Feedbacks helfen dabei. Man muss sie natürlich nutzen wollen...

  • Das Thema ist doch (meiner Meinung nach) gar nicht, ob Evaluationen statt finden oder nicht, sondern dass sich da, wo sie stattfinden, teilweise (!) eine große Angst der Referendare vor ihren Fachleitern manifestiert.


    Das kann man dann kritisieren und z.B. sagen "in dem System stimmt was nicht, die Hierarchie ist zu krass, die Referendare sind schutzlos ausgeliefert".
    Oder man kann es als Qualitätsmerkmal der besonderen Ausbildung von Beamten bzw. der von ihnen erwarteten Linientreue sehen; "die sollen erstmal durch die Mühle und lernen sich diesem System anzupassen anstatt als Anfänger den Laden umkrempeln zu wollen, irgendwelche querschießenden Querköpfe taugen nicht zum Beamten".

  • Das Thema ist doch (meiner Meinung nach) gar nicht, ob Evaluationen statt finden oder nicht, sondern dass sich da, wo sie stattfinden, teilweise (!) eine große Angst der Referendare vor ihren Fachleitern manifestiert.


    Das kann man dann kritisieren und z.B. sagen "in dem System stimmt was nicht, die Hierarchie ist zu krass, die Referendare sind schutzlos ausgeliefert".
    Oder man kann es als Qualitätsmerkmal der besonderen Ausbildung von Beamten bzw. der von ihnen erwarteten Linientreue sehen; "die sollen erstmal durch die Mühle und lernen sich diesem System anzupassen anstatt als Anfänger den Laden umkrempeln zu wollen, irgendwelche querschießenden Querköpfe taugen nicht zum Beamten".


    Hallo Morse,


    wobei das auch nicht ganz logisch ist. Ob man tatsächlich Beamter wird, ist im Referendariat und mit erfolgreich abgelegtem 2. Staatsexamen keinesfalls sicher. Die Prüfung, ob man zum Beamten auf Lebenszeit taugt (nennen wir es die notwendige "Linientreue"), folgt ja erst später bzw. durch die Probezeit.


    Außerdem wäre es doch ein Unding, den Zugang zu einem Beruf (Lehrer) vom Beamtenstatus abhängig zu machen bzw. diesem unterzuordnen. Schließlich gibt es genügend Lehrer, die nicht im Beamtenstatus sind und die einen guten Job machen.


    der Buntflieger

  • Es spielt gar keine Rolle, ob Du Beamter oder angestellter Lehrer bist. Bei uns gibt es gar kein Beamtentum, wir sind alle Angestellte im Staatsdienst. Der entscheidende Punkt ist die Sache mit dem *Staatsdienst*. Du repräsentierst als Staatsbediensteter eben das System des Landes, für das Du arbeitest und musst dementsprechend auch dahinterstehen. Das heisst längst nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss, aber Anarchisten haben im Staatsdienst wirklich nichts verloren. Also ja, ein gewisses Mass an Diplomatie und das Wissen, wann man besser mal die Klappe hält, sollte man als Lehrer durchaus mitbringen.


    Austoben kannst Du Dich im System auf der fachdidaktischen Seite, Sprüche wie "ich hätte Dir eine andere Note gegeben" (Anna im Film) kannst Du Dir kneifen. Du hast im Film ja gesehen, welche Hölle an der Stelle über Anna hereingebrochen ist. Ungefähr jedes Kind aus der Klasse meinte mal, über seine Note diskutieren zu müssen. Meine Korrekturen und Notengebung sind für die SuS transparent, ich halte mich an die schulhausinternen Vereinbarungen und stelle diese vor den SuS auch sicher nicht in Frage. Ich habe keine Notendiskussionen. Wieso soll ich mir an der Stelle selbst ins Knie schiessen, es gibt genug andere Aufgaben, in die ich meine Energie investieren muss und will.


    Zum Thema "Intransparenz": Der guten Anna im Film wurde mehrfach sehr konkret gesagt, woran sie arbeiten muss. Sie hat fachdidaktische Fehler gemacht und sie hat Probleme mit dem Classroom-Management (Kind haut anderem Kind mit dem Mäppchen aufn Kopp). Auch die Sache mit der "mangelnden Präsenz" kann man bei ihr sehr konkret dingfest machen, aber dafür hat sie sich ja Hilfe geholt, was auch absolut richtig und wichtig für sie war.

  • Ich würde zusätzlich sagen, dass es bei Anna mehrfach mit der Struktur haperte. Einmal als sie in der Besprechung meinte, dass sie den Einsatz einer Methode vergessen hatte, aber auch in der beschriebenen Situation mit den Notendiskussionen. Dass Schüler über Noten diskutieren, ist normal und das machte ich damals auch als Schüler, aber es wäre vermutlich etwas geordneter gewesen, wenn man den Schülern eine Stillarbeitsaufgabe gegeben hätte und einzelne (!) Schüler bei Gesprächsbedarf nach vorne hätten kommen können. Gerade diese Traubenbildung (was auch bei Ralfs Notenvergabe der Fall war) zwingt den Lehrer nämlich in so eine Rechtfertigungsposition, wobei ja der Schüler etwas vom Lehrer möchte statt andersherum. Aber klar - einmal muss man diesen Fehler begangen haben und beim nächsten Mal macht man es besser, da machte Anna ja durchaus Fortschritte.

  • Aber klar - einmal muss man diesen Fehler begangen haben und beim nächsten Mal macht man es besser, da machte Anna ja durchaus Fortschritte.


    Eben. Ich habe den Fehler bei der ersten Notenbesprechung auch gemacht. Man denkt da vorher oft einfach gar nicht dran, wenn man mit anderen Dingen ausgelastet ist.


    der Buntflieger

  • Gerade diese Traubenbildung (was auch bei Ralfs Notenvergabe der Fall war)

    Da ging es nicht um eine Einzelnote sondern darum, wo die SuS insgesamt zur Zeit stehen. Das schien mir eine geplante Informationsveranstaltung zu sein und wirklich Diskussionen gab es da nicht.



    Dass Schüler über Noten diskutieren, ist normal

    Mach Korrektur und Notengebung transparent und die Diskussionen hören auf. Ich schwöre Dir, mit mir diskutiert niemand. Es kommt hin und wieder vor, dass einer noch mal nachfragt, was ich denn jetzt mit der Korrektur genau gemeint habe (ich mache eine vollständige Positiv-Korrektur) aber das ist keine Diskussion im Sinne von "Ungerecht!!! Warum hat der ne 3 und ich ne 5?!".

  • Es spielt gar keine Rolle, ob Du Beamter oder angestellter Lehrer bist. Bei uns gibt es gar kein Beamtentum, wir sind alle Angestellte im Staatsdienst. Der entscheidende Punkt ist die Sache mit dem *Staatsdienst*. Du repräsentierst als Staatsbediensteter eben das System des Landes, für das Du arbeitest und musst dementsprechend auch dahinterstehen. Das heisst längst nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss, aber Anarchisten haben im Staatsdienst wirklich nichts verloren. Also ja, ein gewisses Mass an Diplomatie und das Wissen, wann man besser mal die Klappe hält, sollte man als Lehrer durchaus mitbringen.


    Hallo Wollsocken80,


    ich weiß nicht, woher du diese Informationen nimmst. Mir ist diesbezüglich bekannt, dass für Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst das besondere Dienst- und Treueverhältnis der Beamten eben NICHT gilt.


    Davon abgesehen gilt auch für Beamte die Remonstrationspflicht. Mit Anarchismus hat das sowieso nichts zu tun - weder im hier diskutierten Film noch in der Diskussion ist das ein Argument. Auch die Anna kann wohl kaum als Anarchistin bezeichnet werden, bloß weil sie hier und da einen Hauch von Kritik (sie ist schließlich in keiner einfachen Lage) äußert.


    der Buntflieger

  • Ich habe auch als Angestellte (wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni) im *deutschen* öffentlichen Dienst einen Eid zur Verfassungstreue geschworen.

  • ...
    Davon abgesehen gilt auch für Beamte die Remonstrationspflicht. Mit Anarchismus hat das sowieso nichts zu tun - weder im hier diskutierten Film noch in der Diskussion ist das ein Argument. Auch die Anna kann wohl kaum als Anarchistin bezeichnet werden, bloß weil sie hier und da einen Hauch von Kritik (sie ist schließlich in keiner einfachen Lage) äußert.

    Was hast du immer bloss mit deiner Kritik?! Wieso meinst du ständig, irgendwas kritisieren zu müssen?


    Remonstrieren hat was damit zu tun, wenn dich dein Vorgesetzter zu rechtsfreiem Tun auffordert. Dabei kritisierst du nicht den Vorgesetzten im Sinne von "wir müssen reden, mir gefällt nicht, wie Sie..." sondern es geht darum, dass sich in einer Gesellschaft alle an Regeln halten müssen. Der Chef, der Kollege, der Lehrling, alle.


    Du bist nicht in einer gleichberechtigten Partnerschaft. Bist du nicht. Wirst du auch mit den Schüler nie sein. Deine Kritik ist deswegen nicht angebracht, weil du erst das Handwerkszeug lernen musst, bevor du den Betrieb umorganisieren willst.


    Oder wie Wollsocken schrieb: Ich sage nicht beim Vorstellungsgespräch, dass mir die Firmenphilosophie nicht gefällt. Was nicht heißt, dass mir nach 3 Jahren in einer Firma nicht Verbesserungsvorschläge kommen dürften, die ich selbstredend an den Mann bringe. Was auch nicht heißt, dass der Chef mich bei der Gehaltsabrechnung bescheißen darf oder die Kollegen mobben dürfen.


    Vielleicht solltest du dir eine Branche suchen, wo man gerne von Azubis belehrt wird. Ich wüsste keine, aber du hast da ja offenbar Ideen...

  • Ich habe auch als Angestellte (wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni) im *deutschen* öffentlichen Dienst einen Eid zur Verfassungstreue geschworen.


    Ja, das Gelöbnis zur Verfassungstreue ist mir bekannt.


    Aber z.B. nicht vorhandenes Streikrecht und der persönliche Einsatz für den Beruf bis ins Private hinein etc., was für den Beamten gilt, entfällt für die Staatsangestellten.


    der Buntflieger

  • Was hast du immer bloss mit deiner Kritik?! Wieso meinst du ständig, irgendwas kritisieren zu müssen?
    Vielleicht solltest du dir eine Branche suchen, wo man gerne von Azubis belehrt wird. Ich wüsste keine, aber du hast da ja offenbar Ideen...


    Hallo Krabappel,


    ich habe bis jetzt noch keinen Vorgesetzten kritisiert und werde das hoffentlich auch künftig nicht tun müssen. Was ich im Referendariat getan habe, diente lediglich dem Selbstschutz und verlief innerhalb der mir zustehenden Rechte und Pflichten. Du brauchst dir diesbezüglich also keine Sorgen zu machen - auf den Kopf gefallen bin ich nicht.


    der Buntflieger

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