NRW - Positivkorrektur Pflicht?

  • Hallo zusammen,
    kann mir jemand sagen, ob die durchgehende Positivkorrektur in NRW (generell und in Deutsch im Speziellen) Pflicht ist und wenn ja, wo genau ich diese Vorschrift finde? Bei einer ersten schnellen Prüfung des Kernlehrplans habe ich nichts gefunden.

  • Wobei "in der Regel" heißt, dass es auch Ausnahmen geben kann. Im Fremdsprachenunterricht kann das z.B. sein, dass man für die Berichtigung der Klausur Fehlerkorrekturen plant, die von den Lernern durchgeführt werden.

  • Die PDFs scheinen auch für alle Fächer identisch zu sein. Offenbar soll ich auch in Mathe Korrekturen der Marke G-T und W-A benutzen.

  • Hmmm... ja?! Sprachliche Bildung ist unsere Aufgabe in allen Fächern?!

    Eben drum. Zumal man in M und Phy auch die Möglichkeit hat, die Note (Abitur) runterzusetzen, wenn gehäuft Fehler gegen die sprachliche Richtigkeit auftreten. Also muss man die SuS bereits frühzeitig daran gewöhnen, dass eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik in allen Fächern wichtig ist. (sehen die Schüler jedoch oft erst nicht ein: "Ist doch Mathe und nicht Deutsch"). Das Gleiche gilt für Facharbeiten.
    Auch ist eine korrekte Fachsprache wichtig. Ansonsten sprechen die Schüler wie sie wollen, mit Fachsprache hat es aber nichts zu tun.

  • Stimme ich dir zu. Ist auch nicht so, dass ich vermurkste Aussagen nicht korrigiere. Aber ich bin kein Deutschlehrer - meine Deutschkorrektur kann also maximal oberflächlich erfolgen. Diese Zeichen (mit dem angehängten Bindestrich) kannte ich bis gestern noch nicht mal.


    Zumal: Wenn in Mathe das größte Problem der Schüler ist, dass sie die deutsche Sprache in den Antworttexten nicht beherrschen, dann habe ich aber schon verdammt viel erreicht :-).

  • Zumal man in M und Phy auch die Möglichkeit hat, die Note (Abitur) runterzusetzen

    Hat das eigentlich schon mal jemand wirklich bis zum Ende durchgezogen? Ich kenne diese Regelung auch vom Hörensagen. Ich befürchte aber, dass selbst bei einer kompetenzorientierten Klausur (also eine, die neben den üblichen Rechnungen aus relativ viel Text der Schüler besteht) einem Widerspruch gegen die Abwertung nicht standhält. Zwei Notenpunkte (soweit ich weiß ist das die maximale Abwertung) bei einer Klausur, die völlig andere Schwerpunkte setzt, erscheint mir zu krass. In Deutsch ist das sicherlich anders.


    Edit: Und ich meine nicht die Formpunkte, die in den Abiturklausuren gegeben werden. Die umfassen nämlich neben der sprachlichen Darstellung auch sonstige Darstellungsleistungen und unfassen bei meinem LK z.B. knapp 10% der Gesamtpunktzahl.

  • Hat das eigentlich schon mal jemand wirklich bis zum Ende durchgezogen?

    Ich noch nicht.

    Zitat

    Ich kenne diese Regelung auch vom Hörensagen.

    Gukstu Vorschriften:

    Zitat von APO-GOSt §34

    (3) Gehäufte Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit in der deutschen Sprache und gegen die äußere Form führen gemäß § 13 Abs. 2zu einer Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte.

    Hast du schon einmal selbst eine Abiturklausur begutachtet? Immer die Rechtsvorschriften lesen und befolgen - ist wichtig! Aber immer auch den gesamten Ermessensspielraum ausnutzen. Was "gehäuft" konkret ist, entscheidest du.



    Nele

  • Hast du schon einmal selbst eine Abiturklausur begutachtet? Immer die Rechtsvorschriften lesen und befolgen - ist wichtig! Aber immer auch den gesamten Ermessensspielraum ausnutzen. Was "gehäuft" konkret ist, entscheidest du.

    Ja, mit "Hörensagen" meinte ich, dass ich niemanden kenne, der das in einer nichtsprachlichen Klausur einmal durchgezogen hat. Abiturklausuren im NTW-Bereich korrigiere ich regelmäßig. Abwertungen gibts dort eher wegen unsauberer Darstellung.


    Das ich entscheide, was "gehäuft" ist, bezweifel ich. Ich kann das vielleicht für mich festlegen. Entscheiden, ob das rechtmäßig ist, tut am Ende aber derjenige, der sich mit dem Widerspruch beschäftigt. Deshalb ja meine Frage :)

  • Ja. 1 MSS-Punkt abgezogen. Kein Widerspruch.

    Danke für die Info. Kannst du - ohne das du Probleme bekommst - ein wenig für mich erläutern, wie es dazu gekommen ist? Mathe oder Physik? Wie haben sich die sprachlichen Defizite geäußert bzw. in welchem Maß waren sie vorhanden?

  • Die PDFs scheinen auch für alle Fächer identisch zu sein. Offenbar soll ich auch in Mathe Korrekturen der Marke G-T und W

    in Pädagogik mache ich das ja auch, auch wenn das kein sprachliches Fach ist. Da würde ich keinen Unterschied machen und ich weiß auch, dass das in Bio gemacht wird (hatte mal bei ein paar Schülerinnen die 2. LK Lehrerin gefragt, ob sie das auch macht).

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Vielleicht habe ich mich nicht so klar ausgedrückt: Es gibt jede Menge Fächer, wo bei den Klausuren Unmengen an Text geschrieben werden. Dazu zählt neben den Sprachen sicherlich auch Bio, Päda, Sport, Reli, Politik etc. Wenn die sprachliche Darstellung schief ist, wird da wohl kaum einer was gegen sagen, wenn der entsprechende Abwertungsparagraph benutzt wird. In Physik und in Mathe ist der Textanteil erheblich geringer, das Hauptaugenmerk hier liegt auf nachvollziehbaren Rechnungen und zu einem Teil auf schriftlichen Erläuterungen. Es macht denke ich einen Unterschied, ob ich auf sechs von sechs Seiten durchgehend falsches Deutsch fabriziere (hier ist die Sprache das Haupttransportmittel für die Inhalte) oder ob ich in Mathe auf effektiv 1,5 Seiten (bei sehr kompetenzorientierten Klausuren) von 6 Seiten mit falschen Deutsch beschrifte.

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