Problem mit Referendar und Fachkompetenz

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    • Das Problem ist, Kiggie, dass ich einige Deutschlehrämtler und auch andere Lehramtsstudenten mit LRS und massiven Sprachfehlern (z.B. starke Dyslalie im Bereich S-Laute, die die Verständigung extrem erschweren) bei Ansprechen des Problems hingestellt haben und meinten, das wäre ja ungerecht und unfair, wenn sie das nicht studieren dürften. Was für eine Diskriminierung das doch sei etc. und man solle sich doch daran nicht stören.

      Den Vogel abgeschossen hatte eine junge Dame mit Sigmatismus, starker LRS und fehlendem Willen, ihr Problem einzusehen und daran zu arbeiten. Besagte Dame hat sich dann durch die Prüfungen geklagt und ist mit durchgekommen. Es ist ja eine anerkannte Beeinträchtigung und es darf ja nicht sein, dass man deswegen keine Chance bekommt.

      Wenn ich kein räumliches Sehen habe, kann ich auch nicht mit Sondersignalen fahren (also Polizei fällt da dann schon mal weg), da ich auf längere Sicht eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen kann. Wenn ich Höhenangst habe, kann ich auch nicht Baumkleterrer werden und wenn ich eine Mehlstauballergie habe eben halt nicht Bäcker. Sich dann als Student hinzustellen und zu fordern, das doch bitte alle Rücksicht auf einen zu nehmen haben und im Zweifelsfall der Klageweg beschritten wird, ist armselig. Spannenderweise habe ich dahingehend dann viele im Lehramtsbereich getroffen, die nur emotional argumentierten um eine Begründung für diese Idiotie zu finden.

      Und wenn dann auch noch die Gesetzlage so weichgespült ist, dass man sich dahinter verstecken kann, statt einfach zu akzeptieren, dass man a) entweder den Arsch hoch kriegen muss udn sich anstrengen muss oder b) eben nicht den Job ausführen kann, na dann Prost Mahlzeit....
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)
    • Wo ich das lese frage ich mich, inwiefern denn Nicht-Deutschlehrer mit LRS akzeptabel sind? Ich finde eine gewisse Vorbildfunktion sollte schon gegeben sein, auch wenn man "nur" Naturwissenschaften unterrichtet.
      Andererseits könnte man mit der Einschränkung auch offen umgehen.

      Klar sollte aber sein, dass LRS bei Deutschlehrern ein absolutes NO GO ist.
    • state_of_Trance schrieb:

      Wo ich das lese frage ich mich, inwiefern denn Nicht-Deutschlehrer mit LRS akzeptabel sind? Ich finde eine gewisse Vorbildfunktion sollte schon gegeben sein, auch wenn man "nur" Naturwissenschaften unterrichtet.
      Andererseits könnte man mit der Einschränkung auch offen umgehen.

      Klar sollte aber sein, dass LRS bei Deutschlehrern ein absolutes NO GO ist.

      Hallo state_of_Trance,

      theoretisch ist es schon denkbar und wohl inzwischen auch machbar, dass man mit entsprechendem Nachteilsausgleich trotz (oder gerade wegen?) diagnostizierter Legasthenie Lehrer werden kann. Man ist dann eben kein Vorbild in Sachen möglichst korrekter Sprachverwendung, sondern man zeigt bzw. stellt unter Beweis, dass man auch mit gewissen Einschränkungen im Leben einiges erreichen kann: Wenn man dazu steht und offen damit umgeht.

      Auch der Hauptgedanke inklusiver Pädagogik würde sich ad absurdum führen, wenn im Lehramt für Lehrer dieselben Grundsätze keine Geltung hätten: Nicht der Einzelne passt sich an die Voraussetzungen an, sondern die Voraussetzungen an die Einzelnen.

      Hier müssen wir wohl grundsätzlich umdenken. Vielleicht helfen künftig einfach die leistungsstarken Schüler dem LRS-Lehrer bei Tafelanschrieben und korrigieren als Klasse gemeinsam die fehlerhaften Arbeitsblätter etc. Vorstellbar ist das durchaus, sofern die leistungsstarken Schüler nicht vorher die Flucht ergreifen. ;)

      der Buntflieger
    • state_of_Trance schrieb:

      Wo ich das lese frage ich mich, inwiefern denn Nicht-Deutschlehrer mit LRS akzeptabel sind? Ich finde eine gewisse Vorbildfunktion sollte schon gegeben sein, auch wenn man "nur" Naturwissenschaften unterrichtet.
      Andererseits könnte man mit der Einschränkung auch offen umgehen.

      Klar sollte aber sein, dass LRS bei Deutschlehrern ein absolutes NO GO ist.

      Sog. "Nachteilsausgleich" auch für Lehrer - wäre ja nur konsequent ;)
    • Buntflieger schrieb:

      Hallo Lehramtsstudent,

      man muss ja nun kein Experte für Orthographie sein nach dem Studium. Aber zumindest Prädikate sicher identifizieren - das sollte schon drin sein. Und wer das kann, der setzt in der Regel auch keine falschen Kommas mehr oder vergisst sie zu setzen. Das sind meinem Verständnis nach absolute Basics als Fachlehrer.
      Da erwarte ich aber schon wesentlich mehr von einem Deutschlehrer, egal in welcher Schulart er unterrichtet. Das, was du schreibst, ist bis auf die Kommaregeln unter dem Grundschulwissen einer 4. Klasse.

      Mein Studium ist schon länger her. Ich bin entsetzt, wenn ich hier lese, welches Niveau man im Studium inzwischen offensichtlich zulässt bzw. zulassen muss. Ein Fachlehrer muss Experte in seinem Gebiet sein, und zwar in allen Bereichen, dazu studiert er und bringt die grundlegenden Voraussetzungen durch das Abitur mit. Von jedem Lehrer, der etwas schriftlich einbringen muss, erwarte ich eine gesicherte Rechtschreibung (Minimalfehler können ja vorkommen), egal in welchem Fach. Schon allein das viele Lesen von Fachbüchern müsste einen doch in der Rechtschreibung und im Ausdruck weiterbringen.
      Was ist das denn für ein Vorbild, wenn nicht?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • Buntflieger schrieb:

      Vielleicht helfen künftig einfach die leistungsstarken Schüler dem LRS-Lehrer bei Tafelanschrieben und korrigieren als Klasse gemeinsam die fehlerhaften Arbeitsblätter etc. Vorstellbar ist das durchaus, sofern die leistungsstarken Schüler nicht vorher die Flucht ergreifen.
      Setzt aber voraus, dass es überhaupt leistungsstarke Schüler mit sicherer Sprachbeherrschung in der Klasse gibt. Schulen mit vielen Schülern ndH. gehen also von vorneherein schon mal nicht, Grundschulen auch nicht....
      Dumm auch, wenn der Lehrer nicht verlässlich beurteilen kann, ob seine Schüler nun auch wirklich all seine Fehler gefunden und auch richtig verbessert haben.
      Und korrigieren die leistungsstarken Schüler dann auch alle Arbeiten der nicht so leitungsstarken Schüler (inklusive Benotung), weil das der Kollege mit LRS ja auch nicht selbst kann?
    • icke schrieb:

      Buntflieger schrieb:

      Vielleicht helfen künftig einfach die leistungsstarken Schüler dem LRS-Lehrer bei Tafelanschrieben und korrigieren als Klasse gemeinsam die fehlerhaften Arbeitsblätter etc. Vorstellbar ist das durchaus, sofern die leistungsstarken Schüler nicht vorher die Flucht ergreifen.
      Setzt aber voraus, dass es überhaupt leistungsstarke Schüler mit sicherer Sprachbeherrschung in der Klasse gibt. Schulen mit vielen Schülern ndH. gehen also von vorneherein schon mal nicht, Grundschulen auch nicht....Dumm auch, wenn der Lehrer nicht verlässlich beurteilen kann, ob seine Schüler nun auch wirklich all seine Fehler gefunden und auch richtig verbessert haben.
      Und korrigieren die leistungsstarken Schüler dann auch alle Arbeiten der nicht so leitungsstarken Schüler (inklusive Benotung), weil das der Kollege mit LRS ja auch nicht selbst kann?

      Hallo icke,

      ich sehe da kein Problem.
      Die differenzierte Fehlerkultur, auf die wir zweifelsohne zusteuern, wird es ermöglichen, dass Fehler insgesamt als Chancen und nicht mehr als Stigmata begriffen werden. Insofern reicht es aus, wenn man sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, keine zu machen. Reicht das Wissen nicht aus (und ist das Gewissen evtl. etwas schwächlich ausgeprägt), ist das eben so.

      Auf der Gemeinschaftsschule gibt es sowieso keine Noten mehr und ob nun der Lehrer dem Schüler seinen Leistungsstand schriftlich mitteilt oder der Schüler dem Lehrer - pardon: dem Lernbegleiter -, das sind doch unwesentliche Detailfragen. Das Bild vom allwissenden Lehrer war ohnehin nie beliebt und heutzutage ist es vollkommen aus der Mode gekommen.

      Schließlich und letztlich: Eine Person, die das Lernen lediglich begleitet, muss im Grunde gar nichts großartig können, außer eben mit dabei zu sein und rege Anteil zu nehmen. ;)

      der Buntflieger
    • Caro07 schrieb:

      Buntflieger schrieb:

      Hallo Lehramtsstudent,

      man muss ja nun kein Experte für Orthographie sein nach dem Studium. Aber zumindest Prädikate sicher identifizieren - das sollte schon drin sein. Und wer das kann, der setzt in der Regel auch keine falschen Kommas mehr oder vergisst sie zu setzen. Das sind meinem Verständnis nach absolute Basics als Fachlehrer.
      Da erwarte ich aber schon wesentlich mehr von einem Deutschlehrer, egal in welcher Schulart er unterrichtet. Das, was du schreibst, ist bis auf die Kommaregeln unter dem Grundschulwissen einer 4. Klasse.

      Hallo Caro07,

      sag das nicht - die Mehrheit meiner Kollegen können ein Verb nicht von einem Prädikat unterscheiden! :P
      Wer das aber nicht kann, der kann sich auch die Kommaregeln nicht syntaktisch herleiten. Es reicht also nicht aus, Wortarten klassifizieren zu können.

      Es gab da doch vor einigen Jahren diese Untersuchung unter Deutschstudierenden, bei der sich zeigte, dass das Grammatikwissen in etwa im Bereich des 6. Schuljahres angesiedelt war. Bei uns konnte man wählen, ob man Linguistik oder Literaturwissenschaft in der Abschlussprüfung belegen möchte. In meinem Kurs war ich der einzige, der sich für Linguistik entschied. Außerdem habe ich regelmäßig die Hausarbeiten von Kommilitonen korrigiert und wundere mich diesbezüglich eigentlich über gar nichts mehr. ;)

      der Buntflieger
    • Ich entschied mich damals auch für den Bereich "Literatur" in der Abschlussprüfung, aber weniger, weil ich im Bereich "Sprache" Defizite hatte (Ich war in beiden Bereichen etwa gleich gut.), sondern eher, weil "Sprache" doch recht lernintensiv gewesen wäre und ich mit Hinblick auf die Vorbereitung auf die anderen Prüfungen Prioritäten setzen musste. Sicher geht das vielen anderen Deutschlehramtsstudenten ähnlich. Als angehender Deutschunterricht ist ein sicheres Wissen über grammatische Strukturen sicher vorteilhaft, wobei ich auch hier wieder zwischen den Schulformen unterscheiden würde. Als Grund- oder Förderschullehrer sollte man die Grundlagen der deutschen Grammatik verstehen und kompetent erklären und anwenden können. Bei Gymnasiallehrern hingegen erwarte ich schon, dass auch tiefergehendes linguistisches Wissen (z.B. auch über die Geschichte der deutschen Sprache) vorhanden ist, sodass letztendlich auch der Bereich "Sprache" bishin zum Leistungskurs unterrichtet werden kann (auch wenn die persönlichen Vorlieben eher im Bereich "Literatur" liegen).
    • Caro07 schrieb:

      Buntflieger schrieb:

      Hallo Lehramtsstudent,

      man muss ja nun kein Experte für Orthographie sein nach dem Studium. Aber zumindest Prädikate sicher identifizieren - das sollte schon drin sein. Und wer das kann, der setzt in der Regel auch keine falschen Kommas mehr oder vergisst sie zu setzen. Das sind meinem Verständnis nach absolute Basics als Fachlehrer.
      Da erwarte ich aber schon wesentlich mehr von einem Deutschlehrer, egal in welcher Schulart er unterrichtet. Das, was du schreibst, ist bis auf die Kommaregeln unter dem Grundschulwissen einer 4. Klasse.
      Mein Studium ist schon länger her. Ich bin entsetzt, wenn ich hier lese, welches Niveau man im Studium inzwischen offensichtlich zulässt bzw. zulassen muss. Ein Fachlehrer muss Experte in seinem Gebiet sein, und zwar in allen Gebieten, dazu studiert er und bringt die grundlegenden Voraussetzungen durch das Abitur mit. Von jedem Lehrer, der etwas schriftlich einbringen muss, erwarte ich eine gesicherte Rechtschreibung (Minimalfehler können ja vorkommen), egal in welchem Fach. Schon allein das viele Lesen von Fachbüchern müsste einem doch in der Rechtschreibung und im Ausdruck weiterbringen.
      Was ist das denn für ein Vorbild, wenn nicht?
      Sehe ich genauso. In meiner Schulzeit war es noch so, dass ab der 11. Klasse Rechtschreibung und Grammatik in allen schriftlichen Arbeiten bewertet wurden. Hatte jemand im Durchschnitt mehr als drei Fehler pro Seite, wurde ihm ein Punkt von der Gesamtnote abgezogen. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass das in meinem Jahrgang jemals vorgekommen ist. Es müssen also eigentlich alle eine gute Rechtschreibung gehabt haben.
      Lehrer mit LRS (oder sonstigen Rechtschreib- und Grammatikproblemen) gehen für mich gar nicht. Und das sage ich, obwohl ich normalerweise als Sonderpädagogin sehr für Nachteilsausgleiche, Inklusion usw. bin. Aber wir unterrichten Kinder und Jugendliche. Und Sprache, sowohl mündliche als auch schriftliche, ist ein essentieller Bestandteil dessen. Und wer hier gravierende Schwierigkeiten hat, ist einfach nicht in der Lage, diesen wichtigen Bereich auszufüllen. Nicht jeder kann jeden Beruf ergreifen. Ich bin z.B. nicht besonders sportlich. Da kann ich auch nicht sagen, dass ich aber doch so gerne Sportlehrerin werden möchte, wenn ich nicht mal die Basics hierfür mitbringe. Tragisch ist hieran, wenn das eben nicht schon vor Aufnahme des Studiums deutlich wird, sondern erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Als Grund- oder Förderschullehrer sollte man die Grundlagen der deutschen Grammatik verstehen und kompetent erklären und anwenden können. Bei Gymnasiallehrern hingegen erwarte ich schon, dass auch tiefergehendes linguistisches Wissen (z.B. auch über die Geschichte der deutschen Sprache) vorhanden ist, sodass letztendlich auch der Bereich "Sprache" bishin zum Leistungskurs unterrichtet werden kann (auch wenn die persönlichen Vorlieben eher im Bereich "Literatur" liegen).

      Hallo Lehramtsstudent,

      in der Oberstufe war Grammatik bzw. Sprachreflexion bei uns eigentlich nie Thema, was ich damals als sehr angenehm empfand. Die Schulgrammatik aus der Grundschule und Sekundarstufe 1 hatte ich in unguter Erinnerung. Nun muss man bei Erinnerungen immer vorsichtig sein, aber ich meine, dass mir viele Aspekte der Grammatik fachlich fragwürdig und auf jeden Fall einseitig vermittelt wurden. Grammatikunterricht war auch immer mehr ein relativ stupides Abarbeiten von Tabellen/Arbeitsblättern und weniger eine Reflexion über Sprache.

      Meines Erachtens wäre es dringend geboten, gerade angehende Grundschullehrer und Sek.I-Lehrer hinsichtlich der Sprachreflexion gezielter zu schulen. Das wird zwar schon - zum Teil verzweifelt - versucht, aber es reicht bei Weitem nicht aus. Gerade wenn man Kinder mit sprachlichen Problemen unterrichtet, ist es ja ungemein wichtig, dass man sich linguistisch auskennt und nicht erst im Wörterbuch nachschlagen muss, wenn z.B. von der Phonem-Graphem-Korrespondenz die Rede ist etc.

      Es reicht hier eben nicht aus, nur die "Grundlagen" zu kennen und zu verstehen. Man sollte sich auf jeden Fall - und sei dies auch nur in Teilbereichen - wissenschaftlich mit der Materie beschäftigt haben, zumal man das später - wenn es im Studium versäumt wurde - sicherlich nicht mehr nachholen wird. Wer immer nur auf Duden-Niveau operiert (Grammatik ist das, was man im Duden nachschlagen kann/muss), wird nie zu echter Sprachreflexion in der Lage sein.

      der Buntflieger
    • Ist ja nicht nur in der Sprache so. Bei uns gibt es Kollegen, die keine Ahnung in Rechnungswesen haben, aber dort seltsamerweise eingesetzt werden.

      Es ist für mich immer ein Graus wenn ich diese Schüler im BK II übernehme.
      Ein Schnitt jenseits der 4,0 ist da sehr häufig.

      Zumindest kann man da nicht wie in D von Seiten des Ministeriums Vorgaben machen.

      Referendare haben das im Studium im 1. Semester. Da kann man sich dann vorstellen wie groß die Lücken sind. Und Lust diese zu schließen wird nur halbherzig wahrgenommen.
    • Punkt schrieb:

      Als ich den Hauptseminarleiter auf die Fehler im letzten Entwurf ansprach (28 Rechtschreib- und Grammatikfehler!), meinte dieser, die wären ihm gar nicht aufgefallen. :staun:
      Wundert Dich das? Mein Schulletiergutrachten hat auf den ersten beiden Seiten ähnlich viele Fehler.
      Das ist halt das Resultat der Schulpolitik der letzten 25 Jahre, die die Selektionsfunktion ganz weit hinten angesiedelt hat.
    • Buntflieger schrieb:

      Bei uns konnte man wählen, ob man Linguistik oder Literaturwissenschaft in der Abschlussprüfung belegen möchte. In meinem Kurs war ich der einzige, der sich für Linguistik entschied. Außerdem habe ich regelmäßig die Hausarbeiten von Kommilitonen korrigiert und wundere mich diesbezüglich eigentlich über gar nichts mehr. ;)
      Nunja, die Linguistik ist eigentlich nicht mit "Grammatik und Orthographie lernen" befasst.

      Nele
    • Luiselotte schrieb:

      Krabappel schrieb:

      wie jetzt? Und wenn einem Nachdenken nicht so liegt, oder Fachwissen?
      Ich verstehe deine Frage nicht ...Ich spreche von der Form der Prüfungsleistung und darüber, wie man schriftliche Prüfungen vermeiden kann.
      Das hat mit Inhalten (Fachwissen) nichts zu tun.
      ...
      Ich bin schon erschrocken darüber, dass man inzwischen Hausarbeiten (Examensarbeit dann auch?) umgehen kann. Natürlich gat das was mit Fachwissen zu tun. Multiple Choice ist eine Sache und sich ein Thema erschließen eine weitere.
    • Multiple Choice ist in meinen Augen grenzwertig was die Nachweisbarkeit von Wissen angeht. In einer meiner Pflichtkurse gab es auch diesen Multiple Choice Test. Ich selbst hatte nicht am Kurs teilgenommen, da er erst für ein höheres Semester veranschlagt war, bin dann aber aus Interesse einfach mit Freunden von mir mit zur Prüfung gegangen ohne JEMALS vorher irgendetwas von den Seminarunterlagen gesehen zu haben. Meine Freunde, die wirklich hart gebüffelt haben und das heute noch runterbeten können, sind in den meisten Fällen durchgerasselt. Ich hingegen habe mit einem einzigen Fehler bestanden. Das fand ich gruselig, gefreut hab ich mich über diese einfache Leistung natürlich dennoch (immerhin konnte ich mir so den Kurs sparen).
      Als HiWi ist mir später dann sauer aufgestoßen, dass einige Dozenten durchaus kaum Wert auf Rechtschreibung und Grammatik gelegt haben. Hauptsache der Inhalt war weitestgehend nachvollziehbar und korrekt. Wenn nicht mal da drauf geachtet wird, was soll das dann erst später werden?
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)
    • Buntflieger schrieb:

      ich sehe da kein Problem.
      Die differenzierte Fehlerkultur, auf die wir zweifelsohne zusteuern, wird es ermöglichen, dass Fehler insgesamt als Chancen und nicht mehr als Stigmata begriffen werden. Insofern reicht es aus, wenn man sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, keine zu machen. Reicht das Wissen nicht aus (und ist das Gewissen evtl. etwas schwächlich ausgeprägt), ist das eben so.
      Diese Ansicht finde ich teilweise sehr befremdlich. Wenn mein Arzt/Chirurg bei manchen medizinischen Verfahren auch so denken würde, wäre ich vermutlich ganz weit weg.
      Niemand kann alles und Fehler werden zweifelsohne überall gemacht, aber man sollte schon versuchen, sie möglichst gering zu halten.
    • Frapper schrieb:

      Buntflieger schrieb:

      ich sehe da kein Problem.
      Die differenzierte Fehlerkultur, auf die wir zweifelsohne zusteuern, wird es ermöglichen, dass Fehler insgesamt als Chancen und nicht mehr als Stigmata begriffen werden. Insofern reicht es aus, wenn man sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, keine zu machen. Reicht das Wissen nicht aus (und ist das Gewissen evtl. etwas schwächlich ausgeprägt), ist das eben so.
      Diese Ansicht finde ich teilweise sehr befremdlich. Wenn mein Arzt/Chirurg bei manchen medizinischen Verfahren auch so denken würde, wäre ich vermutlich ganz weit weg.Niemand kann alles und Fehler werden zweifelsohne überall gemacht, aber man sollte schon versuchen, sie möglichst gering zu halten.
      Nach zweimaligem Lesen des zitierten Beitrages von Buntflieger bin ich ja dann doch zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Ironie handelt... (bitte, bitte)
    • icke schrieb:

      Frapper schrieb:

      Buntflieger schrieb:

      ich sehe da kein Problem.
      Die differenzierte Fehlerkultur, auf die wir zweifelsohne zusteuern, wird es ermöglichen, dass Fehler insgesamt als Chancen und nicht mehr als Stigmata begriffen werden. Insofern reicht es aus, wenn man sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, keine zu machen. Reicht das Wissen nicht aus (und ist das Gewissen evtl. etwas schwächlich ausgeprägt), ist das eben so.
      Diese Ansicht finde ich teilweise sehr befremdlich. Wenn mein Arzt/Chirurg bei manchen medizinischen Verfahren auch so denken würde, wäre ich vermutlich ganz weit weg.Niemand kann alles und Fehler werden zweifelsohne überall gemacht, aber man sollte schon versuchen, sie möglichst gering zu halten.
      Nach zweimaligem Lesen des zitierten Beitrages von Buntflieger bin ich ja dann doch zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Ironie handelt... (bitte, bitte)
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass Buntfliefer das genau wie ich nicht gut findet. Er schildert einfach, was seine Wahrnehmung ist und ich teile das. Ich sehe auch einen großen Unterschied zwischen Fehlerkultur (Irren ist menschlich) und völliger Belieibgkeit (anything goes).
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