Referendariat abbrechen oder (durch)kämpfen?

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    • Caro07 schrieb:

      Bei uns hat eine Kollegin abgebrochen, weil sie sich von der vielen Arbeit überfordert sah (hatte noch Familie). Sie war in einem harten Seminar, wo die Seminarleitung alles von den Referendaren gefordert hat. Sie sagte, die haben sie einfach gehen lassen, nicht einmal ein Bedauern ausgesprochen oder versucht sie zu halten.

      Hallo Caro07,

      bei uns ist das nicht anders. Mich würden sie auch einfach gehen lassen und das noch mit Handkuss. Kaum zu glauben, wo doch bei uns die Schulen dringend neue Lehrer suchen. Da kann man sich nur an den Kopf fassen, aber rational erklärbar ist ohnehin kaum etwas von dem, was ich in letzter Zeit erlebt habe. Es geht eben um persönliche Befindlichkeiten.

      der Buntflieger
    • Buntflieger schrieb:



      Ich glaube, dass ich mich hier nicht zu wiederholen brauche, aber für diejenigen, die hier neu sind und die "Story" nicht schon kennen: Seit Monaten werde ich im Referendariat massiv unter Druck gesetzt, im Vergleich zu meinen Mitreferendaren wird von mir Perfektion erwartet und die (natürlich neben vielen Stärken auch vorhandenen) Schwächen werden sukzessive zum Ausschlusskriterium aufgebauscht. Kurzum: Ich vermute, dass man mich loswerden möchte. "Man" bedeutet hier: In der Rang- und Hackordnung sehr weit oben stehende "Persönlichkeiten", mit denen ich mich insofern angelegt habe, als dass ich es wagte, unsachliche Kritik sachlich zu kontern. Das war offenbar schon Grund genug, mich auf eine interne Abschussliste zu setzen.
      Offen gesagt klingt das für mich ein bisschen überheblich. Vor allem macht mich stutzig, dass deine Mitstreiter deine Probleme nicht haben. Was machen die denn anders als du?
      Stärken und Schwächen beurteilen grundsätzlich andere. Das ist in der Ausbildung nun mal so, und überhaupt. Ein Produkt, das keiner kaufen will, kommt halt aus dem Regal, gleichgültig, wie toll der Hersteller es findet. Auch dass du definierst, was sachlich und was unsachlich ist - nun ja. Klingt halt selbstgerecht. Du hörst dich ja selbst nicht reden.
      "Man will mich loswerden" - hat "man" einen Grund oder ist das Verschwörungstheorie?
      Versteh mich nicht falsch: Ich kann nicht beurteilen, wie deine Situation wirklich ist, aber ich höre hier halt nur deine Seite. Und ohne die andere zu hören ist es schwer zu raten.
      Bei mir war die Ausbildung auch nicht leicht. Aber wir haben zusammengehalten und uns gegenseitig gestärkt. Auch wenn wir ganz unterschiedlich beurteilt wurden. Und das hat letztlich den Ausschlag gegeben, durchzuhalten.
      Aufhören ist sicher keine gute Idee. Ratsam fände ich eher, wirklich mal zu gucken, was die anderen anders machen als du. Es ist nicht dein Ziel, dem Seminar eine lange Nase zu drehen. Du willst die Prüfungen schaffen. Also schau, was dafür hilfreich ist und steigere dich nicht in dein keiner-mag-mich hinein.
      Wie gesagt, ich kann deine Situation nicht beurteilen, aber denk doch bitte auch mal von dieser Seite her nach. Deinen Fluchtreflex kann ich verstehen, aber der ist im Moment nicht hilfreich.
    • Buntflieger schrieb:

      Caro07 schrieb:

      Bei uns hat eine Kollegin abgebrochen, weil sie sich von der vielen Arbeit überfordert sah (hatte noch Familie). Sie war in einem harten Seminar, wo die Seminarleitung alles von den Referendaren gefordert hat. Sie sagte, die haben sie einfach gehen lassen, nicht einmal ein Bedauern ausgesprochen oder versucht sie zu halten.
      Hallo Caro07,

      bei uns ist das nicht anders. Mich würden sie auch einfach gehen lassen und das noch mit Handkuss. Kaum zu glauben, wo doch bei uns die Schulen dringend neue Lehrer suchen. Da kann man sich nur an den Kopf fassen, aber rational erklärbar ist ohnehin kaum etwas von dem, was ich in letzter Zeit erlebt habe. Es geht eben um persönliche Befindlichkeiten.

      der Buntflieger

      Manchmal treffen auch einfach nur die falschen Leute zur falschen Zeit am gleichen Ort aufeinander.

      Ich hörte vor einiger Zeit unsere Referendare auch mächtig schimpfen über eine Studienleiterin. Nun, man muss sich irgendwie damit arrangieren. Man kommt ja nicht drumherum.

      Später im Berufsleben kann es auch so sein. Du kommst an eine Schule, wo es im Kollegium oder durch die Schulleitung ein bestimmtes herrschendes Meinungsbild gibt, das so gar nicht zu dir und deinen Vorstellungen passt. Du kannst dann bleiben oder auch gehen. Anderswo kann es ganz anders sein. Da passt es vielleicht besser und du harmonisierst mit den Kollegen, mit der Schulleitung usw. und fühlst dich wohl. Und manchmal kann sich alles wieder ändern, nur weil eine neue Kollegin an die Schule kommt, die die "Meinungsführerschaft" übernimmt und die anderen hinter sich schart oder die Schulleitung wechselt, was irgendwann ja immer passiert, und alles ist anders und gar nicht mehr gut für dich.

      Du kannst nicht jedes Mal hinschmeißen, aber du kannst ggf. "die Flucht ergreifen" und die Schule wechseln - auch das passiert immer wieder.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      Wir sind gewohnt, dass die Menschen verhöhnen, was sie nicht verstehn... (Johann Wolfgang Goethe: Faust I )
    • Ich hab jetzt lange überlegt, ob und was ich schreibe ... der erste Teil meines Beitrags könnte so wirken, als würde ich auch noch auf jemanden einschlagen, der schon am Boden liegt. Das ist nicht meine Absicht, aber beim Lesen Deiner Beiträge hier ist mir etwas aufgefallen, das ich nicht für unwichtig bzgl. Deiner Zukunft sehe. Es ist ein subjektiver Eindruck, aber vielleicht müsstest Du Dir eingestehen, dass er bis zu einem gewissen Grad zutrifft ... Sollte ich objektiv völlig daneben liegen, vergiss den ersten Teil des Beitrags.


      "im Vergleich zu meinen Mitreferendaren wird von mir Perfektion erwartet und die (natürlich neben vielen Stärken auch vorhandenen) Schwächen werden sukzessive zum Ausschlusskriterium aufgebauscht."
      "als dass ich es wagte, unsachliche Kritik sachlich zu kontern. Das war offenbar schon Grund genug, mich auf eine interne Abschussliste zu setzen."
      "die Umgebung von meinem pädagogischen Können zu überzeugen bzw. meine Stärken auszuspielen;"
      "sogar offensichtliche Stärken zu Schwächen umdefiniert werden"
      "Hinzu kommt, dass ich extrem enttäuscht bin von dem rückgratlosen und obrigkeitshörigen Verhalten vieler Kollegen. Das hätte ich in dieser Form nicht erwartet. Offenbar gehe ich in dieser Hinsicht mit anderen Maßstäben (ethisch-moralisch) durchs Leben."
      "Dass ich für den Job geeignet bin, steht nicht zur Disposition. Die SuS mögen mich (die meisten jedenfalls), lernen was bei mir und mit denjenigen Lehrern, die nicht in meine Ausbildungssituation verstrickt sind, komme ich bestens zurecht."
      "Niemals wäre ich leichtfertig unhöflich geworden, wenn das 1-2x der Fall war, dann hatte das einen situativen Grund"
      "Natürlich habe ich in einigen Bereichen einen Wissensüberschuss und muss mir regelmäßig auf die Zunge beißen, damit sich niemand unabsichtlich bevormundet fühlt."
      "Wenn sie mich freilich entsorgen, kann es schon sein, dass ich mir öffentlich Luft mache. Dann aber nicht nur in einem kleinen Forum."
      "Und da quasi während der Ausbildung alles mündlich abläuft"

      Einige dieser Aussagen klingen für mich so, als hättest Du eine sehr, sehr hohe Meinung von Dir. Egal, ob berechtigt oder nicht - damit kommt man im Berufsleben allgemein oft bei Vorgesetzten nicht gut an und empfindet selbst oft jede Kritik als ungerecht (ob die Kritik nun berechtigt ist oder nicht).
      Einiges hört sich auch so an, als wärst Du sehr schnell mit Urteilen über andere, bist aber wenig bereit, den anderen ein Urteil über Dich zuzugestehen, insbesondere, wenn es ein kritisches Urteil ist.

      Was Du als "obrigkeitshörig und rückgratlos" ansiehst ... könnte auch ganz einfach professionelles Verhalten sein, denn ich werde in meinem Beruf niemandem gegenüber unhöflich (schon gar nicht einem Vorgesetzten, das kannst Du jetzt als "obrigkeitshörig" sehen), selbst wenn ich "situative" Gründe habe. Ich muss meine Position sachlich verteidigen können ... (ja, sagt sich einfach, aber unhöflich glaube ich, bin ich in 25 Jahren Beruf noch nie geworden).
      Oder es ist eine - nicht ganz unweise - Lebenseinstellung (jemand hat mal gesagt: Ich wünsche mir den Mut, die Dinge, die ich ändern kann zu ändern ... und die Gelassenheit, die Dinge, die ich nicht ändern kann, zu ertragen).

      Ich weiß nicht, wie es in Deinem Bundesland ist, aber hier läuft während der Ausbildung ganz und gar nicht alles mündlich.






      Ich gebe sofort zu, dass das Referendariat kein Zuckerschlecken ist - der Beruf später übrigens auch nicht, auch was das kritisiert werden betrifft ... und ggf. auch das Gefühl der Wehrlosigkeit gegenüber manchen Dingen "von oben. Man könnte das Ref (fast) als Kurs in Frustrationstoleranz sehen ... durch den man durch muss. Und als Junglehrer grad mal aus dem Ref ist oft die eigene Position auch nicht viel besser.
      Nun kann man aus der Ferne ohne Kenntnis des Sachverhalts (aus Sicht BEIDER Konfliktparteien) schlecht sagen, woran es nun liegt und ob es tatsächlich alles Zumutbare überschreitet. Aber so, wie Du klingst, wirst Du diese Jahr nur schwerlich erfolgreich zu Ende bringen, egal, woran es nun wirklich liegt.

      Andererseits: ich war im letzten halben Jahr auch kurz davor, hinzuschmeißen - wegen einem einzigen Betreuungslehrer/Mentor (also nicht einem Seminarlehrer oder Seminarvorstand). Ich hab mich dann durchgebissen, weil ich mir mein Ziel nicht von einer einzigen Person "kaputt" machen lassen wollte.

      Was könntest Du tun?
      - gibt es keinen örtlichen Personalrat?
      - Abbruch ?
      - Wechsel der Ausbildungsschule?
      - Möglichkeit, für ein Jahr zu unterbrechen?
      - Wechsel Bundesland?

      Ich kann Dir nicht sagen, was ich tun würde, denn dazu kann ich Deine Situation nicht genau genug einschätzen (Regelungen in Bundesländern sind unterschiedlich).

      Aber egal was Du tust, wenn auch nur ein Teil meines oben geschilderten Eindrucks zutrifft, musst Du auch ein wenig an Dir arbeiten ... sonst wird es in jeder Berufs(anfänger)situation schwer.
    • @Buntflieger

      Also, die Seminarleitung ist für mich noch keine hohe Ebene. Das sind Lehrer, die in die Schiene der Lehrerausbildung gegangen sind. Bei uns sind das meistens Leute, die auf dem Sprung zuerst kurz Konrektor oder irgendeine Sonderaufgabe (Lehrplankoordinator etc.) gemacht haben und dann Seminarleiter wurden.

      Wenn das so ist, dass du dich nur mit der Seminarleitung angelegt hast (und das gibt es sicher immer wieder) überlege dir die Option mit dem Personalrat auf Schulamtsebene und dem Schulamt. Für mich wären da noch Möglichkeiten, wo du dich zuerst hinwenden kannst, bevor du das Ganze hinwirfst. Gibt es eine Referendats- oder Junglehrervertretung bei der GEW? (In By hat der BLLV dies.)
      Ich würde mir auf jeden Fall Rat bei Lehrerverbänden suchen und/oder persönlich mit Personalräten sprechen.
      Vielleicht könnte man ein Dreiergespräch zwischen dir, dem Seminarleiter und einem Personalrat versuchen, wo Dinge unter einer ruhigen Moderation angesprochen werden.
      Ich glaube nicht, dass ein Seminarleiter persönlich ein Interesse daran hat, dass er durch "Bossing" in Verruf kommen will. Da wäre er ja auch nach oben schlecht angesehen.
      Also, ich sehe da in deiner Situation noch Gestaltungsmöglichkeiten, die vielleicht sogar gewisse Dinge zum Erträglichen bereinigen könnten.

      Ansonsten schlage ich dir dennoch vor, deinen Blickwinkel und deine Empfindungen mit professioneller Hilfe anzuschauen.
    • Hallo Buntflieger,

      das hört sich ja echt mies an.
      Aber die Aussicht, dass der ganze Spuk im kommenden Sommer ein Ende hat, ist doch schon mal ein Lichtblick!

      Ich finde die Tipps, die hier gegeben wurden, schon sehr sinnig. Vor allem, die Situation nochmal “professionell“ auseinanderzunehmen, macht in meinen Augen viel Sinn.

      Meine Ausbildungskoordination an der Schule schlägt in solchen Situationen immer vor, ein Orientierungsgespräch auf Metaebene zu führen. Da geht es dann nicht um die Unterrichtsqualität, sondern um die Ausbildungssituation und -entwicklung an sich. So hast auch DU die Möglichkeit, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.

      Außerdem kann ich ein professionelles Coaching nur wärmstens empfehlen. Da kannst du dich mal bei deinem Ministerium informieren, was da angeboten wird.
      So bist du nicht direkt in der Psychotherapie-Schiene, aber kannst deine Einstellung für die letzten paar Monate noch ein bisschen nachjustieren, damit du das Ref bis zum Ende durchhalten kannst.


      Liebe Grüße, SchmidtsKatze
    • In meinem Bekanntenkreis ging es einer Bekannten auch so ähnlich. Als sie in der Situation war, fand sie das auch alles ziemlich ungerecht und meinte auch, man wolle alles tun um sie loszuwerden. Rückblickend (mit sechs Jahren Abstand) sagt sie nun, dass sie sich wohl tatsächlich sehr schwer getan hätte und heute froh ist, dass man ihr damals so unmissverständlich klar gemacht hat, dass dieser Beruf nichts für sie ist.

      Heute ist sie Assistenz der Geschäftsführung bei einem großen regionalen Unternehmen und ist mit ihrem Job überglücklich.

      Aus meinem Berufsalltag: Ich habe nun einige Jahr Erfahrung und in enger Zusammenarbeit mit anderen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen erkennen wir sehr schnell, wem das Gymnasium eine Nummer zu groß ist. Denjenigen beraten wir ebenso frühzeitig und unmissverständlich damit er eine Chance hat, sich möglichst rasch umzuorientieren.

      Was ich damit sagen will: Nimm es, wie es ist. Wer weiß, für was es gut ist. Ich denke nicht, dass es gut für dich ist, wenn du dich weiter durchquälst.
    • Krümelmama schrieb:

      Beim Lesen deines Beitrages ist mir direkt eine aus meinem Seminar eingefallen, der die Schulpsychologin damals sehr geholfen hat. Vielleicht wäre das auch eine passende Anlaufstelle für dich?

      Hallo Krümelmama,

      diese Antwort geht an alle, die der Meinung sind - bzw. es vermuten -, dass das Problem in meiner Person begründet liegt. Dem ist nicht so. Ich bin ein netter, zuvorkommender, sensibler und umgänglicher Mensch - immer schon gewesen. Warum mich ein gewisser Mensch nicht mag und mich unvermittelt angegriffen hat, weiß ich nicht. Die genannten Gründe sind aus der Luft gegriffen. Es ist einfach so, man möge mir das glauben oder nicht.

      Ich weiß - es ist schwer zu begreifen, dass die stärkere Partei hier nicht im Recht ist. Dass auch die Ausbildungsseite (bzw. dort tätige Führungsebene) sich bisweilen forciert unprofessionell und unfreundlich verhalten.

      Und zur Klarstellung: Ich habe niemanden angeschrien oder beleidigt, sondern nur sachlich und mit Nachdruck meine Sicht der Dinge kundgetan. Noch dazu in einer Situation, die sich Außenstehende gar nicht vorstellen können, so abartig war das.

      der Buntflieger
    • Die Logik ist bestechend, wie zerstörerisch: du bist spitze, du hast natürlich Wissensüberschuss und das Referendariat ist dafür da, dich kaputt zu machen. So ergibt selbstverständlich auch kein Seminarwechsel Sinn. Denn selbst Mobbing wäre kein Grund zu wechseln, da das System nur dafür da ist, dich zu zermürben. Und wenn du wechseln würdest und es liefe wieder nicht, wäre einer selffulfilling profecy gleich bestätigt, was du voraussetzt.
      Was könnte man dir raten, was möchtest du hören? Ja, das Ref ist unfair? deine Schule vom Seminar indoktriniert? Wechsle? Zieh durch? brich ab? Sag's uns.
    • Buntflieger schrieb:

      diese Antwort geht an alle, die der Meinung sind - bzw. es vermuten -, dass das Problem in meiner Person begründet liegt. Dem ist nicht so. Ich bin ein netter, zuvorkommender, sensibler und umgänglicher Mensch - immer schon gewesen
      Es geht nicht darum, dass das Problem in deiner Person liegt, sondern die Lösung. Und die kann man manchmal finden, indem man sich professionell beraten lässt.
    • Kann man denn in BW das Seminar wechseln? Dann versuche dort einen Neustart. Hast du dich denn schon bei deiner Gewerkschaft, deinem PR nach den Möglichkeiten einer Unterbrechung mit anschließendem Wechsel erkundigt?

      In Bayern ist ein Wechsel unter bestimmten Umständen möglich. Ich kenne selbst ein paar Personen, die aus privaten Gründen gewechselt haben. Einigen hat es etwas gebracht, andere hatten an der neuen Schule die gleichen Probleme wieder.
    • Krabappel schrieb:

      Die Logik ist bestechend, wie zerstörerisch: du bist spitze, du hast natürlich Wissensüberschuss und das Referendariat ist dafür da, dich kaputt zu machen. So ergibt selbstverständlich auch kein Seminarwechsel Sinn. Denn selbst Mobbing wäre kein Grund zu wechseln, da das System nur dafür da ist, dich zu zermürben. Und wenn du wechseln würdest und es liefe wieder nicht, wäre einer selffulfilling profecy gleich bestätigt, was du voraussetzt.
      Was könnte man dir raten, was möchtest du hören? Ja, das Ref ist unfair? deine Schule vom Seminar indoktriniert? Wechsle? Zieh durch? brich ab? Sag's uns.
      Hallo Krabappel,

      wenn ich "spitze" wäre, würde ich wohl nicht kurz vor dem Abbruch meines Referendariats stehen.

      der Buntflieger
    • Milk&Sugar schrieb:

      Kann man denn in BW das Seminar wechseln? Dann versuche dort einen Neustart. Hast du dich denn schon bei deiner Gewerkschaft, deinem PR nach den Möglichkeiten einer Unterbrechung mit anschließendem Wechsel erkundigt?

      In Bayern ist ein Wechsel unter bestimmten Umständen möglich. Ich kenne selbst ein paar Personen, die aus privaten Gründen gewechselt haben. Einigen hat es etwas gebracht, andere hatten an der neuen Schule die gleichen Probleme wieder.

      Hallo Milk&Sugar,

      nein. Wechsel geht nicht. Seminare können in BW nicht gewechselt werden. Man sitzt fest, egal was ist, es gibt kein Vor und Zurück. Gewerkschaft hat bestätigt, dass ich vorerst nichts machen kann, ohne massive Nachteile in Kauf zu nehmen. Am Seminar interessiert sich niemand für Probleme von Referendaren (von Trivialitäten abgesehen), man bekommt eher noch eine vor den Latz geschossen. Daher traut sich auch keiner, was zu sagen. Niemand möchte aus der Reihe tanzen. Ein Grund dafür schreibt hier gerade einen Beitrag.

      der Buntflieger
    • @Buntflieger , ich kann mich gut in deine Situation hineinversetzen. Ich hatte auch große Unstimmigkeiten mit einem seminarausbilder und einem Mentor an meiner Schule. Notentechnisch sah es auch ganz düster aus. Ich hatte auch schon den Entschluss gefasst, zu kündigen. Bewerbungen rausgeschickt, zu bewerbungsgesprächen gegangen. Warum ich es durchgezogen habe? Nicht, weil ich wieder Hoffnung geschöpft hatte, sondern schlicht deshalb, weil mir in jedem bewerbungsgespräch das gleiche gesagt wurde: Mit 2. Staatsexamen würden wir Sie gerne einstellen - wann ist Ihr ref zuende, damit wir Sie einstellen können? Auf viele Bewegungen kam eine solche einladung, immer mit dem gleichen Ausgang. Nun, die Miete zahlt sich nicht von allein und der Kühlschrank ist auch nicht "Tischlein deck dich". Also habe ich parallel zum bewerbungenschreiben weitergemacht, aber nur noch auf sparflamme. Nur das nötigste, UBs hingewurschtelt, keine extras.... Die Zeit verging, die Absagen mehrten sich. Irgendwann stand der letzt UB an. Und dann merkte ich, dass es ja wirklich nur noch kurze Zeit bis zur UPP war. Also weitergemacht, diesmal mit bisschen mehr Engagement. Das Ende vom Lied: Vornoten beschissen, UPP hammermäßig gelaufen.

      Hätte ich abgebrochen, wenn sich ne andere Stelle geboten hätte? Auf jeden Fall! Hätte ich mich hinterher geärgert? Definitiv! Das ref war nach der Prüfung schneller vergessen als ein Augenaufschlag, die Stellenangebote waren zahlreich und jetzt habe ich eine tolle Stelle an einer tollen Schule. Möglicherweise hätte ich trotz Abbruch noch eine andere nette Stelle gefunden. Man weiß es nicht. Aber es hätte auf jeden Fall eine lange Suche, viele faule Kompromisse und wesentlich schlechtere Bezahlung bedeutet.
    • Sorry, ich komme nicht ganz mit: Mit wem hast du es dir denn jetzt verscherzt? Mit der Seminarleitung? Dann stellt sich mir die Frage, wie schafft man das? Ich meine, ich hatte während meines gesamten Refs nie Kontakt zur Leitungsebene. Die Seminarleitung ist doch nie bei Unterrichtsbesuchen usw. dabei, wie kann sie sich also ein Urteil über dich bilden? Werden deine UBs schlecht bewertet oder wie kann das Seminar in dieser Phase Druck machen? Eine Verlängerung ("gelbe Karte") hast du ja nicht bekommen, oder?
    • buntflieger, sei mir nicht böse, aber du bringst hier genau keine selbstkritik, immer sind nur die anderen schuld. zumindest klingt das so. es gibt solche situationen, sicher auch im ref. ich habe sie aber in dieser krassheit, wie du es hier darstellst, noch *nie* erlebt.

      dagegen haben wir pro seminar bei dreißig mann und frau oft ein bis zwei refis dabei, die deine texte hier verfasst haben könnten, mehr oder weniger genau so. das waren alle leute, die für den beruf wirklich nicht geeignet waren, zumindest nicht zum ende des vorgesehenen ausbildungszeitraums an der vorgesehenen schulart. mangende selbstreflexion bzw. ein vom selbstbild extrem abweichendes fremdbild waren dabei konstanten.
    • keckks schrieb:

      buntflieger, sei mir nicht böse, aber du bringst hier genau keine selbstkritik, immer sind nur die anderen schuld. zumindest klingt das so. es gibt solche situationen, sicher auch im ref. ich habe sie aber in dieser krassheit, wie du es hier darstellst, noch *nie* erlebt.

      dagegen haben wir pro seminar bei dreißig mann und frau oft ein bis zwei refis dabei, die deine texte hier verfasst haben könnten, mehr oder weniger genau so. das waren alle leute, die für den beruf wirklich nicht geeignet waren, zumindest nicht zum ende des vorgesehenen ausbildungszeitraums an der vorgesehenen schulart. mangende selbstreflexion bzw. ein vom selbstbild extrem abweichendes fremdbild waren dabei konstanten.

      Es war wohl ein Fehler, diesen Faden zu eröffnen. Mir ging es heute Vormittag sehr bescheiden. Hiermit beende ich ihn, um den Forenfrieden nicht weiter zu stören.

      @Alle: Vielen Dank an diejenigen, die mir Mut zugesprochen haben; ich weiß, dass ich einer von vielen bin, denen es so geht. Aber da jeder Referendar für sich alleine kämpft, vergisst man das regelmäßig.

      der Buntflieger
    • Buntflieger schrieb:

      Milk&Sugar schrieb:

      Kann man denn in BW das Seminar wechseln? Dann versuche dort einen Neustart. Hast du dich denn schon bei deiner Gewerkschaft, deinem PR nach den Möglichkeiten einer Unterbrechung mit anschließendem Wechsel erkundigt?

      In Bayern ist ein Wechsel unter bestimmten Umständen möglich. Ich kenne selbst ein paar Personen, die aus privaten Gründen gewechselt haben. Einigen hat es etwas gebracht, andere hatten an der neuen Schule die gleichen Probleme wieder.
      Hallo Milk&Sugar,

      nein. Wechsel geht nicht. Seminare können in BW nicht gewechselt werden. Man sitzt fest, egal was ist, es gibt kein Vor und Zurück. Gewerkschaft hat bestätigt, dass ich vorerst nichts machen kann, ohne massive Nachteile in Kauf zu nehmen. Am Seminar interessiert sich niemand für Probleme von Referendaren (von Trivialitäten abgesehen), man bekommt eher noch eine vor den Latz geschossen. Daher traut sich auch keiner, was zu sagen. Niemand möchte aus der Reihe tanzen. Ein Grund dafür schreibt hier gerade einen Beitrag.

      der Buntflieger
      Den fett markierten Satz verstehe ich nicht. Auf wen bezieht sich das?

      Wie sähe es nach einem Abbruch und Neuanfang aus? Z.B. aus krankheitsbedingten Gründen?