Was ist eure Meinung zum Auslandsschulwesen?

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    • Was ist eure Meinung zum Auslandsschulwesen?

      Hallo zusammen,

      was ist eure Meinung zum Auslandsschulwesen?
      Findet ihr Deutsche Auslandsschulen sinnvoll und gewinnbringend oder eher überbewertet? Unter einigen online Zeitungsartikeln finden sich immer
      mehr ablehnende Kommentare, da diese sehr kostenspielig seien und keinen direkten Gewinn für Deutschland darstellen.
      Mich interessiert die Meinung von Kolleginnen und Kollegen in diesem Zusammenhang.
      Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

      LG

      :)
    • Whatsup schrieb:

      ...mehr ablehnende Kommentare, da diese sehr kostenspielig seien und keinen direkten Gewinn für Deutschland darstellen.
      ...
      interessant, darüber hab ich noch nie nachgedacht. Wieso sollten Deutsche Schulen einen Gewinn bringen und wenn, welchen? Ich dachte bisher, dass dort in erster Linie Kinder unterrichtet werden, die Deutsch als Muttersprache haben und nicht dauerhaft im jeweiligen Land leben.
    • Krabappel schrieb:

      Whatsup schrieb:

      ...mehr ablehnende Kommentare, da diese sehr kostenspielig seien und keinen direkten Gewinn für Deutschland darstellen.
      ...
      interessant, darüber hab ich noch nie nachgedacht. Wieso sollten Deutsche Schulen einen Gewinn bringen und wenn, welchen? Ich dachte bisher, dass dort in erster Linie Kinder unterrichtet werden, die Deutsch als Muttersprache haben und nicht dauerhaft im jeweiligen Land leben.
      Weil beispielsweise gesandte Lehrer neben den Auslandsbezügen zusätzlich Inlandsbezüge erhalten und vor Ort nicht nur Muttersprachler unterrichten. Ein Viertel der SuS sind "Einheimische", das heißt streng genommen hat die Bundesrepublik in diesem Punkt "nichts" hiervon.
      Ich denke jedoch dass die Investition in Ordnung ist, da Auslandsschulen ein Stück Förderung der deutschen Sprache und Kultur im Ausland sind und daher immer lohnenswert. Somit unterstützen die Schulen doch die Auswärtige Kultur- und BIldungspolitik, oder?
    • Na ja, welche "Meinung" soll man schon zum Auslandsschuldienst haben?
      Dass der Bund zunächst für die Mitarbeiter des diplomatischen Diensts eine Infrastrukture in anderen Ländern zur Verfügung stellt, damit die ihre Familien mitnehmem können, kann man unter "Fürsorgepflicht" verbuchen. Dass private Firmen diese Einrichtungen gegen Zahlung von Schulgeld diese Einrichtungen für ihre Mitarbeiter nutzen, macht unter wirtschaftlichen Aspekten sehr viel Sinn. Dadurch kommen die (immer weniger werdenden) ADLKs dem Steuerzahler letzlich auch gar nicht so teuer.
      Der Aspekt der internationalen Kulturarbeit ist dann mit PASCH-Schulen eher im Nachgang dazugekommen. Primär wäre das ja Aufgabe von Goethe Instituten und DAAD etc.
      Deshalb: Dass es das Aulandsschulwesen gibt, macht sehr viel Sinn. Ob das so organisiert sein muss, wie es nun mal organisiert ist, kann man gut oder schlecht finden, angesichts des Förderalismus würde das wohl nicht viel anders gehen. Dass der Kulturaustausch immer mehr in den Vordergrund rückt, ist sicherlich wünschenswert - allerdings stört mich, dass nur wolhabende Einheimische davon profitieren können.
    • Ich finde sie sehr sinnvoll.
      Sie fördern den kulturaustausch, versorgen Expat- und Diplomatenfamilien und sie bieten Lehrkräften die Möglichkeit ihren Horizont zu erweitern.
      (Volks-)Wirtschaftlich machen die Auslandsschulen sehr viel Sinn, weil sie Türöffner sind und dort ausgebildete "einheimische" Schüler überdurchschnittlich oft hohe Positionen im Heimatland erreichen und die dann natürlich eine Beziehung zu Deutschland haben, die sich letztenendlich in wirtschaftlichen und politischen Vorteilen für Deutschland auswirkt.
    • Ich kenne durch YFU viele Schüler an deutschen Schulen im Ausland. In vielen Ländern wird nämlich ein Jahr Schule in Deutschland gefordert. In Facebook bekommt man dann von ehemaligen oft mit, dass sie hier (teilweise) studieren und manche am Ende auch hier bleiben.
      Aber ja, die Schüler waren schon sehr heterogen. Meist privilegierte Kinder aus reichem Elternhaus. Es war jedes Jahr interessant anzusehen, wie sie zur Orientierung kamen und in der Jugendherberge ihr Bett selbst beziehen sollten. :D
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Whatsup schrieb:

      Hallo zusammen,

      was ist eure Meinung zum Auslandsschulwesen?
      Findet ihr Deutsche Auslandsschulen sinnvoll und gewinnbringend oder eher überbewertet? Unter einigen online Zeitungsartikeln finden sich immer
      mehr ablehnende Kommentare, da diese sehr kostenspielig seien und keinen direkten Gewinn für Deutschland darstellen.
      Mich interessiert die Meinung von Kolleginnen und Kollegen in diesem Zusammenhang.
      Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

      LG

      :)

      Naja, ich meine, da muss man unterscheiden: Es gibt deutsche Auslandsschulen vorrangig für Angehörige deutscher Botschaftsmitarbeiter u.dgl., also deutsche Staatsbürger im Ausland, und es gibt deutsche Auslandsschulen deutscher Minderheiten im Ausland (fast überall auf der Welt). Die Bundesrepublik hilft ihnen damit dabei, Sprache und Kultur zu bewahren, weil es ihnen sonst kaum möglich wäre. Warum nicht? Was soll schlecht daran sein?
    • turtlebaby schrieb:

      Wer Deutsch lernt im
      Ausland und dadurch mehr über Deutschland erfährt, ist tendenziell auch positiv den Deutschen gegenüber eingestellt. Das Geld ist deutlich besser investiert, als viel anderes Geld.
      ...wobei ich an einer Dt. Schule war, da tummelten sich auch eine Menge Kinder Einheimischer, deren Familien diese Schule als private Alternative zu (ihrer Meinung nach) schlechten staatlichen Schulen mit hohem Migrantenanteil nutzten. Diese Kinder hatten keinen Bezug zu Deutschland, Frühblühern und sonstigem Lehrplaninhalt und hassten die Deutsche Sprache regelrecht :(

      Möge sich das im Laufe des Erwachsenwerdens und Freundefindens noch geändert haben. Internationale Kontakte sind vermutlich immer förderlich...
    • Krabappel schrieb:

      turtlebaby schrieb:

      Wer Deutsch lernt im
      Ausland und dadurch mehr über Deutschland erfährt, ist tendenziell auch positiv den Deutschen gegenüber eingestellt. Das Geld ist deutlich besser investiert, als viel anderes Geld.
      ...wobei ich an einer Dt. Schule war, da tummelten sich auch eine Menge Kinder Einheimischer, deren Familien diese Schule als private Alternative zu (ihrer Meinung nach) schlechten staatlichen Schulen mit hohem Migrantenanteil nutzten. Diese Kinder hatten keinen Bezug zu Deutschland, Frühblühern und sonstigem Lehrplaninhalt und hassten die Deutsche Sprache regelrecht :(
      Möge sich das im Laufe des Erwachsenwerdens und Freundefindens noch geändert haben. Internationale Kontakte sind vermutlich immer förderlich...
      Darf ich fragen in welchem Land das war?
    • Ja, das gibt es auch, dass deutsche Auslandsschulen, die eigentlich die Angehörigen einer deutschen Minderheit unterstützen sollen oder Kinder von deutschen Staatsangehörigen im Ausland beschulen sollen, auch sehr gerne von Einheimischen genutzt werden. Oftmals retten die damit den Erhalt dieser Schulen überhaupt. Die Bundesregierung kann zwar Gelder geben, aber sie kann keine Schüler besorgen, wo keine sind bzw. nicht mehr genügend.
    • Mein Schwager war als Kind mehrere Jahre an der RIS Swiss Section - Deutschsprachige Schule Bangkok . Der hat danach hier seinen Realschulabschluss gemacht, seine Brüder teilweise auch, teilweise Abitur. Schien jedenfalls mit deren schulischer Vorbildung kein Problem zu sein.
      (War aber nicht wie du fragtest eine deutsche, sondern deutschsprachige Schweitzer Schule.)

      Ansonsten hätte ich durch YFU viel Kontakt mit kolumbianischen Schülern der deutschen Schule und da hatte ich das Gefühl, als hätten die einen angemessenen Bildungsgrad. Also die kamen in der Schule gut mit. Bei den schulgebühren sind die Eltern da aber bestimmt auch sehr hinterher.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Soweit ich weiß, wird nach einem dt. Lehrplan gearbeitet, z.B. Thüringen. Es bedarf bestimmter Deutschkenntnisse, bei Unstimmigkeiten gibt's Kontakt zur KMK. Zudem gibt's Unterricht in der Landessprache, nach Muttersprachlern und Zweitsprache getrennt. Deutsch als Unterrichtssprache wird dann spätestens ab Klasse 5 vorausgesetzt.

      Ich vermute, dass es schwer ist, alle Sprachen und Lernstände unter einen Hut zu bringen. Ist ja doch eher ein Sammelsurium, Inklusion hält auch dort Einzug, Hauptschüler werden differenziert mit bis zur 9 durchgeschleift etc. das sind eher keine gesiebten Elitegymnasien.

      Edit: Bekannte sind an einer dt. Schule und obwohl die Kinder zweisprachig aufwachsen, haben sie Probleme in beiden Sprachen. Jetzt noch eine dritte, die Landessprache... Englisch wird zudem fachfremd von Einheimischen mehr schlecht als recht vermittelt. Aber dafür haben die Kids sicher später andere Kompetenzen...
    • Deutsch konnten die bislang immer gut. Nur leider sonst nichts. Die nehmen dort auch die schweizer Matura ab, eine Kollegin bei uns liest immer deren Chemieprüfungen. Das Niveau entspricht bestenfalls dem, mit dem unsere SuS aus der Mittelstufe kommen. Aber möglicherweise ist es eben auch nur ein Problem mit genau dieser einen Schule.
    • Ich meine auch, dass das ein Problem dieser einen Schule ist und nicht das Problem aller "deutschen Schulen" im Ausland, denn die sind äußerst vielfältig. Man kann da gar keine allgemeingültige Aussage treffen. In Namibia gibt es ja z.B. auch noch die Schulen, die von Eltern organisiert werden, weil ihnen der Deutschunterricht an den staatlichen "deutschen" Schulen nicht ausreicht. Wenn ich mich richtig erinnere, darf an den privaten länger Deutsch die Unterrichtssprache sein als an den staatlichen, wo schneller auf Englisch umgestellt wird. (Von 1984 - 1990) war Deutsch dritte Amtssprache in Nambia.