Rolle rückwärts gefährlich?

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    • Rolle rückwärts gefährlich?

      Ich habe einmal eine Frage an studierte Sportlehrer, die auf dem neusten Stand sind:
      Uns hat man in Fortbildungen gesagt, dass man die Rolle rückwärts nicht mehr machen sollte mit den Grundschülern, weil das zu gefährlich sei. Eine weitere Begründung gab es nicht.
      Aber: In fast allen aktuellen Sportunterlagen der Grundschule und auch im Internet auf Seiten von Sportverbänden finde ich keine großen Bedenken in Bezug des Erlernens der Rolle rückwärts. Selbst Julia Bracke hat es in ihren Sportzirkeln (Grundschulliteratur) drin.
      Ist jetzt die Rolle rückwärts zu machen wirklich gefährlich? Warum soll dann die Rolle vorwärts dagegen harmlos sein?
      Bei beiden Varianten muss man auf gewisse Techniken/Abläufe achten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • Ich bin keine Sportlehrerin, aber wenn es stimmt, dass die Rückwärtsrolle gefährlicher als die Vorwärtsrolle ist, könnte ich mir vorstellen, dass es rückwärts schwieriger ist, auf den richtigen Ablauf und die entsprechende Hilfestellung zu achten. Vorwärts beugt sich das Kind langsam nach vorne und man kann darauf in Ruhe achten, dass es z.B. das Kinn Richtung Brust nimmt etc., bevor es dann tatsächlich überrollt. Rückwärts ist dies schwieriger, da ein gewisser Schwung nötig ist und die Arme auch mit entsprechender Kraft mithelfen müssen (und wenn diese fehlt, viel Gewicht auf der Halswirbelsäule lastet). Eine andere Erklärung hätte ich sonst nicht.
    • Die Ausführungen von MelS stimmt, die Belastung ist auf der Halswirbelsäule größer. Man muss sie halt methodisch gut einüben (Vorübungen, schiefe Ebene, sachgerechte Hilfeleistung)
      Mir ist jedoch noch nie zu Ohren ekommen, dass man sie nicht mehr machen sollte.
      Im Gegenteil: Bei den Bundesjugendspielen Gerätturnen sind sie ab Klasse 3 verpflichtend vorgesehen.
    • Wollsocken80 schrieb:

      Mal eine interessierte Frage als ambitionierte Hobbysportlerin: Wie macht ihr denn die Rolle? Eine Turner-Rolle oder eine Judo-Rolle?
      Du meinst, weil das so kompliziert klingt, obwohl es doch eigentlich nur hinhocken, Hände als Hasenohren und dann langsam rückwärts kippen lassen ist.

      Ich schüttel gerade echt nur noch den Kopf, dann muss sich niemand wundern, dass die Kinder das nicht mehr können (und das natürlich als Defizit angesehen wird, weil es ja im Rahmenlehrplan und den Bundesjugendspielen und Sportabzeichen verlangt wird).
    • Wollsocken80 schrieb:

      Ach was... Natürlich macht das einen riesen Unterschied im Bezug auf die Belastung der Halswirbelsäule und diesbezüglich wäre die Judo-Rolle natürlich klar zu bevorzugen. Und natürlich rollt man da gerade rückwärts, wenn man die Technik beherrscht.
      Vorgeschrieben im Rahmenlehrplan, bei den Bundesjugendspielen Turnen usw. ist nunmal natürlich die "Turner"-Rolle, daher ist doch die Frage eh unsinnig.
    • Kann ja gut sein susannae, wenn ich mich an den Sportunterricht zurückdenke, bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Turnerrolle rückwärts habe ich nie hinbekommen weil ich mich in der Grundschule wegen einem ambitionierten Sportlehrer mehrmals dabei verletzt hatte. Erst als ich mit Kampfsport angefangen habe und dann ukemi geübt habe, hatte ich keine Panik mehr beim Rückwärtsrollen. Bei einer guten ushiro ukemi hatte sich danach auch keiner meiner Sportlehrer beschwert.
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
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    • Naja, Lehrplan vs Realität eben...
      Die Judorolle ist sinnvoll. Und weniger riskant.
      Die Turnerrolle steht im Lehrplan.
      Wird sie richtig einstudiert, ist das "Risiko" nicht so gewaltig wie es hier aufgebauscht wird.
      Wenn man natürlich lediglich adipöse Couchpotatoes hat, die sich auf der Matte anstellen wie ne Presswurst im Streckverband...

      ...wo das Problem da liegt sollte klar sein.

      es gibt sinnvolleres. Aber manche Dinge können Leben retten, und sei es richtiges Fallen.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Bei den Rollen im Kampfsport (egal, ob vorwärts, rückwärts oder zur Seite) rollt man über die Schulter und nicht über den Kopf wie bei der Turnerrolle. Ich sehe bei letzterer schon ein Gefahrenmoment, wenn der Nacken einmal rundgewalzt wird.

      Aber das auch nur als Hobbysportler.
    • Lehrplan ... aha. Ist Sport in der Grundschule ein promotionsrelevantes Fach? Wer überprüft, ob genau das gemacht wird, was im Lehrplan steht? Was hindert einen daran eine sinnvollere Variation dessen zu implementieren, was im Lehrplan steht? Wie viele Kinder beherrschen die Turnerrolle am Ende so, dass sie tatsächlich *geradeaus* rückwärts rollen und sich dabei *nicht* die Halswirbelsäule stauchen? Primärziel jeder Technik der Fallschule ist die Verletzungsprävention. Obendrein wäre es im Bereich Grundschule noch eine super Koordinationsübung. Judo ist im Übrigen eine klassische "Kindersportart".
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      Früher war mehr Lametta!
    • Mein Reden, @Wollsocken80.
      bringst du das den deutschen Bürokrauten-Bratwurstturnern bitte auch bei?

      In den Kursen die ich hab sieht das ja eh schon anderd aus. Hier gings ja um die Primarstufe. Und es überrascht mich nicht sonderlich, wenn da mal wieder Lehrplan vs Realität ein ziemliches Dilemma ist.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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    • Ein Fund infolge geweckter Neugier:

      Uni Freiburg schrieb:

      Purzelbaum? Nein! Rolle vorwärts! Was ist der Unterschied? Der Purzelbaum wird zu Hause auf dem Bett geturnt und ist – bei entsprechend häufiger Anwendung – sehr schädlich für die Halswirbelsäule des Kindes. Hier wird die technisch und methodisch richtige Hinführung zur Rolle vor-wärts mit allen Tipps und Tricks gezeigt. Kinder, die diese methodische Reihe durchlaufen haben, können eine Rolle vorwärts und der Purzelbaum gehört der Vergangenheit an. (...)
      Scheint also ein Thema zu sein mit dem Sportstudenten sich im Studium bewusst auseinandersetzen müssen, damit sie es dann später gefahrlos im Unterricht einsetzen können. Nachgerade erklärt das den Aufwand, den ab Klasse 5 die Sportlehrer im Turnen betrieben haben um uns den Purzelbaum aus der Grundschule abzugewöhnen (den bestimmt Kinder heute nicht mehr lernen liebe GS-Kollegen, ihr macht das toll! :engel: ) hin zur korrekten Rolle vorwärts/rückwärts.
    • Ich selber finde die Rolle rückwärts viel einfacher als die Rolle vorwärts, schon als Kind. Da ich lange Jahre fachfremd Sport unterrichtet habe, habe ich irgendwann beschlossen, keine Rolle vw oder rw mehr zu machen, denn wie manche Kinder das gemacht haben, erschien mir zu gefährlich. Allerdings habe ich eine andere "Lieblingsrolle", keine Ahnung wie die heißt. Wir nennen sie Flugrolle. Man nimmt Anlauf und macht auf der Weichbodenmatte mit ausgestreckten Armen einen Purzelbaum über einen quer liegenden Schüler. Das kriegt sogar Frau lamaison hin und die Schüler auch.
      Be happy for the moment. This moment is your life.
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      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.