Welche Fremdsprache darf es sein?

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    • Von meinem Kinde kann ich berichten, dass die paar Begriffe aus der Grundschule nichts gebracht haben. Was in Klasse 5 erst mal kapiert werden muss, ist die Abstraktion der Grammatik, der Blick auf die Sprache, wie man konjugiert, dass sich Wörter auf bestimmte Weisen verändern oder eben unregelmäßig, dass manches ist wie im Deutschen, manches ganz anders, größere Mengen an Vokabeln samt Rechtschreibung zu lernen sind, Satzbau etc.

      Ich verstehe die dahinterstehende Idee des "Zugangfindens", mal englische Lieder singen macht Spaß aber ich sehe diese Idee ebenfalls eher als gescheitert und den Spaß kann man in der 5 ja trotzdem noch haben.

      Ich finde, wenn man etwas macht dann richtig, es muss nicht überall reingeschnuppert werden.

      (Achso und hier ist Englisch soweit ich erinnere nicht fachfremd möglich, das wird schon ordentlich erteilt.)


      Wollsocken80 schrieb:

      ...Mir dünkt das ist ein rein didaktisches und möglicherweise auch entwicklungspsychologisches Problem, ...
      didaktisch vielleicht und zu wenig Zeit dafür ganz sicher. Aber entwicklungspsychologisch würde mich wundern, Sprache lernen Kinder schon im Mutterleib und reden ab einem Jahr ;)
    • Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern aussieht, aber in BaWü sieht der Englischunterricht nichts Schriftliches vor. Also kein Führen von Vokabelheften oder Subjektbestimmung u.ä. Es läuft alles mündlich. Hören, verstehen, sprechen. Sollte man in einem Test etwas Schriftliches abfragen, müssen die benötigten Wörter auf dem Test zu finden sein, entweder in falscher Reihenfolge, als Purzelwörter oder sonstiges. In den weiterführenden Schulen kann man also nicht von der rechtschriftlich gesicherten Schreibweise von Wörtern ausgehen. Dennoch halte ich den Fremdsprachenunterricht in der GS für wichtig und empfinde ihn als Bereicherung.
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    • Krabappel schrieb:

      Aber entwicklungspsychologisch würde mich wundern, Sprache lernen Kinder schon im Mutterleib und reden ab einem Jahr
      Es geht um das Erlernen einer *Fremd*sprache und das müsstest Du eigentlich besser wissen als ich, dass das Kinder, die intellektuell nicht ganz so gut aufgestellt sind, dann doch recht schnell überfordert wenn sie nebenbei halt mit dem Deutsch auch noch Mühe haben. Genau das muss man nämlich mal zur Kenntnis nehmen, dass hier bei uns z. B. oder auch in vielen Ballungsgebieten bei euch für viele Kinder ja Deutsch schon eine Fremdsprache ist, die sie neben ihrer Muttersprache lernen. Wir haben immer mal wieder SuS am Gymnasium, die aus dem Niveau A kommen und was die berichten, ist dort einsprachiger Unterricht (weder in Französisch noch in Englisch) ohnehin nicht möglich. Ich hatte, als ich hierher kam, auch mal die romantische Vorstellung, dass es doch auf jeden Fall so gehört, dass die Kinder hier alle mindestens zwei Landessprachen lernen. Aber seien wir ehrlich ... Englisch ist insgesamt dann eben doch nützlicher. Fremdsprachen sind toll, aber halt auch nur wenn man sie sprechen kann. Die regionale Landessprache einigermassen sicher zu beherrschen hat zusammen mit den vier Grundrechenarten dann aber wohl doch Priorität, nicht? Aber ich glaube, an der Stelle sind wir uns eh wieder einig. ;)
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    • @laleona
      Man kann nur nach bestandenem Kompetenztest und der gemachten didaktischen Fortbildung Englisch in der Grundschule unterrichten. Da ist nichts freiwillig.
      Die Fortbildung habe ich ebenso vor ca. 15 Jahren gemacht und da hatten wir einen native speaker dabei, der uns die Kniffe der englischen Aussprache beibrachte.
      Allerdings wird die verpflichtende Fortbildung etwas zu wenig angeboten, dass manche in die Verlegenheit kommen, schon vorher Englisch unterrichten müssen.
      In der Mittelschule wurde es, glaube ich, lockerer gehandhabt, aber da bin ich nicht auf dem neusten Stand.
    • Wollsocken80 schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Aber entwicklungspsychologisch würde mich wundern, Sprache lernen Kinder schon im Mutterleib und reden ab einem Jahr
      Es geht um das Erlernen einer *Fremd*sprache und das müsstest Du eigentlich besser wissen als ich, dass das Kinder, die intellektuell nicht ganz so gut aufgestellt sind, dann doch recht schnell überfordert wenn sie nebenbei halt mit dem Deutsch auch noch Mühe haben. Genau das muss man nämlich mal zur Kenntnis nehmen, dass hier bei uns z. B. oder auch in vielen Ballungsgebieten bei euch für viele Kinder ja Deutsch schon eine Fremdsprache ist, ...
      Ich kann nur von lernbehinderten Kids berichten und da bin ich oft überrascht, wie gut die mit Migrationshintergrund mit Sprachen klarkommen. Natürlich nicht auf Gymnasialniveau aber selbst wenn Rechnen und Rechtschreibung Bücher mit 7 Siegeln bleiben reden und dolmetschen manche munter in 3 oder 4 Sprachen.

      Ich bin mir nicht sicher, ob man die Lehrpläne umgestalten muss, weil in manchen Schulen viele Kinder mit Migrationshintergrund sind. Muttersprachler haben ja auch noch ein paar Ansprüche... allerdings kann man sich halt eine Stunde pro Woche mit Farben und Wochentagen eh sparen.

      Die Idee von @Cat1970 find ich cool, wenn die Muttersprache mehr Beachtung finden könnte, auch wenn das wohl utopisch ist.
    • @Krabappel: Es sind 2 Stunden und Farben und Wochentage hat man spätestens in 2 Wochen durch :) Also wir machen da schon mehr. Und die Eltern wundern sich.
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    • DeadPoet schrieb:

      Ich frage mich schon, ob mir als Lehrer am Gymnasium da nicht eine zusätzliche Stunde Deutsch in der Grundschule mehr helfen würde, als das bisschen Englisch.
      Jetzt hast du aber die Schüler, die mit relativ viel Wissen aus der Grundschule kommen. Unsere Hauptschüler können weder Wortarten noch z. B. Zeiten bestimmen (im Deutschen). In Englisch bringen sie null Vorwissen aus der Grundschule mit, denn sie waren damit schlicht und einfach überfordert. Vielmehr ist es so, dass sie schon vom ersten Tag an genervt von dem Fach sind, weil sie schon in den Jahren vorher ihr sprachliches Unvermögen attestiert bekamen.

      Viele unserer Schüler können auch am Ende ihrer Schulzeit nur so schlecht Englisch, dass sie nicht in der Lage wären, an der Rezeption des Urlaubshotels einfachste Check-in Dialoge zu führen. Es scheitert sowohl am Merkvermögen für Vokabeln als auch an grammatikalischer Überforderung. Was ich im Deutschen schon nicht kann, kann ich erst recht nicht im Englischen. Wie soll ich einen Satz im Simple Past formulieren, wenn ich das Verb im Satz nicht erkenne?

      Seit Jahren bin ich gegen Englisch-Unterricht an Grundschulen. Die Starken lernen es ab der 5. noch früh genug, die Schwachen nehmen sowieso nichts mit. Mehr Deutschunterricht fände ich sinnvoller.
      Genauso bin ich dafür, dass so wie früher ab der 7. Klasse Hauptschule Englisch nicht mehr verpflichtend unterrichtet, sondern freiwillig, also nur von den Leistungsstärkeren und -willigen, besucht wird (in den Regel-Klassen, im Mittlere Reife-Zug natürlich schon von allen).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sommertraum ()

    • Liebe Sekundarstufenlehrer,
      hospitiert einfach einmal in einem Englischunterricht der Grundschule. Ich habe sowohl im Gymnasium, als auch in der Realschule mehrfach hospitiert. In der Mittelschule habe ich Englisch selbst gegeben.
      Ich finde schon, dass die Grundschüler etwas vom Englischunterricht der Grundschule profitieren. Die guten Schüler profitieren natürlich am meisten. Ich hatte schon Schüler, wo aufgrund des Englischunterrichts in der Grundschule die Eltern extra mit ihren Kindern nach London geflogen sind. Es ist eine gute Chance, Interesse für die Sprache und das Land zu wecken.
      Wobei ich meine, dass der Beginn in der 3. Klasse reicht. Allerdings finde ich sehr fragwürdig, dass dies auf Kosten von einer Stunde Deutsch in Bayern stattgefunden hat.
    • Deine Erfahrung, dass die Kinder was mitnehmen vom reinen Englischunterricht an der Grundschule, deckt sich nicht mit den Erfahrungen meiner Gymnasiallehrerfreunde. Allerdings sind das natürlich subjektive Erfahrungen, was sagen die andren weiterführenden Lehrer?
    • Bei uns war das Absolvieren des Sprachkompetenztests auch "freiwillig". Ich wollte eigentlich nicht, denn ich hielt mein Englisch zwar für Smalltalk akzeptabel, aber eben nicht fürs Unterrichten. Ich habe ihn dann doch gemacht und auch die einwöchige Didaktikfortbildung, die mir kaum was gebracht hat. Das beste daran war, die eine Stunde Unterrichtsmitschau in einer 4. Klasse.
      Heute unterrichte ich fast jedes Jahr Englisch und das auch recht gern. Die meisten Kinder mögen Englisch auch.
      Allerdings finde ich den Ertrag, den die je 2 Wochenstunden in der 3. und 4. Klasse bringen, sehr gering. Ich achte schon auf Rechtschreibung, schreibe regelmäßig Tests, in denen auch richtig geschrieben werden muss. Außerdem versuche ich einfachste Grammatikregeln zu vermitteln und es nicht nur bei einer Handvoll auswendig gelernter Floskeln zu belassen. Ich denke jedoch, die zwei Stunden wären besser in Deutsch und Mathe investiert, um hier mehr Zeit zum Üben zu haben. Denn da fehlen die Grundlagen z. T. erheblich und auf Englisch können die Kinder trotzdem nicht viel mehr als "Good Morning" und "Thank you".
    • Wenn man quasi jemanden zum Test zwingt, finde ich es schon sehr fragwürdig. Wahrscheinlich gab es zu wenig, die die Befähigung hatten, Englisch zu unterrichten.
      Ich meine auch, dass die Art, wie es gerade gemacht wird, immer schwieriger wird, weil Englisch teilweise kein Abiturfach mehr ist. Bei mir war Englisch Abiturfach. Einen gewissen sprachlichen Hintergrund sollte man schon bei dem Fach auch in der Grundschule voraussetzen.

      Ich bekomme in meiner Klasse Englisch so unter, dass die anderen Hauptfächer darunter nicht leiden und meine Schüler mehr als nur "Good morning" und "thank you" kennen. Wichtig ist, dass man im Englischunterricht möglichst oft Englisch redet (wenn es geht, immer, aber manchmal muss man auch übersetzen). Wenn man nach einem Lehrwerk vorgeht, begegnen die Schüler auf vielen Kanälen der Fremdsprache; sie üben bsw. immer wieder englische Dialoge ein.

      Aber ich gebe dennoch allen Recht, die sagen, Deutsch und Mathematik müssen Priorität haben.

      Zur Aussprache im Englischen bei Lehrkräften: Ich habe da schon alles in der Hospitation in der Sekundarstufe gesehen: Vom starken deutschen Akzent bis zur perfekten Aussprache.
    • Caro07 schrieb:

      Ich finde schon, dass die Grundschüler etwas vom Englischunterricht der Grundschule profitieren. Die guten Schüler profitieren natürlich am meisten. Ich hatte schon Schüler, wo aufgrund des Englischunterrichts in der Grundschule die Eltern extra mit ihren Kindern nach London geflogen sind. Es ist eine gute Chance, Interesse für die Sprache und das Land zu wecken.
      Und was spricht jetzt dagegen, in der 5. oder 6. Klasse erst mit der Fremdsprache zu beginnen? Haben die Kinder da schon irgendwas verloren? Also ehrlich ... ich hab auch erst in der 5. Klasse mit Englisch begonnen und ich war nach 9 Jahren am Gymnasium tatsächlich auf C1-Niveau. Schule wird zunehmend überfrachtet, das ist ein allgemeines Problem und kein spezielles Problem der Grundschule. Alles scheint irgendwie wichtig zu sein. Man müsste mal dieses noch und man müsste mal jenes noch. Wo soll man denn Deiner Meinung nach die Stunden wegstreichen wenn nicht vom Deutsch? Von Mathe? Ist das weniger wichtig? Wir machen zu vieles zu wenig intensiv und zu oberflächlich.


      Caro07 schrieb:

      weil Englisch teilweise kein Abiturfach mehr ist.
      Was heisst "nicht mehr"? Hast Du in Bayern Abi gemacht? Ich schätze Du wirst etwa mein Alter haben, vielleicht etwas älter. Englisch war bei uns kein obligatorisches Prüfungsfach. Man musste in 12/13 *eine* Fremdsprache belegt haben, das konnte auch Latein oder Französisch sein. Ich habe die GK-Prüfung in Englisch gemacht, dafür hatte ich kein Deutsch-Abi, andere haben es anders rum gemacht. Ich bin absolut kein "früher war alles besser" Mensch aber an der Stelle finde ich die Entwicklung wirklich schlecht, dass heute alles ein bisschen bis zum bitteren Ende durchgewurstet werden muss. Ich war damals so heilfroh, dass ich Geographie und Wirtschaft abwählen konnte und endlich mehr Mathe hatte. Viele meiner Jugendlichen am Gymnasium sagen genau das gleiche, sie würden gerne Fächer abwählen können, die sie wirklich überhaupt nicht interessieren. Es bleibt eh nichts hängen, weil sie nicht zuhören. Das ist doch menschlich.
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    • Dead Poet hat die Situation meiner Ansicht nach prima beschrieben.

      Solange Englischunterricht an den Grundschulen so läuft wie bislang, bin ich dafür ihn abzuschaffen. Er ist nicht nur wenig effektiv, in vielen Fällen ist er sogar kontraproduktiv, und das sogar doppelt: Die Kinder lernen die Sprache nicht vernünftig, sodass wir in Klasse 5 die Fehlkonstrukte in den Köpfen der Kinder zu korrigieren, und es geht Zeit für anderen, sinnvollen Fachunterricht verloren.
      Zentraler Kritipunkt ist für mich:

      lamaison schrieb:

      Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern aussieht, aber in BaWü sieht der Englischunterricht nichts Schriftliches vor.
      Scheint in NRW nicht anders zu sein, oder wird ansonsten zumindest genau so praktiziert. Da kommen Schüler und meinen sie können schon ganz viel, dann sammelt man mal - die Kiddos sind begeistert und stolz - und schreiben "jelo", "kät" und "maser" als bekannte Wörter auf. Da schüttelst du dann nur noch den Kopf, raufst dir die Haare und fängst nicht bei null, sondern bei minus 5 an, weil du was sich falsch eingeprägt hat auch noch ausbügeln darfst.

      Felis1 schrieb:


      Allerdings finde ich den Ertrag, den die je 2 Wochenstunden in der 3. und 4. Klasse bringen, sehr gering. Ich achte schon auf Rechtschreibung, schreibe regelmäßig Tests, in denen auch richtig geschrieben werden muss. Außerdem versuche ich einfachste Grammatikregeln zu vermitteln und es nicht nur bei einer Handvoll auswendig gelernter Floskeln zu belassen. Ich denke jedoch, die zwei Stunden wären besser in Deutsch und Mathe investiert, um hier mehr Zeit zum Üben zu haben. Denn da fehlen die Grundlagen z. T. erheblich und auf Englisch können die Kinder trotzdem nicht viel mehr als "Good Morning" und "Thank you".
      Sehe ich auch so. Was selbst die guten Kiddos mitbringen ist lächerlich, nach einem Monat, maximal zweien, haben auch die, die halbwegs vernünftigen Englischunterricht in der Grundschule hatten, keinen Vorsprung mehr vor denen von den (zahlreichen) Katastrophenschulen.
      Ganz vereinzelt gibt es Kinder, bei denen ich sagen würde, dass sie vllt. wirklich schon ein gewisses Feeling für den Rythmus der Sprache entwickelt haben und bei der Aussprache Kompetenz zeigen, die es ohne den Unterricht so wohl noch nicht gegeben hätte. Aber wenn ich diese gegen den Großteil der 5er rechne, bei denen der Grundschulunterricht einfach katastrophale Vorstellungen von der Sprache erweckt, dann kann ich nicht anders, als der aktuellen NRW-Landesregierung zuzujubeln, wenn sie überlegt, den Englischunterricht zugunsten zusätzlicher Deutsch-/Mathestunden abzuschaffen.

      Also: Lieber garnicht als so wie bisher. Lieber (deutlich) besser als bisher als garnicht.
      Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?
    • @Wollsocken
      Ich möchte mich in die Diskussion nicht so reinhängen, weil ich schon auch sehe, dass Deutsch und Mathematik wichtiger als Englisch sind. Außerdem ist es für mich schwierig, vernünftig zu argumentieren, weil ich persönlich sehr gerne Englisch unterrichte, mich schon öfter in englischsprachigen Ländern aufgehalten habe und mir einbilde, aber auch rückgemeldet bekomme, dass meine Schüler schon das eine oder andere profitieren - ohne Notendruck.
      Beurteilen kann ich nicht, ob es Vorteile bringt oder nicht; das müssten die Sekundarstufenlehrer sehen, die vor über 18 Jahren Englisch (in Bayern) unterrichtet haben, wo es noch keinen Vorlauf in der Grundschule gab.
      Ich selbst bin schon einiges über 20 Jahre im Schuldienst, kenne die Zeit in der Grundschule, wo es noch kein Englisch gab. Vielleicht beantwortet dies deine Frage nach dem Englischabitur. Näher möchte ich nicht in persönliche Details gehen.
      Aber ich gebe den Vorschreibern recht, die das erwähnt haben: Wenn schon Englischunterricht in der Grundschule, sollte er auch eine gewisse Qualität (aber nicht in Richtung pauken) haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • Caro07 schrieb:

      18 Jahren Englisch (in Bayern) unterrichtet haben, wo es noch keinen Vorlauf in der Grundschule gab.
      Ich selbst bin schon einiges über 20 Jahre im Schuldienst, kenne die Zeit in der Grundschule, wo es noch kein Englisch gab. Vielleicht beantwortet dies deine Frage nach dem Englischabitur. Näher möchte ich nicht in persönliche Details gehen.
      Naja ... ich hab mein Abi auch schon vor 20 Jahren gemacht ;) In dem Fall habe ich Dich wohl jünger geschätzt, als Du bist, aber Fakt ist, dass der Zustand "Englisch ist kein obligatorisches Prüfungsfach" schon vergleichsweise lange so ist.


      Caro07 schrieb:

      Außerdem ist es für mich schwierig, vernünftig zu argumentieren, weil ich persönlich sehr gerne Englisch unterrichte, mich schon öfter in englischsprachigen Ländern aufgehalten habe und mir einbilde, aber auch rückgemeldet bekomme, dass meine Schüler schon das eine oder andere profitieren - ohne Notendruck.
      Das verstehe ich. Ich unterrichte mein Fach auch sehr gerne und bin mir sicher, dass ich es auch gut mache, aber ich würde unsere SuS trotzdem eine Naturwissenschaft abwählen lassen. Weniger wäre mehr, davon bin ich überzeugt.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Ich habe Englisch studiert und unterrichte nun an einer Grundschule in den Klassen 3 und 4. Englisch ist mein persönliches Lieblingsfach und auch das Lieblingsfach vieler Kinder. Viele eher schwache SuS, gerade solche mit Migrationshintergrund, haben im Englischunterricht endlich einmal Erfolgserlebnisse. Es geht auch viel mehr als Farben, Begrüßungen und ein paar englische Lieder. Im ersten Halbjahr der dritten Klasse bilden wir natürlich schon vollständige Sätze (I am wearing... He/She has... I like/don't like... usw.), lesen gemeinsam authentische Kinderbücher, üben einfache Grammatikregeln (Verwendung von 'a/an' bei Sg./Pl.; "he she it, das s muss mit!") und sprechen vor allem ganz viel im Rahmen von Rollenspielen und kleinen Präsentationen (und natürlich achten wir dabei auf die korrekte Aussprache vom 'th'). Am Ende von Klasse 4 führe ich immer ein Austauschprojekt durch, bei dem wir Videos über unsere Schule und unsere Hobbys drehen und mit Klassen aus anderen Ländern (u.a. schon USA, Indien, Korea, Brasilien) austauschen.


      Natürlich kann man nicht viel vom Englischunterricht in der GS erwarten, solange er überwiegend von Lehrkräften gehalten wird, die dafür nicht ausgebildet worden sind. So langsam haben wir aber immer mehr gut ausgebildete, junge Lehrkräfte die sehr guten Englischunterricht halten können. Es wäre völlig verkehrt, gerade jetzt wieder über die Abschaffung nachzudenken.
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