Abituranforderungen (ausgelagert)

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    • Krabappel schrieb:

      Wenn man zuhört und nichts lernt Zuhause kann man aber eine mittelmäßige Note schaffen, in Chemie geht das nicht.
      Öh, doch, natürlich geht das. Ich habe einige solcher Spezialisten (natürlich entsprechend intelligent) die nur mit Zuhören und im Unterricht mitmachen eine 4 oder 4.5 schaffen. Lernen muss man für Bio insgesamt sicher mehr. In Chemie lernt man zu Beginn viel, irgendwann drehen sich die Konzepte dann aber nur noch im Kreis, dann wird es erheblich weniger reiner Lernstoff.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Und ich wundere mich mal wieder über die unterschiedlichen Anforderungen. Wir konnten seinerzeit in BaWü Mathe nicht abwählen und nur bestimmte LK-Kombinationen waren erlaubt. In Sachsen war es bislang so, dass man gar nichts abwählen konnte! Wurde aber auch geändert.
      Und wenn ich mir die Lehrpläne der sächsischen Grund- und Oberschulen anschaue, da haben wir früher thematisch vieles erst 2-4 Jahre später gemacht.

      Vielleicht sollte man diesen Bildungsföderalismus endlich mal überdenken :weissnicht:
    • Naja, so schlimm finde ich das schon nicht, ist ja hier auch nicht anders. Zumindest gehen die fachlichen Inhalte in Fächern wie Biologie oder Chemie teils weit auseinander (lehrerspezifisch, nicht kantonsspezifisch). Immerhin legen im ganzen Land am Ende alle in den gleichen Fächern ihre Prüfungen ab. Also um Mathe und Französisch komm selbst an der Fachmittelschule keiner drumrum. ;)
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      Früher war mehr Lametta!
    • :rofl:

      Ja, ja. Das hat man uns in Bayern auch immer so erzählt. Jetzt mache ich ja selber "Hausprüfungen" und glaub mir, die haben's in sich. Es ist eben ein weit verbreitetes Gerücht, es wäre einfacher für die SuS, wenn der eigene Lehrer die Prüfungen stellt. Auf die zentralen Prüfungen haben wir uns anno dazumals mit dem Abitrainer von Stark vorbereitet und irgendwas so Ähnliches kam dann schon auch. Wird heute nicht anders sein. Meine SuS kennen natürlich 4 Jahre lang meine Prüfungen aber wer 4 Jahre lang nix gekonnt hat, der kann auch bei der Abschlussprüfung nix. Prüfungsschnitt hatte ich letztes Jahr bei der Matura 3.9, 4.1 und 4.6 (drei Kurse). Würde mich tatsächlich mal interessieren, was beim deutschen Zentralabi in den einzelnen Fächern so rauskommt.
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    • Wollsocken80 schrieb:

      Dann würde hier zumindest für die Sek II keiner mehr Lehrer werden (ich würde ehrlich den Job hinschmeissen). Zentrale Prüfungen sind nichts weiter als der kleinste gemeinsame Nenner und sicher nicht das Qualitätsmerkmal als das sie gerne verkauft werden.
      Den Punkt kann ich nicht genug unterstreichen – vor allem, seit ich im "schweizer System" zuhause bin. In Deutschland schreien viele nach noch mehr Zentralisierung, die Mantras "Vergleichbarkeit" und "Gerechtigkeit" vor sich hinbetend. Am Besten noch bundeseinheitliche Abschlussprüfungen. Dass dabei nur ein bürokratisches Monster erschaffen wird, scheint die Leute nicht gross zu kümmern. Man muss sich ja nur die Abituranleitungspapiere der Länder mal ansehen.
      Ich finde, der Weg sollte eher in die andere Richtung gehen – in der Schweiz wird schlicht und einfach dem Lehrer am Gymnasium vertraut, dass er als Profi seinen Lernenden das beibringt, was er als Allgemeinbildung in seinem Fach für wichtig hält. Das kann etwas anderes sein, als sein Kollege denkt. Das macht aber auch nichts – das Wichtigste ist doch, dass die Lernenden die Grundlagen verstehen und später mal – so sie es denn möchten oder müssen – diese Grundlagen reaktivieren und darauf aufbauen können. Das verstehe ich unter Bildung – und nicht eine durch Zetralprüfungen abgesicherte nebulöse "Vergleichbarkeit".
    • Berufsschule93 schrieb:


      Der mit 10-13 NP in Mathe wird sicherlich nicht Anglistik studieren, genauso andersrum :)
      ...mh, doch. wir reden von extrem einfachen grundkursen. es gibt ja keine leistungskurse mehr in bayern. schon das alte gk-abi vor dem aktuell noch laufenden g8 war mit lernen problemlos auch von mathebanausen (siehe der heutige linguistik-prof...) bestehbar. es sind immer nur immer wieder dieselben aufgabentypen, die man abarbeiten muss. man muss nichts verstehen fürs bestehen. und zweistellig in mathe ist nun wahrlich kein hexenwerk bei fleiß und arbeit. da dürfte zweistellig deutsch für talentfreie leute viel schwieriger sein.

      will heißen, wir haben generell eher schwache sus, aber trotzdem eigentlich in jedem jahrgang mehr als zehn leute (von gut hundert), die breitband zweistellig sind, also in mathe/nawi und sprachlichen/gesellschaftswissenschaftlichen fächern. die anforderungen sind ja auch nochmal gesenkt worden, und jetzt fürs neue g8 nochmals zurückgefahren worden, zumindest vom akademischen anspruch her. das ist alles *sehr* machbar.
    • Stichwort Bio und schwer: Es stimmt, von der Menge her hats Bio in sich! Aber von der Verständlichkeit her ist das etwas anderes als zb Chemie oder Physik. Wer faul ist, schreibt auch im Bio bescheidene Noten. Aber ich finde Bio deutlich nachvollziehbarer und somit auch leichter zu lernen als zb Physik. Mathe/Physik ist für mich verständnismäßig so, als würde ich ein chinesisches Telefonbuch versuchen auswendig zu lernen. In Bio weiß ich zumindest worum es gerade geht :aufgepasst:
    • Bio ist greifbarer (war selbst anno Tobak im Bio-LK) würde ich sagen, aber M/Ph waren doch immer Fächer wo es vor allem darum ging Aufgabentypen zu verstehen, wiederzuerkennen, abzuarbeiten. Mir war das in meiner Schulzeit nie ganz so wichtig, wie ich in M stehe, aber mit regelmäßig HA machen ließen sich da im Grundkurs problemlos und ohne weiteren intensiven Lerneinsatz zweistellige Punktzahlen erreichen. (Ok, mein Vater ist u.a.Mathelehrer, da hatte ich möglicherweise einen unfairen Vorteil, der meine Bequemlichkeit aufs allerherrlichste unterstützt hat, da ich von klein auf viel mit Zahlen und Technik (Mama) zu tun hatte.)

      Ich bin in meinem Herzen zwar Gesellschaftswissenschaftlerin durch und durch, aber mein Gott die Schönheit und Perfektion von Primzahlen oder die Fibonacci-Zahlen und wie sich diese in Natur und auch Kunst wiederfinden lassen- das ist eine grundlegende Systematik in dieser Welt, die ihresgleichen sucht!
      Mag sein, dass Schulmathematik das nicht immer herausarbeiten kann, trotzdem verdammt schade, wenn man so gar keinen Zugang dazu hat und ein wenig so, als würde man weiterhin glauben, die Erde sei doch eine Scheibe.
    • Hannelotti schrieb:

      Wer faul ist, schreibt auch im Bio bescheidene Noten.
      Meinst Du mit "bescheiden" jetzt genügend oder ungenügend? Wer bei uns faul ist, der ist in Bio dann auch ungenügend und so sollte der fachliche Anspruch der Lehrperson auch sicher sein.


      Hannelotti schrieb:

      Aber ich finde Bio deutlich nachvollziehbarer und somit auch leichter zu lernen als zb Physik.
      *Du* findest, genau. ;) Meine letzten Maturanden waren am Ende heilfroh, dass sie mit der schriftlichen Matura in Chemie dran waren und nicht Bio lernen mussten. Natürlich waren die 4 Jahre lang davor auch der Meinung, Bio sei viel einfacher. Ganz am Ende kamen sie selbst noch auf den Trichter, dass das einfach unglaublich viel zu lernen ist und die Themengebiete auch längst nicht so schön zusammenhängend wie in der Chemie sind. Wer das mit dem Transfer von Konzepten mal raus hat, der tut sich mit Chemie halt schon sehr viel leichter. Und mit Physik und Mathe sowieso.

      Ich hatte es erst diese Woche mit meinen SuS darüber, dass in praktisch allen naturwissenschaftlichen Studiengängen in den ersten Semestern Mathe der Killer ist. Man macht den Jugendlichen überhaupt keinen Gefallen, wenn man Bio z. B. "entmathematisiert" um es damit als Schulfach vermeintlich attraktiver zu gestalten. Aber gut ... bei euch ist das Abitur natürlich eh längst kein Garant mehr dafür, dass dann auch studiert wird. Bei uns eben schon und somit fühle ich mich an der Stelle den Jugendlichen gegenüber auch verpflichtet, die Latte hoch zu halten.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Bei uns sind zumindest in der Sek I die Bionoten zum größten Teil besser als die in Chemie und Physik. Wir haben im NW-kollegium auch schon oft darüber gesprochen.
      Ein Faktor, bei dem wir uns einig waren, ist, dass die Themen in Bio nicht so sehr aufeinander aufbauen wie in Chemie/Physik.
      Drastisch dargestellt: für Genetik brauche ich das Herz-kreislauf-system und den Aufbau des Waldes nicht. Wenn mir in Chemie die Grundlagen des Atombaus oder in Physik die Größen und Einheiten von Stromstärke und Spannung nicht geläufig sind, wird es schwieriger.

      Ist sicherlich nicht DER Grund, trägt aber zum Effekt bei.
    • Hatte auch 10 Punkte in Mathe ... gehörte allerdings zu den gaaanz glücklichen, die erstens in Mathe kein Abi machen mussten (dafür in Physik) und die Mathe nach der 12. Klasse sogar ablegen konnten (dafür eben Physik und Biologie dann in der 13. weiter geführt). Studiert hab ich dann Englisch und Geschichte ;)
    • Krabappel schrieb:

      Philio schrieb:

      Hm, ich hatte 15 in Geschichte und habe Physik studiert ;)
      Streber :_o_P
      Ach ich würd gern noch mal in die Schule gehen. Ist es nicht geil, dass man gratis von Fachleuten aus allen Gebieten Interessantes vermittelt bekommt? Jetzt zumindest empfinde ich so. Nachdem ich selbst jahrelang immer wieder Dreisatz, Dehnungs-h und Disziplin erteile :hammer:
      In die Schule vielleicht nicht unbedingt, aber studieren würde ich schon noch mal was :)