Abituranforderungen (ausgelagert)

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    • Rheinland-Pfalz schreibt meines Wissens als einziges Bundesland immer noch keine zentralen Prüfungen.

      Am besten zeigt sich der Effekt der Umstellung auf zentrale Prüfungen am Beispiel Berlin. Dort sind die Prüfungsnoten plötzlich durch die Decke geschossen und die Politik freut sich... Juhu, es ist bewiesen, das Zentralabi liefert bessere Noten. Noten, ja. Wer glaubt hier ernsthaft, dass die SuS in Berlin jetzt auch schlauer und studierfähiger sind? Sie sind halt jetzt auf Vergleichsprüfungen besser dressiert.

      Bezüglich Willkür hat @Valerianus natürlich recht, hab ich auch erklärt, ist aber entweder nicht gelesen oder nicht verstanden worden.

      Um PISA wird bei und längst nicht das Gewese gemacht, wie in Deutschland. Wir interessieren uns mehr für das Feedback der Unis, denn die müssen mit der Kundschaft, die wir ihnen liefern, ja klar kommen. Und ich verwies bereits aufs internationale Hochschulranking. Wir haben die ETH Zürich, an der *jeder* studieren darf, der ein Maturzeugnis vorlegen kann. Was habt ihr?
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      Früher war mehr Lametta!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wollsocken80 ()

    • Wollsocken80 schrieb:

      Wir interessieren uns mehr für das Feedback der Unis, denn die müssen mit der Kundschaft, die wir ihnen liefern, ja klar kommen.
      Bei uns an der Berufsschule ist es das Feedback der Fachhochschulen, die ja die Abnehmer unserer Absolventen sind. Unter anderem gibt es auch ein jährliches Review unserer Abschlussprüfungen durch die Fachhochschulen.
    • In NRW mussten vor dem Zentralabitur mehrere Abiturvorschläge an die Bezirksregierung geschickt werden, um dort genehmigt oder eben nicht genehmigt zu werden. Für uns Lehrer ist Zentralabitur ein Segen (keine Klausuren erstellen müssen, Erwartungshorizont ist vorhanden), für die Schüler ist es auch ok, weil die Noten dadurch besser oder zumindest nicht schlechter geworden sind, aber was sagt es über den (gemessenen) Lernzuwachs aus, wenn die Schüler dieselben Noten schreiben, bei a) an den individuellen Lernfortschritt angepassten Klausuren oder b) bei Klausuren die für ein ganzes Bundesland funktionieren müssen? Es muss immer möglichst breit getestet werden, in die Tiefe gehen ist kaum möglich.

      Die neue Kompetenzorientierung : Exzellenz oder Nivellierung? - &tldr: von 27 Neuntklässler erreichen 23 Noten zwischen 1 und 4 im Zentralabitur Leistungskurs Biologie in einem Themenbereich der zuvor nie im Unterricht behandelt wurde. Aufgaben aus der Zeit vor dem Zentralabitur waren für die Schüler unlösbar. Zentralabitur my ass... ;)
      The price of freedom is eternal vigilance. (Leonard H. Courtney)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Valerianus ()

    • Anja82 schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Wollsocken80 schrieb:

      :rofl:

      Ja, ja. Das hat man uns in Bayern auch immer so erzählt. Jetzt mache ich ja selber "Hausprüfungen" und glaub mir, die haben's in sich.
      Der Gerüchte gab's noch mehr, z.B. dass bayerische Oberstufenschüler in Hessen ihr Abi gemacht haben, um es (noch oder besser) zu bestehen.
      Das ist hier in Hamburg auch absolut üblich. Also, dass die Niedersachsen sich nach Harburg ummelden und dann hier das Abi machen.
      ... und sich dann an der TUHH wundern, was sie alles trotz ihres tollen Abischnitts und im Vergleich zu den in Niedersachsen Verbliebenen nicht können.

      À+
      No risk, no fun!
    • Valerianus schrieb:

      In NRW mussten vor dem Zentralabitur mehrere Abiturvorschläge an die Bezirksregierung geschickt werden, um dort genehmigt oder eben nicht genehmigt zu werden. Für uns Lehrer ist Zentralabitur ein Segen (keine Klausuren erstellen müssen, Erwartungshorizont ist vorhanden), für die Schüler ist es auch ok, weil die Noten dadurch besser oder zumindest nicht schlechter geworden sind, aber was sagt es über den (gemessenen) Lernzuwachs aus, wenn die Schüler dieselben Noten schreiben, bei a) an den individuellen Lernfortschritt angepassten Klausuren oder b) bei Klausuren die für ein ganzes Bundesland funktionieren müssen? Es muss immer möglichst breit getestet werden, in die Tiefe gehen ist kaum möglich.

      Die neue Kompetenzorientierung : Exzellenz oder Nivellierung? - &tldr: von 27 Neuntklässler erreichen 23 Noten zwischen 1 und 4 im Zentralabitur Leistungskurs Biologie in einem Themenbereich der zuvor nie im Unterricht behandelt wurde. Aufgaben aus der Zeit vor dem Zentralabitur waren für die Schüler unlösbar. Zentralabitur my ass... ;)
      Der Artikel ist schockierend... aber da frage ich mich schon, welche Elfenbeinturmgelehrten je auf die absurde Idee gekommen sind, man könne Kompetenzen und Inhalte voneinander trennen.
    • Das schockiert mich jetzt aber auch. Ich kenne die Zentralabiaufgaben Bio aus NDS ganz gut. Da kommt dann z.B. sowas, dass man (ich zitiere ungenau aus dem Gedächtnis, bin kein Biologe)

      - erst mal erklären muss, was ein Aktionspotential ist
      - dann wird die Wirkungsweise eines bestimmten NErvengiftes im Material gegeben
      - dann muss man begründen, welches von gegebenen Gegengiften da helfen könnte

      Das wäre ein Beispiel aus Nervenphys. Oder Evolution, da musst Du dann begründen können, ob eine evolutionäre Entwicklung etwa homolog oder analog ist, usw. usf.

      Wenn Du dann beim ersten Beispiel schon nicht weißt, wie Nervenzellen funktionieren (dast steht nicht im Material) und im zweiten Fall nicht weißst, was homolog oder analog ist, dann bekommst Du da gar nichts raus.

      Klar, es gibt am Anfang immer eine Aufgabe mit "Beschreibe ...", die sich direkt auf ein Material bezieht, das reicht aber nicht für 5 Punkte.
    • WillG schrieb:

      Bei meinem ersten Praktikum, das ich an meiner alten Schule gemacht habe, habe ich im Lehrerzimmer irgendwas von "Ich als Germanist..." gefaselt. Meine alten Lehrer haben mich ausgelacht und mir erklärt, ich würde auch noch lernen, dass ich kein Germanist/Anglist bin, sondern doch nur Lehrer werde. Und das kam von Lehrern...
      Ich bin Historiker, anglistischer Literaturwissenschaftler und Lehrer. Für letzteres brauche ich die ganze Bandbreite dessen, was ich als ersterer gelernt habe. Wieso soll sich das ausschließen?
    • Valerianus schrieb:

      In NRW mussten vor dem Zentralabitur mehrere Abiturvorschläge an die Bezirksregierung geschickt werden, um dort genehmigt oder eben nicht genehmigt zu werden. Für uns Lehrer ist Zentralabitur ein Segen (keine Klausuren erstellen müssen, Erwartungshorizont ist vorhanden), für die Schüler ist es auch ok, weil die Noten dadurch besser oder zumindest nicht schlechter geworden sind, aber was sagt es über den (gemessenen) Lernzuwachs aus, wenn die Schüler dieselben Noten schreiben, bei a) an den individuellen Lernfortschritt angepassten Klausuren oder b) bei Klausuren die für ein ganzes Bundesland funktionieren müssen? Es muss immer möglichst breit getestet werden, in die Tiefe gehen ist kaum möglich.
      Am beruflichen Gymnasium ist das ähnlich, allerdings haben wir einige Bildungsgänge die es nur sehr selten in NRW gibt und schon müssen wir jedes Jahr für manche Bildungsgänge selbst Vorschläge fürs Abi erstellen und haben nichts gewonnen.
      Was ich in Englisch allerdings gut finde ist, dass die Schüler weiterhin die Wahl zwischen zwei Klausuren haben. Es setzt halt doch jeder andere Schwerpunkte.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Ich bin Historiker, anglistischer Literaturwissenschaftler und Lehrer. Für letzteres brauche ich die ganze Bandbreite dessen, was ich als ersterer gelernt habe. Wieso soll sich das ausschließen?
      Ein Physiker ist kein (Physik)lehrer
      Ein (Physik)lehrer ist kein Physiker

      Seiteneinsteiger haben allerdings diese Doppelqualifikation (Bei 2. StEx.).

      Es soll allerdings auch ehemalige Lehramtsstudenten geben, die angeblich im gleichen Umfang zwei (wenn man Pädagogik/Didaktik dazurechnet sogar drei) vollständige Studiengänge absolviert haben.
    • WillG schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Der Gerüchte gab's noch mehr, z.B. dass bayerische Oberstufenschüler in Hessen ihr Abi gemacht haben, um es (noch oder besser) zu bestehen.
      Ich habe mein Ref an dort bayerisch-hessischen Grenze gemacht. An der Schule dort wurde von der Klassenkonferenz als inoffizelle Empfehlung der Wechsel nach Hessen an leistungsschwache Schüler ausgegeben.Einige haben das dann gemacht. Ich weiß allerdings nicht, was aus denen geworden ist, also ob es wirklich was gebracht hat oder ob das nur bayersiche Hybris war.
      Außerdem war das lange vor dem hessischen Zentralabitur, deshalb weiß ich auch nicht, ob das immer noch so gehandhabt wird.
      Ich habe nicht mein Ref, aber meine neun Jahre an der hessischen Grenze abgedient und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht wenige waren, die nach der achten, neunten, zehnten Klasse nach Hessen gewechselt sind und sich dort deutlichst verbessert haben. Darunter auch Leute, von denen ich aus heutiger Sicht sagen würde, dass sie die Ausbildungen, die sie letztendlich dann gemacht haben, auch ohne Abi hätten angehen können, und die fürs Gymnasium eher nicht geeignet waren. Und alle haben sie erzählt, wie pillepalle der Unterricht an der neuen Schule im Vergleich sei.

      Das sind aber Einzelerfahrungen von vor zwanzig dreißig Jahren. Seither hat sich sicher auch in Hessen einiges getan. Und unser pädagogisch eher - hm, sagen wir "herausgefordertes" - Gymnasium mag seinen Teil beigetragen haben.
      Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschwätz.
    • Der Wechsel von Bayern nach Hessen ist für viele Schüler im Grenzgebiet auch heute noch ein Thema. Vor allem zum Halbjahr wechseln immer wieder Schüler der Mittelstufe. Und nicht einmal die schlechten, die ums schulische Überleben kämpfen, sondern auch bessere und gute Schüler, die dort sehr gut sein wollen. Oder die sagen, das bayerische Schulsystem würde ihnen zu viel Stress bereiten und es würde in Hessen keine Stegreifaufgaben geben. Leider bekommen wir keine Rückmeldung, wie es diesen Schülern dort tatsächlich ergeht und ob sie ihre Ziele erreicht haben.

      Sarek
    • dasHiggs schrieb:

      Meerschwein Nele schrieb:

      Ich bin Historiker, anglistischer Literaturwissenschaftler und Lehrer. Für letzteres brauche ich die ganze Bandbreite dessen, was ich als ersterer gelernt habe. Wieso soll sich das ausschließen?
      Ein Physiker ist kein (Physik)lehrerEin (Physik)lehrer ist kein Physiker

      Seiteneinsteiger haben allerdings diese Doppelqualifikation (Bei 2. StEx.).

      Es soll allerdings auch ehemalige Lehramtsstudenten geben, die angeblich im gleichen Umfang zwei (wenn man Pädagogik/Didaktik dazurechnet sogar drei) vollständige Studiengänge absolviert haben.
      Hm ... ich habe ein vertieftes Studium in Englisch und Geschichte. Die meisten meiner Studienkollegen/Kolleginnen haben auf Magister studiert und ich kann definitiv sagen, dass ich damals die gleichen Inhalte wie ein Magister Geschichte und ein Magister Englisch gemacht habe (ggf. sogar mehr) - dazu eben noch Pädagogik/Didaktik, aber das würde ich nicht als vollwertig bezeichnen.
      Das Staatsexamen würde ich sogar als umfangreicher bezeichnen, als die Magisterprüfung (und ein guter Teil davon schriftlich, zentral gestellt). Evtl. haben die Profs bei "nur" Lehrämtlern in den mündlichen Prüfungen gnädigere Fragen gestellt ... und die Zulassungsarbeit war im Vergleich zur Magisterarbeit kürzer.
    • Das hatten wir hier eigentlich auch schon oft genug, dass man das Fass nicht schon wieder aufmachen muss. Im Phil II Bereich ist das deutsche Lehramtsstudium gegenüber dem Master of Science deutlich verkürzt. Im Phil I Bereich ist das offenbar nicht so. Auch bei uns reicht im Phil II Bereich für ein Beifach das Fachstudium auf Bachelor Niveau, die Phil I er haben in der Regel beide Fächer vollständig studiert.
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      Früher war mehr Lametta!
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