Abituranforderungen (ausgelagert)

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      Ich musste zum Glück kein Abi in Mathe machen, durfte ich durch Bio ersetzen (in Brandenburg 2005). Ich hatte in Mathe immer irgendwas zwischen 10 und 12 Punkten (also immer knapp an der 1 vorbei in den Klausuren, bis auf einmal, wo ich ne 1+ geschrieben hab...). Ich hab dann n halbes Jahr was mathelastiges studiert, das ging üüüberhaupt nicht, hab dann zu den Geisteswissenschaften gewechselt.
      Deshalb denk ich auch, ob man nun Abi in Mathe machen muss oder nicht, es sagt nur begrenzt was drüber aus, inwiefern man dann den Anforderungen in einem Studium gerecht werden kann. Natürlich sollte man, wenn man Physik studieren will, bis zum Abi Mathe machen und da mehr als 5 Punkte haben, aber das reicht meiner Erfahrung nach nicht, um im Studium klarzukommen, es kann auch dann völlig daneben gehen.

      Zu der Frage, ob ich Historiker oder Geschichtslehrer bin, denke ich, dass auch das vom Einzelfall abhängt. Es gab an meiner Uni Leute, die wirklich "nur Lehramt" studiert haben mit Augenmerk darauf, was man später mal braucht. Andererseits hab ich auch die gleichen Veranstaltungen besucht, wie die Magisterstudenten/Bachelors/Master und das hat wenig mit Schulstoff zu tun, sondern ist eben Fachwissenschaft und ich finde auch, dass ich als Lehrerin die Fachwissenschaftlerfähigkeiten täglich brauche, wenn auch viel von dem Stoff, der an der Uni vermittelt wurde, in keinem Lehrplan auftaucht.
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      DeadPoet schrieb:

      Die meisten meiner Studienkollegen/Kolleginnen haben auf Magister studiert und ich kann definitiv sagen, dass ich damals die gleichen Inhalte wie ein Magister Geschichte und ein Magister Englisch gemacht habe (ggf. sogar mehr)
      Ich habe einen Doppelhauptfachmagister in Neuerer und Mittelalterlicher Geschichte sowie in Anglistischer Literaturwissenschaft gemacht. Das war Anfang bis Mitte der 90er. Studierende des Lehramts saßen mit Magisterstudenten in haargenau den gleichen Veranstaltungen und hatten da auch die gleichen Leistungen zu erbringen. Verglichen mit den Studienanforderungen der Lehramtsstudierenden waren die Scheinanforderungen meiner beiden Magisterstudiengänge aber verschwindend gering. Das hat aber nichts mit "Niveau" zu tun - von Magistern wurde einfach erwartet, dass sie sich ihren intellektuellen Weg suchen und selbstständig ihr Fachwissen ständig erweitern. Das Lehramtsstudium war damals sehr viel verschulter - nervte aber bei weitem nicht mit der kleingeistig beckmesserischen Gängelei von heute. Ich habe im Hauptstudium halt sehr viel lesend im Sommer unter Bäumen gelegen und gelesen und in Vorlesungen sehr viel spannende Dinge gehört, einfach nur weil sie mich interessierten.

      und die Zulassungsarbeit war im Vergleich zur Magisterarbeit kürzer.
      Damals waren es drei Monate für die Staatsexamensarbeit im Vergleich zu einem Semester bei der Magisterarbeit.

      Nele

      P.S. Natürlich bin ich Historiker und Literaturwissenschaftler, denn ich habe als solcher wissenschaftlich gearbeitet. Dass ich jetzt als Lehrer arbeite und meinen Beruf als "Lehrer" angebe, ändert daran doch nichts.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

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      Es ist zwar an diversen anderen Stellen schon mal geschrieben worden, aber bevor jetzt wieder einer mit "Niveau" und dergleichen loslegt: Es ist im NaWi-Bereich schlicht aus zeitlichen Gründen nicht möglich zwei Fächer auf Master-Niveau innerhalb von sagen wir 10 Semestern oder so zu studieren. Man hat als Chemiestudent Laborzeit von 8 - 18 Uhr und dann hockt man eben Stunden um Stunden vor dem Abzug rum und guckt der Sandmeyer-Reaktion oder was auch immer beim Blubbern zu. Bücher lesen kann man auch unterm Baum oder nachts im Bett, im Falle von Synthesechemie ist vor allem nachts im Bett tunlichst zu vermeiden. So kommt es eben, dass jemand, der in Deutschland zwei Naturwissenschaften auf Lehramt studiert, dieses notgedrungen in einer kastrierten Version tut. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber lässt sich sicher diskutieren. Ich bin jedenfalls Chemikerin und ich fühle mich im Lehramt ausgesprochen wohl damit, ein Fach bis zum bitteren Ende studiert zu haben und während der Promotion auch wissenschaftlich gearbeitet zu haben. Für Chemie möchte ich weiterhin behaupten, dass jeder, der grundsätzlich studierfähig ist, intellektuell auch in der Lage ist, dieses Fach zu studieren. Bei Mathe wäre ich mir da nicht so sicher.
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      Früher war mehr Lametta!
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      Wollsocken80 schrieb:

      Bei Mathe wäre ich mir da nicht so sicher.
      Also, einer meiner Profs. hatte seinerzeit behauptet, man brauche nur logisches Denken für ein Mathestudium. Allerdings war dieser Mensch eher klischeehaft von der weltfremden Sorte und konnte sich vermutlich nie in die Niederungen derjenigen begeben, für die die Anfängervorlesungen nicht voll trivial waren.
      Aber tatsächlich ist das Mathestudium etwas hinterhältig – die ganzen Definitionen, Sätze und Beweise in den Lehrbüchern sind so wunderschön geradlinig und folgerichtig dargestellt. Aber dass diese für Anfänger teilweise furchteinflössenden Beweise die Ergebnisse eines oft langen Prozesses sind, das verschweigen die Bücher. Sie verschweigen auch, wie die man auf diese Beweise gekommen ist oder wie der Student auf diese Beweise hätte alleine kommen sollen. Nur diejenigen, die es so lange durchhalten und nicht aufgeben kommen dahinter, dass hinter vielen Beweisen viel Arbeit und Erfahrung, aber nicht unbedingt Genialität steckt.
      Bei Physik habe ich eine andere Theorie. Ist jetzt auch eine anekdotische Evidenz, aber die Studienkollegen, die das Physikstudium eher "mathematisch" angegangen sind, haben sich im Studium sehr viel leichter getan. Die "Bastler", denen der Lötkolben näher war als die Differentialgleichung, hatten meiner Beobachtung nach die grösseren Probleme mit dem Physikstudium zurechtzukommen, denn das Studium ist fast reine Theorie (von den Laborpraktika mal abgesehen - die sind aber vom Umfang deutlich weniger als bei den Chemikern).
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      Ich verstehe einiges erst seit ich das Fach unterrichte. Ich hatte erst letztens ein unterhaltsames Gespräch mit einem Kollegen darüber, dass wir das Retrosynthese-Seminar gleichermassen gehasst haben. Heute finden wir es beide ausgesprochen lustig Schüler damit zu ärgern. :rofl:
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