Anderswo ist es (definitiv) nicht besser... Lage in Frankreich

  • In NRW sind es glaube ich 10 Semester für alle und aufgrund der 18 Monate, die in November/Mai anfangen, quasi 2 Jahre Ref.

    Mit der Begründung läuft ja auch die Aktion "a13 für alle". Das Studium dauert in der Primar- und Sekundarstufe 1 heute genau so lange wie in der Sek2, darum soll auch die Bezahlung gleich werden.

    • Offizieller Beitrag

    Bis vor ein paar Jahren war das 3-jährige Studium (egal was) die Zugangsvoraussetzung für das Concours (Wettbewerb) für das jeweilige Lehramt. (Logisch, dass die fachliche Vorbereitung sinnvoll ist, aber ich dürfte jetzt auch das Concours in Geschichte machen (im Fach habe ich gar keinen Abschluss), Hauptsache ich bin unter den x Besten, dann bin ich 2 Monate später irgendwo in Frankreich Lehrerin.
    In der Zwischenzeit hat man daraus 5 Jahre gemacht, jetzt eher 4, zum Teil mit ‚Brücken‘ davor, wo man mit einem Hilfsvertrag sich vorbereitet (definitiv kein Ref sondern das ganz offizielle Recht, ausgebeutet zu werden)



    Noch was: die Sozialversicherung (s.o.) deckt in Frankreich nur einen (z. T. kleineren) Teil der Kosten ab, man braucht dafür eine Zusatzversicherung.


    Ich versuche nicht, es schlimm zu reden. Ich bin nur so zutiefst dankbar, dass mein Weg mich nach Deutschland verschlagen hat. Nicht nur kann ich mir ein wunderschönes Haus leisten, meinen Hund fürstlich füttern und versorgen, schönen Urlaub machen und Hobbyes finanzieren, nein, ich stehe jetzt nicht gerade regelmässig vor der reellen Frage, meinen Job zu kündigen (was in Frankreich sehr viele Besmten machen...). (Nebenbei habe ich natürlich auch die Liebe meines Lebens gefunden )

  • wo man mit einem Hilfsvertrag sich vorbereitet (definitiv kein Ref sondern das ganz offizielle Recht, ausgebeutet zu werden)

    Naja, bei uns in NRW läuft seit ein paar Jahren die Ausbildung ja auch nicht anders. Früher hatte man zwei Jahre Referendariat, heute hat man 1,5 Jahre Referendariat und zusätzlich noch ein weiteres halbes Jahr Praktikum, wo man genau das Gleiche macht wie der Referendar, nur eben nicht bezahlt.

  • Naja, bei uns in NRW läuft seit ein paar Jahren die Ausbildung ja auch nicht anders. Früher hatte man zwei Jahre Referendariat, heute hat man 1,5 Jahre Referendariat und zusätzlich noch ein weiteres halbes Jahr Praktikum, wo man genau das Gleiche macht wie der Referendar, nur eben nicht bezahlt.

    Naja, nur Refis haben BDU, den bekommt hier kein Praxissemester.
    Aber klar kann man zwischen den Stationen als Vertretungslehrer arbeiten.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

    • Offizieller Beitrag

    Ich wüsste von keinen beworbenen Massnahmen à la ‚du machst im Mai Staatsexamen? Unterrichte dieses Schuljahr eine halbe Stelle für 700 Euro monatlich und wenn du in Mai bei den Prüfungen (Wettbewerb! Nicht nur Prüfungen) auf einem guten Platz ankommst, darfst du dir die Region (!) aussuchen‘


    Das Sek-Lehramt ist national, man hat keinen/ kaum Einfluss auf die Einsatzregion.
    Beim Primarlehramt ist es regional (ich glaube, ca. 20 Regionen hat mittlerweile Frankreich? Sorry, ich komme nicht mehr mit, es waren früher 36)

  • Ich kann mir schon vorstellen, wie das damals gelaufen ist:
    A: "Puh... Lehrer sind so teuer. Wie können wir da Geld einsparen?"
    B: "Hey, lass uns doch das Ref um ein halbes Jahr kürzen, und es stattdessen als Praktiukums in Studium legen. Dann können wir 0,5 Jahre Bezahlung sparen."
    A: "Cool, aber dann hätten die Studies doch auch BDU. Wie soll das gehen wenn sie noch nicht ausgebildet sind und nicht bezahlt werden?"
    B: "Wir quetschen den BDU einfach zusammen. Statt wie bisher 3*6=18 Stunden machen die Refs dann 2*9=18 Stunden. Die Refs müssen dann dasselbe in weniger Zeit schaffen."
    A: "Geil. Machen wir."
    C: "Warte mal. Ich bin dagegen. Wie soll das gehen? Man kann doch einen Ref so hart arbeiten lassen. Die Ref stöhnen doch jetzt schon. Dann muss man sie auch besser ausbilden für so einen plötzlichen "Schock"."
    A: "Ok. Wir erhöhen die Studienzeit. 0,5 Jahre wegen der vVerschiebung aus dem Ref und um weitere Semster, damit er auch gut ausgebildet wird. So kommen wir dir auch entgegen."
    C: "Ok. Dann bin ich auch dafür"
    A: '(Studium nach der Vorlesung war eh die geilste Zeit. Kann ruhig ein bischen länger werden.)'


    6 Jahre später:
    Ref: "Wenn das Studium so lang ist, dann wollen wir auch A13 haben"
    A zu B und C: "Huch, das ist dummerweise ein logisches Argument. Hatten wir nicht über die Nachteile nachgedacht?"
    B: "Mist, dass hatte ich vergessen."
    C: "Ich schon, habe ich euch aber zu den Zeitpunkt nicht gesagt. Ist aus meiner Sicht nämlich ein Vorteil und kein Nachteil."
    A: "Egal, die Legislaturperiode ist eh um und die andere Partei an der Sptize, weil wir damals so viel Mist gemacht haben. Sollen die jetzt mal damit klar kommen wo die so viel Geld herbekommen. Das schöne ist, dass wir denen dann die Schuld in die Schuhe schieben können wenn die jetzt A13 einführen und der Haushalt so teuer wird. Dann kommen wir bestimmt wieder an die Macht, weil sie an anderer Stelle kürzen müssen und dadurch unbeliebt werden."

  • In NRW sind es glaube ich 10 Semester für alle und aufgrund der 18 Monate, die in November/Mai anfangen, quasi 2 Jahre Ref.

    Ich finde der Ref-Beginn in NRW passt doch gerade gut zur Uni. Ich habe in einem Sommersemester meine Masterarbeit abgegeben und dann im November in NRW angefangen. Mit 24. Mein Abi war G8,5 in RLP.

  • Bei meinem Beitrag (Nr.46) am Donnerstag hatte ich den mittleren Teil nicht geschrieben:



    Ein paar Monate später:
    A: "Habt ihr schon gemerkt wie voll es durch unsere Entscheidung jetzt an den Unis geworden ist. Die Studenten sitzen noch öfter auf den Gängen."
    B: "Hab ich euch schon von meiner Idee mit den Studiengebühren erzählt?"
    C: "Hey, ist das nicht gemein? Erst reduzieren wir die bezahlte Zeit des Ref und schieben das ins Studium und jetzt sollen die dafür auch noch extra zahlen?"
    B: "Kennst du schon den Trick mit der Demokratie? Es steht 2:1. Es ist beschlossen."

    Ein paar Monate später:
    A: "Es regt sich Widerstand unter den Studenten; den Trick mit dem Ref haben die nicht bemerkt, aber das mit den Studiengebühren war dann wohl doch zu offensichtlich. Was machen wir jetzt?"
    B: "Ja, mist. Wir werden wohl abgewählt werden."
    A: "Was können wir jetzt noch machen?"
    B: "Lass uns doch einfach die Anerkennung der Studienzeit für die Pensionsansprüche von 3 auf 2,4 Jahre senken. Das spart nicht nur eine kurze Zeit ein, sondern ist "positiv" für den kompletten Lebensabend."
    C: "Ähh.. hatten wir nicht eben erst die Studienzeit verlängert ohne die Anerkennung zu erhöhen? Und jetzt soll aber die Anerkennung dieser Zeit sogar gesenkt werden? Ist das nicht total unlogisch?"
    B: "Ja, aber hier merkt das erstmal keinen direkt. Wer liest denn so uninteressante Texte?"

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