Unterrichtsbesuch Fabeln

  • Hallo zusammen :)


    hat jmd. von euch schon mal etwas zum Thema Handlungs- und produktorientierter Umgang mit Fabeln in der GS (Klasse 4) gemacht?


    Ich würde das Thema gerne in meinem UB zeigen. Allerdings fehlt mir bisher der rote Faden.


    Lernziel:
    Ich arbeite so, dass sich die Schüler (aktiv handelnd und) produktiv mit der Fabel "Der Fuchs und der Rabe" auseinander setzen.


    Ablauf:
    - Stummer Impuls durch ein Bild der Fabel -SuS dürfen über den Inhalt der Fabel spekulieren
    - Fabel wird vorgelesen
    Überleitung???
    - Arbeitsauftrag: Tagebucheintrag, Dialog,...
    - Präsentation der Ergebnisse
    - Gespräch über die Moral- Transfer zum eigenen Leben
    - Abschluss


    Vll hat noch jmd eine Anregung/Tipp für mich.


    Vielen Dank im Voraus.

  • Rollenspiel?


    Allerdings würde ich die Moral nicht an den Schluss stellen, man kann keinen Dialog verfassen o.ä., wenn man noch nicht weiß, was dabei herauskommen soll. Also zumindest, wenn diese Fabel mit dieser Moral im Vordergrund steht, bietet sich kreatives Weiterschreiben m.E. nicht an. Die Moral/Lebensweltbezug bietet sich eher zum kreativen Weiterdenken an. Vielleicht liege ich aber falsch.

    Einmal editiert, zuletzt von Krabappel ()

  • Wie fit sind deine SuS denn und können sie mit der Moral, die bei dieser Fabel sogar unten genannt und damit nicht erarbeitet werden muss, etwas anfangen?


    Mir fällt zu der Geschichte zunächst ein Buch vom kleinen Rabe Socke ein (ich glaube: "Alles meins!"), der auf unterschiedliche Weise versucht, an geliebte Gegenstände seiner Freunde zu kommen.


    Den Vorschlag mit dem Rollenspiel finde ich gut.
    Möglich wären auch Standbilder, zu dem dann die Gedanken von Fuchs und Rabe geäußert werden
    a) Rabe trifft auf Fuchs mit Käse
    b) Rabe schmeichelt dem Fuchs
    c) Rabe schnappt sich den Käse
    Alternativ könnte es dazu jeweils Bilder geben, ggf. mit dem Textabschnitt der Fabel, und die Kinder schreiben dazu Gedankenblasen. Arbeitet man auf einer Folie, kann man es anschließend zeigen.
    Das ginge als Partner- oder Gruppenarbeit, als Station bzw. Umlauf (die Sachen liegen aus und die Kinder gehen von Bild zu Bild), die Standbilder wären eher im Plenum.


    Im Anschluss wäre dann ggf. eine Präsentation, auf jeden Fall aber noch das Gespräch zum Bezug aufs eigene Leben.

  • Das ist noch kein Lernziel. Was können deine sus nach dieser Stunde, was sie vorher nicht konnten? Sie können die Handlung wiedergeben, sie können die Moraldidaxe der Handlung erläutern, sie können die Moral auf ihre Lebenswelt übertragen, sie können die Motive der Figuren verstehend nachvollziehen (ist literaturdidaktisch iffy, Texte aus der Antike oder teils auch in der Aufklärung haben i.a. keine individuelle psychologische Motivation im modernen Sinn, bestenfalls ab Anton Reiser und den bürgerlichen trauerspielen)... um was geht es dir genau? Produktiver Umgang mit Literatur ist doch kein Selbstzweck.

  • Das ist noch kein Lernziel. Was können deine sus nach dieser Stunde, was sie vorher nicht konnten? Sie können die Handlung wiedergeben, sie können die Moraldidaxe der Handlung erläutern, sie können die Moral auf ihre Lebenswelt übertragen, sie können die Motive der Figuren verstehend nachvollziehen (ist literaturdidaktisch iffy, Texte aus der Antike oder teils auch in der Aufklärung haben i.a. keine individuelle psychologische Motivation im modernen Sinn, bestenfalls ab Anton Reiser und den bürgerlichen trauerspielen)... um was geht es dir genau? Produktiver Umgang mit Literatur ist doch kein Selbstzweck.

    Das hatte ich dann in den Feinzielen formuliert: Die SuS..


    ...kennen den Inhalt der Fabel
    … können sich in den Raben oder den Fuchs hineinversetzen.
    …erkennen die Sichtweise von dem Raben oder dem Fuchs
    .. reflektieren ihre eigene Haltung zu der Thematik




    Würdest du die Standbilder dann mit der ganzen Klasse machen? Ich glaube, dass meine Schüler da sehr schnell abschalten und unruhig werden. Die Idee mit den Gedankenblasen gefällt mir gut- danke. Allerdings würde ich gerne verschiedene Schreibanlässe anbieten. Ich habe noch an einen Tagebucheintrag gedacht. Wie fühlt sich der Rabe oder Fuchs nach dem Erlebnis.


    Mein Problem ist im Moment- wie du auch schon angesprochen hast- wie ich die Moral evtl. eben auch erarbeiten lasse bzw. mit einbinden, damit die Schüler nach der Präsentation der Ergebnisse die Moral auf ihr Leben beziehen können.

  • klassischerweise präsentierst du ein paar moralformulierungen und fragst, welche sie der Geschichte zuordnen würden und warum.


    Dann aufs eigene Leben übertragen: erzähle von einer Situation, in der es dir/einem kind so wie dem Fuchs oder dem Raben erging...

  • Habe nicht viel Zeit, aber was mir auffällt: 4. Klasse und die Fabel wird vorgelesen? Wird überhaupt gelesen? Rollenspiel würde ich auch auf alle Fälle machen. Kennen die Schüler bereits andere Fabeln?


    Ich lasse ja gerne in Partner - oder Gruppenarbeit ein alternatives Ende ausdenken und vorspielen, aber ob das nicht zu weit von der Moral wegführt? Würde ich wahrscheinlich beim Unterrichtsbesuch eher nicht machen, war nur so ne Idee.

  • ...
    Dann aufs eigene Leben übertragen: erzähle von einer Situation, in der es dir/einem kind so wie dem Fuchs oder dem Raben erging...

    ...und hab selbst realistische Beispiele in petto, falls dem einen oder der anderen nix einfallen sollte.

  • Würdest du die Standbilder dann mit der ganzen Klasse machen? Ich glaube, dass meine Schüler da sehr schnell abschalten und unruhig werden.

    Meine SuS üben das ab Klasse 1und viele Klassen mögen das.
    In der Regel wird das Standbild vorne gebaut, dann dürfen die Kinder hinter eine Figur treten und die Gedanken dieser Figur äußern. Dabei müssen sie sich zwangsläufig mit der Rolle auseinandersetzen.
    Als Lehrkraft kann man sich auch beteiligen und Impulse setzen.


    3 Bilder in 1 Stunde sind natürlich zu viel.
    Entweder lässt man die Bilder zwar bauen, nutzt aber nur EINES für den Gedankenaustausch
    ... oder man wählt eine andere Methode --> Gedankenblasen

  • klassischerweise präsentierst du ein paar moralformulierungen und fragst, welche sie der Geschichte zuordnen würden und warum.

    Steht die Moral bereits unter der Fabel, wenn sie zu Beginn der Stunde gelesen wird, oder muss sie gefunden werden?


    Auch oder gerade das steht und fällt mit der Klassenzusammensetzung.
    Da muss man genau überlegen, ob man erwarten kann, dass die SuS den Übertrag leisten, oder wie weit und auf welche Weise man Hilfestellungen geben muss (und genau das gehört dann in den Entwurf!)

  • Die Moral würde ich auch nicht so an den Schluss stellen wie beim 1. Entwurf. Für Klasse 4 irgendwie alles etwas dürftig. Die Arbeitsaufträge der Schüler müsste man sich genau überlegen. Macht man das mit dem Fabelkreuz heute nicht mehr?

  • Was ist denn ein "Fabelkreuz"?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Bei Fabeln gibt es doch einen (zunächst scheinbar) Unterlegenen und einen Überlegenen (Gegenspieler). Oft wendet sich das Blatt und dann ist am Schluss der Unterlegene der Überlegene. Anhand eines Tafelbildes mit den gegensetzlichen Eigenschaften der Kontrahenten am Anfang, der Kehrtwendung und der neuen Eigenschaften lässt sich ein Kreuz (ein X ) einzeichnen.

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