Leistungssportler in der Klasse, welche Entlastungen kann es in der Oberstufe geben?

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    • Leistungssportler in der Klasse, welche Entlastungen kann es in der Oberstufe geben?

      Liebes Forum,

      ich habe ein sehr sportlichen Schüler, auf den in seiner Sparte alle sehr große Hoffnungen setzen. Durch seinen Leistungssport trainiert er neben der Oberstufe ca. 20 bis 25 Wochenstunden. An einen Olympiastützpunkt möchte er jedoch noch nicht. Habt ihr ebenfalls vielversprechende Talente an eurer Schule (auch in anderen Bereichen) und welche Möglichkeiten der Entlastung gibt es von Seiten der Schule?

      Habt ihr kreative Ideen?

      Vielen Dank für Antworten.
      Anja
    • Wir fördern durchaus sportliche Betätigungen, wenn wir die im Angebot haben (auch "Jugend trainiert für Olympia" usw).
      Aber eine "Entlastung" in dem Sinne, die SuS müssten weniger leisten - das gibts nicht. Wenn er nicht an einen der Stützpunkte will - tja, tough choice.
      Macht er wenigstens bei euch Sportabitur, oder ist die Sportart zu "exotisch"?
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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    • Weiß ja nicht, wie sich das auswirkt bei ihm.

      Bei einem Schüler bei mir, der wegen einer OP länger nicht kommen konnte, habe ich das Material, zum Teil auch mit Lösungen / Tafelbildern online in moodle (unserer Lernplattform) abgelegt.
      So etwas wäre also denkbar, dass er dann selbstständig daran arbeiten kann, wann er Zeit hat.
    • Falls er nach dem Abi studieren will, gibt es die Möglichkeit einen Nachteilsausgleich zu beantragen. Kann man unter „Nachteilsausgleich Leistungssport“ im Netz nachschlagen. Zum Beispiel hier: schulberatung.bayern.de/imperi…ulassung_zum_studium1.pdf

      Für Entlastungen während der Schulzeit würde ich direkt bei Schulen nachfragen, die solche SchülerInnen schon hatten. Spontan fällt mir da erstmal die Gesamtschule Bergerfeld in Gelsenkirchen ein. Da sind/waren einige Profifussballer von Schalke Schüler.
    • Vielen Dank für Eure Antworten und Tipps! Großartig!
      Das Infoblatt aus Bayern habe ich schon weitergeleitet und die Schule in Gelsenkirchen schreibe ich sogleich an.

      Weiß hier vielleicht jemand von einer weiteren Schule, die Profisportler*innen beschult hat? Die würde ich dann auch anschreiben.

      Es handelt sich bei dem Sport um Triathlon, also nicht so exotisch.

      Ich freue mich auf weitere Nachrichten und Tipps. Wenn ich was von der Schule höre, berichte ich.

      Grüße
      Anja
    • An unserem Gymnasium haben wir laufend Leistungssportler aus dem Wintersport, die Nationalkadern angehören. Wir sind keine ausgewiesene Sportschule, aber diese Fälle laufen sehr unkompliziert ab. Sie erhalten ihre Freigaben für Wettkämpfe und Training in Absprache mit den Lehrern und sind selbst verantwortlich, das Versäumte nachzuholen. Wem dies nicht mehr möglich ist bzw wer die schulischen Anforderungen nicht mehr mit dem Sport unter einen Hut bringt, dem steht die Möglichkeit offen, zu einem nahe gelegenen Sportgymnasium zu wechseln. Die CJD Christophorusschulen sind beispielsweise extra für diese Schüler ausgerichtet. Sie bieten u.a. die Möglichkeit, das zweijährige Abitur auf 3 Jahre zu strecken.
    • Pedalritterin schrieb:

      Vielen Dank für Eure Antworten und Tipps! Großartig!
      Das Infoblatt aus Bayern habe ich schon weitergeleitet und die Schule in Gelsenkirchen schreibe ich sogleich an.

      Weiß hier vielleicht jemand von einer weiteren Schule, die Profisportler*innen beschult hat? Die würde ich dann auch anschreiben.

      Es handelt sich bei dem Sport um Triathlon, also nicht so exotisch.

      Ich freue mich auf weitere Nachrichten und Tipps. Wenn ich was von der Schule höre, berichte ich.

      Grüße
      Anja
      In Freiburg gibt es ein Sportinternat, das mit verschiedenen Schulen vor Ort zusammenarbeiten. Auf der Webseite des Sportinernats sind ein paar benannt, die könntest du kontaktieren oder auch das Sportinternat selbst (Triathlon gehört dort zu den Schwerpunktsportarten):


      OSP Freiburg schrieb:

      (...)
      Schulen mit Sportprofil:
      • Staudinger Gesamtschule (Hauptschule, Realschule und Gymnasium mit Sportprofil)
      • Max-Weber-Schule (kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium)
      • Rotteck-Gymnasium (Gymnasium mit Sportprofil)
      • Lehrstellen können über eine Lehrzeitverlängerung und sportfreundliche Partnerbetriebe ermöglicht werden (...)

      Ein ehemaliger Kommilitone von mir hat im Internat gearbeitet, daher weiß ich, dass die recht fit sind, wenn es darum geht Schulen zu beraten bzw.das Gespräch zu suchen im Hinblick auf mögliche Entlastungen, die das Schulrecht in BaWü erlaubt. Vielleicht ergeben sich daraus noch weitere Ansatzpunkte für dich, die sich auch in deinem BL umsetzen ließen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CDL ()

    • MarieJ schrieb:

      Falls er nach dem Abi studieren will, gibt es die Möglichkeit einen Nachteilsausgleich zu beantragen. Kann man unter „Nachteilsausgleich Leistungssport“ im Netz nachschlagen.
      Unglaublich. Hätte ich einen Wunsch an die gute Fee frei - ich würde mir wünschen, dass fürderhin jeglicher Sport, der (dann nicht mehr lange!) im Fernsehen übertragen wird, zukünftig 99% der Bevölkerung am Allerwertesten vorbeigeht. Die dummen Gesichter von diesen dummen, fetten Funktionären, wenn ihre wandelnden Apotheken keine Einnahmen mehr generieren, wären mir ein Quell unerschöpflicher Freude... (wenn die Fee nicht ganz so potent ist, würde ich mir wünschen, dass der FC Bayern die nächsten 100 Spiele verliert und bis in die Kreisliga absteigt. Die dummen Gesichter von Rummenigge und Hoeneß, ihre von Spiel zu Spiel wachsende Panik - hey, lass uns den Trainer schon nach der ersten Halbzeit feuern! - unbezahlbar!)

      Fosse Grüße
      Fiesi
      (oder umgekehrt)
      Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschwätz.
    • es gibt in ganz deutschland für diverse olympische sportarten sogenannte eliteschulen des sports. man kann aber auch als normale schule unterstützen - besonders wichtig sind unkomplizierte freistellungen für überregionale wettkämpfe und trainingslager/lehrgänge der kader (landeskader, bei älteren auch bundeskader). leistungssportler sind i.a. sehr unkomplizierte sus mit sehr gutem timemanagement und viel disziplin und leistungsorientierung. das beschränkt sich dann nicht nur aufs training. ich hatte noch keinen kader, der sich nicht vorher verabschiedet hat und dann parallel mitlernte per whatsapp-unterstützung durch mitschüler und/oder später alles selbstständig nachgeholt hat.

      die anbindung an einen osp ist was anders. das heißt einfach nur, dass man deren dienstleistungen gratis in bestimmtem umfang in anspruch nehmen kann, sobald man in bestimmten kadern ist. da geht es um berufsberatung, hilfe bei der wohnungssuche, wöchtenliche physio, arztkontakte, ein ordentlicher kraftraum, trainingshallen für die stützpunkte vor ort, wo wöchentlich oder manchmal auch öfter die kadersportler gesammelt werden usw..
    • Es gibt in einigen Sportarten auch das Modell, dass der Sportverband dem Ministerium Lehrerstunden abkauft und dann quasi Lehrer zur Betreuung von Athleten einsetzen kann (Nachführunterricht, Trainingslager mit Lehrern vor Ort, ...).
      Die Lehrer haben dann ganz normal ihre Abrechnung vom Land und sind dann für x Deputatstunden für den Verband einsetzbar.
    • Neu

      Liebes Forum,

      nach den zahlreichen Antworten möchte ich euch kurz über den Stand der Dinge informieren. Ich habe eine Schule angeschrieben und eine sehr ausführliche Mail bekommen. Für die Sportart, um die es bei meinem Schüler geht, scheinen die Lösungen für die Schalke-Profis nicht umsetzbar zu sein.

      Wir haben nun einen Antrag auf Nachteilsausgleich in bestimmten Fächerngestellt, dieser wird gerade geprüft. Des Weiteren über prüfen wir, ob eine Streckung des Abiturs auf drei oder vier Jahre möglich wäre.

      @Miss JonesWir haben ebenfalls die Prüfungsfächer schon weitestgehend festgelegt. Er wird eine Abiturprüfung in Sport ablegen.

      Viele Grüße Anja
    • Neu

      man bekommt den nta, wenn man in bayern z.b. lang genug während des besuchs der oberstufe auch in einem (bundes?)kader war. das macht sehr viel sinn. ohne sowas ist leistungssport praktisch ausgeschlossen, außer man macht es wie der ostblock und die usa und schickt die betreffenden praktisch einfach nicht mehr zur schule. da ist gottseidank die schulpflicht vor.
    • Neu

      keckks schrieb:

      man bekommt den nta, wenn man in bayern z.b. lang genug während des besuchs der oberstufe auch in einem (bundes?)kader war. das macht sehr viel sinn. ohne sowas ist leistungssport praktisch ausgeschlossen, außer man macht es wie der ostblock und die usa und schickt die betreffenden praktisch einfach nicht mehr zur schule. da ist gottseidank die schulpflicht vor.
      Mag ja sein, dass es teilweise der einzige Weg ist junge Leute dazu zu motivieren sich entsprechend intensiv während ihrer Leistungsjahre dem Training zu widmen. Dennoch geht es am Ende eben nicht um einen "Nachteilsausgleich", sondern faktisch um eine Vorteilsnahme. Letzteres würde man jedem behinderten Menschen vorhalten, der mehr, als nur faktische Nachteile ausgeglichen haben wollen würde. Warum also sollte jemand, der einfach nur Leistungssport semiprofessionell betreiben möchte derartige Vorteile erhalten? Gesellschaftlich und moralisch ist das vollkommener Mist. Politisch erwünscht aber allemal, schließlich sind solche Sportler und ihre Medaillen halt gut, um sich zu profilieren.

      Das führt für mich allein schon aufgrund der Begrifflichkeit den Sinn und die Ziele eines Nachteilsausgleichs ad absurdum. Wer das gewähren möchte sollte so ehrlich sein es "Sportlerbonus" zu nennen und sich ggf.aufkommenden Debatten um derartige Vorteilsgewährung zu stellen.
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