Buchprojekt bzw. Lesenacht zu Paul Maar

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    • Buchprojekt bzw. Lesenacht zu Paul Maar

      Liebe Mitglieder,
      es geht um eine Lesenacht für die 3. Klasse.
      Bisher habe ich verschiedene Bücher von Astrid Lindgren genommen, diese im Schulhaus verteilt und zu diesen Büchern einzelne Aufgaben gestellt wie z.B. Karte gestalten, Fragen beantworten, Hauptfiguren charakterisieren, Rätsel lösen, etwas basteln, etwas anmalen, etwas über die Autorin und ihre Bücher erfahren usw.
      Für Astrid Lindgren gibt es viele Anregungen. Diese Lesenacht habe ich fix und fertig.

      Schon lange reizt mich, so etwas zu den Büchern von Paul Maar zu entwickeln. Dazu gibt es als Grundlage nur die "Literaturwerkstatt Paul Maar" vom Westermann.
      Das Sams kenne ich natürlich, das kleine Känguru und den Galimat. Nachdem ich mich jetzt mit weiteren Büchern von ihm beschäftigt habe und mal so drübergelesen habe, habe ich gemerkt, dass es eigentlich gar nicht so viele geeignete Bücher gibt und Paul Maar einen etwas skurilen Humor hat. Lippels Traum scheint für Ältere zu sein. Andere Bücher sind eher einzelne fantastische Geschichten oder für jüngere Kinder und der Hund Bello ist auch - wie ich hineingeschmökert habe - im Fantastischen anzusiedeln.

      Frage 1: Hat jemand von euch Erfahrung mit verschiedenen Büchern von Paul Maar (Sams ausgeschlossen)? Wie kommen die bei Drittklässlern an? Ich möchte schließlich die Kinder zum Lesen von Büchern von Paul Maar anregen.
      Frage 2: Hat jemand von euch schon einmal ein Literaturprojekt bzw. eine Lesenacht zu Paul Maar gemacht?
      Frage 3: Kennt jemand noch andere Quellen von Anregungen? (außer Literaturwerkstatt Paul Maar und Material 4 teachers)
    • Ein Ausschnitt von "Lippels Traum" ist bei uns im Lesebuch Klasse drei. Meine Klasse ist letztes Jahr ziemlich drauf angesprungen. Das richtige Buch ist tatsächlich noch zu hoch, aber es gibt eine vereinfachte Ausgabe für die Förderschule Klasse fünf, das war perfekt. Da waren sogar recht nette Textaufgaben mit im Buch. Es ist natürlich nicht das Originalwerk des Autors.
    • Wenn man die Sams-Bücher weglässt, gibt es wirklich nicht viel "verwertbare" Kinderliteratur von Paul Maar für eine dritte Klasse. Ich finde Onkel Florians fliegender Flohmarkt ja nicht schlecht, aber für eine Lesenacht eher ungeeignet. Lippels Traum habe ich mal als Theaterstück gesehen, das fanden auch die Ersties gut. Zum Lesen ist es wohl eher ab 10 Jahre. Und die Opodeldoks kamen mir persönlich etwas langweilig beim Vorlesen vor. Schwierig ohne das Sams....
      L.G. Pia
    • Hallo Caro,

      meinst du "Herr Bello und das blaue Wunder?" Das haben wir mal als Schule im Theater gesehen. Das war toll, lag aber auch an der Inszenierung!! Sogar wir Erwachsenen hatten unsere Freude (ich bin dann nochmal mit Familie hin), aber ich weiß nicht, ob die Kinder den Humor immer verstanden haben. Da ich das Buch nicht gelesen habe, kenne ich nicht den genauen Inhalt, aber allein vom Umfang her (224 Seiten) könnte ich es mir bei unseren Drittklässlern kaum vorstellen.

      Den Galimat hat mal eine Kollegin mit Vierern gelesen. Es hat ihnen gefallen. Die Kinder können z.B. fantasieren, was passiert, wenn sie die Erwachsenenpille nehmen (unsere haben Plakate angefertigt).
      Be happy for the moment. This moment is your life.
      Leuchttürme laufen nicht herum, um Boote zu retten. Sie stehen einfach da und leuchten.
      Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von lamaison ()

    • primarballerina schrieb:

      Wenn man die Sams-Bücher weglässt, gibt es wirklich nicht viel "verwertbare" Kinderliteratur von Paul Maar für eine dritte Klasse. Ich finde Onkel Florians fliegender Flohmarkt ja nicht schlecht, aber für eine Lesenacht eher ungeeignet. Lippels Traum habe ich mal als Theaterstück gesehen, das fanden auch die Ersties gut. Zum Lesen ist es wohl eher ab 10 Jahre. Und die Opodeldoks kamen mir persönlich etwas langweilig beim Vorlesen vor. Schwierig ohne das Sams....
      L.G. Pia
      Ich finde den "fliegenden Flohmarkt" gar nicht schlecht dafür. Ist halt ein Riesenwälzer mit ganz viel verschiedenem Material. Und alterstechnisch durchaus passend.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Vielleicht zur Verdeutlichung:

      Ich möchte kein ganzes Buch lesen.
      Sondern: an jeder Station liegt ein anderes Buch von Paul Maar, evtl. auch doppelt, je nachdem, an wie viele Bücher ich komme. Die SuS bekommen dann Aufträge, etwas herauszufiltern. Das Sams würde ich auch mit in die Station nehmen. Die Aufgaben sollten so in 10-20 Minuten machbar sein.

      Z.B. hätte ich gerade spontan eine Idee für Onkel Florians fliegender Flohmarkt:
      Lest S. 211/212. Schaut euch die Wörter auf den nächsten 7 Seiten an. Gestaltet ein neues Wort wie auf diesen Seiten.

      Oder: Ich scanne Bilder von den Büchern heraus und sie müssen sie in den Büchern suchen und aufschreiben, wie die Personen heißen. Bei Astrid Lindgren gab's auf dem AB immer erst eine kurze Zusammenfassung vom Inhalt des Buches. Z.B.: In einem tiefen dunklen Wald, da gibt es ein Bild von den Füßen eines Monsters, das Bild könnte man suchen, dazu kann man gut Fragen stellen, die durch das Erlesen dieser Seite beantwortet werden können.

      Ich möchte so 8- 10 Stationen machen lassen. Immer 3 Schüler arbeiten in einer Gruppe. Längere Stationen möchte ich doppelt anbieten. Durch Sammeln der Bücher und Ausleihe bei Büchereien in der Umgebung werde ich wohl an das Buchmaterial kommen. Außerdem habe ich privat welche.

      Herr Bello und das blaue Wunder habe ich noch nicht angeschaut. Ich habe einen Folgeband.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Caro07 () aus folgendem Grund: Erweiterung

    • Ich habe sonst noch nicht so viel zu Paul Maar gemacht,
      aber man kann ja seine Bücher durchstöbern.

      Matti, Momme und die Zauberbohnen würde mich ansprechen
      und In einem tiefen dunklen Wald.

      In irgendeinem Lesebuch gab es mal einen Ausschnitt zu "Als Herr Martin durchsichtig wurde".

      Den Buchstabenfresser kennst du sicherlich auch
      und vielleicht Drei miese, fiese Kerle.

      Außerdem ein Buch, in dem Geschichten von Nasredin Hodscha, einer Art Till Eulenspiegel, von ihm neu erzählt werden. ("Das fliegende Kamel")
      Da kann man dann sicher auch eine einzelne GEschichte auswählen.

      Beim Stöbern habe ich gefunden, dass er auch die Herdmanns mit übersetzt hat, zählt das auch?

      Bei Antolin gibt es ein pdf zu Paul Maar, sicher mit Quiz,
      außerdem kannst du da nach dem Autor suchen und darüber neue Ideen finden
      oder weitere Lesebuch-Geschichten.
    • Die Bücher von Herrn Bello habe ich in der Schule zwar noch nicht gelesen, aber meine eigenen Kinder haben die geliebt (da war das eine vermutlich etwas jünger und das andere schon etwas älter als Klasse 3). Offiziell empfohlenes Alter ist ja auch ab 8, das sollte also gut passen.
      Grundsätzlich sollte der Sinn bei so einer Sationsarbeit ja auch sein, durchaus Bücher mit verschiedenem Anspruch anzubieten.

      Was ich mich aber doch frage: Warum möchtest du das unbedingt zu Paul Maar machen, wenn du selbst bisher noch kaum Bücher kennst? Stelle ich mir schwierig vor.
      Oder geht es dir vor allem darum, dass du außer Astrid Lindgren einfach gerne noch andere Autoren "im Angebot" hättest?

      Da wäre dann ein Tipp von mir auch Kirsten Boie, die wirklich viele thematisch abwechslungreiche Bücher für die Altersgruppe (+/-) geschrieben hat. (fällt mir jetzt gerade ein, weil ich da mal zu einer Veranstaltung auf der Buchmesse war, bei der verschiedene Schul-Projekte zu ihren Büchern vorgestellt wurden. Unter anderem auch so eine Art Lese-Ralley zu verschiedenen ihrer Bücher, ähnlich wie du es vorhast).
    • Caro07 schrieb:


      [...] Fragen beantworten, Hauptfiguren charakterisieren, Rätsel lösen, etwas basteln, etwas anmalen, etwas über die Autorin/den Autor und ihre Bücher erfahren usw.[...]

      Frage 1: Hat jemand von euch Erfahrung mit verschiedenen Büchern von Paul Maar (Sams ausgeschlossen)? Wie kommen die bei Drittklässlern an? Ich möchte schließlich die Kinder zum Lesen von Büchern von Paul Maar anregen.
      Frage 2: Hat jemand von euch schon einmal ein Literaturprojekt bzw. eine Lesenacht zu Paul Maar gemacht?
      Frage 3: Kennt jemand noch andere Quellen von Anregungen? (außer Literaturwerkstatt Paul Maar und Material 4 teachers)
      Ich muss mich grad von was ablenken, also kommt mir ein "deine Fragen noch mal durchdenken und kommentieren" gerade recht.
      Wenn ich nämlich deiinen Satz oben mal auf Paul Maar übertrage...
      Ist ALLES im Fliegenden Flohmarkt. Organisier ein paar davon...
      Frag mich nicht nach Seitenzahlen, ich hab das Buch nicht griffbereit, das kommt jetzt allles aus dem Gedächtnis (und ja, es gehörte, als ich selbst in etwa in der 3. war, zu meinen Lieblingsbüchern - war eins von denen, das ich in der "Buchvorstellungsstunde" meinen Klassenkameraden vorgestellt habe...):
      - Rätsel lösen - die Detektivgeschichte ist doch genau das. Mit Mitmachfunktion.
      - basteln/anmalen: Ameurasilien gefällig?
      - Fragen beantworten/Hauptfiguren charakterisieren: Da würde ich "Spinnen" und "die Buchstabiermaschine" vorschlagen.
      - mehr über den Autor - steht im Einführungskapitel. Da steht sogar, wieso Onkel Florians fliegender Flohmarkt.

      => Das Buch ist für deine Lesenacht hervorragend geeignet.
      Nein, ich habe ja keine Drittklässler, wie auch, aber ich kann mir das zumindest gut so vorstellen. Wie einprägsam dieses Buch war kannst du an meinen Kommentaren ein paar Zeilen weiter oben sehen - zuletzt gelesen haben dürfte ich das irgendwo so ca vor 35 Jahren oder so.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Danke, dass ihr euch so viele Gedanken macht. Da sind viele Tipps dabei, die ich verwerten kann. :top:

      Zu meiner Motivation für Paul Maar: Meinen Kindern habe ich einige Samsbände vorgelesen und war selbst begeistert. Das kleine Känguru und der Biberburgbaumeister von Anne Maar gehörte auch zum Repertoire. Irgendeiner 4. Klasse habe ich den Galimat vorgelesen. Ich selbst habe mir einen Gedichtband und die skurilen Märchen im Hinblick auf den Unterricht angeschafft. Paul Maar ist einer der bekanntesten Kinderbuchautoren. Warum sollte ich ihn nicht einmal zum Thema machen? Die Bücher, die ich verwende (und deswegen ist das meine Schwerpunktfrage hier, damit ich eine Vorauswahl treffen kann), kann ich im Vorfeld selbst (dosiert überfliegend) lesen. Die Lesenacht mache ich erst am Ende des Schuljahrs und das ist im Juli.

      Ein Buch ist grundsätzlich ein gute Idee. Doch ich möchte das bewusst nicht machen. Der Grund: Wir gehen im monatlichen Abstand in die örtliche Bücherei. Dort leihen sich die Kinder ein altersgerechtes Buch aus und stellen es dann nach 4 Wochen der Klasse vor. D.h.: meine Klasse ist "gezwungenermaßen" fast zwei Schuljahre lang immer mit einem Buch befasst. Ich sehe, was ausgeliehen wird und was nicht. In der 3. Klasse wird von den Klassikern Kirsten Boje schon eher (das ... schwein), der kleine Drache Kokosnuss und die Olchis so oder so ausgeliehen. Ein Junge hat Otfried Preussler für sich entdeckt und empfiehlt das seinen Klassenkameraden. (Es ist so oder so interessant, die gegenseitigen "Beratungsgespräche" während der Buchausleihe - wir haben da immer einen exklusiven Termin - zu belauschen.) Paul Maar wird seltener ausgeliehen. Der Trend bei Jungs geht sehr stark in Richtung Fantasy (qualitativ zum größten Teil nicht besonders) und bei den Mädchen zu Tier - bzw. Pferdebüchern. So langsam entdeckt meine aktuelle Klasse das magische Baumhaus.
      An allem, was verfilmt wurde, sind die Kinder nicht mehr so sehr als Buch interessiert, höchstens, wenn der Film neu herausgekommen ist.
      Ein wichtiges Kriterium für gute Kinderbücher ist für mich auch die Sprache. Da muss man bei den neueren Autoren lange suchen. Von diesem Kriterium her ist Maar nicht absolut der Beste, aber nicht schlecht. Von der Warte her siedle ich Otfried Preussler und Michael Ende ganz oben an.
    • Caro07 schrieb:

      Paul Maar ist einer der bekanntesten Kinderbuchautoren. Warum sollte ich ihn nicht einmal zum Thema machen?
      Nein, so war das nicht gemeint. Natürlich ist Paul Maar dafür geeignet! Ich hatte nur den Eindruck, dass es für dich gerade schwieriger wird, als ursprünglich angenommen und wollte eine Alternative aufzeigen.
      Ansonsten: tolles Projekt, was ihr da macht! Werde ich auch mal drüber nachdenken :)
      Und das mit der Sprache fnde ich auch wichtig, wobei ich da zwischen Vorlese- und Selbstlesebüchern unterscheide. Zum Selberlesen für die Kinder finde ich es in Ordnung wenn es sprachlich etwas "einfacher" ist (da finde ich die Olchis und Drache Kokosnuss völlig in Ordnung, auch die Baumhaus-Reihe oder die Schule der magischen Tiere...) aber beim Vorlesen bin ich auch "mäkelig". Das muss mir defintiv beim Vorlesen selber Spaß machen! ( interessanterweise gibt es manchmal auch Bücher, die beim Vorlesen erst richtig zur Geltung kommen.)
      Paul Maar habe ich auch fest im Vorlese-Programm: Das kleine Känguruh und das Sams müssen bei mir auch sein (wobei ich die Folgebände vom Sams nicht leiden kann, da ist mir das Sams zu vernünftig und Herr Taschenbier macht mir zu viel Unsinn...).
    • Ich wollte allen Mitdenkenden noch Rückmeldung geben:
      Habe die Lesenacht durchgeführt, es hat alles geklappt.
      Zur Einführung gab's kleine Filmchen mit Interviews von Paul Maar, danach ein Autorenportrait.
      Danach bearbeiteten die Schüler an verschiedenen Stationen, die mit unterschiedlichen Büchern oder Buchserien von Paul Maars Büchern bestückt waren, wie ich oben beschrieben habe, kleine Aufgaben zu den Büchern.
      Auf meine Frage hin, welche Bücher sie nun von Paul Maar lesen bzw. Jüngeren vorlesen (hatte auch leichte Bücher dabei) würden, kam bei mir der Verdacht auf, dass die das etwas nach dem Motivationscharakter bzw. der Schwierigkeit der ABs beurteilt haben.
      Das Sams, Herr Bello und In einem tiefen, dunklen Wald waren die Favoriten.