Zeugnisse - lieber Noten oder Wortgutachten?

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    • Danke Friesin, danke LaLeona.

      Rasterzeugnisse sind Zeugnisse, bei denen die einzelnen Kompetenzen nur noch angekreuzt werden. Ich finde sie als Rückmeldung (und das soll ein Zeugnis ja sein) ziemlich ausführlich und deutlich.

      ich habe dir einmal ein (hoffentlich komplett anonymisiertes ;) ) Beispiel angehängt. Sind die ersten beiden Seiten einer Zeugnisversion, die allerdings auch schon 4 Jahre alt ist. Wir haben sie inzwischen inhaltlich ncoh angepasst. Eine aktuelle Version habe ich aber gerade nicht auf meinem Rechner.

      Stichwort "angepasst" beantwortet dann auch ickes Frage.
      In NRW musste man sein Rasterzeugnis als "Schulversuch" anmelden. (Das ist vor meiner Zeit an der Schule passiert.) Das Zeugnis muss dabei dem Schulamt vorgelegt werden. Man kann / muss sein Zeugnis aber selber erwurschteln. (Ich fände da eine einheitliche Vorgabe von oben eigentlich gar nicht so schlecht, aber egal.)
      In der Praxis ist das dann aber so, dass eine Schule ein Zeugnis entwickelt hat, und dieses Zeugnis jetzt immer wieder leicht abgewandelt weitergereicht wird. ;)

      kl. gr. frosch
      Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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      Merke: wer auf dem Rad friert, fährt zu langsam. (By O.Meier ;) )
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Aha! Sowas ähnliches haben wir als Lernentwicklungsgesprächsprotokoll (wie kommen die Deutschen immer wieder dazu, so laaaaaaaaaaaaaaaaaaange Wörter zu bilden). Nachdem jede Schule und jede Klasse sein eigenes Raster entwirft, ist Objektivität natürlich nicht so richtig gegeben. Sonst fände ich das auch echt übersichtlich.
    • So ein Rasterzeugnis haben wir auch bei den Lernentwicklungsgesprächen. Wir haben es selbst entwickelt. Nachdem wir jahrelang in Bayern die zweiseitigen Berichtszeugnisse wie Kathie schon geschildert mit Word und ikuh (ikuh war gegenüber Word schon eine kleine Erleichterung) geschrieben haben (durfte an unserer Schule beides verwendet werden) probieren wir aktuell ein anderes Programm aus, das sozusagen mit aufklappbaren Rastern funktioniert, das angeklickt dann im Originalzeugnis aufeinanderfolgende Sätze "hinterlässt". So schnell haben meine Kolleginnen und ich noch nie Zeugnisse geschrieben. Raster oder rasterähnliche Programme sparen eine Menge Zeit.

      Ich bin generell für ein gemischtes Zeugnis an der Grundschule. Das Sozialverhalten und das Lern- und Arbeitsverhalten sollten schon zusätzlich in Worte gefasst werden, die Fächer brauchen es nicht, sofern sie benotet werden. Da sehen die Eltern genug über die Noten. Der Rest interessiert die meisten wenig - außerdem kann man so etwas in Elternsprechstunden und Lernentwicklungsgesprächen aufarbeiten.

      Was man unbedingt erwähnen möchte, kann man in eine gesonderte Spalte schreiben. Das gibt es bei uns so oder so, das würde in meinen Augen genügen.
    • kleiner gruener frosch schrieb:

      Ich fände da eine einheitliche Vorgabe von oben eigentlich gar nicht so schlecht
      Wenn diese Vorgabe in der Praxis praktikabel wäre sicherlich...

      Aber in Berlin sind es so viele einzelne Kompetenzen, die zum Teil auch nur schwer überprüfbar sind, dass man dann eben doch oft nur "pima Daumen" bewertet. Da finde ich es dann schwierig, dass die Kreuzchen wieder eine Vergleichbarkeit und Objektivtät suggerieren, die in der Realität gar nicht möglich ist. Die Kinder (und Eltern) haben dann tatsächlich auch gesagt: "Das Kreuz vorne ist eine 1" usw., d.h. es war so, als gäbe man Noten für zig z.T. kaum greifbare Unterpunkte, nur halt mit einer eingeschränkteren Notenskala.
      Das ander Problem ist, das manche Formulierungen so "verschwurbelt" sind, dass man schon als Lehrer dasitzt und sagt "Häh? Was genau ist denn damit gemeint????" (den Vogel schießt für mich in der aktuellen Fassung das Fach Kunst ab... da weiß ich selbst als gelernter Kunstlehrer oft nicht, was die von mir wollen...)
      Und wie sollen das dann die Eltern verstehen (gerade diejenigen, die sowieso nur unzureichend Deutsch sprechen) ? Auch wenn man dann mit den Kollegen diskutiert hat, was bestimmte Punkte meinen, zeigte sich, dass das z.T. ganz unterschiedlich verstanden wurde
      Und: da du an einer Brennpunktschule zu manchen Dingen einfach nicht kommst, musst du ziemlich oft" n.v." eintragen, was auch nicht schön ist.
      Ich persönlich fände ja auch eine Mischform nicht schlecht. Verbindliche Vorgaben für die absoluten Basics, die die Schule dann individuell durch Wahlbausteine oder so ergänzen kann. Plus Raum für individuelle Bemerkungen um z.B. auch Entwicklungen beschreiben zu können.
      So wie es jetzt ist, schreibe ich aber lieber Berichtzeugnisse als diese Ankreuzdinger auszufüllen. Das macht zwar mehr Arbeit (wobei wir uns an unserer Schule auf eine Seitet beschränken), aber ich habe ein deutlich besseres Gefühl dabei. In Klasse 1 und 2 bin ich auch sehr froh, dass ich noch keine Noten gebn muss.