sprachliche Probleme im Ref

  • Hallo ihr Lieben :)
    Ich hoffe das Thema ist am richtigen Ort.
    Kurz zu meine Lage: Deutsch ist meine Zweitsprache. Mir wurde nun rückgemeldet, dass ich beim Reden vereinzelt grammatikalische Fehler mache. Das ist mir total unangenehm und verunsichert mich total. Beim Spreiben habe ich 0 Probleme auch sonst so beim Reden nicht ( habe auch mein 1. Examen mit sehr guten Noten bestanden), nur wenn ich vor der Klasse aufgeregt bin, passiert es mir wohl, dass ich beim Sprechen Fehler mache. Hat jemand ne Idee wie ich die Sache schnell verbessern kann. Soll ich einen Sprachkurs belegen oder habt ihr weitere Anregungen?
    Auf Antworten würde ich mich freuen.


    LG

  • Hey holly,


    um sicher zu gehen, würde ich mir die Impulse aufschreiben und eventuell das Unterrichtsgespräch vorher mal "durchspielen", um mögliche Antworten und Reaktionen ein bisschen vorzuplanen.


    Vielleicht kannst du ja mit einem Mitrefi üben oder so?


    Ich persönlich finde es eher zweitrangig, wenn du in angespannten Situationen nicht ganz korrekt sprichst. Wenn das aber angekreidet wird, kannst du das ja einfach ein bisschen schriftlich vorbereiten.
    Wer hat dir das denn zurückgemeldet?


    Liebe Grüße, SchmidtsKatze

  • Hey Schmidtskatze,
    Vielen Dank für deine Tipps.
    Zu deiner Frage: ich habe mich mal beim Unterrichten versprochen und statt "Veilchen", "Vielchen" gesagt ( weil ich um ehrlich zu sein, ziemlich übermüdet war), seitdem spricht der Lehrer, bei dem ich unterrichtet habe, mich ständtig darauf an, und meint, dass ich" ja Deutsch nur als Zweitsprache habe, dass ich darauf achten muss, etc" und dieser Lehrer hätte das auch so meinem Fachleiter mitgeteilt. Das hat mich so sehr verunsichert, dass ich mich gar nicht mehr traue was zu sagen, weil ich Angst habe, dass ich was falsch sagen werde und überdenke so ziemlich jeden Satz.
    LG

  • Klingt nach einer etwas übertriebenen Reaktion, bei so einem kleinen Schnitzer (nicht deine, die des Kollegens). Verstehe ich gut, dass dich das verunsichert. Der Tipp von SchmidtsKatze ist insofern wirklich gut: Notier dir möglichst genau vor allem deine Gelenkstellen, aber auch Arbeitsanweisungen, damit du, wenn du nervös wirst direkt nachsehen kannst im Verlaufsplan. Da sich solche Formulierungen wiederholen wird sich das bestimmt schnell einschleifen. Trau dir selbst etwas zu und lass dich nicht zu stark verunsichern: Wenn es nur mal so ein kleiner Schnitzer ab und an ist, geht auch die gymnasiale Welt davon nicht unter. ;) Lehrer mit Migrationshintergrund sind so wichtig als Rollenvorbild für unsere SuS, also lass dich nicht entmutigen.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich habe Deutsch als Zweitsprache. Ich spreche, wie ich spreche. Die Schüler wertschätzen es und wir machen Scherze drüber.


    Wir haben Kollegen, die Muttersprachler sind, die "dem seine" oder "ich habe ihn gesehen gehabt" sagen.


    Ich werde weiterhin Fehler machen - so ist es. Ich bringe auch mal solche Klopper, die wegen Übersetzungsfehler und ohne Absicht sehr zweideutig sind.
    Wenn ich sauer bin, spreche ich auch mal in meiner Muttersprache, das wertschätzen die Schüler umso mehr.


    Authentisch ist man dann.


    Wenn man als Lehrer eine tolle Persönlichkeit und fachlich fit ist, ist es sowas von egal.

  • Danke für deine Antwort Calmac,


    ich mache das Ref in Baden- Württemberg und leider ist hier alles sehr sehr viel konservativer :( Deine Einstellung gefällt mir aber sehr gut. Ich hoffe, dass ich auch Mal so selbstbewusstsein werde.


    LG

  • Lass dich nicht verunsichern. :)
    Kannst du den Ausbildungslehrer nicht wechseln? Es gibt gewiss viele, denen das nix ausmacht ...
    Wir haben auch eine Kollegin mit Migrationshintergrund. Sie spricht sehr gut Deutsch, macht aber ab und an auch Fehler. So what? Unsere Schüler schätzen sie dennoch ... aufgrund ihrer fachlichen Kompetenzen.

  • ich mache das Ref in Baden- Württemberg

    ... und da sprechen die natürlich alle astreines Hochdeutsch ... :autsch:


    So wie Du schreibst kann ich mir nicht vorstellen, dass Dein Deutsch am Gymnasium ein Problem ist. Heikler fände ich es vielleicht noch an der Grundschule, wo die Kinder Sprachvorbilder brauchen. Da scheint einfach jemand Korinthen zu kacken, was für Dich natürlich insofern doof ist, als es ein was-zu-sagen-Haber ist. Lass Dich nicht verunsichern. Sprache wird nur durch Sprechen besser, also das kommt mit der Zeit sicher von selbst. Alles Gute! :rose:

  • Ich mache mich vielleicht wieder einmal unbeliebt, aber als so problemlos wie viele hier betrachte ich sprachliche Probleme der Lehrkraft nicht.


    a) Es gibt Schüler mit Sprachentwicklungsstörung, die einen sprachheilpädagogischen Unterricht benötigen. Es gibt Schüler, die außerhalb der Schule nicht in Kontakt mit der deutschen Sprache kommen. Es gibt Schüler aus anregungsarmem Umfeld, die so etwas wie elaboriertem Code bzw. konzeptioneller Schriftlichkeit nur in der Schule begegnen. All diese Schüler sind auf eine deutliche und klare, bewusst eingesetzte und, ja, auch korrekte Lehrersprache angewiesen.


    b) Fachliche Inhalte sind in den wenigsten Fällen klar von sprachlichen Strukturen zu trennen (gerade z. B. in Ethik, wo ja mitunter semantisch feine Unterschiede relevant sind). Unterrichtsinhalte werden ganz überwiegend sprachlich (mündlich/schriftlich) vermittelt und die Schüler müssen sie dann in Lernzielkontrollen wieder sprachlich (mündlich/schriftlich) wiedergeben können.


    Keine Kritik an dir, holly88! Du schreibst ja auch selbst, du hättest beim Sprechen nur Probleme, wenn du aufgeregt bist (wie ist das im Englischunterricht?). Insofern denke ich eigentlich nicht, dass in deinem Falle ein Sprachkurs erforderlich oder hilfreich wäre - wenn, dann doch eher eine Methode, mit der Aufregung umzugehen, oder?

  • Es gibt Schüler mit Sprachentwicklungsstörung, die einen sprachheilpädagogischen Unterricht benötigen.

    Was hat das jetzt mit der TE zu tun? Wir haben ja schon abgeklärt, dass sie Ethik und Englisch am Gymnasium unterrichten soll.



    Fachliche Inhalte sind in den wenigsten Fällen klar von sprachlichen Strukturen zu trennen

    Da gebe ich Dir absolut recht. Offenbar geht's hier aber gerade nur um "mal einen Grammatikfehler machen", das ist bei weitem noch nicht sinnentstellend. Ich habe eine Kollegin aus dem osteuropäischen Raum, deren Deutsch tatsächlich auch fürs Fach problematisch ist, die ist aber auch im schriftlichen Ausdruck längst nicht so gut, wie die TE. Wenn da jetzt nicht noch ein ziemlich krasser Akzent dabei ist (was man aus dem Geschriebenen ja schlecht ableiten kann), sollte das im vorliegenden Fall unproblematisch sein.

  • Was hat das jetzt mit der TE zu tun? Wir haben ja schon abgeklärt, dass sie Ethik und Englisch am Gymnasium unterrichten soll.

    Glaubst du, am Gymnasium gibt es solche Schüler nicht?

    Da gebe ich Dir absolut recht. Offenbar geht's hier aber gerade nur um "mal einen Grammatikfehler machen", das ist bei weitem noch nicht sinnentstellend.

    Ja, das war mehr übergreifend zu der Einstellung, dass sprachliche Schwierigkeiten kein Problem darstellen könnten, gemeint. Ich habe am Ende ja auch die TE direkt adressiert.

  • Danke für deine Antwort Calmac,


    ich mache das Ref in Baden- Württemberg und leider ist hier alles sehr sehr viel konservativer :( Deine Einstellung gefällt mir aber sehr gut. Ich hoffe, dass ich auch Mal so selbstbewusstsein werde.


    LG

    Offensiv damit umgehen! Wenn man irgendwelche Unsicherheit aufgrund dessen zeigt, riechen das die Schüler und reagieren entsprechend.
    Macht man Scherze darüber, lachen alle mit.


    Ich schreibe manchmal Sachen an die Tafel und es korrigieren mich Schüler: Was gibt's besseres? Ich weiß dann, dass die aufpassen !

  • Was hat das jetzt mit der TE zu tun? Wir haben ja schon abgeklärt, dass sie Ethik und Englisch am Gymnasium unterrichten soll.


    Da gebe ich Dir absolut recht. Offenbar geht's hier aber gerade nur um "mal einen Grammatikfehler machen", das ist bei weitem noch nicht sinnentstellend. Ich habe eine Kollegin aus dem osteuropäischen Raum, deren Deutsch tatsächlich auch fürs Fach problematisch ist, die ist aber auch im schriftlichen Ausdruck längst nicht so gut, wie die TE. Wenn da jetzt nicht noch ein ziemlich krasser Akzent dabei ist (was man aus dem Geschriebenen ja schlecht ableiten kann), sollte das im vorliegenden Fall unproblematisch sein.

    Plattenspieler ich gebe dir vollkommen Recht, deshalb würde ich das Problem eigentlich auch so schnell wie möglich in den Griff kriegen.
    Wenn ihr Tipps für die Aufregung habt, immer her damit :D Denke, dass die bei meinem Problem ebenfalls helfen könnten.


    Ich spreche tatsächlich Hochdeutsch, ohne Akzent, was man eigentlich auch immer sehr lobt, weil man das in Ba- Wü nicht sooo gewohnt ist. Ich habe das Gefühl, dass die Lehrer bei mir extra pingelig sind, und wirklich alles 100 Mal geprüft wird, weil ich "ja ein Migrationshintergrund" habe, was ich voll Schade finde, weil bei meinen Mitrefis gerne mal "Leichtsinnsfehler", REchtschreibfehler etc. übersehen werden. Aus diesem Grund will ich, dass wirklich alles ohne Fehler sitzt, damit ich das nicht noch einmal hören muss, weil das einen schon ziemlich fertig macht, weil man das Gefühl bekommt, dass man für die "braven, deutschen" Kinder nicht gut genug ist.

  • Neulich hielt eine Zweitklässlerin bei mir eine kleine Präsentation. Sie kam vorher zu mir und flüsterte mir ins Ohr: Frau lamaison, kannst du bitte den Kindern sagen, dass ich hochdeutsch spreche, also falls sie mich nicht verstehen. Und kannst du das dann bitte ins schwäbisch übersetzen, falls sie mich nicht verstehen? :ohh: (ich kann aber selber kaum schwäbisch, außer am Telefon)

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