Studiengangwechsel: Welches Fach?

  • Hallo,


    ich studiere derzeit im Kombi B.A. Wirtschaftswissenschaft und Englisch, will aber das Fach Wirtschaftswissenschaft bald wechseln, da es mir einfach nicht liegt und ich an dem sehr mathelastigen Studium keinen Spaß habe. Ich bin unentschlossen, welches andere Fach ich studieren soll. Ich interessiere mich für Sprachen und Kulturen, das Anglistik Studium macht mir auch Spaß, daher ziehe ich Spanisch in Betracht. Ich studiere mit dem Ziel Lehramt an Gymnasium oder Gesamtschule. Weitere Fächer, die in Frage kämen, wären Sozialwissenschaften oder Geographie. Für ersteres könnte ich mir sogar Studienleistungen aus Wirtschaftswissenschaften anrechen lassen, da einige Kurse auch in Sozialwissenschaften Pflicht sind, z.B. Statistik.


    Ich konnte die in Frage kommenden Fächer eigentlich recht gut eingrenzen, doch mich unter Sowi, Geographie und Spanisch zu entscheiden, fällt mir schwer.


    Wie sehr ihr das, auch bezüglich zukünftiger Einstellungschancen?

    • Offizieller Beitrag

    Kannst du schon perfekt Spanisch?
    Grundsätzlich rate ich (rät jeder) von 2 Fremdsprachen ab.


    Englisch und Sowi ist ne coole Kombi, zumal du daraus auch eine bilinguale Fakultas erwerben könntest (genauso mit Erdkunde).
    Tendenziell hat SoWi leicht mehr Stunden im Schulbetrieb und hat dadurch größere Chancen, auch könnte (!) die Einführung des Fachs Wirtschaft mehr Stellen ermöglichen, aber ich glaube ehrlich gesagt, zur Zeit geben sich beide Nebenfächer nicht viel.

  • Kannst du schon perfekt Spanisch?

    Nein, ich habe keine Vorkenntnisse in Spanisch, würde die Sprache also komplett von Anfang an lernen.

    Grundsätzlich rate ich (rät jeder) von 2 Fremdsprachen ab.

    Wegen schlechter Einstellungschancen?

    zur Zeit geben sich beide Nebenfächer nicht viel.

    Ich denke ich tendiere leicht zu Sowi, da die Geographie doch sehr speziell in einigen Bereichen wird und man ohne großes Interesse für das Fach Probleme bekommen könnte. Hinzu kommen könnten dann noch Gedanken wie: "was wäre, wenn ich Sowi genommen hätte?"

  • Als Sowi-Lehrer kann ich zu Sowi natürlich nur raten, weil es imho das wichtigste Fach in unserem Fächerkanon ist...aber gut, das mag jeder Lehrer über sein Fach sagen.


    Ich stimme chilipaprika insoweit zu, als dass zwei Sprachen schon ne Hausnummer sind. Ich hab ja Deutsch als anderes Fach und das ist schon eine enorme Korrektur-Belastung. Das habe ich in Sowi in der Oberstufe zwar auch, aber da schreibt ja nicht jeder. Spanisch setzt aber vermutlich erst spät ein und die Texte dürften im Wesentlichen nicht an die in Deutsch oder Englisch heranreichen. Darüber hinaus kenne ich einige Schulen, in denen die Spanisch-Kurse im Regelfall sehr klein sind, sodass die Belastung doch wieder etwas überschaubarer wäre. Aber: Sie ist definitiv immer noch höher als bei einem nicht-sprachlichen Zweitfach und vor allem kann ja niemand sagen, ob das mit dem späteren Einsetzen und der geringeren Kursgröße auch langfristig so bleibt.
    Zudem: Spanisch ist ein junges Fach. Und die meisten Spanisch-Lehrer sind ebenfalls jung. Da wird es in den nächsten Jahren, nach allem, was ich so höre, tendenziell nicht ganz so viele Stellen geben. In Sowi sieht es zumindest zurzeit ganz gut aus, auch wenn ich natürlich nicht weiß, wie es ist, wenn du dann fertig bist.


    Die Nachteile von Sowi liegen auf der Hand: Du kannst viele Materialien nicht erneut verwenden und musst immer alles aktuell halten. Ich persönlich kenne keinen Sowi-Lehrer, der sein Zweitfach für vorbereitungsintensiver hält. Und wenn ich kurz überschlage, komme ich in meinem Umfeld auf mindestens acht Zweitfächer. Die Reihe zum Faust aus dem vergangenen Schuljahr könnte ich nächtes Jahr in Deutsch problemlos erneut so halten. Die zur EU in Sowi hingegen natürlich nicht. Die Wahl ist vorbei, vdL Kommissionsrpräsidentin, der Brexit ist dann (womöglich?) durchgeführt usw. Auch das sollte man in den Überlegungen vielleicht nicht unterschätzen.



    Die Frage aller Fragen ist am Ende ja ganz einfach: Welches Fach willst du 40 Jahre lang tagtäglich unterrichten? Mich reizt da eben die Abwechslung im Fach Sowi, weshalb ich mich hierfür (und nicht, wie zunächst geplant, für Geschichte) entschieden habe.


    So oder so: Viel Erfolg ;).

  • Zwei Sprachen bedeuten im Studium auch zwei Auslandsaufenthalte, die muss man auch im Studium erstmal zeitlich unterbringen. Nachdem du Spanisch erst von Grund auf lernen müsstest: Wie schnell lernst du denn Sprachen? Gibt es Vorkenntnisse in den romanischen Sprachen auf die du aufbauen kannst? Ist es realistisch für dich innerhalb von ca. 5 Jahren zumindest auf ein C1-Niveau in Spanisch in allen Bereichen (Hören-Sprechen-Lesen-Schreiben) zu kommen neben der Erarbeitung der linguistischen und literarischen Grundlagen des Fachs (gerade Primärliteratur in der Zielsprache könntest du ja erst recht spät im Studium zu lesen beginnen mangels ausreichender Sprachkenntnisse)?


    SoWi: Bist du bereit dich konstant, dein gesamtes Studium und Berufsleben über auf dem Laufenden zu halten, dich politisch zu informieren und weiterzubilden und den praktisch immer veralteten Schulbüchern entsprechend aktuelle Bezüge entgegenzusetzen zu den Bildungsplanthemen? Unterricht rein nach Schulbuch macht man im Vergleich z.B. zu einer Fremdsprache in diesem Bereich doch eher selten. Das bringt einiges an Extraarbeit mit sich, die man als Sprachlehrer so zumindest nicht hat (dafür muss man v.a.seine Sprachkenntnisse konstant trainieren, um sein Sprachniveau zu halten). Was löst Kontroversität in Diskussionen in dir aus?
    Wenn Wirtschaft als Fach in NRW eingeführt wird an den Gymnasien, werden das mutmaßlich zumindest mal zunächst die SoWi-Lehrer übernehmene müssen. Wie passt das für dich zu dem Umstand, dass wie du schriebst Wirtschaftswissenschaft dir nicht liegt?


    Einstellungschancen sind nicht der Allheilbringer. Schau dir zuerst einmal an, welche echten Stärken du neben dem Interesse für die von dir genannten Fächer du mitbringst. (Wenn es dir v.a. um Einstellungschancen geht: Sonderschul- und Grundschullehramt dürften diesbezüglich aktuell unschlagbar sein (zumindest mal, wenn ich von BW ausgehe).)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • so wie du dich anhörst, hast du eigentlich schon eine Entscheidung getroffen. Du willst Englisch/Sowi machen, also mach Englisch/Sowi. Baue dir aber auch eine Alternative auf, bzw. überlege dir rechtzeitig eine, falls es nach dem Referendariat keine Stelle für dich gibt. Es bringt nichts ein Fach zu machen, was du nicht kannst oder kein Interesse dafür hast.

  • ...die Frage von chili sehe ich auch irgendwo. Ich mutmaße mal - Spanisch interessiert dich, und dafür kann ich durchaus Verständnis haben.
    Folgende Fragen: Latimum vorhanden (und sicher)? Wäre bei Spanisch zumindet im Vokabular ein Riesen-Bonus. Von den diversen romanischen Sprachen ist sie (mit) die logischste mit sehr wenigen Ausnahmen und lernt sich an sich leicht, weil ziemlich klar strukturiert (ja, ich hab leicht Reden, ich bin bilingual, tut mir ja leid...)
    Was die Stellensituation mit Spanisch angeht - es ist durchaus "im Kommen", wird gerade im gymnasialen Bereich durchaus auch angeboten, ist aber meist dritte Fremdsprache (ich weiß, dass es auch als zweite möglich ist, aber das ist selten und hängt sehr von der Planung der Schule und auch dem Wahlverhalten der SuS ab). Dementsprechend wenige Stellen gibt es - weil je nach Wahlverhalten ggf nur eine AG zustandekommt. Ich bin bei uns die (tamtaramtam) Fachschaftsvorsitzende für Spanisch, für den tollen Titel kann ich mir ein Eis kaufen und mache 1-2 x im Schuljahr ein Tapasessen mit meiner einzigen Kollegin die auch Spanisch-Fakultas hat, das wir dann zur Fachschaftssitzung deklarieren. Und bis eine von uns in Pension geht, geht noch reichlich Wasser den Rhein runter. Um den Rahmen komplett zu erklären: großes Gymnasium, Ballungsraum Ruhrpott NRW, Schülerzahl nicht ganz vierstellig, Kollegium+Refis 60-70 Nasen. Und in den letzten Jahren ist - erfreulicherweise - jedes Jahr ein Spanischkurs ab 9. Klasse zustandegekommen. Ich denke das wird auch so bleiben. Das sind also 5 Kurse pro Jahr, verteilt auf 2 Lehrkräfte. Ich weiß wieso ich es als Drittfach habe.


    Wenn du allerdings Wirtschaft wegen "der Mathe" nicht magst, sollte dir klar sein, dass auch in Geographie "wirtschaftliche Aspekte" drin sind (allerdings in anderen Sektoren, zB woher welche Rohstoffe und wieso), und in SoWi irgendwo auch - zumal SoWi-Kollegen auch gerne mal fachfremd in Politik eingesetzt werden, wo dann auch Wirtschaften - also wie das geht - einn Thema ist, was ggf dann demnächst auch offiziell Wirtschaft heißt.
    Wenn dein Englisch flüssig genug ist für den bilingualen Unterricht kannst du dich für beide Gesellschaftswissenschaften durchaus empfehlen, ansonsten... na wenigstens hast du nicht Geschichte gesagt...
    Ich hab natürlich auch keine Kristallkugel, aber das meiste was da oben so steht sehe ich zumindest ähnlich.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Die meisten Argumente gegen Spanisch haben FreMe und CDL genannt.
    Eins noch: (sorry für den Unterton)Wie zum Kuckuck kommt man auf die Idee, Lehrer für eine Sprache zu werden, die man nicht mal kennt?

    Es ist eine Alternative, die ich mir vorstellen kann, aber was CDL geschrieben hat stimmt natürlich. Ich müsste innerhalb kurzer Zeit auf ein hohes Sprachniveau zu kommen um im Studium überhaupt etwas zu verstehen. Ich muss auch sagen, dass Spanisch unter diesen Fächern eher die Nummer Drei wäre.

    Wenn du allerdings Wirtschaft wegen "der Mathe" nicht magst, sollte dir klar sein, dass auch in Geographie "wirtschaftliche Aspekte" drin sind (allerdings in anderen Sektoren, zB woher welche Rohstoffe und wieso)

    Ja, stimmt, aber es ist nicht so, dass ich eine Wirtschaftsphobie habe; einige Themen und Fragen der Wirtschaft sind durchaus interessant.

    Gibt es denn bei den Sprachen keine Eignungsprüfung? Bei Musik, Sport usw. gibt es das doch auch und da würde niemand mit Sport allgemein oder dem Instrument erst im Studium anfangen.

    Ja, wenn man den Sprachtest nicht besteht, muss man, bevor man das Grundstudium antritt, Intensivkurse besuchen.

  • Du scheinst dich ja schon mehr oder weniger gegen Spanisch entschieden zu haben und ich denke, das ist auch gut so.
    Bei mir im Referendariat (zugegegeben, ist ca. 7 Jahre her) war jemand mit der Fächerkombi Englisch/Spanisch und sie hat Spanisch auch erst an der Uni gelernt. Das scheint nicht so abwägig zu sein. Sie hatte aber massive Probleme und hat das zweite Staatsexamen nur mit Ach und Krach geschafft. Ihre sprachlichen Probleme waren dabei ganz klar das größte Problem. Englisch war sicher nicht C2, ich würde schätzen vielleicht B2 und Spanisch wohl noch deutlich drunter. Warum/wie sie überhaupt ein erstes Staatsexamen mit den (nicht vorhandenen) Sprachkenntnissen bekommen hat, ist mir schleierhaft.


    Dir viel Erfolg!

  • Wie sieht es denn mit Englisch und Deutsch aus? Klar, wären auch zwei Sprachen und korrekturintensiv, aber irgend ein zweites Fach muss ich ja wählen. Das einzige Fach, das sonst noch in Frage käme, wäre vielleicht Philosophie. Da habe ich aber Bedenken, dass mich diese Kombi direkt in die Arbeitslosigkeit befördern könnte. Klar, das könnte bei Englisch und Deutsch als Kombi und den anderen Alternativen genauso sein, aber mit Philosophie schätze ich diese doch ein wenig höher ein.


    Was oben über die Notwendigkeit bei Sowi, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben geschrieben wurde ist ein wichtiger Punkt, denke ich. Ich bin jemand, der sich jetzt schon nicht intensiv mit aktuellen Themen der Politik auseinandersetzt und diese diskutiert. Könnte ein Ausschlusskriterium sein.

  • Guten Morgen,


    bezüglich Spanisch kann ich nur sagen: JA, es ist machbar. Mit entsprechender Muße geht das. Eine Freundin von mir studiert die Kombination Englisch/Spanisch, Letzteres hat sie auch komplett neu erlernt. Es geht, aber es ist hammerharte Arbeit.


    In der Regel sind Sprachen im Studium nicht auf das Erlernen ausgelegt, sondern auf das Vertiefen. Das heißt: Du brauchst Vorkenntnisse. In Latein wäre es bei uns bspw. unmöglich gewesen, ohne Latinum an der Uni anzutanzen. Auch mit jahrelangen Vorkenntnissen ist ein Studium in einer Sprache kein Zuckerschlecken.


    Bezüglich des Korrekturaufwandes kann ich nur sagen, dass zwei Sprachen natürlich ungünstig sind. Aber das ist in SoWi auch nicht großartig besser, da die SuS dort ebenfalls Texte analysieren und interpretieren sowie ihre eigene Meinung dazu abgeben müssen. Vom Korrekturaufwand nimmt sich das m.E. nicht viel.


    Du klingst allerdings sehr danach, dass du SoWi machen möchtest. Dann mach' es! Und natürlich musst du dich auf dem Laufenden halten. Muss ich in Chemie dann entsprechend genauso, da du ja mit den SuS dann auch in eine politische Richtung gehen kannst (Treibhausgase, E-Autos etc). Aber das müssen viele Lehrer. Auch im Lehrerberuf hat man nicht ausgelernt!

  • Wenn du allerdings Wirtschaft wegen "der Mathe" nicht magst, sollte dir klar sein, dass auch in Geographie "wirtschaftliche Aspekte" drin sind (allerdings in anderen Sektoren, zB woher welche Rohstoffe und wieso), und in SoWi irgendwo auch - zumal SoWi-Kollegen auch gerne mal fachfremd in Politik eingesetzt werden, wo dann auch Wirtschaften - also wie das geht - einn Thema ist, was ggf dann demnächst auch offiziell Wirtschaft heißt.

    Nur kurz als Klarstellung: Sowi-Kollegen sind in Politik/Wirtschaft bzw., wie es ab dem kommenden Schuljahr heißen soll, Wirtschaft-Politik keinesfalls fachfremd eingesetzt. Wir haben Sozialwissenschaften als Unterrichtsfach studiert und das bedeutet, dass man dann sowohl Sozialwissenschaften in der Oberstufe als auch Politik/Wirtschaft in der Sek I unterrichten darf/kann/soll/muss. Es ist ja quasi dasselbe Fach, wird nur anders genannt. Der Kuckuck weiß, wieso das so ist, die Schüler/innen verstehen es meist auch nicht und es sorgt insgesamt für viel Verwirrung, aber so ist es nun einmal.
    Was Miss Jones schrieb, stimmt natürlich trotzdem: Da ist viel Wirtschaft mit drin und im neuen KLP ist der Fokus noch stärker dorthin verrückt. Man konnte ja vorher schon durchaus kritisieren, dass in diesem interdisziplinär angelegten Fach bereits mehr als 1/3 des gesamten Stoffumfangs wirtschaftliche Themen betrifft, aber nun gut. Es kontrolliert ja zum Glück am Ende niemand, welche Reihe ich nur so knapp wie möglich gestalte und in welcher Reihe ich mir mal mehr Zeit und Raum lasse ;).
    Dementsprechend ist Sowi vermutlich das Fach, das deinem bisherigen Studium am ehesten nahekommt, weil es deutlich mehr "Wirtschaft" beinhaltet als Geographie. Wenn du Wirtschaft an sich gut findest und es echt nur an Mathe liegt, dann kann ich mir gut vorstellen, dass die Sowi gefällt - solange dich Politik und Soziologie auch interessieren. Wenn du Datengewinnung und Statistik hinter dir hast, sind die mathelastigen Vorlesungen ja bereits weg. Und für die VWL kannst du dir sicher auch einiges anrechnen lassen (und selbst wenn nicht, sind viele Inhalte sicher nur Wiederholung). Ich glaube nicht, dass man wegen Mathe ernsthaft am Sowi-Studium scheitert. So viel wird da wirklich nicht verlangt.

  • Hallo Landvogt,


    wenn du Interesse daran hast, nach dem Studium auch tatsächlich eine Stelle zu bekommen, würde ich ganz dringend dazu raten, mindestens ein Mangelfach, sprich MINT oder Ästhetik, zu wählen. Mit Gymnasiallehrern mit zwei wenig gesuchten Fächern kann man leider in den meisten Bundesländern die Straßen pflastern. Eine andere Schulform käme auch nicht infrage? In NRW ist alles gesucht - nur Gymnasiallehramt eben nicht.


    Mit freundlichen Grüßen

    Einmal editiert, zuletzt von Lindbergh ()

  • Was oben über die Notwendigkeit bei Sowi, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben geschrieben wurde ist ein wichtiger Punkt, denke ich. Ich bin jemand, der sich jetzt schon nicht intensiv mit aktuellen Themen der Politik auseinandersetzt und diese diskutiert. Könnte ein Ausschlusskriterium sein.

    Ist es dann wohl, denn die folgend empfohlene eine Stunde Tagesschau in der Woche ist für guten Politik- oder Wirtschaftsunterricht nicht ausreichend, vor allem nicht, wenn es lediglich eine Pflichtübung ist und du Themen nicht weiterverfolgst, hinterfragst, tiefer einzusteigen bereit bist. Das muss ich schon für meine Realschüler von 7-10 leisten, um in der Oberstufe vernünftigen Unterricht zu halten wirst du da nicht weniger Zeit investieren müssen. Man muss vielleicht nicht die eine Stunde täglich investieren, die mir das wert ist, aber eben doch ausreichend Grundinteresse haben, mehr wissen und verstehen zu wollen, als gerade mal genug, um mit den SuS an der Oberfläche kratzen zu können thematisch.

    Aber sich aktuell auf dem Laufendenhalten musst du dich auch in Englisch....


    Abgesehen davon: Englisch/Deutsch ist DIE Kombi in den Burnout. Die Korrekturen sind da am Höchsten. Da investierst du doch lieber eine Stunde in der Woche in Tagesschau gucken.

    Auf dem Laufenden halten muss man sich doch letztlich in jedem Fach in der einen oder anderen Weise. Persönlich empfinde ich meine Fremdsprache diesbezüglich aber als deutlich weniger arbeitsintensiv, als Wirtschaft und Politik, für die ich auch eine Stunde Tageschau in der Woche keineswegs für ausreichend halte, nachdem der TE schreibt, sich schon jetzt nicht intensiv damit auseinanderzusetzen oder darüber zu diskutieren. Da fehlt meines Erachtens zuviel Grundinteresse, um überhaupt mit so vernünftigen Noten das Studium abschließen zu können, dass der TE trotz der gewählten Schulart Gym am Ende eine realistische Einstellungschance haben wird bei den aktuell in der Überlegung befindlichen Fächern.


    @Landvogt: Wenn du unbedingt Lehrer werden willst, dann überleg dir entweder an eine andere Schulart als ausgerechnet ans Gym zu gehen oder prüf sehr kritisch, welches Mangelfach mit guten Einstellungschancen auch am Gym du mit einem Herzensfach kombinierst.
    Wenn du Fächer studieren willst, die dir liegen und die dich interessieren und es auch noch um jeden Preis Gym sein soll, dann fang schon jetzt an, dir die Berufspläne B-D zu überlegen, die du aus der Schublade ziehst, wenn du mit deinen Fächern am Ende am Gym keine Chance auf Einstellung haben solltest und mach im Studium entsprechende Praktika in anderen Bereichen.
    Garantierte Einstellung, nur am Gym, womöglich nur im eigenen BL und wohnortnah und mit Fächern, bei denen tendenziell kein Mangel besteht gibt es halt nicht. Was spricht denn gegen die Sek.I oder die beruflichen Schulen für dich?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL ()

  • Hallo Landvogt,


    wenn du Interesse daran hast, nach dem Studium auch tatsächlich eine Stelle zu bekommen, würde ich ganz dringend dazu raten, mindestens ein Mangelfach, sprich MINT oder Ästhetik, zu wählen.

    Ein MINT Fach kommt für mich leider nicht in Frage; Der hohe Matheanteil im Wiwi Studium ist ja für mich einer der Hauptgründe das Fach zu wechseln.

    Ist es dann wohl, denn die folgend empfohlene eine Stunde Tagesschau in der Woche ist für guten Poltik- oder Wirtschaftsunterricht nicht ausreichend, vor allem nicht, wenn es lediglich eine Pflichtübung ist und du Themen nicht weiterverfolgst, hinterfragst, tiefer einzusteigen bereit bist. Das muss ich schon für meine Realschüler von 7-10 leisten, um in der Obertszfe vernünftigen Umterricht zu halten wirst du da nicht weniger Zeit investieren müssen. Man muss vielleicht nicht die eine Stunde täglich investieren, die mir das wert ist, aber eben doch ausreichend Grundinteresse haben, mehr wissen und verstehen zu wollen, als gerade mal genug, um mit den SuS an der Oberfläche kratzen zu können thematisch.

    Ja, das meine ich. So wie ich das einschätze, sollte man ein Experte in diesen Bereichen werden und es - da die Situationen sich ständig ändern - auch bleiben. Ich habe auf jeden Fall Grundinteresse an dem Fach und der Thematik, sonst hätte ich es nicht als Option genannt, doch ich kann im Moment nicht sagen, ob ich mich mein ganzes Berufsleben immer auf dem aktuellen Stand der Politik und der Wirtschaft halten will und dazu bereit bin, den notwendigen Aufwand zu betreiben, mich in jeglichen Themen und Situationen der Politik auszukennen.

    Landvogt: Wenn du unbedingt Lehrer werden willst, dann überleg dir entweder an eine andere Schulart als ausgerechnet ans Gym zu gehen oder prüf sehr kritisch, welches Mangelfach mit guten Einstellungschancen auch am Gym du mit einem Herzensfach kombinierst.
    Wenn du Fächer studieren willst, die dir liegen und die dich interessieren und es auch noch um jeden Preis Gym sein soll, dann fang schon jetzt an, dir die Berufspläne B-D zu überlegen, die du aus der Schublade ziehst, wenn du mit deinen Fächern am Ende am Gym keine Chance auf Einstellung haben solltest und mach im Studium entsprechende Praktika in anderen Bereichen.
    Garantierte Einstellung, nur am Gym, womöglich nur im eigenen BL und wohnortnah und mit Fächern, bei denen tendenziell kein Mangel besteht gibt es halt nicht. Was spricht denn gegen die Sek.I oder die beruflichen Schulen für dich?

    Ich kann mir auch Realschule oder Gesamtschule, vielleicht auch das Berufskolleg, vorstellen. Ich würde sagen, dass ich schon gerne Oberstufe unterrichten würde, da dort Inhalte wie z.B. in Englisch, die der Literatur weiter vertieft werden und u.A. dort meine Stärken und Interessen liegen, aber Sekundarstufe I schließe ich jetzt nicht aus.

  • Auch für guten Literaturunterricht muss man sich landeskundlich auf dem Laufenden halten bezogen aufs Zielland und/oder den Themenbereich eines Werks, um dieses in größere Zusammenhänge bringen zu können. Deine Motivation dich fachlich nicht vertiefen zu wollen- so diese alle Fächer bestrifft- macht dich ehrlich gesagt wenig attraktiv als potentiellen künftigen Kollegen, wird dir ein Ref ganz gleich an welcher Schulform auch deutlich schwerer machen (habe ich an meinen Mitanwärtern gesehen, die ihre UBs teilweise wochenlang vorbereiten mussten, weil sie sich erstmal fachlich einlesen mussten ausreichend, um das geforderte Niveau bringen zu können), passt insbesondere zu Oberstufenunterricht überhaupt nicht und wird sich ohne jeden Zweifel auch in Noten und Einstellungschancen niederschlagen.


    Welche Fächer interessieren dich denn tatsächlich so sehr, dass du Lust hast, sie 5 Jahre lang zu studieren und dich erstmal zum Experten deiner Fächer zu machen? Und: Warum willst Lehrer werden? (Evtl.wäre die Fachwahl leichter für dich ohne diese berufliche Verengung, weil du eher Fächer finden würdest die dich begeistern und interessieren.)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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