Bin ich doch zu alt?

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  • ...eigentlich hab ich überlegt, ob ich anschließend noch einen Master in Angewandte Sexualwissenschhaften dranhänge. Wenn alle hier am Tisch zusammenlegen, müsste ich gut über die Runden kommen.

    ...hach, ich freu mich auf die Erstsemesterparties, das Beste am Studieren!

    ...eben WEIL ich schon so eine alte Tante bin, entscheide ich schon ganz allein

    ...ja wenn ihr das alle findet, werde ich selbstverständlich morgen am Fließband anheuern. Mensch Onkel Erwin, was macht eigentlich dein/deine *empfindlichste Problem ansprechen*?
  • Vielen Dank.
    Ja, sie sind kurz vorm Ruhestand. Teils Akademiker, teils nicht.
    Aber studiert vor Jaaaaahren.

    Ich denke, bei denen spielt auch Neid eine große Rolle, denn die eigenen Kinder haben teilweise gar keine Ausbildung oder 2 Studiengänge abgebrochen.

    Habt ihr alle, die spät studiert haben davor schon gearbeitet? Das ist ja mein größter Kummer, wegen der Rente usw.
  • Wollsocken80 schrieb:

    Ich hab mit 32 nach der Promotion mit der Lehrerausbildung begonnen.
    Ich mit 40, nach Promotion mit 36 und 3 Jahren Industrie. Hatte auch nach Mittlerer Reife und Berufslehre das Abi nachgemacht und mit 25 meinen „sicheren“ Job an den Nagel gehängt und mit dem Studium angefangen. Alles geht, wenn man will. :)
  • tabularasa schrieb:



    Habt ihr alle, die spät studiert haben davor schon gearbeitet? Das ist ja mein größter Kummer, wegen der Rente usw.
    Ref mit 32, Planstelle mit 34.
    3 Jahre vor dem Ref als Vertretungslehrerin gearbeitet, während ich noch ein paar Fächer abgeschlossen / studiert habe.
    Im Studium habe ich immer wieder gejobbt, mal als minijob, mal midi. Hauptsächlich hatte ich aber immer wieder Stipendien bzw. Geldsegen an der Steuer vorbei (also legal, aber der Staat deklarierte dann meinen Job als Stipendium, um keine Abgaben zu zahlen bzw. keine Krankenversicherung zahlen zu müssen, herzlichen Dank...)

    Du wirst sicher viele Kompromisse schliessen müssen, und dazu gehört es manchmal, sich von den Eltern / Verwandten doofe Sprüche anhören zu müssen, aber eyh: dafür wirst du 30 Jahre einen Job ausführen dürfen, der DIR gefällt.
  • dein leben, deine entscheidung. ich hab' auch im höheren alter lehramt studiert, das macht gar nichts (außer bei pensionsansprüchen, aber das ist halt so, das kannst du jetzt nicht mehr ändern, also ist es komplett unsinnig, sich darüber gedanken zu machen). du kannst ja neben dem studium sozialversicherungspflichtig in teilzeit arbeiten.

    den umgang mit solchen verwandten würde ich persönlich deutlich reduzieren. freunde haben den vorteil, dass man sie sich aussuchen kann...
  • Wenn ich auf meine Eltern gehört hätte, wäre ich niemals Lehrerin geworden, sondern hätte BWL studiert oder so... Sie haben mich in meinem Vorhaben eigentlich gar nicht unterstützt, daher bin ich heute umso stolzer, dass ich es durchgezogen habe!!

    In meinem Ref. war auch eine mit Mitte 30, die während des Refs. sogar noch ein Kind bekommen hat.

    Ich frage mich nur, wie willst du das Studium / dein Leben finanzieren, wenn du jetzt studieren willst?
  • Ich würde mich überhaupt nicht rechtfertigen. Damit reitest du dich nur noch weiter rein. Sag "ach was" und nimm dir ein Stück Kuchen. Es gibt so viele Themen auf der Welt, warum muss dein berufliches Fortkommen diskutiert werden?

    Zu deinen Selbstzweifeln gesellt sich der Druck, sich gegenüber der Familie behaupten zu müssen. Wieso überhaupt? Du musst niemanden um Erlaubnis bitten, du bist erwachsen.

    Und natürlich nicht "zu alt". Aber du solltest schon überzeugt sein, dass du das durchziehen willst. Ob das jetzt das Richtige ist, kann man so aus der Ferne nicht beurteilen. Aber wenn du das willst, dann leg dir nicht künstlich selbst Steine in den Weg (Familie, Zweitwohnungssteuer, Bahnfahrten...). Damit raubst du dir die Energie.
  • Mach dir um die Pension/Rente keine allzu großen Gedanken. Du willst doch an eine berufsbildenen Schule, oder? Da sind die Chancen auf Planstellen doch ganz gut, wenn ich das richtig weiß.
    Wenn du mit 34 eine Planstelle hast (vermutlich A13? aber nicht sicher, dafür gibt es hier aber viele Experten), dann verdienst du ja auch ganz gut und kannst auch was zur Seite legen bzw. private Altersvorsorge machen. Und wir werden alle sehr lange arbeiten müssen, mein persönlicher Tipp für alle, die jetzt noch nicht 40 sind: Renteneintritt mit 70 Jahren. Aber selbst wenn es "nur" bis 67 ist, sind das immer noch 33 Jahre, die du als Lehrerin arbeiten wirst. Da sollte was bei rumkommen.
    Möchtest du denn Vollzeit oder Teilzeit arbeiten? (Vollzeit geht auch mit Kind)
  • Lehrerin2007 schrieb:

    Wenn ich auf meine Eltern gehört hätte, wäre ich niemals Lehrerin geworden, sondern hätte BWL studiert oder so... Sie haben mich in meinem Vorhaben eigentlich gar nicht unterstützt, daher bin ich heute umso stolzer, dass ich es durchgezogen habe!!

    In meinem Ref. war auch eine mit Mitte 30, die während des Refs. sogar noch ein Kind bekommen hat.

    Ich frage mich nur, wie willst du das Studium / dein Leben finanzieren, wenn du jetzt studieren willst?
    Na, durch arbeiten nebenher. 15 bis 20 Stunden.

    Wenn ich fertig bin, würde ich gerne Vollzeit arbeiten als Lehrerin. Mein Sohn ist dann auch schon größer und ein 2. Kind wollen wir nicht.

    Wisst ihr, wo die Verbeamtungsgrenzen für die einzelnen Länder liegen? Ich ziele es nicht darauf ab. Ich würde auch Lehramt an BBS studieren, ohne dass ich verbeamtet werde, weil es eine Herzensangelegenheit ist, aber es schadet ja nicht, das zu wissen?
  • NRW: vbe-nrw.de/?content_id=4733

    Warum zu alt? Wenn du mit deine Studium fertig bist, bist du 32, in NRW 1,5 Jahre Ref, also etwa 34.
    Wichtig ist doch, dass man in seinem Job glücklich wird. Was nützt es, wenn man mit 30 arbeitet und dann auf Dauer unglücklich ist?
    Die einen machen nach dem Abi erst mal 1 Auslandsjahr, eine NAchbarstochter hat nach ihrem Auslandsjahr eine Ausbildung gemacht und möchte jetzt Medizin studieren. Sie ist jetzt 25 oder 26. So what?
    Es gibt viele Seiteneinsteiger, die bewusst aus ihrem Job aussteigen und Lehrer werden möchten.
    Andere schmeißen den Lehrerjob / das Referendariat hin, da sie merken, dass sie im Lehrerjob nicht glücklich werden und machen dann was anderes (und müssen sich dann auch doofe Sprüche anhören wie: "Wie kannst du so doof sein und einen krisensicheren Job aufgeben? Wie kannst du so doof sein und deine Verbeamtung aufs Spiel setzen?"

    Wenn du meinst, es ist das richtige für dich, geh diesen Weg.
    Berufswege verlaufen heutzutage nicht mehr immer geradlinig. Und als Lehrer kannst du von deinen bisherigen Erfahrungen profitieren, du kannst SuS ggf. besser bei der Berufsplanung beraten.

    Auch ein sTudium (und Referendariat) MIT Kind kannst du schaffen. Ja, es ist vll, schwerer als wenn man keine Kinder hat, aber es geht. Ich habe schon genug Refs (und Studis) erlebt, die Kind + Studium / Referendariat geschafft haben. Du hast die Unterstützung deiner Schwiegereltern. Ist doch schon mal was.
    Hör nicht auf die Dummschwätzer, die dir einreden, dass du "meschugge" bist, wenn du jetzt noch studieren möchtest.
  • tabularasa schrieb:

    Anlass gab eine Familienfeier vor einer Woche, in der ich mehrfach schräg von der Seite angesprochen wurde, was mir denn einfallen würde, in meinem hohen Alter noch zu studieren und ob ich denn nicht mal langsam anfangen wollen würde, zu arbeiten.
    Gegenfrage an die Verwandtschaft: "Und das interessiert dich warum genau?"
    pingo, ergo sum
  • tabularasa schrieb:

    Habt ihr alle, die spät studiert haben davor schon gearbeitet? Das ist ja mein größter Kummer, wegen der Rente usw.
    Darum geht's, dass sich die Unsicherheit (wieder?) breitgemacht hat, dass die Tanten und Verwandten recht haben könnten, nicht, was du ihnen entgegnen kannst, oder?

    Glaubst du denn, dass dir die Sorge hier jemand rational ausreden kann?

    Natürlich wirst du nicht verhungern. Und ich halte die Chance, als Lehrer ein gutes Auskommen zu haben für eine (alleinerziehende) Mutter für überdurchschnittlich groß. Aber die Unsicherheit, den Frust mit der Familie, die Minderwertigkeitsgefühle, die kannst du m.M.n. nur selbst angehen. Vielleicht magst du dir professionelle Beratung dafür suchen?

    Ich glaube übrigens nicht, dass deine Familiengespräche einfacher wären, würdest du in einer Bank arbeiten und ein schickes Auto fahren. Das sind doch nur Oberflächlichkeiten. Wenn Eltern ihr Kind emotional nicht unterstützen (können), tun sie das auch nicht, wenn das Kind genau das macht, was die Eltern für richtig halten. Ich behaupte: damit leben zu lernen ist eine Lebensaufgabe. Die Entscheidung fürs Studium ist doch nur ein Auslöser für alte Konflikte...
  • Krabappel schrieb:

    Natürlich wirst du nicht verhungern. Und ich halte die Chance, als Lehrer ein gutes Auskommen zu haben für eine (alleinerziehende) Mutter für überdurchschnittlich groß.
    Allerdings. In der Vergangenheit war der Nettoverdienst einer verbeamteten Lehrerin in Teilzeit im Durchschnitt sogar höher als der einer teilzeitarbeiteten angestellten Ärztin oder Juristin (weil die Gehaltsabschläge bei Teilzeit umso heftiger ausfallen, je qualifizierter Frauen sind und auch je mehr Männer in diesem Beruf arbeiten). Auch als angestellte Lehrerin stehst du bei Teilzeit relativ gut da, weil dein Gehalt nicht individuell ausgehandelt wird. (Dass Teilzeit überall, aber besonders bei Lehrern kein gutes Geschäft ist, ist klar, aber als Alleinerziehende gibt's oft phasenweise kaum andere Optionen.)

    Lehrerin werden zu wollen, ist also eine ausgesprochen rationale Entscheidung, zumal du ja auch noch die Chance auf eine Pension (statt Rente) hast. Deine überheblichen Verwandten werden sich noch wundern.
  • Herzlichen Glückwunsch! Toll, dass Du studierst, richtig so!

    Der Beruf ist wunderbar und Du jung genug, hallo, gerade mal 30.

    Die Stimmen aus der Verwandtschaft beruhen auf Neid.

    Du wirst selbstkritisch genug festgestellt haben, dass das Jobben ohne Qualifikation nicht viel bringt.
    Daher Hut ab, ich wünsche Dir alles Gute bei dem Schritt.

    Gerade Frauen sollten schauen, durch qualifizierende Abschlüsse und Arbeit Sicherheiten zu erlangen - dass Thema Altersarmut zu umgehen.

    LG,