ADHS ohne Ritalin in den Griff bekommen

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    • Wer sich genauer über ADHS und Ritalin informieren möchte, dem sei die "Leitlinie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung" zur Lektüre empfohlen.


      Hier wird auch normalen Haus- und Kinderärzten die Kompetenz zur Diagnose abgesprochen:

      Leitlinie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung schrieb:

      Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Diagnose einer ADHS durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, oder einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, oder ein Psychologischer Psychotherapeut mit Zusatzqualifikation für Kinder und Jugendliche, oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Erfahrung und Fachwissen in der Diagnostik von ADHS durchgeführt werden.
      Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
      Heinrich Böll
    • ...und wer immer noch glaubt, das alle seien "bedauerliche Einzelfälle"...
      Karikaturen übertreiben zwar bewusst, aber haben idR eine Grundlage. So auch diese:

      [img]https://aftermathnews.files.wordpress.com/2007/07/ritalin-os.jpg[/img]
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • alias schrieb:

      Liebe(r) Buntflieger, dein Wissen über Ritalin ist ziemlich oberflächlich, wenn du meinst, dass es "nicht dämpfend" wirkt. Es ist genau dieser paradoxe Effekt des Amphetamins, der bei Kindern mit einer Stoffwechselerkrankung am synaptischen Spalt im Hirn das "Dauerfeuer" abstellt und die Kinder beruhigt.

      Auch das ist falsch.
      MPH (Ritalin ist nur ein Handelsname) bewirkt in richtiger Dosierung - und nur hierauf beziehe ich mich - bei Betroffenen wie Nichtbetroffenen jeweils eine Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration. In diesem Sinne stellt es für Betroffene also eine Art von Nachteilsausgleich dar.

      Früher ging man davon aus, dass es eine sogenannte "paradoxe Wirkung" gibt. Das hat sich aber nicht belegen lassen.
    • Buntflieger schrieb:

      MPH (Ritalin ist nur ein Handelsname) bewirkt in richtiger Dosierung - und nur hierauf beziehe ich mich - bei Betroffenen wie Nichtbetroffenen jeweils eine Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration. In diesem Sinne stellt es für Betroffene also eine Art von Nachteilsausgleich dar.

      Früher ging man davon aus, dass es eine sogenannte "paradoxe Wirkung" gibt. Das hat sich aber nicht belegen lassen.
      Dann solltest du vielleicht den Wikipedia-Eintrag korrigieren - und den Gegenwind dort aushalten ;)

      "Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, indem es deren Transporter in ihrer Funktion blockiert. Diese Transporter sitzen in der Zellmembran der präsynaptischen Nervenzellen und dienen einer schnellen Wiederaufnahme der Neurotransmitter"
      de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat
      Für mich ist hier EOD.
      Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
      Heinrich Böll
    • alias schrieb:

      "Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, indem es deren Transporter in ihrer Funktion blockiert. Diese Transporter sitzen in der Zellmembran der präsynaptischen Nervenzellen und dienen einer schnellen Wiederaufnahme der Neurotransmitter"
      Du verstehst gar nicht, was du da zitierst, oder hast Du den Artikel auf Wikipedia nicht zuende gelesen?!?!
    • Firelilly schrieb:

      Du verstehst gar nicht, was du da zitierst, oder hast Du den Artikel auf Wikipedia nicht zuende gelesen?!?!
      Und du verstehst das Krankheitsbild von ADHS nicht, sonst wüsstest du, dass genau an dieser Stelle die Ursache - und die Wirkung des Ritalins bei gehirnorganisch bedingtem ADHS liegt.
      Auch wenn du vielleicht von Chemie eine Ahnung haben magst, von Medizin scheinbar nicht.
      Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
      Heinrich Böll
    • alias schrieb:

      Ich spreche mich nicht gegen die Gabe von Ritalin in korrekt diagnostizierten Fällen aus. Ich kenne jedoch auch mehrere Fälle, in denen Ritalin an Kinder gegeben wird, bei denen zu Hause die Hütte brennt und Familienhilfe sowie Psychotherapie - bzw. Heimunterbringung die bessere Maßnahme wäre.
      Dem kann ich nur zustimmen. Bei dem was ich da teilweise sehe... wie am Kind rumgedoktort wird, ohne eine Diagnose gestellt zu haben, anstatt erstmal den Stecker der Playstation zu ziehen, wird mir regelrecht schlecht.
      Ich tippe am Handy.
    • MilaB schrieb:

      alias schrieb:

      Ich spreche mich nicht gegen die Gabe von Ritalin in korrekt diagnostizierten Fällen aus. Ich kenne jedoch auch mehrere Fälle, in denen Ritalin an Kinder gegeben wird, bei denen zu Hause die Hütte brennt und Familienhilfe sowie Psychotherapie - bzw. Heimunterbringung die bessere Maßnahme wäre.
      Dem kann ich nur zustimmen. Bei dem was ich da teilweise sehe... wie am Kind rumgedoktort wird, ohne eine Diagnose gestellt zu haben, anstatt erstmal den Stecker der Playstation zu ziehen, wird mir regelrecht schlecht.
      Und das Schlimmste ist, dass diese Art von Eltern überhaupt nicht zugänglich ist für Ratschläge in diese Richtung!
    • Sommertraum schrieb:

      MilaB schrieb:

      alias schrieb:

      Ich spreche mich nicht gegen die Gabe von Ritalin in korrekt diagnostizierten Fällen aus. Ich kenne jedoch auch mehrere Fälle, in denen Ritalin an Kinder gegeben wird, bei denen zu Hause die Hütte brennt und Familienhilfe sowie Psychotherapie - bzw. Heimunterbringung die bessere Maßnahme wäre.
      Dem kann ich nur zustimmen. Bei dem was ich da teilweise sehe... wie am Kind rumgedoktort wird, ohne eine Diagnose gestellt zu haben, anstatt erstmal den Stecker der Playstation zu ziehen, wird mir regelrecht schlecht.
      Und das Schlimmste ist, dass diese Art von Eltern überhaupt nicht zugänglich ist für Ratschläge in diese Richtung!

      Wie denn nun - wurde eine Diagnose gestellt oder wurde keine gestellt? Ich verstehe nur bedingt, worauf ihr hinaus wollt. Geht es hier um AD(H)S oder um Eltern, die ihren Erziehungsauftrag mangelhaft erfüllen?

      Das sollten wir im Interesse der Klarheit differenzieren. Sonst könnte man den Eindruck bekommen, AD(H)S sei die Folge oder Symptom einer schlechten Erziehung.
    • Buntflieger schrieb:

      Sommertraum schrieb:

      MilaB schrieb:

      alias schrieb:

      Ich spreche mich nicht gegen die Gabe von Ritalin in korrekt diagnostizierten Fällen aus. Ich kenne jedoch auch mehrere Fälle, in denen Ritalin an Kinder gegeben wird, bei denen zu Hause die Hütte brennt und Familienhilfe sowie Psychotherapie - bzw. Heimunterbringung die bessere Maßnahme wäre.
      Dem kann ich nur zustimmen. Bei dem was ich da teilweise sehe... wie am Kind rumgedoktort wird, ohne eine Diagnose gestellt zu haben, anstatt erstmal den Stecker der Playstation zu ziehen, wird mir regelrecht schlecht.
      Und das Schlimmste ist, dass diese Art von Eltern überhaupt nicht zugänglich ist für Ratschläge in diese Richtung!
      Wie denn nun - wurde eine Diagnose gestellt oder wurde keine gestellt? Ich verstehe nur bedingt, worauf ihr hinaus wollt. Geht es hier um AD(H)S oder um Eltern, die ihren Erziehungsauftrag mangelhaft erfüllen?

      Das sollten wir im Interesse der Klarheit differenzieren. Sonst könnte man den Eindruck bekommen, AD(H)S sei die Folge oder Symptom einer schlechten Erziehung.
      sieh es mal andersherum: "angebliches" (bewußt?) falsch diagnostiziertes AD(H)S hat sehr oft "Eltern", die besser keine geworden wären, als Ursache...
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Wir sind als Lehrer (und oft auch die Ärzte) in Bezug auf ADHS nur Laien und diskutieren hier (leider) auf niederem Niveau.
      Die Diskussion lässt sich leicht auf ein höheres Niveau heben.
      Lest die Leitlinie "Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung"
      awmf.org/uploads/tx_szleitlini…-045k_S3_ADHS_2018-06.pdf

      Darin haben die größten Fachgesellschaften und Hochschulinstitute Deutschlands ein Konsenspapier zur Behandlung von ADHS geschrieben. Im Papier ist ausgeführt, was nach derzeitiger Forschungslage hilft - und was nicht.

      In der Kurzfassung sowie in der Langfassung finden Sie unter jeder Empfehlung - diese sind jeweils grau hinterlegt – eine Beurteilung der Qualität der Evidenz und, sofern es sich nicht um einen Expertenkonsens handelt, auch einen Empfehlungsgrad. Eine detaillierte Herleitung der Evidenz finden Sie im Kapitel II.2 der Langfassung.
      1.1.2.Wer sollte eine ADHS-Diagnostik durchführen?
      Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Diagnose einer ADHS durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, oder einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, oder ein Psychologischer Psychotherapeut mit Zusatzqualifikation für Kinder und Jugendliche, oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Erfahrung und Fachwissen in der Diagnostik von ADHS durchgeführt werden.
      Hausärzte sind hier außen vor.

      Interessant sind die Ausschlusskriterien ab Seite 15 und die Auswertungen der verschiedenen Therapieansätze ab Seite 59.
      z.B.:

      Döpfner, M., Schürmann, S. & Frölich, J. (2013). Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) schrieb:

      Spezifisches Elterntraining inklusive schulzentrierten und patientenzentrierten Interventionen auf verhaltenstherapeutischer Basis
      Modular aufgebautes Manual primär für Einzeltherapie; wird aber auch für Gruppentherapie eingesetzt. THOP-Gruppenprogramm spezifisch für Elterngruppen entwickelt. Altersbereich: Kinder von ca. 3 bis 12 Jahren

      Wirksamkeitsnachweis Sehr gut: 7 Studien


      und andere
      Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
      Heinrich Böll
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