Abteilungsleitung abgeben

  • Hallo zusammen,


    vielleicht erstaunt es, aber ich möchte meine Abteilungsleitung an einer beruflichen Schule in Baden-Württemberg abgeben, die ich aufgrund der Bestenauslese mit meinem beiden Examina und meiner beruflichen Vorerfahrung aus der freien Wirtschaft plus jahrenlangen Coachings und Schulungen im Rahmen der Führungskräftefortbildung problemlos gegenüber mehreren Mitbewerbern durchsetzen konnte.


    Das Arbeitspensum ist für mich nicht mehr zu bewältigen.


    Kurzes Resümee für alle, die sich solche Posten überlegen: Ihr seid kleine Schulleiter mit fast allen Aufgaben eines Schulleiters (aber ohne deren Anrechnung: ihr arbeitet 17 h Deputatstsunden und erhaltet 8 h, wenn es gut läuft. Von den 8 h gebt ihr an Kollegen anteilig ab, denen Aufgaben (meist schlecht) delegiert wurden, um Euch halbwegs über Wasser zu halten. Sollte Euer Vorgänger die Stunden (meist für den Kreis seiner Hörigen) verteilt haben, fallt Ihr in ein Abhängigkeitsverhältnis und seht einem Nießbrauchrecht entgegen.


    In diesen 8h Deputatsstunden sollt Ihr

    - täglich stündlich aktuelle Vertretungen liefern,

    - kontinuierlich Deputatsplanungen (und damit Stundenplanänderungen) für Schwangerschaften, längerfistige Krankheiten und, und... klären,

    - OES/Qualitätsentwicklung ("zielführende" Sitzungen meist vom späten Nachmittag bis in den Abend ohne Konzept und Ziel über Feedback o.ä., was zum Standardrepertoire eines Akademikers spätestens nach dem Referendariat gehören sollte) durchführen,

    - Planung von Unterrichtsentwicklung (= Welchem armen, engagierten Junglehrer drücke ich das nächste "freiwillig" zwangsvereinbarte pädagogische Steckenpferd rein, das sang- und klanglos nach dem Besuch des Sprengelrefenten in der Versenkung verschwindet, weil es nicht intrinsisch vom Kollegium unterstützt wird - aber Hauptsache die Schule bzw. die Schulleiterin steht vor dem Präsidium gut da?) durchführen,

    - Stundenpläne (inkl. der Koordination von Abordnungen an andere Schulen oder Institutionen) erstellen,

    - Koordination einzener Teams ab 15:30, wenn niemand mehr da ist, durchführen,

    - an Bewerbungsgesprächen teilnehmen,

    - an Unterrichtsbesuchen teilnehmen,

    - Tagebücher kontrollen,

    - Zeugnisse erstellen,

    - Versetzungsregeln kontrollieren,

    - Prüfungspläne erstellen (Aufsichten zuteilen, Räume koordinieren),

    - Räume für Veranstaltungen buchen,

    - an Schulleitungssitzungen mind. 1x pro Woche teilnehmen,

    - regelmäßig Abteilungskonferenzen ab 15:30 einberufen,

    - ggfs. Schulartenkonferenzen ab 15:30 einberufen,
    - Fachschaftskonferenzen anb 15:30 beiwohnen,

    - Schüler regelmäßig beraten,

    - Kollegen regelmäßig beraten,

    - Fortbildungen regelmäßig planen,

    - außerschulische Kooperationspartner nachmittags und abends bei Laune halten,

    - Schüleraufnahme regeln,

    - sich selbst fortbilden, um überhaupt den Dienst noch leisten können,

    - Messen für Schülergewinnung abends und am Wochenende im gesamten Einzugsgebiet als Aussteller abends besuchen,

    - an Elternabenden bei den Zubringerschulen beiwohnen,

    - Klassenkonferenzen für Fehlverhalten beiwohnen,

    - Klassenkonferenzen für Nachteilsausgleiche im Rahmen von Inklusion einberufen,

    = Verantwortung für 300 Schüler und 50 Kollegen haben


    Und nicht zu vergessen: 17 h + x (x= wie viele Stunden Ihr oder Euer Vorgänger für Aufgabe abgegeben hat) qualtitativ gut unterrichten - ggfs. auf Oberstufenniveau mit den entsprechenden Klassenstärken und anfallenden Korrekturen.


    Prinzipiell dürft Ihr als A15er für knapp 300 € im Monat im Vgl. zum OStR morgens lange bevor der Dienst der Kollegen beginnt bis um 16:00 Uhr vor Ort und dann bis 22:00 auf Rufbereitschaft zuhause, wenn die letzte Mail der Kollegen über Ihr Unwohlsein um diese Uhrzeit im Hinblick auf den nächsten Tag kommt und Ihr die Vertretungen des nächsten Tages in Eurem Stundenplantool noch regelt (wahrscheinlich regelt ihr dann gleich den ganzen Tag und je nach Komplexitität und der begrenzten Einsatzbereitschaft Eurer verbeamteten Kollegen ist dann auch mal 23:30 und ihr könnt mit den Aufgaben für morgen ins Bett) den Dienst ableisten.


    Samstag und Sonntag verbringt Ihr mit den relevanten Großplanungen, zu denen Ihr wegen Elternbeschwerden über Kollegen, Telefonaten, Haushaltsverwaltung und PC- und Bücherbestellungen sowie Eures Zwischendurchunterrichts (ja, denn habt Ihr ja noch 17+x h) und Mitarbeitergesprächen über die Unpässlichkeit des Kollegen bzgl. der Prüfungsaufsicht und prinzipiellen Bereitschaft, etc. nicht dazukommt.


    Kein Amtsleiter auf derselben Besoldungsstufe hat so viel Streß wie ein AL an einer beruflichen Oberstufe....


    Jeder akademische Nebenjob bringt Euch - €/h gesetzt - mehr ein.


    Diese Aufgabe ist meiner Meinung nach eine reine Prestigeaufgabe in Verbindung mit dem (Studien-)Direktor: es geht um die Reputation (die im Schuldienst ja mittlerweile eher fragwürdig ist) - finanziell steht Aufwand und Ertrag in keinster Weise in Relation. Ich arbeite über 60 h die Woche, bion den Ferien immer an der Schule und bin sehr, sehr unglücklich geworden. Als Studienrat hatte ich ca. 500 € weniger und war sehr glücklich mit meinem Job und dem Unterricht, da zwar auch die Korrekturen und Aufsichten das Pensum hochtrieben, aber nicht jede Woche und nie in diesem Umfang. Geeignet ist er für Alleinstehende und DINKS oder Würdenträgerfans - familienfreundlich und ertragreich ist er nicht.


    Klar wollte ich mein Fähigkeiten im Bereich der Bildung einbringen, sonst wäre ich den Fortbilungsweg am Präsidum nicht gegangen, aber dieser Job wird mich sehr stark schädigen und schädigt mich und mein Umfeld leider jetzt schon bemerkbar.


    Wie komme ich aus dieser Position raus, bevor ich aufgrund von Überarbeitung schlimme Fehler begehe oder zur Psychotherapie muss (schlafen kann ich seiit anderthalb Jahren noch 3h-4h, weil die Aufgaben für den nächsten Tag die Kontrolle über den Geist haben - bloß nix vergessen)?


    Mir ist meine Gesundheit und dafür notwendigerweise mein Leben als Mensch (Familie, Freunde und Verein) wichtiger als diese Funktionsstelle.

  • Wie man da rauskommt? Wie wäre es mit einem Gespräch beim Personalrat der Schule oder gleich mal mit dem Landespersonalrat?

    Frag die doch mal, wie man eine solche Position "kündigt". Vielleicht reicht ein einfaches "Kündigungsschreiben" aus?? Frei nach dem Motto:

    "Werter Herr SL.....in einem persönlichen Gespräch am 12.12.20 habe ich bereits dargelegt, dass ich den Anforderungen nicht mehr gewachsen bin. Eine Überlastungsanzeige haben ich ihnen am 13.12.20 gegeben. Daher lege ich mein Amt als Abteilungsleiter zum 31.12.20 nieder. Mir ist bewusst, dass ich damit von Gehaltsstufe 99 auf Stufe 77 fallen werde. Vielen Dank für ihr Verständnis."

  • Du schreibst eine Überlastungsanzeige, in der Du Deine Tätigkeiten auflistest und darauf hinweist, dass Du auf Dauer die Tätigkeiten nicht mehr zu Zufriedenheit Deines Dienstherren ausüben können wirst und dass Du dafür keine Verantwortung übernehmen kannst, wenn das so weitergeht. Mir scheint, dass man Dir hier als A15er viel zu viel aufgeladen hat. Das wird in der Tat auf Dauer nicht gehen.

  • Aber mit der Überlastungsanzeige kommt er nicht aus der Position mehr heraus. Er will ja wieder die Karriereleiter "nach unten".

    Eine dienstliche "Rückversetzung" ist sicherlich schwierig im Beamtenrecht.

  • Ich lasse damit meine Schule, meine Kollegen und das Schulleitungsteam im Stich, das macht es nicht einfach, aber es geht so für mich nicht mehr. Das mit dem Personalrat ist leider etwas schwierig. Sonst wäre es klar die erste Anlaufstelle.

  • Eine Vorlage der Überlastungsanzeige habe ich bereits auf meinem Desktop angefertigt, aber ich habe auch ein Schreiben, dass es das so rechtlich nicht gibt.

  • Ich weiß von Personen, die sich haben "rückversetzen" lassen, sogar ziemlich kurzfristig. Wie genau es ging, weiß ich nicht, aber es ging.


    Ich weiß aber auch von Abteilungsleitern, die recht entspannt sind. Jedenfalls sind bei uns die Aufgaben, die du da alle auflistet, auf viele Schultern verteilt. Da würde ich ansetzen. Selbst überlegen: Was könnte jemand anders machen, und wer könnte das sein. Die Wochenenden dauerhaft opfern - das hält kein Mensch aus. Das macht unsere Schulleitung auch nicht. Macht es deine?

  • Weißt du, ich hätte gern mehr Verantwortung. Wenn du den Posten aufgibst, isser weg. Willst du wirklich ausschließlich unterrichten bis zur Pension? Oder kannst du (warum nicht mit Hilfe von Coaching oder Therapie?) lernen, zu delegieren und die Dinge zu nehmen wie sie sind, ohne vor Stress nicht in den Schlaf zu kommen? Das würde ich mir überlegen. Dass du mit jemandem tauschen kannst, der einen (deiner aktuellen Meinung nach!) besseren Job hat, halte ich persönlich für nicht besonders realistisch. Ich bin aber in diesem Pöstchengeschachergedöns auch nicht so drin.


    Edit: gibt's eigentlich keine Aufgabenbeschreibung? Vielleicht bedarfs nicht mal einer Überlastungsanzeige, sondern nur öfter mal eines Neins?

  • vielleicht erstaunt es, aber ich möchte meine Abteilungsleitung an einer beruflichen Schule in Baden-Württemberg abgeben

    Nein, nicht erstaunlich. Ich erlebe immer, wie Kollegen die Last einer Abteilungsleitung oder ähnlicher A15en nicht oder nur knapp stemmen können. Meist verändern sie sich dadurch, gelegentlich in wirklich unangenehmer Form. Mich erstaunt, dass man das durchzieht, seine Gesundheit opfert und all den Kram.


    Ich kenne dich nicht und weiß nicht, wie deine Situation ist, aber ganz abstrakt und stellvertretend möchte ich dir zu deinem Entschluss gratulieren.

  • Sobald der Stress körperlich wird, wird ein Attest bei der Bitte um Rückversetzung helfen. Ich würde aber mit allen betroffenen Personen aber zunächst das persönliche Gespräch suchen und versuchen ein Datum für den Ausstieg festzusetzen. Die Schule braucht ja auch einen Nachfolger. Den zieht man sich auch nicht aus dem Ärmel.

  • In Bayern ist Rückstufung einfach. Man bittet schriftlich in ein paar dürren Zeilen um Entbindung von der Funktionsstelle. Dann erfolgt die Rückgruppierung in A14 (ist hier Regelbeförderung) und die Stelle wird neu ausgeschrieben.

  • Naja, aber das liegt ja nicht an dir, sondern daran, dass du einfach zu viele Aufgaben hast. Ich würde da mit dem obersten Schulleiter mal drüber sprechen, Überlastungsanzeige stellen und evtl. auch einfach mal ein halbes Jahr (so als Warnschuss) den gelben Zettel vorlegen. Nein, das ist keine Anstiftung, blau zu machen sondern du bist Mitten im Burnout und das bescheinigt dir auch jeder Arzt. Wenn es danach nicht besser wird, kannst du das Amt immer noch niederlegen.

  • Mal abgesehen davon, dass ich zu der eigentlichen Thematik - also dem WIE der Abgabe der Abteilungsleitung nichts sagen kann, wundere ich mich doch über die Fülle deiner Aufgaben als Abteilungsleiter! Das kommt mir eindeutig viel zu viel vor!

    Bei uns müssen z. B. die Abteilungsleiter*innen keine Vertretungen organisieren, keine Zeugnisse schreiben und haben nichts mit den "Zubringerschulen" zu tun (dafür gibt es jeweils KuK mit A14-Stellen); Schüler*innen werden von KuK und nicht von jemandem aus dem Schulleitungsteam beraten und diese regeln auch den größten Teil der Neuaufnahme von SuS (=Aufnahmeausschüsse; für jede Schulform besetzt mit drei KuK); an Unterrichtsbesuchen und Klassenkonferenzen (Ordnungsmaßnahmenkonferenzen) nimmt nur der Schulleiter teil oder ggf. sein Vertreter; Räume für Veranstaltungen bucht das Sekretariat oder der Kollege, der diesen Raum benötigt; an Fachschaftssitzungen - die bei uns Teamsitzungen heißen - nehmen nur die KuK teil, die in diesem Team sind; ...

    Und - neugierdehalber gefragt - was für "Tagebücher" sind denn das, die du kontrollieren musst?

  • Ich kenne mich wirklich nicht aus, ich versuche mich nur daran zu erinnern, was mir mal ein Gewerkschafter und Personalratler aus seiner Erfahrung erzählt hat. Also alles ohne Gewähr und Zeuch und Kram. Aber es geht darum, dass man eventuell Vorsicht walten lassen sollte.


    Man kann wohl ein Amt durch einseitige Erklärung "zurückgeben". Aber nicht unbedingt die Aufgaben. Die Übernahme der Aufgaben war Voraussetzung für die Beförderung, nicht umgekehrt. Die Aufgaben wird man los, wenn man davon entbunden wird. Sinnigerweise geht das nur, wenn jemand anderer sie macht.


    Insofern muss man sich überlegen, inwiefern man die Schulleitung da in die Überlegungen mit einbezieht. Die muss ja im Zweifelsfall einen Nachfolger finden.


    Wenn der PR nix taugt, würde ich mich von der Gewerkschaft beraten lassen oder ein fachlich geeigneten Anwalt, bevor ich mir dienstrechtlich ins Kniee schieße.


    Alternativ kann man auch die Aufagben anders erledigen. Ich kenne einen (in Worten: 1) Abteilungsleiter, der gesund aus der Nummer pensioniert wurde. Als ich den kennenlernte, dchate ich, dass ein ein fauler Sack. War er aber nicht. Ihm war aber egal, was andere darüber dachte. Er wusste genau, was zu seinen Aufgaben gehörte. Die erledigte er zuverlässig mit dem gebotenen Aufwand.


    Ich habe einmal erlebt, als der Schulleiter eine Anfrage an ihn hatte. Er erklärte, dass das nicht ginge, nahm seinen Koffer und ging. Wenn der SL nicht acht Stunden Schlaf am Tag brauchen würde, stünde er jetzt noch mit offenem Mund da. Das war nicht der Gipfel der Höflichkeit. Aber klar und verständlich.


    Vielleicht ist bei dem Wust von Driss, den du dir ans Bein hats binden lassen, etwas dabei, das weg kann. Das man nicht machen muss. Bei dem es eh nicht auffällt, ob es gemacht wird.


    Nur als Idee, ich halte aber nach wie vor die Abgabe des Amtes und der Aufgaben für die bessere.

    Ich lasse damit meine Schule, meine Kollegen und das Schulleitungsteam im Stich

    Auf so'n Moralgesülze würde ich mich nicht einlassen. Man darf sich um sich selbst kümmern. Man muss ich nicht opfern. Und überhaupt, haben denn deine Kollegen und deine SL, die sich eins pfeifen, wenn du untergehst, immer um dich gekümmert? Warum hast du denn so viele Aufgaben?


    Und was haben die davon, wenn du gesundheitlich so durch bist, dass due länger ausfällst? Dann doch lieber eine geplanten Wechsel mit 'ner anständigen Übergabe.


    Willst du wirklich ausschließlich unterrichten bis zur Pension?

    Ich war zwar nicht gefragt, aber ich würde das gerne machen. Kein Verwaltungsgeeier, keine Fehlstundenzählerei, kein Computerstreicheln. Kommen, anständig vorbereiteten Unterricht halten, Tasse Kaffee, Unterrricht für nächsten Tag vorbereiten, Laden zu. Peafekt.

  • Wow, ich bin echt überrascht über die vielen Rückmeldungen und danke euch allen sehr für die vielen Ansichten und Anteilnahme!


    Ich war gerne Lehrer und denke auch gut darin.


    Ich denke auch, dass vieles im Argen liegt, aber das ziehe ich nicht mehr auf links. Für jede Aufgabe, die ich abgebe, muss ich von den 8h auch was abgeben, dann komme ich gar nicht mehr rum. Habe ich schon mit den belastendsten Aufgaben ohne Entscheidungsrelevanz durchgerechnet. Unter 0,5 macht niemand was. Und meine Erfahrung zB mit einer Lehrkraft, die die Prüfungsorga in einer meiner Schularten eigenständig organisieren sollte, ist, dass ich alles liefern muss und einen Großteil der Planung selbst machen muss (Schülerzuteilung, Aufsichten einteilen, Elterninfobriefe, Schüler briefen). Grob gesagt richtet diese Lehrkraft bloß die Räume und bekommt schon 1h von meinen 8h aufgrund früherer Begebenheiten.


    Wenn ich Euch und andere Bekannte höre, denke ich, dass ihr alle einfach besser aufgestellt seid und dass diese Organisationsstruktur wahrscheinlich ein Teil der Kultur bei Euch ist.


    Danke, dass Ihr meine Belastung an den Abenden und am Wochenende anerkennt. Bei uns hat auch in der Schulleitung niemand eine intakte Familie oder Kinder.

  • Ich glaube, es gibt zwei Optionen, die ich rausgelesen habe:


    - horizontal wechseln, Amt evtl. behalten (da vergleichbare Verantwortung)

    - Rückstufung irgendwo anmelden und Amt und inkl Aufgaben abgeben, wenn Nachfolger feststeht (dass man das Amt nicht behält bei Aufgabe der Funktion ist klar)


    So oder so muss ich die Schule wechseln, da ich nun zu viel über meine Kollegen weiß. Das ist nicht gut.


    samu: eine Aufgabenbeschreibung wäre in etwa mein Kommentar oben. Nein, sowas ist bei uns explizit nicht erwünscht, denn wir müssen flexibel sein.


    Humblebee: das klingt nach einer extrem gutgeführten und handlungsfähigen Vorzeigeschule. Ihr habt bestimmt auch keine hohe Fluktuation, wenn die Arbeit so fair und transparent verteilt ist und sich nicht übermäßig viele Kollegen drücken. Wie man sowas wachsen lässt, ist der absolute Wahnsinn. Zur anderen Frage: die elektronischen Tagebücher, die ihr sicher auch alle habt, müssen regelmäßig kontrolliert werden.

  • @ Samu: ein Nein geht nicht. Die Schulleiterin hat den Posten selbst lange gemacht. Bei einem Nein hast Du die Seite gewechselt und stehst nicht mehr in der Gunst.

  • Zu den Kollegen muss ich sagen, dass es bei uns auch irgendwie Schulkultur war. Die Vorgängerin war als erste morgens da und hat sich um die Frühaufsteher und "Ihre Nähe Suchenden" gekümmert, ihre Tür war ständig auf, weil sie auch von jedem alles wissen wollte (Lehrkräfte müssen an der Tür vorbei, um an die Unterrichtsräume zu kommen) und Planung hat sie abends oder nachts oder am Wochenende gemacht. Emails um 21:00 waren die Regel und 02:30 auch keine Seltenheit. Somit waren einige Kollegen, mit denen sie oder ihr "Team der Eingeweihten" nicht konnte, außen vor und jede Möglichkeit, sich einzubringen, wurde ihnnen verwehrt. Deshalb macht ein Teil gar nichts mehr, weil immer alles gemacht war.


    Ich erinnere mich an eine Aussage, dass Unverständnis darüber herrschte, dass jemand noch was anderes als Schule in seinem Leben hat - und das war Ernst.

  • eine Aufgabenbeschreibung wäre in etwa mein Kommentar oben. Nein, sowas ist bei uns explizit nicht erwünscht, denn wir müssen flexibel sein.

    Also ist es von vornherein Teil des Deals, dass man dich mit Aufgaben zumüllen darf. "Flexibel", so'n Scheiß.

    Grob gesagt richtet diese Lehrkraft bloß die Räume und bekommt schon 1h von meinen 8h aufgrund früherer Begebenheiten.


    Zu den Kollegen muss ich sagen, dass es bei uns auch irgendwie Schulkultur war.

    Frühere Begebenheiten, Schulkultur, haben wir schon immer so gemacht. Wenn das nicht im Regal ist, haben wir das nicht. Auf der Terasse nur Kännchen.


    Mittlerweile bestelle ich in der Wuschfarbe online und trinke Latte macchiato aus dem Glas. Man kann alte Zöpfe auch abschneiden. Manchmal muss man das. Als Apple damals den iMac eingeführt hat, gab es als Anschlüsse Ethernet und USB, sonst nichts. Da waren sich viele sicher, dass das floppt, weil man die alte Perepherie und blabla. Hätte passieren können, ist aber nicht. Der Markt war auf einmal voll mit USB-Zubehör (und Adaptern, ein Bisschen was vom Alten überlebt immer).


    Es ist schwierig etwas zu ändern, aber es kann sich lohnen. Ob das Ergebnis die Mühe Wert ist, weiß man hinterher. Wenn da man im alten Trott verharrt, verwundert das nicht. Aber wenn du nun mal in einer Leitungsposition bist, musst du auch leiten. Du musst also auch Vorgaben machen und sagen, wie's läuft. Dabei kann man nicht immer jedem eine Viertel Stunde über'n Kopf streicheln. So wird man dann aus reinem Selbstschutz auch zum A****loch.


    Letztendlich ist man in einer ungünstigen Sandwich-Position, in der der SL von oben Druck macht und die Kollegen unten bei Laune gehalten werden müssen. Nichts, dass ich machen wollte. Und vielleicht ist das Abwickeln dann der bessere Weg.

    Bei einem Nein hast Du die Seite gewechselt und stehst nicht mehr in der Gunst.

    Und? Was kannste dir von der Gunst der Schulleiterin kaufen?



    Ich erinnere mich an eine Aussage, dass Unverständnis darüber herrschte, dass jemand noch was anderes als Schule in seinem Leben hat - und das war Ernst.

    Ey, wenn das nicht krank ist, was dann?


    Ich sehe nicht, dass man in einem solchen "System" mit einer solchen "Kultur" gesund bleiben kann.


    die elektronischen Tagebücher, die ihr sicher auch alle habt, müssen regelmäßig kontrolliert werden.

    Nein, haben wir nicht. Was ist das?

Werbung