Angst vor Klassenfahrt

  • Das Problem ist, dass das Schulministerium NRW nach der letzten oder vorletzten Schulmail (wo wieder Klassenfahrten erlaubt wurden), den Schulen den schwarzen Peter zuschiebt.

    Wenn ein Schulleiter dann sagt: Wir fahren nur noch nach der 2 G Regel, wird der gleich zurückgepfiffen, dass das ja gar nicht geht.

    2G fände ich schlichtweg unmenschlich, zumindest, wenn es um Minderjährige geht, die ja nicht selbst entscheiden können, ob sie geimpft werden oder nicht. Wobei ich generell finde, daß wir in den Schulen unseren SuS gegenüber altersunabhängig diese Art Diskriminierung (i.S.v. Unterscheidung) nicht betreiben sollten. Das schafft soziale Gräben mitten durch Klassen, die wir nie wieder geheilt bekommen. Bei uns kam das zu Schuljahresbeginn ganz kurz auch mal auf für dieses Jahr ein Fahrtenkonzept mit 2G zu entwickeln. Nach einem flammenden Plädoyer unserer großartigen GK-Fachschaftsleitung war das dann zum Glück direkt wieder vom Tisch. Dann lieber keine Klassenfahrten als eines der großen Ziele solcher Fahrten - den sozialen Zusammenhalt zu stärken - noch vor Fahrtantritt dauerhaft zu unterminieren durch ein solches Exklusionskonzept.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Bislang hat sich die Schule gar nicht geäußert, geschweige denn in irgendeiner Form Verantwortung übernommen.

    Warum sollte sie? Die Eltern wollen doch diese Fahrten reihenweise.


    "Meine" Eltern sind regelrecht ungehalten, dass ich dieses Jahr nicht fahre. Zum Glück wird nicht gerade von oben zugeraten, das Land hat definitiv jegliche finanzielle Verantwortung abgelehnt. Die 2020 abgesagten Fahrten waren sehr, sehr teuer fürs Land.

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Soweit ich weiß, sind Klassenfahrten keine dienstliche Pflicht. Ohne Übernachtung ja, aber nicht mit. Du kannst frei entscheiden, ob du das machst oder nicht. Wenn es nicht passt, dann sagst du halt ab. Mach es aber rechtzeitig, damit genug Zeit ist, einen Ersatz zu finden.

    Generell lohnt es sich aber sicherlich, an den Belastungen und Überforderungen, an den Ängsten und an der Ungewissheit zu arbeiten. Davon profitierst du ja dann nicht nur dienstlich, sondern auch privat. Mit einer dafür ausgebildeten Person darauf einen Blick werfen, ist sicherlich sehr lohnenswert. Die Klassenfahrt würde ich aber für´s erste absagen.

  • wuenschelroute : Du hast dir diesen Thread anscheinend noch nicht ganz durchgelesen, oder? ;-) Vermutlich kommt die TE aus NRW oder einem anderen BL, wo Klassenfahrten sehr wohl zur Dienstpflicht gehören. In NDS ist dies - wie hier ( Lehrerin2007 schrieb es ja schon) bereits festgestellt wurde - hingegen nicht der Fall.


    Leider scheint die TE sich aber ja nicht mehr für unsere Antworten zu interessieren, da sie seit ihrem Anmeldetag vor einem Monat nicht mehr online war...:weissnicht:

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Wenn es nicht passt, dann sagst du halt ab.

    So einfach wird das nicht gehen, wenn man bereits zugesagt hat und die Fahrt geplant, gebucht, angezahlt, whatever ist. Im Zweifelsfall wird dann jemand anders fahren müssen, der man das zumuten muss, was man selbst nicht kann oder möchte.


    Insgesamt halte ich es für keine gute Idee, Fahrten zu planen, wenn das Ende der pandemischen Lage noch nicht anzusehen ist. Unter Corona-Bedingungen halte ich Tagesausflüge- bzw. -programme für deutlich überschaubarer, leichter zu verschieben udn insbesondere sicherer. Wir haben die Pandemie noch (lange) nicht hinter uns. Es ist zwar verständlich, sich auch auf diesem Wege Normalität zurück zu holen zu wollen. Es ist aber noch zu früh.


    Ich fasse zusammen: wer angesichts er Pandemie plant oder das eigene mittun bekundet hat, kann nicht einfach absagen. Man muss ich um Ersatz kümmern (für die eigene Person oder die Veransatltung).

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • Du hast dir diesen Thread anscheinend noch nicht ganz durchgelesen, oder?

    Was man ja auch nicht muss, um einem Fragesteller eine Antwort zu geben.


    Zur Anfrage des TE:

    Als ich vor 1,5 Jahren gefragt wurde, ob ich wieder mitfahre, habe ich bedenkenlos zugesagt (ist ja auch mein Job).

    Die Zusage erfolgte unter völlig anderen Bedingungen.


    Da die Fahrt 'bald' stattfinden soll, wäre allerdings eine kurzfristige Absage wahrscheinlich schwieriger. Ob wir jemals erfahren, wie es ausgegangen ist?

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Als ich vor 1,5 Jahren gefragt wurde, ob ich wieder mitfahre, habe ich bedenkenlos zugesagt (ist ja auch mein Job).


    Die Zusage erfolgte unter völlig anderen Bedingungen.

    Hm. 18 Monate vom Eingangsposting zurück ist so ziemlich genau am Anfang des ersten Lockdowns. Da müsste die TE genauer benennen, von wann die Zusage zur Mitfahrt ist.


    Es hat aber auch in der Zwischenzeit genug Zeit und Möglichkeiten gegeben, die Fahrt zu stornieren, umzuplanen oder nach Ersatz zu suchen.


    Wenn man ernsthafte Bedenken hat, zu fahren, sollte man schauen, welche Möglichkeiten zu stornieren man jetzt noch hat. Das fände ich deutlich fairer, als eine andere auf die Fahrt zu schicken, die einer selbst Angst macht.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • Was man ja auch nicht muss, um einem Fragesteller eine Antwort zu geben.

    Nein, muss man nicht. Aber bereits im Ausgangspost hat die TE geschrieben, dass in ihrem BL Klassenfahrten zur Dienstpflicht gehören. Das wurde dann im Verlaufe des Threads ja immer wieder thematisiert und dabei auch ständig herausgestellt, dass das in NDS eben nicht so ist. Von daher bringen diese Bemerkungen von Wuenschelroute, dass Klassenfahrten ihres/seines Erachtens keine Dienstpflicht seien (was aus seiner/ihrer Sicht als niedersächsische Lehrkraft ja vollkommen richtig ist) usw., die TE doch überhaupt nicht weiter.

    Sprich: Durch Durchlesen dieses Threads hätte er/sie sich den Beitrag eigentlich sparen können ;-) .

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Durch Durchlesen dieses Threads hätte er/sie sich den Beitrag eigentlich sparen können ;-) .

    Stimmt. Alle anderen Beiträge sind natürlich alle lohnend, auch die, die nur anderen mitteilen sollen, dass sie sich ihre sparen können :flieh:

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Beitrag von Humblebee ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Vergesst es einfach - ist mir jetzt echt zu blöd... ().
  • Was denn? Du hast darum gebeten, keine *Verwirrendsmileys* unter deine Beiträge zu setzen ohne Erklärung, daher die vielen Worte. Ist doch widersinnig, Beiträge zu schreiben, in denen nichts steht, außer dass anderer Leute Beiträge sinnlos sind.

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Ist in Ihrem Bundesland wohl schon Dienstpflicht. Aber:

    Generell lohnt es sich aber sicherlich, an den Belastungen und Überforderungen, an den Ängsten und an der Ungewissheit zu arbeiten. Davon profitierst du ja dann nicht nur dienstlich, sondern auch privat. Mit einer dafür ausgebildeten Person darauf einen Blick werfen, ist sicherlich sehr lohnenswert.

    Das denke ich auch, im eigenen Interesse. Wenn man älter wird, nehmen Ängste in aller Regel nicht ab, im Gegenteil...

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Ist in Ihrem Bundesland wohl schon Dienstpflicht.

    Mag sein. Wissen wir aber nicht. Ich weiß aber nicht, ob das relevant ist, da sie ja gesagt hat, sie führe mit. Ich verfolge diesen Thread von Anbeginn, habe aber immer noch keine gute Idee, wie man aus der Nummer herauskommt. Entweder man wirkt auf eine Absage der Fahrt hin oder an sucht sich jemanden, der man die schwarze Petra bezüglich der Mitreise unterschieben kann.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • Ich habe den Thread hier die letzten 3 Wochen aufmerksam verfolgt, konnte ja nicht schreiben. Mir scheint das grösste Problem an der Sache, dass erschreckend viele Lehrpersonen nicht ausreichend Bescheid wissen, was sie müssen und was nicht respektive, was ihnen zusteht und was nicht. Sehe ich auch im eigenen Kollegium. Da halten sich hartnäckig Mythen und Legenden, die das Personalrecht überhaupt nicht hergibt. Oft noch verstärkt durch die Schulleitung, die die flächendeckende Unkenntnis zu ihren Gunsten versucht auszunutzen. Ich finde da die Arbeit in der Gewerkschaft echt erhellend. Der Moment, wenn man mit den KuK vom anderen Schulhaus spricht und festgestellt, die machen es ganz anders, scheint also keine Vorschrift oder so zu sein. Spätestens dann fängt man an, selber zu lesen. War ich zugegen anfangs auch zu faul für.


    Ich gehe wie erwähnt gerne auf Schulreise. Aber bei uns wird Rücksicht genommen auf Leute, für die es z. B. mit der Kinderbetreuung schwierig ist. Und wenn ich auf Schulreise gehe, muss ich dafür anderes Zeug nicht. Das finde ich fair. Kantonal ist einfach nur geregelt, wie viel Prozent der Arbeitszeit ich mit Unterricht (inkl Vor- und Nachbereitung) zubringen muss und wie viel Zeit auf andere Tätigkeiten entfällt. Der eine geht halt auf Schulreise, der andere organisiert lieber mal einen Spezialtag zu irgendeinem relevanten Thema. Als Mitglied im Konventsvorstand (ist so ähnlich wie bei euch der PR) und Gewerkschaftsvertretung mache ich auch gerne das Maul auf für Leute, die sich z. B. mit Unterrichtsmaterial überdurchschnittlich engagieren, so dass die ganze Fachschaft davon profitiert. Da muss man bei unserer SL aufpassen, das wollen sie oft nicht recht gelten lassen als Ausgleich dafür, wenn jemand keine Lust auf Zusatz-Ämtli hat. Das sehe ich aber gänzlich anders. Nützlich kann man auf sehr verschiedene Weise sein, das muss nicht publikumswirksam sein.

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