Dienstunfähigkeitsversicherung als Beamter noch nötig?

  • Es gibt 3 Versicherungen, die von qualifizierten Neutralen (also zB Verbraucherschutzvereinen, etc) als elementare Daseinsvorsorge empfohlen werden und die eigentlich nicht verzichtbar sind: Krankenversicherung, Privathaftpflicht und Dienst-/Berufsunfähigkeit. Alles andere ist Privatvergnügen.

    Ich habe eine kleine DU für 1100 € pro Monat, damit lande ich im Ernstfall mit der Mindestversorgung bei etwa 2/3 meines jetzigem Netto-Einkommens, das reicht mir. Dafür zahle ich nach Tarif ca. 80€, aktuell mit Überschussbeteiligung etwa 50€.


    Wer ernsthaft vorschlägt, das Geld stattdessen in einen ETF zu investieren, hat das Prinzip einer Risikoversicherung nicht verstanden oder kann nicht rechnen.


    Hypothetisches Beispiel: ich werde mit 50 dienstunfähig und lebe bis 80, dann habe ich etwa 15 000 € an Beiträgen bezahlt und bekomme ca. 396 000 € an Versicherungsleistungen ausbezahlt. Die 15 000 in einen EFT einbezahlt würden mich vielleicht über 2-3 Jahre bringen, mehr nicht. Aus Versicherer-Sicht geht die Rechnung aber natürlich nur auf, weil der Fall nur bei sehr wenigen eintritt.


    Wer sich dann darüber ärgert, dass das Geld weg ist, wenn der Fall nicht eintritt, rennt vermutlich auch jeden November mit dem Kopf durch die Scheibe, wenn er bis dahin noch keine Kosten von der Krankenversicherung erstattet bekommen hat - wäre ja auch ärgerlich, wenn man die nicht nutzt.

  • Wer ernsthaft vorschlägt, das Geld stattdessen in einen ETF zu investieren, hat das Prinzip einer Risikoversicherung nicht verstanden oder kann nicht rechnen.

    Habe nicht den gesamten Thread im Kopf, deshalb : Hat das denn jemand vorgeschlagen?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Wer ernsthaft vorschlägt, das Geld stattdessen in einen ETF zu investieren, hat das Prinzip einer Risikoversicherung nicht verstanden oder kann nicht rechnen

    Da hast du sicherlich recht, tritt der Leistungsfall ein fährt man selbstverständlich mit Versicherung deutlich besser als ohne. Allerdings sollte man eben auch die Wahrscheinlickeit mit einbeziehen, dass so ein Leistungsfall überhaupt eintritt. Und diese ist, wie unter anderem Chemikus Quelle belegt, nicht sonderlich hoch.


    Bitte nicht falsch verstehen, aber wenn ich mir z.B. Threads wie "Teilzeit vs. Vollzeit" anschaue wird mir zum einen klar, wo viele Burnoutfälle herkommen und zum anderen, dass ich zumindest nicht aufgrund von Selbstausbeutung gefährdet bin. Da bin ich tatsächlich wohl eher Bore- als Burnout gefährdet.

    Wer sich dann darüber ärgert, dass das Geld weg ist, wenn der Fall nicht eintritt, rennt vermutlich auch jeden November mit dem Kopf durch die Scheibe, wenn er bis dahin noch keine Kosten von der Krankenversicherung erstattet bekommen hat - wäre ja auch ärgerlich, wenn man die nicht nutzt.

    Überleg mal wenn man dann sogar noch ne Glasbruchversicherung hat ey.. :cash::cash::cash:

  • Ich zahle 90 Euro für über 3000 Euro monatlich.

    Ich zahle 81€ für 1.000€ monatlich, habe die Versicherung aber auch erst im Alter von 33 abgeschlossen und neben der Frage, ob der "Abstrakte Verweis" ausgeschlossen ist auch darauf geachtet, daß Luft- und Wassersport mitversichert ist.

  • Hypothetisches Beispiel: ich werde mit 50 dienstunfähig und lebe bis 80, dann habe ich etwa 15 000 € an Beiträgen bezahlt und bekomme ca. 396 000 € an Versicherungsleistungen ausbezahlt. Die 15 000 in einen EFT einbezahlt würden mich vielleicht über 2-3 Jahre bringen, mehr nicht. Aus Versicherer-Sicht geht die Rechnung aber natürlich nur auf, weil der Fall nur bei sehr wenigen eintritt.

    Achtung, eine BU/DU sichert dir keine lebenslange Rente/Pension zu, sondern sichert dein Einkommen während der Erwerbstätigkeit ab! D.h. spätestens beim Erreichen des Regelrentenalters ist Schluss mit der Versicherungsleistung. Zumindest habe ich noch keine BU/DU gesehen, die das kombiniert (und falls doch: Kombiprodukte bei Renten sind meist nicht zu empfehlen, ich erinnere mich an gruseligste Produkte von MLP, die Studenten reihenweise Rürup Renten mit BU angedreht haben).


    Würde der von dir geschilderte Fall bei mir eintreten würde ich mich auf meine zwei Immobilien, mein bis dahin sechsstelliges Depot und meine gleichgut verdienende Frau verlassen. Wer solche Sicherheiten nicht hat sollte tatsächlich über eine DU nachdenken.

  • Achtung, eine BU/DU sichert dir keine lebenslange Rente/Pension zu, sondern sichert dein Einkommen während der Erwerbstätigkeit ab! D.h. spätestens beim Erreichen des Regelrentenalters ist Schluss mit der Versicherungsleistung. Zumindest habe ich noch keine BU/DU gesehen, die das kombiniert

    Stimmt, damit hast du natürlich recht.

    Das entscheidende ist aber auch die Absicherung der ersten 20 Berufsjahre, danach steigt die Versorgung durch den Dienstherren.

  • Da hast du sicherlich recht, tritt der Leistungsfall ein fährt man selbstverständlich mit Versicherung deutlich besser als ohne. Allerdings sollte man eben auch die Wahrscheinlickeit mit einbeziehen, dass so ein Leistungsfall überhaupt eintritt. Und diese ist, wie unter anderem Chemikus Quelle belegt, nicht sonderlich hoch.

    Geht mir genauso. Wenn ich zusätzlich auch noch den Thread "Klassengröße" in der Sek1 mitberücksichtige, sehe ich mich am Weiterbildungskolleg sehr sicher, was Burnout angeht.

  • Wobei diejenigen, die tatsächlich von vornherein ein erhöhtes Risiko haben ihre DU zu erleben, diese gar nicht erst erhalten. Zumindest mich persönlich stört es aber nicht, dass ich keine Chance auf BU/DU hatte/habe. Ich investiere das Geld, das mich diese kosten würde einfach direkt in meine auf diversen Säulen fußende Altersvorsorge. Davon werde ich auf jeden Fall einmal etwas haben, auch ohne (weiteren) Schadensfall.

    Genau richtig. Wenn man die 90€ aus dem Beispiel nimmt und jeden Monat für 35 Jahre z.B. in einen Index investiert, (gehen wir mal vom s&p 500 aus mit 15% im Jahr durchschnittlich) dann geht steht man am Ende mit einer millionen Euro da. Damit kann man sich 3000€ monatlich auszahlen und das für fast 28 Jahre.


    Also hier auch werden natürlich nur Personen versichert, bei denen der Eintritt des Versicherungsfalls unwahrscheinlich. Aber es ist natürlich die Entscheidung eines jeden einzelnen.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Genau richtig. Wenn man die 90€ aus dem Beispiel nimmt und jeden Monat für 35 Jahre z.B. in einen Index investiert, (gehen wir mal vom s&p 500 aus mit 15% im Jahr durchschnittlich) dann geht steht man am Ende mit einer millionen Euro da. Damit kann man sich 3000€ monatlich auszahlen und das für fast 28 Jahre.

    Ich bin ja selbst großer Freund von ETFs und vom passiven Investieren, aber eine reale Rendite von mehr als 6-8% anzusetzen ist unseriös. Du wirst niemals 15% p.a. für 35 Jahre im S&P500 erhalten.


    Außerdem machst du den Löwenanteil der Rendite erst in den letzten Jahren, d.h. nur ein paar Jahre kürzer einzahlen und das Depotvolumen sieht ganz anders aus. Ein paar Jahre kürzer einzahlen heißt aber auch frühere Entnahme, womit sich dein Entnahmeplan schnell egalisiert. Ich würde also nicht so weit gehen, dass ein ETF im Falle einer DU besser da steht als eine DU Versicherung.

  • Ich bin ja selbst großer Freund von ETFs und vom passiven Investieren, aber eine reale Rendite von mehr als 6-8% anzusetzen ist unseriös. Du wirst niemals 15% p.a. für 35 Jahre im S&P500 erhalten.


    Außerdem machst du den Löwenanteil der Rendite erst in den letzten Jahren, d.h. nur ein paar Jahre kürzer einzahlen und das Depotvolumen sieht ganz anders aus. Ein paar Jahre kürzer einzahlen heißt aber auch frühere Entnahme, womit sich dein Entnahmeplan schnell egalisiert. Ich würde also nicht so weit gehen, dass ein ETF im Falle einer DU besser da steht als eine DU Versicherung.

    Ich bin gar kein Freund von ETFs, aber das war halt was ich darüber gefunden habe. Danke Korrektur.


    Der Vorteil einer selbst verwalteten Anlage ist halt, dass man selbst darüber bestimmen kann. Die Beiträge zur DU sind verloren, wenn man nicht Dienstunfähig wird. Ja ein Sparplan ist keine Risikoversicherung. Ist aber am Ende auch egal, denn es geht um die eigene finanzielle Absicherung.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • dasHiggs

    Du hast vollkommen Recht, die DU zahlt nicht bis zum Lebensende. Daher macht sie nur Sinn, wenn ich meine Altersversorgung anderweitig gesichert habe. Viele haben das Bedürfnis "wohnen" durch Erwerb von Wohneigentum abgesichert, so dass im Alter eben keine Ratenzahlungen anfallen. Daher darf ich im Alter auch weniger verdienen. Umgekehrt wird's währen der Ratenphase schwierig. Solche Überlegungen sind natürlich mit zu berücksichtigen.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Die Beiträge sind wirklich traumhaft! Deshalb nochmal die Frage: habt ihr eine BU oder eine DU? Dann wäre der abstrakte Verweis nämlich eigentlich gefallen bei den bestehenden wenigen Anbietern!

  • habt ihr eine BU oder eine DU

    Ich hab eine generelle Unfähigkeitsversicherung. Die zahlt immer, wenn ich wieder mal Mist gebaut habe.

    Nächstes Jahr setze ich mich zur Ruhe! :cash:

    Eine Rückkehr zur Normalität „nach der Pandemie“ wird nur für diejenigen möglich sein, die vorher schon normal waren. Es handelt sich um eine Pandemie, nicht um ein Wunder.

  • Das ist super, wenn du soetwas abschließen konntest…


    Die Frage bleibt damit unbeantwortet ;-)


    Die Besonderheit der DU besteht eben darin, dass die Versetzung in den Ruhestand aus beliebigen Gründen ohne medizinische Nachuntersuchung akzeptiert wird. Da gibt es dann eben auch keinen abstrakten Verweis. Sie leistet auch anteilsmäßig im Falle der Teildienstfähigkeit.


    Daher kann es sein, dass eine BU sehr günstig abgesichert werden kann, eine DU eher teurer ist…


    Daher meine Frage, ob ihr bspw. für 80 Euro wirklich eine DU abgesichert habt…

  • Dickes Haus mit Schwimmbad...

    Das klingt verlockend!

    ...und einen SL vor der Tür.

    Uärks. Das eher nicht. :zungeraus: Hätte ich dann meinen eigenen SL vor der Tür? Oder den von der Julia? (Kleiner Insider, sorry.)


    On Topic: Ich habe keine DU oder BU, mich aber auch noch nicht mal richtig um meine Altersvorsorge gekümmert und vor allem wegen der Altersvorsorge ein permanent schlechtes Gefühl (bin nicht verbeamtet). Das ist bei mir einer der Punkte auf dieser Liste "man müsste endlich mal" bzw. die nach Eisenhower "wichtig, aber nicht dringend" sind. In solchen Punkten gibt es bei meiner Arbeitsweise leider erheblichen Verbesserungsbedarf.

  • Das klingt verlockend!

    Uärks. Das eher nicht. :zungeraus: Hätte ich dann meinen eigenen SL vor der Tür? Oder den von der Julia? (Kleiner Insider, sorry.)


    On Topic: Ich habe keine DU oder BU, mich aber auch noch nicht mal richtig um meine Altersvorsorge gekümmert und vor allem wegen der Altersvorsorge ein permanent schlechtes Gefühl (bin nicht verbeamtet). Das ist bei mir einer der Punkte auf dieser Liste "man müsste endlich mal" bzw. die nach Eisenhower "wichtig, aber nicht dringend" sind. In solchen Punkten gibt es bei meiner Arbeitsweise leider erheblichen Verbesserungsbedarf.

    Mein Lachen bezieht sich nicht auf deinen letzten Absatz und ist nicht als Auslachen gemeint, sondern auf den Insider. :victory:

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Wobei diejenigen, die tatsächlich von vornherein ein erhöhtes Risiko haben ihre DU zu erleben, diese gar nicht erst erhalten. Zumindest mich persönlich stört es aber nicht, dass ich keine Chance auf BU/DU hatte/habe. Ich investiere das Geld, das mich diese kosten würde einfach direkt in meine auf diversen Säulen fußende Altersvorsorge. Davon werde ich auf jeden Fall einmal etwas haben, auch ohne (weiteren) Schadensfall.

    Geht mir genauso. Also private Altersvorsorge, zumindest eine gute Unfallversicherung und meine Lebensfinanzierung möglichst so aufbauen, dass wir zumindest als Paar auch klarkämen wenn bei mir nichts mehr geht. Sollten wir uns wieder erwarten trennen ist eh fraglich, ob einer allein das Haus halten möchte. Und wie schon geschrieben zumindest mein Mann konnte entsprechend eine BU und Co. abschließen.

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