Beiträge von Nordseekrabbe

    Ich will jetzt nicht auf den Begrifflichkeiten herumreiten, allerdings fällt es mir eben auf, dass du so darauf verweist, wie wenig ausgebildet sie deiner Meinung nach ist. Tatsache ist aber, dass sie die formale Lehrerausbildung hat - wenn auch die aus einem anderen Land als Deutschland.

    Deswegen sollte die Frage meiner Meinung nach von dieser Tatsache losgelöst sein.

    Nein, das Problem ist davon eben nicht losgelöst. Ich denke, wir sind uns einig, dass eine einjährige theoretische Ausbildung, in die ein zehnwöchiges Praktikum integriert ist, kein komplettes Lehramtsstudium ersetzen kann, und ja, das zeigt sich halt in ihren Unterricht. Und die mangelnde Fähigkeit, den Unterricht didaktisch und methodisch zu planen und v.a. auch für die Schüler zu differenzieren, wird halt immer wieder deutlich. Und das sehe nicht nur ich so, sondern auch andere Kollegen.

    Und bist du denn selbst ausgebildete Fremdsprachenlehrerin, dass du ihren Unterricht nach fremdsprachendidaktischen Kriterien beurteilen kannst - aus Erzählungen heraus?

    Ich habe eine Zusatzausbildung für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache. Und nein, ich beurteile ihren Unterricht nicht aus Erzählungen heraus. Keine Ahnung, wie du darauf kommst.

    Wenn dir wirklich die Schüler und deren Lernerfolg am Herzen liegen, würde ich dir vorschlagen mal in einer ruhigen Minute ein Gespräch mit der Kollegin führen. Und zwar losgelöst vom fachlichen Aspekt. Sich einfach mal austauschen über die Schüler. Wie ihr sie erlebt. Was sie motiviert. Was sie demotiviert. Usw. Das ist meiner Meinung nach gewinnbringender als irgendwelche Aktionen a la bei der Schulleitung petzen.

    Interessant, wie hier immer wieder das Wort "petzen" benutzt wird. Würde ich dies wollen, hätte ich schon längst mit der Schulleitung gesprochen.


    Aber vielen Dank für die Antworten, die mich wirklich etwas weitergebracht haben. Ich werde mich dann in den nächsten Tagen entscheiden, was ich machen werde.

    Die Frage lautet in Konflikten bei der Arbeit doch meist: wer hat wem was zu sagen? Bist du weisungsbefugt? Dann mach eine Ansage. Bist du das nicht, kann nur der Chef was sagen. Allerdings ist das "Petzen" natürlich die unkollegialste Variante und die Frage ist: will man das? Es sich mit Kollegen verscherzen, mit denen man noch lang zu tun haben wird? Die Kinder kommen und gehen.

    Darum überlege ich ja, was ich mache und frage hier .... Na ja, und die Einstellung "die Kinder kommen und gehen" ist definitiv nicht meine. Ich arbeite für meine Schüler, nicht für meine Kollegen.

    Hm, das erscheint widersprüchlich. Das PGCE ist die Lehrerausbildung in den meisten Teilen des UK. Damit wäre sie eben doch ausgebildete Lehrerin. Allerdings dauert es länger als zehn Wochen.

    Nicht nur in Großbritannien, sondern in angelsächsischen Länder.Die Ausbildung bei ihr dauerte insgesamt 10 Monate, davon waren aber nur 10 Wochen Praktikum. Im Vergleich zu einem kompletten Lehramtsstudium plus Referendariat ist das fast nichts.

    Erstmal zu meiner Ausgangssituation: Ich bin an einer deutschen Auslandsschule in der Grundschule als Klassenlehrerin tätig. Meine Schüler wachsen alle mit zwei oder mehr Sprachen auf. Manche Kinder haben einen englischsprachigen Elternteil und haben daher ein recht gutes Niveau in Englisch, während es für andere Kinder eine Fremdsprache ist, die sie nur in der Schule lernen.

    Nun habe ich schon seit einiger Zeit festgestellt, dass der Englischunterricht sich nur an den Muttersprachlern orientiert, während die anderen Kinder von den Aufgaben völlig überfordert sind. Der Unterricht ist insgesamt auch völlig unstrukturiert, so kann ich keine größeren Themen oder Lernbereiche, keine Lernziele erkennen. Der meiste Unterricht besteht darin, dass die Kollegin den Kindern eine Geschichte vorliest. Diese sind sprachlich sehr anspruchsvoll und es findet keine Vorentlastung für die Fremdsprachlerner statt. Ebenso gibt es keine Vokabelarbeit, die Kinder lernen keine Satzstrukturen etc. Also alles, was für einen Sprachaufbau nötig wäre, findet nicht statt. Stattdessen springt sie von einer Aufgabe zur anderen, die sie scheinbar gerade irgendwo im Internet gefunden hat. Dazu muss ich sagen, dass meine Kollegin zwar Muttersprachlerin ist (keine Deutsche), aber nicht auf Lehramt studiert hat und im Anschluss an ihr Studium nur eine kurze Lehrerfortbildung (PGCE) gemacht hat. Diese beinhaltete lediglich ein zehnwöchiges Praktikum, so dass ihr offenbar sowohl Unterrichtserfahrung als auch Wissen um Methodik/Didaktik fehlt.

    Ich habe sie schon öfter angesprochen und ihr u.a. gesagt, dass es gut wäre, wenn wir unsere Unterrichtseinheiten etwas aufeinander abstimmen würden, so wie ich es auch selber für die Fächer Deutsch und Sachkunde, teilweise auch Mathe, mache. Darauf ist sie bislang nie eingegangen. Eine andere Kollegin hat ihr bereits viele Ideen genannt, wie sie Wortschatzarbeit gestalten könnte, allerdings auch ohne Erfolg. Sie nimmt einfach nichts an.

    Nun bin ich unsicher, wie ich damit weiterhin umgehe. Ich fühle mich als Klassenlehrerin für meine Schüler verantwortlich und sehe, dass manche Kinder in Englisch wirklich abgehängt werden und nichts lernen. Nun kann ich ihr aber ja auch nicht sagen, wie sie ihren Unterricht zu machen hat. Das würde ich mir umgekehrt auch verbitten. Zur Schulleitung möchte zumindest im Moment nicht gehen.

    Hättet Ihr Ideen ode Vorschläge, was ich machen könnte?

    Der Schulleiter sollte den Abteilungsleitern, die offensichtlich nicht verstehen, was da läuft, klar machen, dass sie bei jeglichen Informationen, die sie von deiner Kollegin bekommen, erstmal gar nicht zu agieren haben, sondern entweder die betreffende Person erstmal selber ansprechen müssen oder sich direkt an ihn wenden müssen.

    Nochmal: Auch dann, wenn der Server in D steht, braucht ihr eine Einverständniserklärung der Eltern, wenn ihr personenbezogene Daten der Schüler an diesen übermitteln wollt!

    Wo steht das? Und welche personenbezogenen Daten werden an einen Server übertragen, wenn ich mein Klassenbuch eintrage? Und darum ging es ja schließlich in dem Thread!

    Das steht auf der Seite der BVG:
    „Was passiert, wenn ich noch kein neues Schülerticket habe?
    Wer sich noch nicht darum bemüht hat, darf eine Übergangsregelung in Anspruch nehmen. Bis zum 30. November 2019 können Busse und Bahnen in Berlin mit dem Berliner Schülerausweis I* genutzt werden, ein Ticket ist so lange noch nicht erforderlich. Zum 1. Dezember 2019 endet die Übergangsregelung allerdings. Dann muss jeder Schüler, der in Berlin BVG, S-Bahn oder ein anderes Nahverkehrsmittel nutzt, das neue Schülerticket haben – oder einen Fahrausweis kaufen. Der Schülerausweis wird dann nicht mehr als Ticket abzeptiert.“
    Also muss der betreffende Schüler eine Fahrkarte kaufen oder (wenn er das nicht kann) in der Schule bleiben.

    Und wie kommen dann deine Einträge ins Buch?


    Könnte? Oder tust du es auch? Ist das System generell voa Web verfügbar oder nur intern im Schulnetz? Wie ist denn der Klassenraumrechner abgesichert?
    Wir haben einn klare Trennung zwischen Verwaltungsnetz und didaktischem Netz. Ein E-Klassenbuch wäre etwas für das erstere, dien Klassenraumcomputer gehören zum zweiten.

    Ich würde mal sagen, da haben sich die Fachleute ausreichend Gedanken gemacht:
    https://help.edupage.org/text.php?id=2602&lang=de

    Danke für den Hinweis zur umständlichen Bedienung in webuntis. Sieht es bei edupage evt. besser aus, @MarPhy, @Nordseekrabbe ?

    Ich finde die Bedienung sehr praktisch. Auf dem Handy habe ich die App. Damit trage ich Fehlzeiten und Verspätungen ein. Außerdem trage ich jeweils die aufgegebenen Hausaufgaben ein und kann dann in der nächsten Stunde direkt vermerken, wer sie nicht gemacht hat. Da ich vorab meine Unterrichtsinhalte im Klassenbuch eintrage, habe ich auch morgens direkt einen Überblick, was ich geplant habe. Vertretungen werden von der Schulleitung ebenfalls dort eingetragen und die betreffende Lehrkraft bekommt einen Hinweis auf ihr Handy. Die App ist stabil und mir bisher nicht abgestürzt. Die Desktop-Version nutze ich dann für Klassenbucheinträge und Kontrolle, ob die Fachlehrer auch eingetragen haben. Ebenso nutzen wir es für die Notenverwaltung.

    Schematische Aufgaben in Mathe gehen gut, sobald es etwas Denken erfordert, wird es schwierig.


    Gilt auch für Sachunterricht.

    Das klingt für mich sehr stark nach einem eventuellen Förderbedarf Lernen. Ich weiß nicht, in welchem Bundesland du bist und kann dir insofern keine konkreten Hinweise geben. Ich würde mich aber möglichst bald bei der Schulleitung erkundigen, wie du die Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs einleiten kannst.


    Ich suche einfach Material zum selbständigen Arbeiten. Und ich bin unsicher, ob ich mit den Buchstaben weiterarbeite, oder ob ich solange an einem Buchstaben arbeite bis er einigermaßen sitzt.

    Neue Buchstaben würde ich erst einführen, wenn die vorherigen sicher sind. Und weiterhin viele Übungen zum Hören machen (nach Überprüfung des Hörvermögens).

    Und eins kann ich mir nicht verkneifen: Scheint wohl nicht so einfach zu sein, die Arbeit mit Leuten, die (noch) keine Kulturtechniken beherrschen...

    Das klingt jetzt so, als ob das an Sekundarstufenlehrer gerichtet ist, die halt erwarten, dass die Schüler diese Kompetenzen aus der Grundschule mitbringen. Das passt allerdings zu dem TE sicherlich nicht. Auch wenn er in der "Sekundarstufe" gearbeitet hat, ist dies an der Förderschule etwas völlig anderes. Und ja, an der Förderschule geistige Entwicklung hat man halt nicht nur in der ersten Klasse SchülerInnen die noch nicht lesen und schreiben können, sondern das zieht sich bis in die Abschlussklassen hoch. Das können sich andere Lehrkräfte wahrscheinlich nur schwer vorstellen. Aber der Aufwand sämtliche Fächer ohne jegliches Lesen und Schreiben zu unterrichten (und dazu gehören Fächer wie Sachunterricht, Hauswirtschaft, Technik etc.) ist immens.

    Zu mir, ich habe relativ erfolgreich studiert und aus Zukunftsangst ein Promotionsangebot ausgeschlagen. Jetzt bin ich seit August im Vorbereitungsdienst und zweifele plötzlich an allem. Ich habe vor dem Studium eine HEP-Ausbildung gemacht und mich resultierend für das Studium entschieden, in den Praktika hatte ich nie solche Gefühle wie jetzt.

    Nein, du bist nicht der Einzige und alleine damit. Zumindest mir ging es damals genauso. Ich habe unheimlich gerne studiert (GE und KME), meine Praktika haben mir Spaß gemacht und ich hatte gute Rückmeldungen bekommen. Nichtsdestotrotz hatte ich schon kurz vor Ende des Studiums Zweifel, ob Lehrer wirklich der richtige Beruf für mich ist. Ich habe dann trotzdem das Ref angefangen und genauso wie bei scheinbar dir hat es dann leider überhaupt nicht gepasst.


    An der FS unterrichte ich Deutsch - das Fach gab es da bis zu meinem Start nicht. Da war "irgendwie alles Deutsch" - Projektarbeite eben, so wäre das da - mehr und mehr kristalisiert sich jedoch heraus, dass keine meiner beiden Anleiterinnen Deutsch studiert hat und sie nach vollkommen veralteten Methoden arbeiten.

    Ja, genauso war es bei mir damals auch. Ich hatte in meinen beiden Klassen keinen einzigen Schüler, der lesen oder schreiben konnte. Ich sollte aber auch nicht in die einzige Fördergruppe, die zumindest teilweise lesen konnte. Arbeitsblätter gingen dadurch überhaupt nicht, alles musste komplett handlungsorientiert erarbeitet werden. Bei mir kam dann noch in meinen studierten Fächern dazu, dass keiner an der Schule wirklich Ahnung von meinen Fächern hatte und meine Seminarleiter keine Erfahrung mit SchülerInnen mit geistiger Beeinträchtigung und somit fachliche Erwartungen hatten ,die nicht erfüllbar waren.

    Ich habe GE und LE studiert, weiß aber, dass ich nicht an einer FS arbeiten möchte, da mir die Arbeit im GE Bereich nicht liegt. Nun zu meinen Fragen...
    ...habe ich einfach Pech und diese negative Einstellung liegt an der Schule?
    ...muss ich als Sopä in meinem Schwerpunkt arbeiten oder kann ich komplett in die Inklusion gehen?
    ...bin ich alleine mit diesen Zweifeln oder ist das vllt. einfach normal?
    ...bleibt diese wahnsinnige Arbeitsbelastung oder wird man irgendwann routiniert und kann vllt. das ganze auf 8 Std. am Tag reduzieren?

    Vielleicht könntest du in den LE-Bereich wechseln?
    Ich denke, ein Stück weit sind diese Zweifel normal, aber ich würde sie an deiner Stelle ernst nehmen und schauen, was du wirklich möchtest. Ich selber arbeite inzwischen im Grundschulbereich und bin dort sehr glücklich.
    Die Arbeitsbelastung ist bei allen Lehrämtern am Anfang sehr hoch und wird dann zumindest etwas geringer. Aber ich denke schon, dass es im GE-Bereich, wenn man nur nicht-lesende SchülerInnen hat, immer sehr aufwendig bleibt, da man im Prinzip auf keine Schulbücher oder Arbeitshefte zurückgreifen kann.

    Wir haben von unseren Fachseminarleitern Listen bekommen, was bei jedem Unterrichtsbesuch und dem Prüfungstag zur Verköstigung bereitzustehen hatte. Meine Leiterin des Allgemeinen Seminars brachte ihre Verpflegung selbst mit.
    Auf diesen Listen standen Dinge, für die ich am Vortag 120km fahren musste, um sie zu besorgen (war in einer ländlichen Gegend).

    So dreist war es bei mir (Niedersachsen) nicht. Aber es war üblich, dass bei jedem Unterrichtsbesuch, belegte Brötchen, Kaffee und Getränke bereit standen. Das wurde auch von meinen Mentoren und der Ausbildungsschule nicht in Frage gestellt.

    Das hab ich mich halt gefragt, ist der SL ein Beschäftigter?

    Laut eurem Personalvertretungsgesetz nur sehr eingeschränkt. So hat die Schulleitung das Recht, bei der Personalratswahl mitzuwählen. Sie darf aber keinen Vorschlag für einen Kollegen machen oder die Liste anderer unterschreiben.
    Er ist insofern Beschäftiger, da er ja so wie die anderen Kollegen in der Dienststelle beschäftigt ist. Insofern könnte er genauso wie alle anderen den Personalrat einschalten oder zu Hilfe holen, wenn es um ihn als Beschäftigten geht. Das ist aber in der Realität eigentlich nie der Fall. Zumindest fällt mir kein Beispiel ein, wo dies passen würde, da die Schulleitung eigentlich immer in ihrer Leitungsfunktion entsprechenden Klärungsbedarf hat. Darum würde ich hier sagen, dass er nicht das Recht hat, zu einem Gespräch, das von einem Kollegen gewünscht wurde, ein weiteres Mitglied des ÖPR hinzuzuziehen. Hingegen könnte er in seiner Funktion als Schulleiter seinen eigenen Dienstvorgesetzten dazubitten, um das Problem zu klären und evtl. Hilfe bei der korrekten Umsetzung zu bekommen.

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