Beiträge von Mangan98

    Guten Morgen,


    bezüglich Spanisch kann ich nur sagen: JA, es ist machbar. Mit entsprechender Muße geht das. Eine Freundin von mir studiert die Kombination Englisch/Spanisch, Letzteres hat sie auch komplett neu erlernt. Es geht, aber es ist hammerharte Arbeit.


    In der Regel sind Sprachen im Studium nicht auf das Erlernen ausgelegt, sondern auf das Vertiefen. Das heißt: Du brauchst Vorkenntnisse. In Latein wäre es bei uns bspw. unmöglich gewesen, ohne Latinum an der Uni anzutanzen. Auch mit jahrelangen Vorkenntnissen ist ein Studium in einer Sprache kein Zuckerschlecken.


    Bezüglich des Korrekturaufwandes kann ich nur sagen, dass zwei Sprachen natürlich ungünstig sind. Aber das ist in SoWi auch nicht großartig besser, da die SuS dort ebenfalls Texte analysieren und interpretieren sowie ihre eigene Meinung dazu abgeben müssen. Vom Korrekturaufwand nimmt sich das m.E. nicht viel.


    Du klingst allerdings sehr danach, dass du SoWi machen möchtest. Dann mach' es! Und natürlich musst du dich auf dem Laufenden halten. Muss ich in Chemie dann entsprechend genauso, da du ja mit den SuS dann auch in eine politische Richtung gehen kannst (Treibhausgase, E-Autos etc). Aber das müssen viele Lehrer. Auch im Lehrerberuf hat man nicht ausgelernt!

    Hi!


    Wird schwierig, bin ich ganz ehrlich. Ich studiere jetzt im dritten Semester und hatte vor zwei Jahren einen Schüler aus Bayern (per Skype), dem ich in Chemie alles beibringen musste, damit er seine Nachprüfung besteht und in die nächste Klassenstufe versetzt wird. Wir hatten glaube ich auch zwei oder drei Monate dafür Zeit.


    Ich habe tatsächlich ganz ganz am Anfang begonnen. Also bevor ich irgendwelche Formeln hergenommen habe, habe ich mit ihm erstmal besprochen, was überhaupt Atome sind, wie Atome aufgebaut sind und ihm beigebracht, wie er mit dem Periodensystem umgehen muss und welche Informationen er da so draus bekommt. Dann habe ich mit ihm die Grundlagen chemischer Reaktionen erarbeitet. Also wie man ausgleicht, dass Elemente immer in einem bestimmten Verhältnis reagieren, welche Wechselwirkungen es in den Molekülen gibt u.s.w.
    Und als er dann wusste, wie man Reaktionsgleichungen aufstellen kann, konnte ich ihm Stöchiometrie beibringen. Denn vorher ergibt das keinen Sinn. Und als er das auch konnte, habe ich mich quasi mit ihm durch die Anorganik und durch die Organik gehangelt - immer wiederholend, was wir bereits gelernt haben.


    Das hat ziemlich gedauert, aber wir haben mehrmals pro Woche Nachhilfe gemacht und so hat er zumindest seine Nachprüfung bestanden. Und da er die Basics hatte, konnte er auch wesentlich besser dem Chemieunterricht folgen. Bezogen auf dich und deine Arbeit soll das heißen: Fange ganz ganz am Anfang an. Recht hast du zwar sicher damit, dass Stochastik von allem Themen für ihn wohl am leichtesten zu erlernen sein wird (ich fand Stochastik im LK damals ganz schlimm, ich konnte alles, nur nicht Stochastik, weil das für mich keiner Logik folgte), weil SuS mit Schwächen in Mathe meist in Stochastik abräumen: Aber erstens baut Stochastik schon sehr auf dem Unterricht in der Mittelstufe auf, zweitens bringt ihm das Erlernte ohne Grundlagen rein gar nichts. Ich habe seit der achten Klasse mit Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun gehabt und das kam alles wieder in der Oberstufe. Nicht anders bei Analysis oder analytischer Geometrie.


    Du weißt ja offensichtlich, dass dein Schüler bei Null anfängt. Dann musst du auch da anfangen, denn du musst ihn dort abholen, wo er steht. Und mit ihm vom Start aus einen Sprint zu machen, wird sehr ineffektiv sein, ihr solltet lieber joggen. Bring ihm erstmal bei, wie überhaupt eine Gleichung aufgebaut ist und wie man damit rechnet. Dann hat er schon mal das Grundwerkzeug, mit dem ihr dann weiterarbeiten könnt. In meiner langen Nachhilfetätigkeit ist mir vor allem bei meinen Nachhilfeschülern aufgefallen, dass sie nicht zu blöd für Mathe an sich sind, sondern dass sie oft riesige Probleme damit haben, Texte in mathematische Formeln und Gleichungen zu übersetzen. Versuche, wenn du ihm das Arbeiten mit Gleichungen beigebracht hast, ihm quasi ein Deutsch-zu-Mathe-Werkzeugkasten mitzugeben. Also: Was heißt xy in mathematische Formelsprache übersetzt? Wenn du es schaffst, dass er aus Texten Informationen rauslesen und übersetzen kann, hast du schon sehr viel erreicht.


    Wenn diese Grundlagen also gelegt sind, kannst du darauf aufbauen. Also: Was ist eine lineare Funktion? Wie rechnet man damit? Wie löst man Textaufgaben? Dann kannst du dich zu Gleichungssystemen vorarbeiten, zu anderen Gleichungsarten und dann die Analysis mit ihm durchkauen. Ich schätze mal, dass auch bei euch die Analysis den größten Teil einnehmen wird. Bei uns war die Aufteilung: Hälfte Analysis, ein Viertel Stochastik und ein Viertel analytische Geometrie. Das heißt: Wenn er in Analysis fit ist, hat er die besten Chancen. Und gerade dieser Teil der Mathematik bietet meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, bei Null anzufangen. Wenn dann noch Zeit sein sollte, könnt ihr auch mal in die anderen Themengebiete reinschnuppern. Mir scheint es, als hättest du mit Nachhilfe noch nicht so viel Erfahrung gemacht...


    Viel Erfolg!

    @Wollsocken80 Danke dir für deine total kompetenten und lieben Antworten! Da merkt man echt, was für Welten zwischen uns liegen...ich hoffe, auch irgendwann mal so kompetent wie du zu werden! Hoffe, dass ich das mit den Einstiegen noch irgendwie hinkriegen, zu einem muss ich dann auch ne komplette Stunde planen...

    Ich habe ehrlich gesagt schlechte Erfahrungen damit gemacht, Redox und Säure-Base beim Thema "Salze" gleichzeitig einzuführen. Beide Themen sind für sich für die Jugendlichen schon je ein riesiger Brocken und sie verlieren ziemlich schnell den Überblick bzw. sind überfordert damit, wenn beides dann auch noch mit dem übergeordneten Thema "Salze" kombiniert wird. Aber ich bin die einzige bei uns, die in der ersten Runde Salze die Molekülionen komplett rauslässt und diese wirklich erst zusammen mit den Säuren und Basen einführt. Der Vorteil dieser Variante ist neben der Trennung der Themen, dass Du das Thema Salze dann eben später bei den Säuren und Basen wieder repetieren kannst. Spiralcurriculum und so.


    Anyway ... Meine erste Salzstunde sieht immer gleich aus: Natrium reagiert mit Chlorgas zu Kochsalz, wir brechen das Reagenzglas auf und nehmen eine Geschmacksprobe. Nichts ist bei diesem Thema eindrücklicher als die Feststellung, dass aus zwei so üblen Sau-Chemikalien vollkommen harmloses Kochsalz werden kann. Dann probieren wir noch ein paar andere Salze um festzustellen, dass Salze ja gar nicht immer salzig schmecken. Kaliumchlorid und Natriumsulfat (wir ignorieren an der Stelle, dass da ein Molekülion drin ist) eignen sich da ganz gut als Kontrastprogramm. Vielleicht reicht es dann noch für eine Sendung mit der Maus (gibt eine bei Youtube über Kochsalz) und schon ist die Stunde rum. Mit der Theorie (Beschreibung der Reaktion im Bohrschen Atommodell und so) beginne ich meist in der folgenden Stunde erst.


    Ich hab mal bei einem Kollegen hospitiert, der seine SuS zum Einstieg das mit dem Zinkblech und der Salzsäure hat machen lassen. 10. Schuljahr, eine Spanisch-Klasse, demnach nicht allzu interessiert an Chemie. Ich schwöre Dir, dass keiner der Jugendlichen überhaupt geblickt hat, was passiert. "Oh lueg ... es hätt Blötterli!" Aber warum und wo jetzt dieses H+-Ion herkommt und überhaupt ... das hat die komplett überfordert. Vor allem assoziieren Jugendliche mit "Salz" ja dieses weisse bröselige Zeugs und dann haben die eine farblose Lösung vor sich, die irgendwie sauer ist und stecken ein Stück Metall rein. Hat nun alles nix mit weissem, bröseligem Zeugs zu tun. Aber who knows ... wahrscheinlich kann man den Versuch auch besser rüberbringen. Ich kann's nicht und deswegen lass ich es bleiben. :)

    Hierzu noch ein paar Zeilen mehr meinerseits:


    Das mit dem Probieren im Chemieunterricht finde ich immer etwas schwierig. Deine Idee finde ich an sich nicht verkehrt, aber eventuelle Rückstände kann man nie ausschließen. Klar ist Kochsalz an sich harmlos und der Geschmackstest ist hier sicherlich die beste Methode, um Kochsalz von anderen weißen, kristallinen Salzen wie Ammoniumchlorid zu unterscheiden, bei Geschmacksproben bin ich doch aber sehr vorsichtig.


    Und Du hast mich bezüglich der Themen glaube ich etwas falsch verstanden. es war davon die Rede, entweder das eine oder das andere zu machen. Der Versuch mit Zink in Salzsäure ist halt schön, man kann viel beobachten. Ich meinte das eher, dass man Zink in Salzsäure dann macht, wenn man sich schon näher mit Redox befassen möchte. Diese Themen sind hier beide für die neunte Klasse vorgesehen und uns wurde nicht vorgegeben, in welcher Einheit wir Einstiege zu den Reaktionen machen sollen. Dementsprechend könnte ich davon ausgehen, dass man Salze an sich und Säure-Base schon behandelt worden ist. Dementsprechend sollte ein Einstieg also so möglich sein.


    Zur Spanischklasse an sich kann ich natürlich nicht viel sagen, aber die Klasse, für die bei mir konzipiert wird, ist sehr leistungsstark, weshalb ich davon ausgehe, dass etwas mehr als oh lueg...es hat bötterli zustande kommt :DD
    Da ja Salze außerdem schon behandelt wurden (wenn ich diesen Einstieg nehme), ist das nur eine Wiederholung und weiterhin haben die SuS bis dahin farbige Salze wie Kupfersulfat-Pentahydrat oder dergleichen kennengelernt. Also ich sehe das weniger als Problem, aber sowas muss man von der jeweiligen Klasse abhängig machen. Pauschalisieren sollte man bei sowas ja sowieso eher weniger.


    Vielleicht sehe ich Einiges auch falsch, ich nehme alles an Ratschlägen oder Kritik bezüglich falscher Denkweisen o.Ä. gern entgegen - ich kann nur dazu lernen. :)

    Ach, was mir dazu noch einfällt ... Ich bin grundsätzlich sehr vorsichtig mit solchen "Rezepten". Wenn es in der Oberstufe dann mal an die Details geht, schiesst man sich damit viel zu schnell ins Knie. Derlei kann gut sein für schwächere Ausbildungsgänge wie Realschule oder Chemikanten an der Berufsschule, in der gymnasialen Oberstufe bekommst Du in dem Moment ein Problem, wo die elektrochemische Spannungsreihe auftaucht. Kupfer und Salpetersäure gibt halt nen Haufen nitroser Gase und keinen Wasserstoff. Ich vermeide solche Krücken wo immer es möglich ist und versuche stattdessen allgemeingültige Konzepte einzuführen. Diese basieren schlussendlich immer auf den wirksamen Kräften (Metalle als "Elektronenopfer", Nichtmetalle als "Elektronendiebe", aus dem Atombau ableitbar) bzw. später dann auf der Entropie. Die "Edelgasregel" ist - es sei in diesem Zusammenhang einmal erwähnt - ja auch kein Grund für die Salzbildung. ;)

    Ist mir schon klar, danke für die Anmerkung :D Ich hab eben das abgeschrieben, was auf dem Auftrag steht, wobei ich das auch mal des Öfteren hinterfragen sollte ;)
    Und herzlichen Dank für deine tolle Antwort!

    Also ich fand im Chemieunterricht die Einstiege immer toll, wenn der Lehrer eine Experiment vorgeführt hat und dabei etwas augenscheinliches passiert ist (z.B. tolle Farbumschläge o.ä.).


    Ob sowas heute noch aktuell ist kann ich dir aber nicht sagen.

    Ist es, durchaus! Deshalb würde ich es auch gerne einbauen. Gute Einstiege ohne Experiment fallen mir allerdings keine ein...

    Guten Tag!


    Für mein Fachdidaktikseminar (studiere Chemie auf Lehramt) soll ich mir drei Unterrichtseinstiege überlegen, die das Thema Salzbildung behandeln. Die SuS sollen dabei die verschiedenen Salzbildungsreaktionen kennenlernen und unsere Referenz soll - natürlich - unter anderem der Rahmenlehrplan bilden. Die Lernvoraussetzungen sind dabei sehr gut, die Klasse, für die geplant werden soll, ist recht stark, beherrscht die Ionen- und Formelschreibweise bereits (Klasse 9).


    Nun studiere ich allerdings gerade mal im dritten Semester (Bachelor) und zu Einstiegen an sich haben wir noch nicht so wahnsinnig viel gemacht. Bisher haben wir unseren Unterricht (bisher sollte nur eine Stunde geplant werden, der Einstieg war vorgegeben) nach dem forschend-entwickelnden Unterrichtsverfahren geplant.
    Tatsächlich sind mir bisher nur Versuche eingefallen, mit denen ich in den Unterricht (als Lehrversuch oder vielleicht auch als Versuch, die die SuS selbst durchführen) starten kann:


    A) Zink in Salzsäure tauchen, Wasserstoff auffangen und nachweisen. da hat man auch bereits bekanntes aus der Redoxchemie und dem Wasserstoff mit bei (Metall + Säure = Salz und Wasserstoff)


    B) kleine Mengen Salzsäure und Natronlauge zusammenkippen (natürlich vorher bestimmte Mengen, dass eine reine Salzlösung entsteht), Wasser verdampfen lassen, das Salz bleibt zurück (Säure+Lauge=Salz+Wasser)


    Die Versuche könnte man die SuS u.U. selbst machen lassen. Die Lernziele sollen wir uns selbst überlegen - da die SuS ja mit dem Aufbau der Salze und der Ionenschreibweise vertraut sind, würde ich als Lernziel vielleicht formulieren: Die SuS sollen die Reaktionsgleichung (A) der Reaktion von Zink mit Salzsäure (B) der Neutralisation von Salzsäure und Natronlauge ohne Benutzung von Hilfsmitteln aufstellen können.
    Damit wären die drei Merkmale nach Mager erfüllt.


    Die Dozentin meinte nur, dass die SuS bestimmte Salzbildungsreaktionen kennenlernen sollen, wobei die allgemeinen Reaktionen oben auch genannt waren. Dann könnte ich doch aber rein theoretisch davon ausgehen, dass die SuS die einfachen Reaktionen wie Metall + Nichtmetall = Salz bereits kennengelernt haben, die SuS sich am Beginn des Themas Säure-Base-Chemie befinden und man mit der Reaktion B in das Thema einsteigt. Oder bei Reaktion A eben beim Thema Redoxreaktionen. Wie ihr seht, bin ich gerade leicht verzweifelt, weil man die unterschiedlichen Reaktionen ja in unterschiedlichen Themenbereichen lehrt.


    Zusammenfassend wäre nun meine Idee, dass ich mit einem Experiment einsteige (Experiment A fände ich hier spannender), die SuS das Experiment beobachten und sie die Beobachtungen notieren lasse. Das wäre aber erst ein Einstieg von dreien. Habt ihr vielleicht noch andere Ideen, die nicht auf Experimenten beruhen? Man kann ja nicht jede Stunde mit einem Experiment beginnen ;)


    Ich danke euch für eure Hilfe schon mal herzlich im Voraus. Tut mir leid, falls ich etwas dümmlich klinge, aber ich habe momentan ein kreatives Tief und bin wie gesagt noch recht unerfahren ...


    Liebe Grüße!

    Ich würde zum Einstieg auch beginnen mit Schülerexperimenten wie Eisennagel in Kupferssalzlösung und im selben Zug ein Kupferblechstreifen in eine Eisensalzlösung (und je nach Zeit auch z.B. Silber und Zink mit entsprechenden Lösungen) mit einbauen. Dann kommen die SuS, wenn sie analysieren, in welcher Kombination eine Reaktion stattfindet und in welcher nicht, von selber auf die Spannungsreihe und könnten auch Redoxreaktionen dazu formulieren.

    Danke dir! Genau so werde ich es machen, so habe ich es mit meinem Mentor besprochen. Danke auch allen Anderen für die Antworten!

    Hallöchen,


    in einer Woche unterrichte ich im Rahmen meines Praktikums eine zwölfte Klasse (Grundkurs Chemie). Ich führe die SuS in das Gebiet Elektrochemische Spannungsreihe ein.


    Meine Idee für den Unterrichtseinstieg wäre es, ein ganz einfaches Daniell-Element auf dem Lehrerpult aufzubauen, die Redoxreaktion ablaufen zu lassen und ein Voltmeter anzuschließen, um die Spannung zu messen. Anschließend würde ich mit den SuS natürlich das Experiment theoretisch erarbeiten, die Redoxgleichungen aufstellen lassen und sie darüber in die elektrochemische Spannungsreihe einführen (mit einer Frage nach dem Motto: Wie kommt diese gemessene Spannung zustande?). Also ich würde den SuS dann erklären, wie so eine Spannungsreihe aufgebaut ist, was sie aussagt etc. Anschließend würde ich den SuS, sofern noch Zeit verbleibt, eine Übung geben, bei welcher sie für verschiedene Redoxgleichungen selbst die Spannung ermitteln sollen.


    Für dieses Thema ist eine Doppelstunde veranschlagt - ich weiß nicht, ob ich etwas zu hohe Ambitionen habe, obwohl der Kurs recht stark ist. Mir ist es vor allem wichtig, dass ich die SuS über bereits Bekanntes (also Daniell-Element, welches sie bereits aus der Mittelstufe kennen, sowie das Aufstellen von Redoxgleichungen) an das neue Thema herangeführt werden. Mit dem Experiment hätte ich auch sichergestellt, dass die SuS aufpassen (Experimente finden die noch total spannend).


    Was haltet ihr von meiner Idee? Habt ihr vielleicht andere Ideen zum Einstieg?


    Ich bin dankbar für jede Idee und jeden Vorschlag, den ihr für mich habt! :D

    Puh, in der zweiten Klasse schon...zu deiner Frage, ob das Kind vielleicht depressiv sei: Das Kann man so nicht direkt sagen. Also sicherlich hat sie irgendetwas Traumatisches erlebt, aber Ursachenforschung ist weniger deine Aufgabe als die der Eltern und eines Therapeuten, den man hier auf jeden Fall hinzuziehen sollte! Allein dass die sich selbst verletzt, ist ein großer Hilfeschrei.


    Ich plaudere jetzt mal etwas aus dem Nähkästchen, vielleicht hilft dir das etwas, sich in sie hineinversetzen zu können und vielleicht auch richtige Schritte einzuleiten. Ich war als Jugendliche in einer ähnlichen Situation wie deine Schülerin. Ich habe kaum noch gesprochen, Arbeiten verweigert und mir auch Verletzungen zugeführt. Zurückzuführen war das auf familiäre Probleme und jahrelanges Mobbing. Meine Eltern haben die Schnitte zwar gesehen, sind jedoch nicht an mich rangekommen, da kann ich mir gut vorstellen, dass das bei dem Mädchen auch so ist. Das belastet einen nämlich selbst so sehr, dass man anderen damit kein Leid zuführen will. Man will ja andere schließlich nicht mit seinen Problemen belasten und man ist dann der Auffassung: Mir kann doch eh keiner helfen, weil mich keiner versteht!


    Damals haben meine Lehrer mich angesprochen und ich weigerte mich, irgendwas zu erzählen, sondern wollte das mit mir ausmachen. Meine Eltern wurden hinzugezogen, an der Situation geändert hat sich jedoch nicht viel. Erst später habe ich es geschafft, mich einer Lehrerin anzuvertrauen, mit der ich heute noch gut in Kontakt stehe. Die Lehrer haben das dann natürlich der Schulleitung gemeldet. Das musst du auch, denn wenn du mitbekommst, dass sich ein Kind selbst verletzt, muss die SL Bescheid bekommen. Denn wenn sich das Kind ernsthaft was antun sollte in der Schule und rauskommt, dass ihr davon wusstet, könnt ihr ernsthafte Schwierigkeiten bekommen.


    Als das nicht gefruchtet hat, wurde eine sogenannte Schulhilfekonferenz einberufen. Ob es so etwas bei euch auch gibt, weiß ich nicht. jedenfalls sitzen dort die Klassenleiter, die Schulleitung, die Schulpsychologin, jemand vom Jugendamt und jemand vom Kinder- und Jugendpsychologischen Dienst bei. Danach waren meine Eltern nämlich - obwohl ich mich vehement dagegen weigerte - in der Pflicht, mich in eine Therapie zu stecken. Die mussten es auch nachweisen, dass ich einen Therapieplatz habe. Ob das fruchtet, ist natürlich eine andere Frage, aber dieses Kind muss psychologisch betreut werden. Irgendwann manifestieren sich diese Verhaltensweisen so sehr, dass es auch mit Therapie ganz schwierig ist, da wieder rauszukommen. Vor allem, wenn das in einem so jungen Alter passiert, ist das sehr alarmierend (aber natürlich auch sonst!).


    An deiner Stelle würde ich mich also schleunigst an die Schulleitung wenden, sodass ihr beide ein Gespräch mit den Eltern suchen könnt. Erklärt ihnen, dass ihr in der Pflicht seid, so zu handeln, und dass es wiederum Pflicht der Eltern ist, sich angemessen um das Wohl des Kindes zu sorgen, mit am Strang zu ziehen und auch nach einem Therapieplatz Ausschau zu halten. Biete dabei deine Hilfe an, denn meist sind die Eltern mit so einer Situation sehr überfordert, sodass sie es entweder am Kind auslassen (nach dem Motto: Hör auf rumzuspinnen) oder es totschweigen - beides fatal für das Kind. Setze ihnen ein zeitliches Ultimatum, in welchem sie sich um eine Überweisung und einen Therapieplatz kümmern können. Die Zahl der Therapieplätze ist limitiert, weshalb es natürlich etwas dauern kann, einen geeigneten Platz zu finden, aber du solltest immer mal wieder nachfragen und dich erkundigen, wie es um die Suche steht (mit Nachweisen). Dem Kind muss in jedem Falle geholfen werden.


    Ich wünsche euch viel Erfolg und ich hoffe, dass dem Mädchen in naher Zukunft geholfen werden kann!

    Das mit den drei Fächern kommt total auf die Uni an. Bei mir bspw kann man drei Fächer parallel studieren. Macht nur keiner, weil der Aufwand zu immens ist. Weitere Möglichkeiten sind das zusätzliche Studium eines dritten Fachs sowie eine Art "Fortbildung", nach welcher du dann die fachlichen Grundlagen hast, um das Fach in der Schule zu lehren.


    Stimmt ja, dein Graecum musst du ja auch noch nachholen. Das fällt bei mir auch weg, weil ich mein Graecum schon beim Abi bekommen habe. Altsprachliches Gymnasium lässt grüßen ;-)


    Da du ja den Rückhalt bezüglich deines jetzigen Berufes hast: Mach es erst recht! :-)

    Salve!


    Ich bin mal so frei und äußere mich auch mal. Ich studiere selbst Latein auf Lehramt und das Problem bei Latein ist halt, dass du dich damit ziemlich auf bestimmte Schulen beschränkst. Zwar ist der Trend gerade wieder etwas steigend, was die Anzahl der Latein lernenden Schüler betrifft, jedoch wird es mit La/De oder La/Rel schwierig. Zumal man mit Deutschlehrern teilweise die Straße pflastern kann (wie auch mit Bio, Geschichte, Englisch etc) und der Bedarf relativ gedeckt scheint (an meiner Praktikumsschule bspw merke ich gerade, dass es da sogar Lateinlehrer gibt, die aufgrund ihrer anderen Fächer gar nicht mehr in Latein eingesetzt werden).


    Dadurch, dass du das Studium dreier Fächer anstrebst, kann es passieren, dass du nur für zwei deiner Fächer (in deinem Fall wären das wohl eher Deutsch und Reli) eingesetzt wirst. Damit hast du dann zwar Latein studiert, es fällt aber, wenn du an der falschen Schule bist, etwas unter den Tisch. Ich hab da zwar noch etwas Glück, da ich mit Chemie ein Mangelfach habe, aber auch ich beschränke mich damit sehr. Ich habe auch schon über ein Drittfach nachgedacht, wäre dann nach dem Studium aber Gefahr gelaufen, nur für Chemie und Mathe eingesetzt zu werden, da diese Fächer gesuchter sind als Latein.


    Zum Lateinstudium an sich will ich dich warnen: Ich empfehle dir tatsächlich nicht das parallele Studium dreier Fächer. Latein ist wirklich sehr sehr zeitaufwändig. Ich habe in Latein mein Abitur abgelegt und vor Antritt meines Studiums hatte ich bereits acht Jahre Latein. Trotzdem muss ich mich jeden Tag hinsetzen, lesen, Vokabeln lernen, Stilübung trainieren (und glaub mir, vor allem Stilübung ist extrem aufwändig...). Also Latein ist ein wirklich enorm spannendes Studium, was einen sehr bereichern kann, aber du musst dir eben des Aufwandes bewusst sein. Reli und Deutsch stell ich mir jetzt auch nicht gerade entspannt vor, was den Aufwand betrifft.


    Wenn du wirklich diese Kombination studieren möchtest, mach' es. Niemand kann dir jetzt sagen, welchen Bedarf es in zehn, zwanzig Jahren geben wird.




    Willkommen im Business! :)
    - Übrigens ist meines Wissens der Bedarf für Latein doch wieder stark zurückgegangen, oder irre ich mich da? Außerdem solltest Du Dich gründlich fragen, was Dich z.B. an Deutsch so fasziniert. Sollte es zufällig die intensive Beschäftigung mit Literatur oder spannenden Grammatikphänomenen sein... dann solltest Du wissen, dass ca. 90% der Arbeit eines Deutschlehrers (auch am Gym!) darin besteht, dutzende kotzlangweilige, stümperhafte Texte zu den immergleichen Themen zu korrigieren. Das zieht sich mit leichten Variationen durch alle Klassenstufen

    Dazu kann ich nur sagen: Das hat man in allen Fächern. In Latein werden wir uns mit kreativen Übersetzungen unwissender Schüler wie: Julia ist die Ex Miss Italien für: Iulia ex Italia missa est herumschlagen dürfen. Auch in der Oberstufe, nach sieben Jahren Latein, kommt so etwas noch vor. Und neulich hab ich das erst in meiner Praktikumsklasse erlebt, dass viele Lateinschüler nicht einmal die deutsche Sprache gescheit beherrschen.
    In jedem Fach wird man mit solchen Dingen zu tun haben, da jedes Fach seine Problemchen hat. Und in Mathematik, Chemie oder sonstwas korrigiert man auch immer wieder dieselben Arbeiten. Aber das ist nun mal - wie du so schön sagst - das Business eines Lehrers ;-)


    Das sollte einen aber nicht vom Lehramt abhalten, sondern man sollte sich diese Facetten des Lehramts bewusst machen. Und entweder lernt man, damit umzugehen und versucht, dagegen anzusteuern (im Optimalfall mit Erfolg), oder man lässt es eben bleiben und sucht sich etwas anderes. Man sollte aber - da stimme ich dir zu! - mit nicht allzu großer Naivität in das Lehramt(sstudium) starten :-)


    Summa summarum: Feliciter tibi ad studia tua!

    @Meerschwein Nele finde ich super! Ich hoffe, so werden es die Lehrer auch mit mir machen. Zumindest werde ich den Wunsch äußern, dass wir das besprechen. Ich denke mal, dass davon, wie du schon sagst, beide Seiten was von haben. Für mich persönlich ist es eben schwierig, etwas konkret zu beobachten. Als Schüler konnte man natürlich irgendwann sagen, was man am Unterricht gut findet oder nicht, aber wenn man sich in völlig fremde Klassen setzt, kann das überfordernd sein, weshalb ich einfach hoffe, dass es kein Beinbruch ist, dass ich in den ersten Stunde erstmal so gut wie nichts (außer eben den Unterrichtsverlauf) notiere, sondern mir erstmal angucke, wie die Klasse und die Lehrkraft an sich so drauf sind und wie die miteinander (dis)harmonieren.

    @Wollsocken80 das sehe ich komplett wie du! Diese Logik, die eine Sprache durchzieht, findet man auch in Naturwissenschaften wieder! Mein ehemaliger Mathelehrer hat mit uns auch ab und an Matheunterricht auf Englisch unterrichtet. War total cool!
    Das Schöne finde ich ja, dass tatsächlich bis tief in die Neuzeit wissenschaftliche Werke auf Latein verfasst wurde; dies ging aber rapide zurück, nachdem die Konfessionalisierung einsetzte und die beiden Lager (Reformatoren gegen Humanisten) sich gegenüberstanden (habe da eine Hausarbeit drüber verfasst, deshalb weiß ich so gut bescheid^^). Dementsprechend findet man auch unglaublich viele naturwissenschaftliche Werke auf Latein, vor allem die antike Naturwissenschaft fasziniert mich wahnsinnig. Das sind diese Kleinigkeiten, die Latein zu etwas Besonderem machen! Ich liebe meine Kombination total, da sie mich auf so vielen Ebenen bereichert und mir eine allumfassende Bildung schenkt!
    Interessant ist auch, dass - obwohl die Fächer in ihrer Herangehensweise über gewisse Parallelen verfügen - der Unterricht doch so unterschiedlich konzipiert werden muss. Ich hoffe einfach wahnsinnig, dass ich meinen Schülern die Fächer mit ebenso großer Freude vermitteln kann! Das ist ja, wenn ich einige Seiten höre, doch eher schwierig und viele Schüler ziehen nicht gerade das Glückslos, wenn es um ihre Latein- oder Chemielehrer geht. Da war ich zu meiner Schulzeit doch mit etwas mehr Glück gesegnet!

    Das aber auf jeden Fall vorher ankündigen. Sonst könnte es zu Probleme mit dem Lehrer führen.

    Ich zitiere mal das Blatt, was uns unsere Dozenten ausgehändigt haben:


    Die Studierenden sollen einen Einblick in das zukünftige Aufgaben- und Berufsfeld erhalten,
    der über die vertraute Schülerperspektive hinausgeht. Sie als Mentor(in) können dazu
    beitragen, indem Sie den Studierenden die Gelegenheit geben,
    a) an professionellen Aktivitäten teilzunehmen, die neue Einblicke ermöglichen (z.B.
    Teilnahme an Besprechungen, Austausch über Unterrichtsplanungen),
    b) in angemessenem Rahmen eigene Unterrichtsaktivitäten (z.B. Einführung einer
    Einzelarbeit) mit Ihrer Unterstützung vorzubereiten, durchzuführen und anschließend zu
    reflektieren.


    Außerdem steht noch irgendwo bei, dass wir so kleine Aktivitäten irgendwie auch mit durchführen sollen. Ich spreche am ersten Praktikumstag eh nochmal mit meinem Mentor und mit der Lateinlehrerin, bei der ich hospitiere, ich denke, dann wird sich das schon klären. Die beiden sind super aufgeschlossen und hilfsbereit, ich denke also eher weniger, dass das ein Problem wird.

    Und sag den Lehrern am besten, was genau du beobachtest, also z.B. ein oder zwei der von "Brick in the wall" genannten Aspekte.


    Wenn du da ankommst und nur sagst, ich soll Lehrer beobachten und vergleichen, will dich vermutlich keiner mehr gerne mitnehmen. ;)
    Die meisten Lehrer haben nach dem Ref eine gewisse Aversion gegen stumm hinten sitzende, mitschreibende Beobachter mit nicht kommuniziertem Beobachtungsschwerpunkt.


    Es hilft auch, nicht zu passiv zu hospitieren. Hilf in Arbeitsphasen mit, geh herum, wenn es sich anbietet, etc.
    Du machst deine Beobachtungen trotzdem, siehst sogar in der Regel mehr und der Lehrer hat etwas das Gefühl, dass ihr zusammen arbeitet und wird offener und authentischer/normaler agieren.

    Das ist mein Plan! Den Lehrern werde ich das selbstverständlich kommunizieren! Herzlichen Dank für die Antwort!

    Ja, aus dem Spanischen. Und: Macht nichts, ich hatte nie Latein und der Google-Übersetzer hat es auch nur bis zur A2 (oder gibt es das bei Latein auch nicht?) geschafft.

    Diese Sprachniveaus existieren bei antiken Sprachen schlicht aus dem Grund nicht, weil du es nicht sprechen lernst. Du lernst das Übersetzen und Interpretieren von Texten, später in der Uni auch von Deutsch nach Latein, sprechen kannst du es deshalb aber noch lange nicht ;)

    Danke euch allen! Ich antworte mal allgemein!


    Ich bin nicht im zweiten Oberstufensemester, sondern im zweiten Unisemester. Ich studiere bereits und hatte natürlich auch schon Veranstaltungen in der Erziehungswissenschaft.


    Genau das mit der Komplexität und der fehlenden Erfahrung ist mein Problem. Ich habe noch nie hospitiert, daher befürchte ich eben auch, dass ich viel zu oberflächlich beobachte und Vieles einfach nicht sehe, weil ich überhaupt keine Erfahrung habe. Das Praktikum erstreckt sich zwar über sechs Wochen, aber ob das reicht? Ich muss auch solche Beobachtungsbögen ausfüllen. Der ist so so lang, dass ich es wohl gar nicht schaffe, den in einer (Doppel-)Stunde auszufüllen. Ich freue mich total auf das Praktikum, kann mir aber auch durchaus vorstellen, dass es frustrierend wird...

    Hallo!


    Entschuldigt meine ganze Fragerei! ;-)


    Bei mir beginnt am 3. September mein Praktikum. In diesem soll ich vorrangig hospitieren und die Lehrer beobachten, anschließend zwei Lehrkräfte miteinander vergleichen. Ich soll auch eigene Unterrichtsstunden geben.


    Nun weiß ich nicht so recht, was ich denn beobachten könnte. Ich hatte überlegt, Störungen zu beobachten und wie damit umgegangen wird. Da ich auch in ganz verschiedenen Klassenstufen hospitiere (Chemie: 8. Klasse und Grundkurs 12; Latein: 7. Klasse, 9. Klasse, Leistungskurs 12), kann man das relativ gut beobachten.


    Aber habt ihr vielleicht noch andere Sachen, die sich gut beobachten lassen? Was habt ihr vielleicht damals selbst beobachtet?


    Danke im Voraus für eure Ideen!

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