Beiträge von TequilaSunrise

    Mir war nicht klar, dass es bei der Notengebung eine Übereinstimmung der beiden Parteien geben muss.

    Sagt doch keiner, dass es so sein muss? Ich verstehe echt nicht, warum hier auf lehrer70 so rumgehackt wird. Er schildert lediglich die Situation und erkundigt sich, was möglich ist. Ich kann aus allem, was er schreibt auch beim besten Willen keine Einmischung in die Arbeit des Kollegens erkennen. Offenbar ist das auch kein Fall von "hintenrum petzen" - wie es auch schon unterstellt wurde - es hat ja ein Gespräch zwischen den beiden Fachlehrern und dem Schüler stattgefunden. Ich finde es schon irgendwie normal bzw. wenigstens menschlich, dass man sich als Klassenlehrer mal beide Seiten anhört, wenn es zu solch einer Eskalation kommt. Das heißt ja noch lange nicht, dass man den Kollegen gleich bequatschen will, dass der doch mal seine Notengebung überdenken sollte.

    Du verstehst den Schüler sehr gut? Das wäre eine sehr unprofessionelle Denkweise. Falls du wirklich Lehrer bist, solltest du deine Haltung überdenken und ggf. überlegen, wie du deinen Konflikt (?) mit dem Kollegen beilegst - wie kannst du bewerten, wie dieser Kollege zu der Note des Schülers kommt?

    Moment mal ... bist Du nicht die, die sich hier alle Nase lang über die Grundschullehrerin des eigenen Kindes beklagt? Und jetzt machst Du ernsthaft jemandem einen Vorwurf, weil er sich über die Arbeitsweise eines Kollegen wundert?

    Meine Vermutung: Einige Schüler nehmen die Sekundarstufe I, unabhängig von der konkreten Schulform, nicht wirklich Ernst, weil sie denken, dass es ja jetzt noch nicht wichtig sei und es später noch genug Möglichkeiten gäbe.

    Meine Vermutung ist dieselbe wie die von svwchris: junge Menschen in der Sek I befinden sich in der Pubertät und zwar nicht nur "einige", sondern ALLE. ;)



    Ich, genauso wie vermutlich die meisten User, haben die Pubertät hinter uns gebracht und haben es dennoch geschafft, in der Schule aufzupassen.

    Ehrlich gesagt ist die Sek-I-Zeit bei mir ein ziemlich großes schwarzes Loch. Ich mag mich da ein Zitat meiner Bio-Lehrerin erinnern, die uns viel später in der Oberstufe mal ihr Leid darüber klagte: "Ich frage mich immer schon, wer auf die blödsinnige Idee gekommen ist, dass man in der 8. Klasse den Querschnitt durch die Tannennadel durchnehmen muss, so Mitten in der Pubertät ..." :D


    Und noch eine Anekdote aus meiner eigenen Karriere: Ich musste irgendwann mal ne Stellvertretung in einer 9. Klasse in Chemie machen. Also sage ich den Schülern, sie sollen doch mal so Namensschilder aufstellen, damit ich sie nicht ständig mit "Du da hinten" etc. ansprechen muss. Natürlich stellt einer ein Schild mit "Bruce Lee" auf den Tisch. Der war dann für den Rest der Stunde eben Bruce Lee. Dazu meinte eine Oberstufen-Schülerin zu mir: "Wissen Sie ... in dem Alter ist man so blöd, da denkt man, der Lehrer glaubt das wirklich."

    Wenn man als Klassenleitung entsprechend auftritt, kann man auch ohne SL einiges bewirken.

    Dem möchte ich entschieden widersprechen. Wenn die SL nicht hinter den Entscheidungen der Klassenleitung steht, geht gar nichts. Habe ich auch schon erlebt. Man entscheidet als Klassenleitung irgendwas, der Schüler rennt zur SL und die meint was anderes. Blubb. Wir haben erst kürzlich einen Schüler entlassen der 10 (!) Prüfungen offen hatte. Wäre an meiner alten Schule undenkbar gewesen. Da hätte man erst noch mal drüber diskutiert ...

    Unentschuldigte Fehlstunden werden bei uns mit gemeinnütziger Arbeit kompensiert, genauso wie chronisches Zuspätkommen und unentschuldigte Absenz bei Berufs- bzw. Studieninformationsveranstaltungen. Erst kürzlich wurde die Regelung eingeführt, dass ein Schüler, der eine Nachprüfung verpasst sofort von der Schulleitung einbestellt wird und die kann mit Gesprächen, Vereinbarungen und Auflagen echt eklig werden. Aber ja ... ich habe auch schon die leidvolle Erfahrung gemacht, dass das mit der Disziplin in erster Linie mit dem Rückgrat der Schulleitung steht und fällt.

    Die Schülerin kennt mich auch, da ich sie in Englisch unterrichte und wenn sie ihn schon mehr oder minder erpresst, dass sie zur SL geht, dann ist es auch nicht mehr weit zu sagen, Mrs Pace hat es ja auch gewusst... Und schon häng ich mit drin...

    Wohl nicht, wenn Du zuerst bei der SL bist ;) Also der würde ich was husten und dem Kollegen auch.

    Das Kürzen des einen Themas würde folglich nicht automatisch dazu führen, dass das andere Thema ausführlicher behandelt werden würde, da unterschiedliche Jahrgangsstufen.

    Ja, wenn man nicht gleichzeitig den Lehrplan ändert, den ich in vielen Punkten für ebenso unsinnig halte.



    In den Bildungsstandards stehen sie drin; es hat wohl vielmehr mit einer Präferenz der Lehrer zu tun, die diese Themen im Mathematikunterricht eher stiefmütterlich behandeln.

    Nein, es hat was mit mangelnder Zeit für wirklich wichtige Themen und auch mangelnder Fokussierung auf diese zu tun. Darüber könnten wir diskutieren, würdest Du selbst unterrichten. Tust Du aber nicht. Deine Anmerkungen sind - wie immer - nur theoretischer Natur.

    also ich würde mal denken:



    Deutsch, Mathe, Englisch durchgehend mindestens vierstündig

    Warum? Ich finde gerade Deutsch reicht auch 9 Jahre lang dreistündig und ich würde das auch bei Mathe ganz stark befürworten. Bei Leuten, die Mathe einfach kacke finden, erreichst Du mit der einen Stunde mehr pro Woche genau ... nichts. Ich fände es toll, wenn am Ende mal alle wirklich sicher Dreisatz- und Prozentrechnen könnten und in der Lage wären, wenigstens ansatzweise Statistiken richtig zu interpretieren. Ich meine, einfach nur eine Ahnung zu haben, ob eine Stichprobe groß genug war und ob festgestellte Unterschiede nun signifikant sind oder nicht. Wann man mit einem arithmetischen Mittel rechnen kann und wann der Median sinnvoller ist. Da kann man schon mal die ketzerische Frage stellen, ob es so wahnsinnig wichtig ist gelernt zu haben, was die Stammfunktion von sin x ist - vor allem für die, die sich für ein sprachliches Profil entscheiden.

    "Unser" Auto ist übrigens ein Golf Variant, 150 PS TDI und allem an Innenausstattung, was das der Golf so hergibt. Ist ein Dienstwagen und meine Freundin ist ganz stolz, dass sie von allen Mitarbeitern das beste Auto fährt. Nun bekommt sie bald einen Mitarbeiter unterstellt, also Führungsposition (wow!!) und gedenkt als nächstes einen A6 rauszuhandeln. So einen fährt aber im Moment noch die Frau vom Chef --> gewagt ... Ich amüsiere mich darüber. Meine Chemielehrer-Kollegen und ich finden uns ganz toll, dass jeder einen eigenen Rolli hat um Chemikalien und Geräte von A nach B zu transportieren. :lach:


    Bei uns auf'm Schulparkplatz steht tatsächlich ein Porsche. Gehört einem sehr lieben, schon etwas älteren Kollegen, dessen Kinder längst aus dem Haus sind und der eben diesen Porsche haben wollte. Dann steht da eben aber auch ein 20 Jahre alter Astra, der voll mit Katzenhaaren ist. Wenn ich recht überlege sieht es bei den Fahrrädern fast besser aus, als bei den Autos. Da gibt es noch einige, die mit meinem mithalten können. Die meisten von uns kommen tatsächlich mit dem Fahrrad oder mit der S-Bahn.

    Wenn dumme Leute zu viel Geld kommen (Lottogewinner, Zuhälter, Neureiche,...), dann ziehen die am ersten Tag los und kaufen sich eine Rolex.

    Wie gut, dass ich eine Rado trage! :rotfl:


    Nein, im Ernst. Ich besitze in der Tat diese zwei für die Art des Gegenstandes eben sehr teuren Dinge: mein Fahrrad und meine Uhr. Zweckmäßig wären auch ein Fahrrad für 1000 € und eine Uhr für 50 € gewesen. Ich kann's mir aber leisten und ich wollte das haben. Der Witz dabei ist, dass kaum einer erkennt, dass es sich um so ein hochwertiges Fahrrad und eine so teure Uhr handelt, darum geht's auch gar nicht.


    Ich kann auf der einen Seite die Kernaussage von Trapitos Posting unterschreiben - offensichtliches Rumprotzen fällt bei mir auch unter "dumm". Auf der anderen Seite kann ich aber auch Leute verstehen, die sich halt ein geiles Auto mit vielen PS kaufen, weil sie gerne schnell fahren. Ich kenne ein paar Leute von der Sorte. Dann ist es aber nicht der Porsche, sondern eher ein hochmotorisierter A6. Lasst den Leuten doch ihren Spaß, wenn sie es sich leisten können und wollen. :prost:

    Du besuchst mehr Veranstaltungen - steht da doch. Ob es dann auch inhaltlich schwieriger wird, das wirst Du rausfinden. Grundsätzlich ist es in den MINT-Fächern schwierig, mit einem Lehramtsstudium außerhalb des Systems Schule einen Job zu finden. Wenn Du also noch unentschlossen bist, kann das vernünftig sein.

    Nur dass BASF c.a 10-20 Chemiker pro Jahr einstellt und davon kaum Berufseinsteiger.

    Stimmt. Irgendwie muss nach dem mittlerweile inflationär vergebenem summa cum laude ja wieder differenziert werden ;) Aber weißt Du was ... aus meinem Studienjahrgang haben es gleich mehrere hinbekommen, bei einer der großen Firmen als Gruppenleiter einzusteigen. Gibt auch noch die Produktion. Weniger Geld, dafür bessere Einstellungschancen.



    Die Ausbeuter nennen es Charakterstärkung, die Ausgebeuteten Erziehung zum Duckmäuser.

    Ja, wer sich zum Duckmäuser erziehen lässt ... selber schuld.


    Hat aber jetzt alles nichts mehr mit der ursprünglichen Fragestellung der TE zu tun.

    Du weißt aber schon, dass ein Gruppenleiter in der chem./pharm. Industrie in der Regel AT angestellt ist ... Ich würde mit meiner Ausbildung jetzt ganz sicher nicht mehr nur den tariflich beschäftigten Laborleiter geben wollen.

    Und wenn sie dann erstmal gesehen haben, wie abertausende gute Naturwissenschaftler in der Forschung für mieseste Löhne und unter beschissensten Arbeitsbedingungen verheitzt werden wie Kohlebriketts, machen sie hoffentlich einen weeeiten Bogen um die (deutsche) Forschung.

    Stimmt grundsätzlich schon. Nur setzt die BASF z. B. halt immer noch die Promotion für einen Gruppenleiter F&E voraus. Aus eigener Erfahrung behaupte ich auch, dass ne Zeit lang das Brikett geben auch den Charakter stärkt ;)


    Ach ... ich überfliege gerade den von Meike verlinkten Artikel. Zitat: "He [Einstein] failed the general part of the entry test to Zurich Polytechnic – though they let him in because of high physics and maths scores." Ja ... weil er kein Französisch konnte. Deshalb musste er auch die Matura an der Alten Kantonsschule Aarau machen und hat im Zuge dessen ein Jahr verloren, was immer wieder so dargestellt wird, als sei Einstein einmal sitzen geblieben.

    Ich würde per se nicht von "Begabungsförderung", sondern von "Interessensförderung" sprechen. Meiner Ansicht nach braucht es auf Seiten des Schülers nämlich grundsätzlich erst mal den Willen, sich fördern zu lassen und da spielt es für mich persönlich keine Rolle, ob einer jetzt "nur" fleißig und intelligent ist, oder ob einer wirklich (also psychologisch attestiert) hochbegabt ist. Hochbegabung ohne Engagement ist eben nichts wert. Wie sagt ein Kollege von mir immer so schön: "Ich kann den Esel nur zur Tränke führen. Saufen muss er schon selbst."


    Was ich jetzt aber konkret mache, wenn ich merke, da sitzt ein Schüler in meinem Unterricht, der ganz offensichtlich unterfordert ist: Ich gebe ihm erst mal Fachartikel aus diversen Zeitschriften zu aktuellen Forschungsthemen zu lesen und schaue, ob sich auf Seiten des Schülers daraus eben ein tieferes Interesse entwickelt. Entweder dann kommt vom Schüler was, oder halt nicht.

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