Beiträge von Lehramtsstudent

    Es ist völlig OK, dass du gegen eine frühe Trennung bist, da streiten sich eh die Geister. Es gibt ja auch diverse Ansätze von der vier- zur sechsjährigen Grundschule bishin zur Einheitsschule bis Klasse 10. Als Privatperson hat da jeder eine eigene Position zu. Schwierig wird es da erst für die Bildungspolitiker, die für ihr Bundesland eine einheitliche Lösung treffen müssen. Und da sind Bayern und Berlin quasi oppositionell eingestellt.

    Nichtsdestotrotz finde ich 4 Jahre auch zu kurz für die Grundschule und würde 6 Jahre befürworten. Jetzt im Altern von 10 Jahren schon vorläufig endgültig die Schulform festzulegen finde ich auch schwierig, v. a. bei Fällen, die sich möglicherweise erst später "entwickeln".

    Das ist auch mit einer vierjährigen Grundschulzeit gut möglich. Wir bekamen in der Oberstufe viele Schüler aus Bayern dazu, oftmals mit Haupt- oder Realschulhintergrund. Einige von ihnen waren in der Oberstufe dann besser als diejenigen mit Gymnasialhintergrund, die von Anfang an in meinem Bundesland beschult wurden. Also ja: Ein selektives Schulsystem bietet auch Spätentwicklern genug Raum - nicht wahr, Berufsschule93 ?

    Susannea : Mein Vater ist in der Gastronomie tätig und wenngleich er jetzt wie viele der Konkurrenten Essen zum Mitnehmen anbietet, ist der Umsatz nur ein Bruchteil des üblichen Umsatzes zu dieser Zeit. Selbst in der Zeit kurz vor den Maßnahmen deutete sich das bereits an. Ich gehe davon aus (subjektive Meinung!), dass der Dienstleistungsbereich noch einige Zeit nach den Maßnahmen brauchen wird, ehe die Leute wieder bereit sind, hierfür im üblichen Rahmen Geld auszugeben.

    Solange diese 60-70% angestrebt werden, macht es auch keinen Sinn, die Wirtschaft hochzufahren, weil kaum einer mehr Geld als für lebensnotwendige Dinge ausgeben wird. Und klar, für die Geschäfte ist das schlecht; sie profitieren am ehesten von gar keinen

    oder ganz strengen Maßnahmen.

    Tut mir leid für die vielen unter euch, die keine Kinder haben! Gibt ja auch Grunde biologischer Natur, die dazu führen, aber ich finde, die aktuelle Zeit zeigt, dass es wichtig ist, ein großes soziales Netz aufzubauen (gerade, wenn man mal älter ist), seien es eben klassisch die Kinder oder wenigstens Freunde oder Nachbarn (leider auch nicht immer vorhanden).

    Ziehen die nicht arbeitenden Erwachsenen wirklich die Wirtschaft herunter oder ist es nicht eher die Tatsache, dass die Leute jetzt ihr Geld zusammenhalten und erst wieder ausgeben wollen, wenn die Sache mit Corona herum ist? Denn selbst wenn jetzt wieder alles normal aufmachen dürfte, solange es heißt, dass die Menschen Social Distancing betreiben müssen, werden sie zweimal überlegen, ins Kino zu gehen, Eisessen zu gehen, etc.

    Miss Jones : Textilunternehmen, die situationsbedingt wenig Absatz haben, stellen inzwischen welche her. Schützen zwar nicht vor Ansteckung, aber verhindern, dass man seine Mitmenschen ansteckt. Wenn das jeder trägt, ist das Ansteckungsrisiko signifikant niedriger. China zeigt, dass man sich an den Anblick schnell gewöhnt, gerade wenn sie schön bunt sind und dadurch nicht zu sehr an Krankenhaus erinnern.

    Hallo janneh,


    ich kenne mich mit Informatik nicht aus, wollte aber nur darauf hinweisen, dass es in Hessen neben dem klassischen Gymnasiallehramt auch die Möglichkeit gibt, Informatik für den H/R-Bereich, die Förderschule und auch Berufsschule (sowohl als berufliche Fachrichtung als auch als allgemeinbildendes Zweitfach) zu studieren. Da du ja selbst schreibst, dass du noch nicht viel Vorwissen hast, könnte auch eine andere Schulform infrage kommen, bei der die Wahrscheinlichkeit, dass du auf die von fachinformatiker genannten Cracks stößt, etwas geringer ausfällt.

    Informatik ist an allen Schulformen (außer Grundschulen) in Hessen Mangelfach.


    Mit freundlichen Grüßen

    Ich verstand Firelilly immer so, dass sie die reine Tätigkeit (= Unterrichten von Jugendlichen auf gymnasialem Niveau in ihren Lieblingsfächern) mag, weniger hingehen die konkreten Arbeitsbedingungen inklusive der Veränderungen in den letzten Jahren. Und da ist halt die Frage, ob das "alleine" Grund sein sollte, den Job zu wechseln.

    Muss Kris24 da Recht geben. Mein Vater ist selbstständig in einem nicht-systemrelevanten Bereich und hat natürlich an der Situation zu knabbern. Er kann es sich nicht leisten, dass sich das Ganze durch larifari Maßnahmen über Monate ausdehnt. Daher: Entweder gar keine Maßnahmen, was zwar zur Folge hätte, dass das Gesundheitssystem kollabiert und Survival of the Fittest angesagt wäre, dafür würde es nach relativ kurzer Zeit wieder "normal" weitergehen. Oder knallharte Maßnahmen, sodass auch nur irgendein Menschenkontakt und damit weitere Ansteckungsmöglichkeiten schlichtweg nicht mehr möglich sind, ehe alle Infizierten genesen sind.

    Da ich nichts mies reden möchte, aber dennoch kein allzu großer Fan von digitalem Lernen bin, hätte ich einen Gegenvorschlag, der vermutlich aufgrund des Klassenlehrerprinzips am besten in Grund-, Haupt- und Förderschulen einsetzbar ist und eine Mischung aus Präsenz- und Heimunterricht wäre.

    Für mein Beispiel nehme ich eine Grundschulklasse mit 25 Kindern. Je 5 Kinder kommen an jedem Wochentag in die Schule, bekommen eine kurze Einweisung in neue Themen, gefolgt von Aufgaben, die bis zum nächsten Treffen zu erledigen sind. Quasi eine leicht angewandelte Form von Wochenplan, die dennoch Präsenzphasen enthält.

    Denn ganz ohne Präsenz stelle ich mir gerade Fremdsprachenunterricht seeeehr schwer vor.

    Ältere Schüler hätten dann in ihrem Block natürlich mehrere Lehrerinputs.

    Es wurde ja schon gesagt, dass das ins OT geht, daher ein letzter Beitrag meinerseits dazu. Ich rede nicht mies und erkenne die Bemühungen und das Wissen der Kollegen definitiv an. Ich denke, dass ich bereits aufgezeigt habe, welche Methoden ich persönlich eher verwenden würde. Wer dazu doch noch mehr Details braucht, darf mich gerne privat anschreiben. Im Prinzip kommt es auf die individuelle Lerngruppe an und wenn deine, Wollsocken80 , mit digitalem Lernen gut klarkommen, habe ich damit kein Problem.

    Milk&Sugar : Zum "einschüchternden" Teil: Es gibt viele Lehrer, die sich nicht intensiv mit diversen digitalen Tools auskennen. Deren Beitrag zum Homeschooling muss jedoch nicht unbedingt schlechter sein. Gerade bei Refanfragen kommt ja oft die Antwort "Keine Methode der Methode Willen, sondern wenn sie zum Lernziel passt!". Das finde ich in dem Zusammenhang auch passend.

    // OT

    In dem Homeschooling-Thread geht es regelmäßig darum. Ich finde es ja cool, dass es hier Lehrer gibt, die sich so gut damit auskennen, aber ich persönlich (Vorsicht: subjektive Meinung!) finde das ein bisschen einschüchternd und weiß nicht, ob das gerade das ist, was die Kids brauchen.

    Danke für deinen Kommentar, Kathie ! Zu oft kam mir hier im Thread es so herüber, dass Homeschooling ja ein Selbstläufer sei, da finde ich es sehr angenehm, dass jemand wie du auch die andere Seite liefert, nämlich dass zwar der Wille auf beiden Seiten gegeben ist, dass man aber irgendwann an Grenzen stößt und dass es vollkommen legitim ist, das auch zuzugeben. Da in der Primarstufe gerne Methodenschlacht betrieben wird, wundert es nicht, dass jetzt sämtliche digitalen Lerninnovationen ausgepackt werden, aber gerade angesichts der Situationen, die du beschrieben hast, ist back to basics sicher in vielen Fällen ein vollkommen legitimer didaktischer Ansatz :) .

    Das hier ist wieder ein typischer Europa Pro/Contra-Thread, in dem es seitenweise um ein Hin-und-Her gehen wird, bei dem am Ende doch kein gemeinsamer Konsens bei herumkommt. Daher könnte man natürlich die Intention eines solchen Threads hinterfragen. Ich kann mir jetzt bereits vorstellen, wer im Rahmen dieser Unterhaltung welche Position vertreten wird.

    samu: Stimmt natürlich, aber du arbeitest ja selbst im Förderschwerpunkt Lernen und hast da sicher genug Kandidaten, die aus reiner intrinsischer Motivation heraus nicht lernen. Diese Kinder stellen nicht die Mehrheit dar, aber man muss immer bei allem Enthusiasmus bedenken, dass es sie auch gibt.

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