Beiträge von Lindbergh

    German: Es gibt Regionen in Deutschland, die gefühlt "schon immer" hohe Inzidenzen haben. Ich habe da die Befürchtung, dass die eigentlich sehr harten Maßnahmen nichts mehr bringen, weswegen ich statt der national einheitlichen Bundesnotbremse für mehr regionalspezifische Entscheidungen wäre, um erst einmal zu ermitteln, warum die Inzidenz nach all der Zeit bei euch immer noch so hoch ist, um darauf aufbauend Maßnahmen zu ergreifen, die kurz und schnell wirken. Ansonsten entsteht Lockdownmüdigkeit und ihr werdet noch Monate vor euch hindümpeln.

    Hallo!


    Wie du schon selbst erkannt hast, sind geisteswissenschaftliche Fächer derzeit wenig gesucht. Grob verallgemeinert kann man sagen, dass MINT- und künstlerische Fächer gefragt sind. Idealerweise solltest du wenigstens ein Mangelfach studieren, um bei der späteren Einstellung nicht viele Kompromisse eingehen zu müssen. Bereits jetzt ist es in BW so, dass man als Gymnasiallehrer nur mit Mangelfächern und guten Noten überhaupt an einem Gymnasium landet. Laut Prognosen werden im Berufsschulbereich z.B. Pflege, Gesundheit und Soziales gesucht, Fächer, die wenigstens nicht ganz im technischen Bereich sind und mal mehr, mal weniger Zusammenhänge in die Geisteswissenschaft erkennen lassen. Wäre da etwas für dich dabei? Wenn du diese mit Deutsch kombinieren würdest, wären die Aussichten wiederum ganz gut.


    Mit freundlichen Grüßen

    Darf man das denn so verstehen, dass dir die Förderung der Gesundheit vieler nicht wichtig ist? Hm? Mach's doch mal konkret.

    Wenn es freiwillig abläuft, darf jeder gerne alle konventionellen und auch unkonventionellen Möglichkeiten der Gesundheitsförderung, solange sie legal sind, nutzen. Ich möchte daraus jedoch keine direkte oder indirekte Pflicht ableiten. Daher sehe ich auch sowas wie eine Zuckersteuer wie in Großbritannien schwierig. Bei einer Erhöhung der Fleischpreise bin ich mir unsicher, auch wenn das zu sehr ins OT führen würde.

    Die Anzahl der Unimpfbaren wird aber auch deutlich überschätzt, wenn ich lese, dass in Ggroßbritannien bereits über 90% der Ü50-jährigen geimpft wurden - und unter den <10% sind sicher auch welche, die geimpft werden könnten, aber nicht wollen.

    ich halte nach wie vor Massenunterbringungen wie auch Großraumbüros und entsprechende "knubbelige" Abeitsplätze ohne Luftfilter für die "echten" Hotspots, gegen die a nie wirklich was unternommen wurde...

    Größere plötzliche Anstiege hängen meist mit einem klar greifbaren Ort zusammen. Das waren bei uns ein in den letzten Monaten ein Industriebetrieb, Pflegeheime, einmal eine Kita. Vielfach waren es aber schlichtweg die privaten Kontakte mit Freunden und Familie, die die Zahlen immer wieder steigen ließen.

    Ich würde sagen, dass auf Bundesebene Bevölkerungsdichte kein Kriterium ist. Auf kommunaler Ebebe hingegen schon, da man aus diversen Großstädten (z.B. Hamburg, Berlin) weiß, dass in den Stadtteilen mit weniger "Trubel" auch weniger Imfektionen stattfinden als denen, die zentraler liegen und/oder dichter bevölkert sind.

    Denke ich auch, wird aber wie Susannea schreibt, noch einige Monate dauern. Und dann kommen die Auffrischungen noch hinzu, von denen ich mir wünsche, dass sie viele in Anspruch nehmen.

    Man kann diese positive Pro-Impf-Stimmung nicht ewig aufrecht erhalten. Dieses Jahr ist die Bereitschaft sehr groß, weil der Verzicht der letzten Monate groß war und die Leute wieder Alltag wollen. Diese Bereitschaft wird zumindest bei Menschen mit geringeren Risikofaktoren und bei Demographien, die man in diesem Jahr nur mit viel Aufwand erreichen wird, im Jahr 2022 deutlich geringer ausfallen.

    Ich glaube mal nicht, dass Hildburghausen, Tirschenreuth oder der Saale-Orla-Kreis klassische Tourismusgebiete sind, der Vogtlandkreis schon eher. München (Stadt) hingegen war ja durchgehend eher niedrig und das ist doch eine Stadt mit eher viel Tourismus, Berufspendlern und hoher Bevölkerungsdichte.

    Moment, kleiner Unterschied: Ich schrieb nicht, dass Corona selten ist, sondern in seltenen Fällen tödlich. 2,5% aller Coronafälle enden derzeit in Deutschland tödlich. Das würde ich selten nennen. Vlt. kennst du einen offiziellen Richtwert. Ich würde eine Krankheit mit Todesrate >10% als "tödlich" bezeichnen. Hier ist eine Liste der derzeit tödlichsten Krankheiten. Corona ist vergleichsweise tief. Ich hätte noch sowas wie Schlaganfall oder Lungenkrebs erwartet, aber vlt. ist die Liste unvollständig.

    Fallen Angel : Ich scheine in der Tat eine weitgreifendere Vorstellung von Freiheit zu haben als Andere. Interessanter Punkt deinerseits, inwieweit Kinder ein Mitspracherecht bei der Unterrichtsgestaltung haben sollten. Ich denke, dass 9-jährige noch nicht ausreichend einschätzen können, welche Folgen ihre (schulischen) Entscheidungen auf lange Sicht haben können. Daher möchte ich im Regelfall schon, dass die Kids die Hausaufgaben machen bzw. verlange auch, dass nicht erledigte Hausaufgaben nachgeholt werden.

    Es ist halt immer die Frage, wie das mit der Verantwortung ausgelegt wird. Ich denke, dass Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern eher egozentriert ist. Während des ganzen Lockdowns wurde ja immer geprädigt, man müsse sich ja solidarisch zeigen, aber warum wurde das mantraartig wiederholt? Diejenigen, die von sich selbst aus solidarisch handeln, brauchen diese Tipps ja gar nicht. Und den Anderen eine bestimmte Einstellung aufzwingen? Falscher Ansatz in meinen Augen.

    Ich kann den Hintergrund mit dem herzkranken Kleinkind völlig verstehen, habe aber kein kleines Kind mit entsprechendem Hintergrund in meinem Umfeld, weswegen ich mich schwierig in die Position der Angehörigen hineinversetzen kann.


    Meine persönliche Einschätzung ist: Ich denke, ich gebe fast jedem menschlichen Wesen, unabhängig seiner Eckdaten, eine Chance. Ob ich den Kontakt dann auch halte, mache ich eher davon abhängig, wie es sich mir gegenüber verhält (sprich Freundlichkeit, Respekt, Hilfsbereitschaft, Loyalität, Zuverlässigkeit). Seine Einstellung zu bestimmten Themen (z.B. Impfen, kann aber jedes andere Thema sein) ist mir nicht wichtig, solange es nicht die Absicht hegt, mir seine Meinung aufzuzwingen.

    Ich hoffe, dass keiner sich herablassend gegenüber ungeimpften Personen verhält, aber seitdem Cancel Culture zu einem immer größeren Thema in unserer Gesellschaft wird, würde ich dafür meine Hand nicht ins Feuer legen.

    Es kann natürlich sein, dass die Seychellen eine sehr seltene Ausnahme sind. Deswegen war die Eingangsintention, mal hier nachzufragen, was es damit auf sich hat und inwiefern die Situation überhaupt mit hier vergleichbar ist.

    Und auch wenn manche hier freiwillig Maßnahmen fortsetzen wollen, zumindest in dem Punkt dürfte doch Konsens bestehen, dass wir uns auf ein Leben mit weniger Einschränkungen freuen, oder?

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