Beiträge von Lindbergh

    Weil, ich es verwirrend finde, dass du IMMER das Ideal des freistehenden Häuschens als propagierst. Du solltest akzeptieren, dass nicht jeder gerne auf dem Kaff lebt.

    Das habe ich nicht. Ich habe gefragt, wofür sich Leute entscheiden, die wählerisch sein können, und du hast geschrieben, dass eben auch Leute bewusst gerne im Europaviertel wohnen möchten. Alles völlig legitim!

    Warum der "verwirrt"-Smiley? Ich habe ja nicht geschrieben, dass das unmöglich wäre, sondern einfach gefragt, wie sich die Leute eher entscheiden würden, die es sich erlauben können, wählerisch zu sein, und du hast ja direkt eine in meinen Augen nachvollziehbare Antwort geschrieben.


    Gute Frage, ob die richtig Reichen eher direkt in Frankfurt oder im reichen Taunus wohnen würden. Der Lerchesberg ist schon ganz schick, aber natürlich in einer gaaaaanz anderen Gehaltsklasse.

    Und genau das wäre für mich der zentrale Grund gegen ein klassisches Hochhaus. Zu laut, zu dreckig, zu anonym - um es mal ganz verdichtet zu sagen.

    Hochhäuser sind anonymer aufgrund der erhöhten Anzahl an Wohneinheiten - das ist Fakt. Können Hochhäuser jedoch leiser und sauberer ausfallen, wenn höhere Kriterien bei der Auswahl der Bewohner angesetzt werden? In Frankfurt/Main wird z.B. derzeit groß gebaut und so wie ich es verstanden habe, sollen damit eher vermögende Bevölkerunggruppen angesprochen werden (Wobei die Frage ist: Würde jemand, der wirklich vermögend ist, lieber in einem Hochhaus in Frankfurt/Main als in einem freistehenden EFH in Königstein/Taunus wohnen?).

    Naja, irgendwo muss man ja wohnen. Obdachlosigkeit ist für die Allermeisten keine Option. Das ist ja das Problem auf dem Mietmarkt. Ginge es um Luxus wie z.B. Urlaub, wäre es kein Problem. Wohnen muss man aber.

    Wohnen selbst muss man, stimmt, aber man hat eine große Spanne in der konkreten Umsetzung. Zwischen Plattenbau und Villa liegen Welten, zwischen Salzgitter und München liegen Welten.

    Wo Lindbergh wohnt ist es halt so, dass die Mieter automatisch die Dummen sind und jeder mit spätestens 30 ein Haus gebaut haben muss.

    Dann wären in meinem Ort 50% der Bevölkerung "die Dummen". Soweit würde ich definitiv nicht gehen. Du hast zumindest insofern Recht, dass die Durchschnittsfamilie hier durchaus sich ein Haus leisten kann, wenn das gewünscht ist.

    Es ist vermutlich wenig überraschend, dass Förderschüler Lernen in ihren beruflichen Möglichkeiten stärker eingeschränkt sind als die Absolventen andere Schulzweige, aber die Schule selektiert ja eher nach kognitiven Fähigkeiten, was wiederum bedeutet, dass ich es jetzt auch nicht total ungewöhnlich fände, wenn einer der Förderschulkollegen hier schreiben würde, dass ein früherer Zögling jetzt besonders erfolgreich im künstlerischen oder sportlichen Bereich wäre.

    Mir fällt dazu eine Form der Leistungsüberprüfung aus meinem eigenen Geschichtsunterricht damals ein. Wir durften aus verschiedenen vorgegebenen Bildquellen eine aussuchen und mussten dazu eine Expertise schreiben, indem der Bildinhalt wiedergegeben und im Rahmen des jeweils zeitgeschichtlichen Hintergrundes interpretiert werden musste. Käme sowas sinfrage?

    fossi74: So aus dem Bauch heraus würde ich mal behaupten, dass im ländlichen Raum Ortsrand als Wohnort beliebter ist als Ortskern. Im urbanen Raum ist es vermutlich wieder anders herum. Mich würde vom Wohnen im Ortskern abhalten, dass die Häuser dort oft schon ziemlich alt sind, die Bebauung oft sehr dicht ist und teilweise erhöhtes Verkehrsaufkommen vorherrscht.


    Fallen Angel : Berlin ist die Stadt mit dem prozentual höchsten Singleanteil und ich vermute mal, dass viele in Singlehaushalten wohnen. Mir ist aufgefallen, dass es gar nicht so viele Singlehaushalte in meiner Region gibt, was an ein paar Faktoren liegt:

    1. Es ist nicht selten, dass mehr als eine (erwachsene) Generation unter einem Dach wohnt.

    2. Diejenigen, die nicht zwecks Studium weg ziehen, bleiben automatisch ein paar Jahre länger zuhause wohnen.

    3. Wenn sie dann einen Partner gefunden haben, zieht der Partner einfach gleich mit ein oder man zieht zur Familie des Partners.


    So spart man natürlich insgesamt einiges an Miete und es wird weniger Wohnraum benötigt.

    Ein Hochhaus, und sei es noch so gepflegt, bedeutet erst einmal, dass man mit vielen Menschen unter einem Dach wohnt - das muss man natürlich erst einmal wollen. Wenn das für einen OK ist, hängt es dann eben davon ab, in welchem Zustand das Haus ist und wie die Bewohnerschaft so drauf ist. Und ja, da gibt es Hochhäuser in Deutschland, die die gängigen negativen Klischees erfüllen und in denen ich nicht unbedingt gerne leben wollen würde.

    Denkst du denn nicht, dass die Großstädte bereits voll genug sind? Einer der Gäste meinte, dass Berlin aktuell 3,6 mio. Einwohner habe und man sich darauf einstellen müsse, dass es irgendwann 4 mio. werden.

    Diese 400k Leute fehlen ja andererorts, weswegen in meinen Augen eher das Ziel sein müsste, dass diese 400k Leute dort wohnen, wo sie gebraucht werden. Ich sehe nämlich keinen Vorteil, wenn irgendwann in Berlin die Leute auf der Straße sitzen, weil selbst Normalverdiener keine Wohnung mehr bekommen, während andernorts vlt. ganze Straßenzüge leer stehen.

    Viele Kommunen haben ja leider kein Geld, aber eigentlich müsste mal eine die Muckis spielen lassen, um einerseits einen größeren Arbeitgeber an Land zu ziehen und gleichzeitig ein großzügiges Neubaugebiet zu planen, auf dem junge Familien für günstig Geld bauen dürfen. Ist das Gebiet groß genug, lohnt sich vlt. auch ein weiterer Kindergarten, ein weiterer Bäcker, ein Handwerksbetrieb, etc.

    Fallen Angel: Das Image eines Hochhauses steht und fällt mit seiner Bewohnerschaft. Wenn es eine Hausverwaltung gibt, die auf eine ausgewogene Durchmischung der Bewohnerschaft achtet und dass das Haus in Schuss gehalten wird, kann es klappen. Im Nachbarort haben wir ein Hochhaus, das in der Hinsicht eher negativ auffällt.

    Ich glaube, dass es allgemein in der Bevölkerung sehr große Vorbehalte gegenüber Hochhäusern gibt. Die Hochhäuser hier in der Nähe entstanden im Prinzip alle zur selben Zeit und danach wurde im Bereich Mehrfamilienhäuser eigentlich nur noch bis Geschosshöhe 3 gebaut.

    Hoffentlich gibt es einen etwaigen Thread noch nicht ^^ .

    Gestern kam auf RTL eine Stern TV-Extrasendung zum Thema "Wohnen in Deutschland", die der Eine oder Andere vlt. schaute. Es ging um die Themen Leben in der Stadt, Leben auf dem Land, Mietnomaden und neue Wohnformen.

    Besonders spannend natürlich der Kontrast "Leben in der Stadt" und "Leben auf dem Land". Obwohl Salzgitter selbst eine Großstadt ist, ist es die günstige Wohnregion in Deutschland, München wenig überraschend die teuerste.

    Im ersten Teil wurden mehrere Leute gezeigt, die teilweise seit Jahren etwas Neues im urbanen Bereich suchen, aber nichts finden. Ein Mann z.B. möchte sich vergrößern, da er seine Kunden nicht im Schlafzimmer empfangen kann. Eine gbürtige Amerikanerin möchte mit ihren Kindern eine Wohnung finden, die aber unbedingt innenstadtnah sein soll, da sie ein Stadtmensch sei.

    Was mir auch schon vorher klar war, aber durch die Doku wieder bestätigt wurde: Es gibt eigentlich keinen Wohnungsmangel, sondern a) wenn überhaupt einen Mangel an günstigen Wohnungen und b) einen starken Kontrast zwischen Regionen, die stark gefragt sind, und solchen, die schwach gefragt sind.

    Die Lösung wäre daher, statt Großstädte tot zu bauen, strukturschwächere Regionen durch Investitionen zu unterstützen, um dann im nächsten Schritt Zuzug zu fördern.

    Interessanterweise kam in der Sendung heraus, dass die Menschen in ländlichen Regionen zufriedener seien als Menschen in urbanen Regionen. Als der Moderator einen Gast (Ich weiß leider nicht mehr wen) fragte, warum um Himmels Willen die Leute nicht endlich die Finger von München lassen, wurde argumentiert, dass dort viele gut bezahlende Arbeitgeber wären und das Umland inzwischen auch ziemlich teuer sei. Ansonsten würden in Bayern schlichtweg viele vermögende Menschen wohnen, denen diese Preise nichts ausmachen.

    Was ich spannend fand: Ein ehrenamtlicher Bürgermeister einer Gemeinde mit knapp vierstelliger Einwohnerzahl wollte sich nicht damit abfinden, dass statistische Hochrechnungen eine starke Bevölkerungsreduktion prognostizierten, und verschenkte einfach 10 Grundstücke an junge Familien. Damit kann er perspektivisch wichtige Infrastruktur im Ort halten. Der Clou: Durch irgendwelche Steuern würde die Gemeinde dadurch sogar noch mehr Gewinn machen als bei der Lösung vorher.

    Janine Wissler von den Linken war zu Gast und auch wenn ich sonst kein Fan von den Linken bin, sagte sie etwas, womit ich gar nicht rechnete: Das Ziel könne nicht sein, immer und immer mehr zu bauen, da hierdurch schlichtweg auch Flächen versiegelt werden. Es werde bereits viel gebaut, aber oftmals zu teuer, weswegen sie vorschlägt, zu überprüfen, ob der eine oder andere bürokratische Kostennmotor wirklich sein müsse. Konfrontiert mit der klassischen Linkenthese der Enteignungen, argumentierte sie, dass das Problem nicht die privaten Vermieter seien, sondern die großen Konzerne mit teilweise mehreren tausend Wohnungen. Außerdem müssen deutlich mehr der gebauten Wohnungen als Sozialwohnungen ausgewiesen werden.


    Ein Problem sehe ich jedoch bei der Argumentation: Wir kennen alle die Stadtviertel, die vor allem in den 1970er-Jahren als "erschwingliche Wohnungen für die Masse" gebaut wurden und heute als Problemviertel gelten. Die Leute lehnen Plattenbau ab, ebenso Hochhäuser (Im Grunde hat fast jede Stadt mit mindestens 10.000 Einwohnern mindestens ein Hochhaus.) und wenn noch weitere Ansprüche dazu kommen, hast du schon wieder Standards, nach denen sich keine Sozialwohnungen bauen lassen, da zu teuer.


    Habt ihr auch die Sendung gesehen? Was wären eure Vorschläge für die aktuelle Wohnsituation in Deutschland?

    Seph: Sind Vermutungen, bin wie gesagt nicht in der Sek I tätig. Aus der eigenen Schulzeit kenne ich nur die einzelnen naturwissenschaftlichen Fächer und es gibt für H/R-/Gym auch jeweils eigene Curricula für diese. In der Grundschule ist es ja Sachunterricht, zusammen noch mit den gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen, in der Förderschule sind zumindest NW und GW eigene Fachverbünde.

    Dazu sollte man ergänzen: Ja, es gibt den NaWi-Unterricht, der Naturwissenschaften hybrid vermittelt, insbesondere an Haupt-, Förder- und manchen integrierten Gesamtschulen. Ich habe es aber mal so verstanden (Bitte korrigieren, wenn ich da falsch liege!), dass das oftmals aus einer Not heraus ins Leben gerufen wurde, wenn zu wenige naturwissenschaftliche Lehrer vorhanden sind, sodass dennoch wenigstens "irgendeine" Form von Naturwissenschaftsunterricht erteilt werden kann. Der Idealfall ist dennoch der Unterricht der einzelnen Disziplinen. Da Naturwissenschaften, insbesondere im H/R-Bereich, fast überall als Mangelfächer gelten, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Anwärter mit zwei NW-Fächern mit Verweis auf das Fach "NaWi", bei dem eine Fächerkombi mit einem naturwissenschaftlichen Fach genügt, abgelehnt wird.

    Leider gibt es keine Pensionsanrechnung, wenn man den Job 15 Jahre macht und dann für die letzten Jahre zurück ins Glied tritt. Das wäre meiner Meinung nach fair und für Schulen ideal.

    In der freien Wirtschaft macht das aber auch keiner, oder? Dort ist es doch eigentlich immer so, dass die betriebshierarchisch höchste Stufe, die man im Arbeitsleben erreicht, gleichzeitig die letzte ist bevor man in Rente geht.

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