Beiträge von Wollsocken80

    ich hätte gesagt, hier hätten noch mehr Menschen sterben müssen?

    Wozu sollten wir denn sonst "New Yorker sein"? Das war es nämlich, was Du geschrieben hast. Fun Fact: Zu dem Zeitpunkt, als Du das geschrieben hast, waren sowohl Prävalenz als auch Fallsterblichkeit in der Schweiz noch höher als in USA, die sind erst kürzlich an uns "vorbeigezogen". Du checkst es immer noch nicht. "Zustände wie in New York oder Bergamo" haben nicht primär mit der Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 zu tun sondern mit dem Versagen der zuständigen Politik.


    Oder anders ausgedrückt: Mich brauchst du nicht mahnen und warnen, ich lebe in einem dieser Länder mit den krass vielen Fällen und den krass vielen Toten. Die werden nur nicht in Kühltruhen vor der Stadt gelagert sondern ordentlich beerdigt. Und unser Bundesrat beherrscht das mit der Kriegsrhetorik auch nicht so gut wie Trump & Co. Und schwupp erscheint gleich alles gar nicht mehr so krass.


    Edit: Du tust immer so, als sei das reiner Zufall, dass Deutschland in dieser Pandemie so gut dasteht. Als hättet ihr einfach nur "Glück" gehabt. Das ist vollkommener Unsinn. Den Unterschied zwischen "Glück" und "Pech" gehabt bei ansonsten vergleichbaren Gesundheitssystem siehst Du genau im Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz. Wir hatten "Pech". Und es ist am Ende trotzdem gut gelaufen.

    Frau Zauberwald kommt aus Bawü, da gibt es sowas. Nennt sich Moodle, wird rechtssicher vom Land selber gehostet und funktioniert (mittlerweile) einwandfrei. Webinare und Schulungsangebote dazu gibt es auch ausreichend.

    Ich hab keine Ahnung was in BaWü geht oder nicht geht. Ich weiss aber, dass im Kanton Baselland prinzipiell allen Schulen die gleiche Plattform zur Verfügung steht. Und ich weiss auch, dass nur die Berufsschulen sowie die Gymnasien in Liestal und Muttenz zum Zeitpunkt der Schulschliessung die Arbeit mit den zur Verfügung stehenden Mitteln bereits etabliert hatten. Alle anderen Schulen hatten das bis zu diesem Zeitpunkt ganz einfach verpennt und schwupps war das grosse Chaos ausgebrochen. Das beseitigt man dann aber auch nicht mal eben als einzelner Kollege und es ist auch nicht die Schuld einer einzelnen Person. Oder anders ausgedrückt: Toll, dass an Deiner Berufsschule die Ausstattung entsprechend ist, der Rückschluss, dass das an Frau Zauberwalds Grundschule auch so sein muss, ist unzulässig. Selbst wenn es sich ums gleiche BL handelt.

    Welchen Staat wollen wir?

    Ich will auf jeden Fall keinen Staat, in dem das öffentliche Gesundheitssystem über Jahre bis Jahrzehnte in Grund un Boden gespart wurde und in dem dann Menschen in einer akuten Krisensituation nicht mehr adäquat behandelt werden können. Corona fördert auf diesem Planeten so unfassbar viele Missstände zu Tage, die wir jahrzehntelang für unseren eignen Wohlstand bereitwillig ignoriert haben, dass ich kotzen könnte.


    Jetzt noch mal speziell für shells : Die Schweiz hatte Mitte März, als die Pandemie in Europa ihren Höhepunkt erreicht hatte, gemessen an den offiziellen Zahlen die höchste Prävalenz an bestätigten Infektionen WELTWEIT. In keinem anderen Land in Europa gab es zu diesem Zeitpunkt bezogen auf die Gesamtbevölkerung mehr Infektionen als bei uns. Auch nicht in Italien oder Spanien, wo sich zu diesem Zeitpunkt die "Leichen stapelten". Das hat nur nie irgendjemanden interessiert, weil bei uns sich halt nicht die "Leichen stapelten". Übrigens *hat* die Schweiz bezogen auf die Gesamtbevökerung doppelt so viele Covid-Tote wie Deutschland. Wir leben aber in einem funktionierenden Staat, in dem Politiker in der Krise die richtigen Entscheidungen getroffen haben, in dem die öffentliche Gesundheitsversorgung sichergestellt ist, in dem die Bevölkerung die Entscheidungen der Politik mitträgt. Und dann stapeln sich halt keine Leichen, echt jetzt, wie langweilig. Was muss man eigentlich geraucht haben um zu schreiben "hier hätten noch viel mehr Menschen sterben müssen!"?? Du wünscht Dir, dass in Deutschland viel mehr Menschen an Covid-19 sterben, damit alle anderen Deine Hysterie teilen? Geht's Dir eigentlich noch gut? Lass mich mit Deiner Heuchelei und Deiner Sensationsgeilheit doch einfach mal in Ruhe.

    Alle anderen Arbeitnehmer können in der Corona-Krise gekündigt werden oder in Kurzarbeit rutschen. Ich werde zu vollen Bezügen ohne Risiko eines Jobverlustes weiterbeschäftigt.

    Und weil in Afrika die Kinder verhungern, muss Frau Zauberwald jetzt die Verantwortung dafür übernehmen, dass ihr Dienstherr ihr keine digitale Infrastruktur für vernünftigen Fernunterricht zur Verfügung stellt. Nein, das muss sie nicht. Im schlimmsten Fall gerät sie damit nämlich in rechtliche Schwierigkeiten. Ja, sie kann sicher ganz tolle Lernvideos erstellen, aber wenn es keine Plattform gibt, über die sie die rechtlich einwandfrei (oder zumindest so, dass im Zweifelsfall der Dienstherr die Verantwortung dafür übernimmt!) mit ihren SuS teilen kann, dann ist das halt vertane Liebesmüh. Da kann sie ihre Zeit dann auch gleich sinnvoller nutzen.


    Wer so über den eigenen Berufsstand herzieht, kann halt auch nur Lehrer sein.

    Im Zusammenhang mit einer Krankheit, die für unzählige Menschen dieser Welt einen langsamen und überaus qualvollen Tod bedeutet hat, von "coolen Nebeneffekten" zu sprechen, ist für mich Zynismus pur

    Du wirfst *mir* Zynismus vor? Du checkst eigentlich nie so richtig, was ich eigentlich schreibe. Zynismus ist wie in Spanien Staatstrauer für Covid-Tote anordnen die zu einem grossen Teil nur verreckt sind weil das Gesundheitssystem und damit der Staat versagt hat. Wer entscheidet denn für welche Tote staatsgetrauert wird? Gibt's bei den Toten jetzt neuerdings Rankings, wer da wie viel wert ist?

    Zauberwald Es ist sicher gut, wenn Du Dich quasi privat weiterbildest und Dir verschiedene (kostenlose!!) Tools mal anschaust. Die Arbeit mit OneNote z. B. erleichter mir ziemlich die Organisation. Ich würde aber wirklich dringend davon abraten auf eigene Faust irgendwelche Cloud-Systeme zu benutzen oder Video-Chat Tools die der Dienstherr nicht offiziell "freigegeben" hat. Am Ende bist Du die Blöde, wenn Dich einer wegen Datenschutz etc. ankackt. Und schon gar nicht investierst Du privates Geld in Software, Du wirst ja sicher schon Dein privates Gerät für die Arbeit benutzen, was ja auch schon nicht OK ist. Weisst Du... Du diskutierst ja auch mit den Eltern nicht, ob der Stundenbeginn jetzt 8 Uhr oder 8:15 Uhr ist, das sind einfach Rahmenbedingungen, die der Dienstherr vorgibt. Und so ist das mit der Digitalisierung auch. Da geht es nicht um pädagogische Freiheiten oder so, sondern um Rahmenbedingungen. Die sind wie sie sind und es ist nicht Deine Aufgabe die jetzt zu ändern.

    Wir haben eine Dienstanweisung zum digitalen Fernunterricht vom Kanton bekommen und der Kanton stellt die entsprechende Infrastruktur. Die gab es natürlich vorher schon. Wenn das bei euch nicht der Fall ist, also wenn es keine Dienstanweisung gibt, dann musst du gar nichts in der Richtung. Tu genau das, wozu man dich angewiesen hat.

    Das Virus selbst hat wohl allenfalls eine geringe Saisonalität, sprich Hitze tut ihm nicht so viel. Der entscheidende Faktor ist unser Verhalten und unser Immunsystem und beides ist in der warmen Saison viel günstiger. Einzelne Länder in Europa würden es vielleicht sogar schaffen, das Ding ganz wieder loszuwerden, wir sind gerade auf dem besten Weg. Aber dann gibt es halt Frankreich, Italien, Spanien, die es nicht schaffen werden, weil zu viel unentdeckt geblieben ist und wahrscheinlich immer noch bleibt. Und so wird es wieder eingeschleppt werden. Das wird auch Island z. B. wieder treffen.

    Es geht Dich nichts an. Das sage ich Dir frisch, fromm und fröhlich auch direkt ins Gesicht. Ich bin froh in einem Kollegium zu arbeiten, in dem es so ein Gekaspere gar nicht erst gibt. Wer krank ist, ist krank. Da stellt sich eigentlich nur die Frage, ob man bei längerem Fernbleiben der Kollegin / des Kollegen Geld für einen Blumenstrauss oder sowas einsammelt.

    Das ist schade, ändert aber nichts daran, dass es Dich als Kollegen nichts angeht, wenn jemand krankt ist. Du musst darüber genau gar nichts wissen, auch nicht ob ein Attest vorliegt. Das ist allein Sache der Schulleitung.

    Ich finde, dass diese neuen spezifischen Atteste eben Unterstellungen auch verhindern.

    Jetzt mal von nicht-Risiko-Mensch zu nicht-Risiko-Mensch: Unterstellungen gibt es nur, wenn es Leute gibt, die unterstellen. Es geht Dich grundsätzlich einen feuchten Hasenpfurz an ob Leute krank sind und/oder ob sie auch ein Arztzeugnis dafür haben. Bei uns läuft es nach wie vor primär über Selbstdeklaration und nur im Ausnahmefall kann die Schulleitung ein Arztzeugnis einfordern. Normalerweise kennen sie Schulleitungen ihr Kollegium aber ausreichend gut um zu wissen, wer chronisch vorbelastet ist. Ich als Lehrperson und Kollegin habe damit nullkommagarnichts zu tun. Sollte ich für irgendjemanden eine Stellvertretung übernehmen müssen, dann wird die selbstverständlich bezahlt. Und wenn meine Stundenbuchhaltung schon voll ist, dann ist es Aufgabe meiner Schulleitung, eine externe Stellvertretung zu organisieren. Und damit bin ich auch schon wieder raus aus der Diskussion, denn ich bin ja ein nicht-Risiko-Mensch.

    Ich hab vorhin mal in unseren Teams-Chat gekotzt. Ein Kollege meinte, wir können ja eine Discokugel in jedes Schulzimmer hängen, dann ist das OK wenn wir die Abstandsregeln nicht einhalten. Oder wir mieten Busse als Schulzimmer. Im ÖV gilt ja auch keine Maskenpflicht und es können beliebig viele Personen zugleich im Bus sein.


    Also ehrlich ... Ich hab mich vorhin schon gefragt, ob Herr Berset eigentlich selber merkt, wie bekloppt das ist.

    Ja, vorhin war mal wieder PK mit dem Bundesrat. Ich dachte ich hör nicht richtig... Beim Tanzen in der Disco kann man ja den Abstand nicht einhalten, dann sei es ganz wichtig, dass man Gästelisten hat, damit man alles nachvollziehen kann. JA HIMMELHERRGOTT WIR HABEN DOCH SOWIESO GÄSTELISTEN!!! :autsch:

    Spontan hätte ich jetzt gesagt, dass Abbott gleichermassen verlässlich sein müsste wie die Roche, ist ja auch einer der Big Player in der Branche. Dem scheint aber nicht so zu sein:


    Ungenauer Test: In der Covid-19-Diagnostik stolpert ausgerechnet einer der Marktführer


    Der Test von Euroimmun (das ist der, den Streeck et al benutzt hatten) scheint hingegen grundsätzlich OK zu sein. Meine Lebensgefährtin kennt jemanden bei Euroimmun und hat mal ein bisschen nachgefragt. Euroimmun selbst hat ihn halt mit Blutkonserven getestet und daher kommen die 2 % falsch positiven Ergebnisse obwohl die Sensitivität eigentlich gut ist. Grundsätzlich - ich schrieb es ja schon - kann aber jedes Labor den Test selbst noch einmal validieren und zumindest die Forschungslabore machen das ja auch. Bei den diagnostischen Laboren denke ich das eher nicht, die werden sich wohl auf die Herstellerangaben verlassen.


    Fun Fact: Für das Elecsys-System, das die Roche benutzt, habe ich am Standort Penzberg sogar mal ganz direkt gearbeitet. Lustigerweise ging es damals um ein Problem mit der Sensitivität. Ich hab ein halbes Jahr nichts anderes gemacht, als jeden Tag Polystreptavidin zu konjugieren und derivatisieren um rauszufinden, warum die blöden Antikörper nicht so binden wollen, wie sie sollten. Schlussendlich lag der Fehler in der Produktion, das haben wir immerhin rausfinden können :)

    Es geht um vermeidbare Tote.

    Weisst Du was ein echt cooler Nebeneffekt von Corona ist? Viele europäische Länder verzeichnen gerade eine ganz deutliche "Untersterblichkeit". Da schreibt nur kaum irgendjemand was darüber, weil's ja nicht zur allgemeinen Hysterie passt. Finland, Polen, Ungarn, Norwegen und Griechenland sind nur die Länder, von denen ich die Statistik gesehen habe. Weisst Du was das heisst? Das sind auch alles "vermeidbare Tote". Bei uns in der Schweiz sind nun nicht gerade wenige Leute an Covid-19 gestorben. Mit der aktuellen Kalenderwoche zeichnet sich aber auch bei uns ab, dass die Sterblichkeit jetzt *unter* den statistisch zu erwartenden Bereich fällt, genau wie ganz krass übrigens auch in Frankreich und Spanien. Ganz zu schweigen davon, dass die letzte schwere Grippewelle in der Schweiz und auch in Deutschland deutlich mehr Menschenleben gekostet hat als Covid-19 bisher. Das sind aber sowas von "vermeidbare Tote" denn gegen die fucking Grippe könnte man sogar impfen. Hat das schon mal irgendjemanden bisher interessiert, wie viele Tote man da jeweils hätte vermeiden können? Wo kommt denn nur all dieser Ethos gerade her?

    Keiner muss mehr Bedenken haben, wenn der Blinddarm zwickt und vor allem auch keine hässliche Maske mehr im Wartezimmer tragen?

    Ich bin einmal wöchentlich zur Schmerztherapie beim Orthopäden und trage tatsächlich keine Maske dort. Mein Arzt nur wenn er näher als 2 m an mich ran kommt. Ist übrigens ein Deutscher (also auch in Deutschland wohnhaft) der das ganz cool findet, dass er es tagsüber auf der Arbeit so halten kann.



    und verantwortungsvolles Handeln meines Dienstherrn

    Tja nun, bei uns ist es halt so, dass keiner in den Präsenzunterricht geschickt wird, dem der Arzt bescheinigt, dass er zur Risikogruppe gehört. An den Volksschulen sind deswegen gerade nicht eben wenige Studenten im Einsatz. Du hast recht, ich mache mir um mich selbst überhaupt keine Sorgen. Du hast nicht recht, dass ich niemanden kenne, der zur Risikogruppe zählt. Es gibt z. B. einen guten Freund, den ich seit Lockdown deswegen gar nicht mehr gesehen habe. Ich habe auch durchaus ein paar Kollegen, die zu dieser Gruppe zählen. Viele sind es nicht bei uns und wie gesagt, die müssen vorläufig nicht aus dem Homeoffice raus.

    Superspreader sind, sondern dass man es nicht ausschließen kann

    Man kann es nahezu ausschliessen. Es sind immer wieder die gleichen Situationen, die zu solchen Superspreader-Ereignissen führen und nicht ein einziges Mal waren Kinder oder Jugendliche daran beteiligt. Das hat mittlerweile dann auch Drosten eingesehen. Und er findet jetzt auch, dass es vor allem darum geht, diese Superspreadings zu verhindern. Wow. Das habe ich vor 2 oder 3 Wochen schon geschrieben. Bekomme ich nen Keks dafür? Im Ernst... Das war doch schon lange offensichtlich, für die Erkenntnis muss man kein Coronaologe sein.

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