Beiträge von Steffi1989

    Seit über 50 Seiten dreht sich dieser Thread nun im Kreis und letztlich läuft es doch auf folgendes hinaus: Freiwilliger Verzicht funktioniert nicht. Zumindest nicht in dem Maße, dass relevante Ergebnisse dabei heraus kommen. Ich nehme mich da selbst nicht aus. Dass ich kein Auto habe, liegt daran, dass ich in der Großstadt keins brauche und mir deswegen die Kosten dafür nicht an's Bein binden will. Ich gebe offen zu, dass das Klima - oder von mir aus auch die Frage, wie sehr ich mit einem Auto meinen Mitmenschen auf den Keks gehe - bei meiner Entscheidung eine absolut untergeordnete Rolle gespielt hat. Wenn wir also weniger Autos auf den Straßen wollen, muss das Autofahren teurer und die Alternativen attraktiver werden. Ansonsten können wir noch weitere 50 Seiten diskutieren, ohne dass sich in der Realität, also außerhalb des Internets, nennenswert etwas ändert.

    Eines muss ich hier korrigieren. Ich meinte, dass es ist gesellschaftlich in Ordnung in anderen Zusammenhängen gesundheitliche Ratschläge zu geben (wie z.B. beim Rauchen/Trinken/anderem ungesundem Verhalten).


    Körpergewicht wird aber tabuisiert, weil sich die Haltung durchgesetzt hat, man könnte ja nichts dafür dass man zunimmt. Das ist einfach falsch (bis auf bei manchen, seltenen Erkrankungen).

    Ich finde es generell anmaßend, volljährigen Menschen ungefragt (!) Tipps zur gesunden Lebensführung zu geben. Wenn jemand dieses Thema anspricht und nach Meinungen fragt, ist das natürlich etwas anderes. Aber ansonsten sollte man schon davon ausgehen, dass ein erwachsener Mensch weiß, was er tut. Und solange er keinem Dritten schadet, geht es auch einfach niemanden etwas an. Adonna reagiert hier zwar relativ heftig auf derartige Anmerkungen, aber im Grundsatz verstehe ich sie schon.

    Und das Landesticket gilt doch nur für das eigene Bundesland.

    Nicht in den Monaten Juni - September. Da gilt jedes Abo-Ticket bundesweit. Lediglich die Regelungen zu Mitnahme anderer Fahrgäste bzw. Übertragbarkeit des Tickets gelten nur für den Bereich, in dem es erworben wurde.

    Ob es "etwas komplizierter" ist, nur weil es länger dauert, darfst du von mir aus gerne so sehen.

    Ob kompliziert oder nicht: Jemand, der sich akut in einer psychischen Ausnahmesituation befindet; der beispielsweise tiefen Hass und Suizidgedanken empfindet und auf die Idee kommt, an seiner (ggf. ehemaligen) Schule mal "aufzuräumen"; wird kaum ein Jahr lang für einen Jagdschein lernen oder irgendwelche Prüfungen ablegen. Eher wird derjenige z.B. auf andere Waffen ausweichen, aber es ist einfach Fakt, dass er mit einem Messer, einer Axt o.ä. weniger Menschen angreifen kann, als mit einer Schusswaffe. Hier geht es dann einfach um Schadensbegrenzung.


    Mir geht es darum, dass wir hier bei uns aus dem Kreislauf rauskommen, die Anzahl legal besessener Schusswaffen in Privatbesitz sei (mit) Kern des Problems welches darin besteht, dass Menschen möglichst viele Mitmenschen in einer möglichst spektakulären Aktion töten oder verletzen wollen. Das ist eine Vereinfachung, die den tragischen Resultaten dieses Phänomens nicht gerecht wird. Ich hätte nämlich gerne, dass an den Ursachen gearbeitet wird, so dass irgendwann die Chance besteht, dass diese Ereignisse seltener werden.

    Weißt Du, ich verstehe Deine Argumentation durchaus und ich finde sie auch nicht falsch. Waffen sind nicht die Ursache für diese schrecklichen Taten und ich würde es sehr begrüßen, wenn man am "Kern des Problems" arbeitet. Aber ich befürchte, dass man niemals 100 % der Menschen "eingefangen" bekommt. Egal, wie sehr wir uns als Gesellschaft bemühen: Einzelne wird es immer geben, die - aus welchen Gründen auch immer - so sehr hassen, dass sie "möglichst viele Mitmenschen in einer möglichst spektakulären Aktion töten oder verletzen wollen". Und wenn dem so ist, dann möchte ich, dass diese Menschen nicht schnell und unkompliziert an eine Schusswaffe kommen. An diesen seltsamen Corona-"Hygienedemos" z.B. hat man deutlich gesehen, welches Aggressionspotential teilweise vorhanden ist. Ich bin froh, dass diese Menschen nicht einfach so eine Schusswaffe kaufen oder führen dürfen, ehrlich. Bei einem Sportschützen oder Jäger hingegen habe ich viel weniger Bedenken. Diese Menschen beschäftigen sich oft jahrelang mit dem, was sie tun; sie müssen Prüfungen ablegen und, ganz wichtig, sind Teil einer Gemeinschaft (Schützen- bzw. Jagdverein o.ä.), die ggf. hellhörig wird, wenn sich jemand verändert. Diesem Personenkreis möchte ich nichts wegnehmen.

    Warum sollte man denn (viel, nicht nur Kleinigkeiten) in den inhabergeführten Geschäften kaufen?

    Inhabergeführte Geschäfte haben in der Regel einen anderen Charme als die austauschbare Filiale einer Kette. Der Inhaber lässt seinen eigenen Geschmack einfließen und die Auswahl ist nicht ausschließlich auf den Massengeschmack abgestimmt. Viele betreiben solch ein Geschäft mit einem gewissen Herzblut, was man auch spüren kann. Ich persönlich freue mich, wenn in einer Innenstadt auch solche Läden zu finden sind. Sie werten das Stadtbild für mich persönlich durchaus auf. Aber zugegeben, natürlich bin ich auch froh über die eine oder andere Kette, die in erster Linie über den Preis punkten kann. Die Mischung macht's.

    Ich kann nicht verstehen, wieso gesunde, junge Personen und dann auch noch bei gutem Wetter, in diese Bahnen einsteigen.

    Weil nun mal nicht jeder gerne Fahrrad fährt. Mir z.B. liegt es einfach nicht. Da gehe ich lieber zu Fuß. Mache ich auch häufig. Hin und wieder muss es aber halt schneller gehen.

    Ich freue mich sehr darüber, das erste Mal seit 2019 zum Feiern in Berlin zu sein :verliebt:

    Gestern Abend war ich im "Süß war gestern", wohin es mich heute treibt, entscheide ich später spontan. Tagsüber geht's auf jeden Fall erstmal durch die Plattenläden :cash:

    Ja, genau, ich verwende die Sprache. Neologismus ist eine Möglichkeit, Sprache zu verwenden, aber keine Straftat.

    Niemand hat in diesem Zusammenhang von Straftaten gesprochen. Schöner Strohmann.


    Aber wenn jemand - als Einziger - ein bereits existierendes Wort in einem völlig anderen Zusammenhang gebraucht und dies mit "Ich verwende die Sprache" begründet, muss dieser bestenfalls damit rechnen, nicht verstanden (und schlimmstenfalls damit, nicht ernstgenommen) zu werden. Besonders absurd wird es, wenn diese Person anderswo - durchaus zurecht - sprachliche Genauigkeit einfordert.

    Ziel meines Vorschlags ist, den CO2-Ausstoß durch Autos zu reduzieren.

    Ich befürchte, Dein Vorschlag könnte nach hinten losgehen. Denn wenn jeder Autobesitzer jetzt kostenlos den ÖPNV nutzen kann, fange tatsächlich selbst ich an zu überlegen, ob ich mir nicht irgendwo noch günstig 'nen kleinen Gebrauchtwagen schieße. Wenn er noch ein paar Jahre hält, dürften sich die Kosten mit einem Monatskarten-Abo in etwa die Waage halten und manchmal wäre es vielleicht ja doch ganz nützlich, ein Auto zu haben.

    Wo genau gibt es den denn? Würde mich ernsthaft mal interessieren!

    (In den Städten, in denen ich bisher gewohnt habe (immerhin drei), war/ist der ÖPNV alles andere als "ausgezeichnet".)

    Nun ja, da muss man vermutlich erstmal diskutieren, was denn "ausgezeichnet" ist und wird vermutlich zu keinem Ergebnis kommen, da jeder andere Schwerpunkte setzt. Konkret spreche ich von Hannover, hier ist mir persönlich das Angebot gut genug.

    Hm, glaubst du wirklich, dass jemand, die/der einen "dicken" SUV o. ä. als Statussymbol vor der Tür stehen hat, diesen nun stehenlassen wird, um mit dem 9-Euro-Ticket auf Busse und Bahnen umzusteigen?

    Vermutlich nicht unbedingt. Wenn überhaupt, kriegt man den einen oder anderen, der den ÖPNV bislang einfach nicht wirklich ausprobiert hat, und durch das 9-€-Ticket nun mal einen Anlass dazu bekommt. Tatsächlich glaube ich aber auch, dass der dauerhafte Effekt nicht riesig sein wird. Wahrscheinlich wäre es in der Tat besser gewesen, das Geld zum Ausbau des Angebots zu verwenden.

    Oder andersrum: Ich finde es total weltfremd, wenn mir besagte Leute aus der Großstadt erzählen, daß ich meine Beziehung aufgeben soll, weil ich nach Westen zur Arbeit fahre, mein Mädel nach Osten zur Arbeit fährt und unser beider Fahrstrecken ökologisch nicht verantwortbar wären, weil zu lang. Das Thema "Kinder" verkompliziert die Situation dann noch zusätzlich.

    Sich in die Beziehungen von Dritten einzumischen, ist wirklich anmaßend und unverschämt. Aber kommt das wirklich so oft vor? Natürlich schützt man die eigene Partnerschaft so gut es geht - ich denke auch, dass die meisten Menschen dafür Verständnis haben.


    Trotzdem würde ich auf lange Sicht schon versuchen, die Fahrwege irgendwie zu reduzieren. Nicht einmal "nur" aus ökologischen Gründen - es gehen ja einfach auch jede Menge Zeit und Geld für weites Pendeln drauf.

    Bei mir gibt es nur Busse und Anruf-Sammeltaxis (MB Sprinter mit ca. 15 Sitzplätzen) und letztere fahren zwischen Samstagmittag und Montagmorgen gar nicht. Am Sonntagmorgen gibt es noch den „Katholiken-Express“ der die Gläubigen zur Kirche fährt. Aber ansonsten ist bei mir der ÖPNV am Wochenende gar nicht existent.

    Das hast Du schon mehrfach geschrieben und ich glaube Dir, dass Du bei so einer Wohnlage auf ein Auto angewiesen bist. Ebenso, wie ich es laleona glaube. Schaue ich mich jedoch in meiner Stadt um, dann sehe ich, dass viele Menschen TROTZ ausgezeichnetem ÖPNV ein eigenes Auto besitzen. Weil es bequemer ist. Weil es eine Art Statussymbol ist. Weil es "irgendwie dazugehört". Und genau diese Leute sind das Ziel von Aktionen wie dem 9-€-Ticket.

    Und sobald du Kinder hast, kannste das vergessen.

    Habe zumindest ich nie bestritten. Aber es war gefragt, wie die einzelnen Teilnehmer es so handhaben. Da kann ich ja nur meine eigene Situation beschreiben.

    Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich kein eigenes Auto besitze. Morgens fahre ich mit der S-Bahn zur Schule, nachmittags gehe ich meistens zu Fuß (eine knappe Stunde, vergeht mit guter Musik auf den Ohren wie im Flug). Dann habe ich mich gleich etwas bewegt (wenn ich einmal zu Hause bin, raffe ich mich meist doch nicht nochmal auf). Wenn ich abends ausgehe, fahre ich ebenfalls mit S-Bahn oder Stadtbus in die Innenstadt (ja, abends ist das nicht mehr im Zehn-Minuten-Takt möglich - dann passe ich mich eben den Abfahrtszeiten an); zurück leiste ich mir manchmal ein Taxi (bei dem, was ich an Bezinkosten spare, ist das locker drin). Die Einkäufe erledige ich zu Fuß, der nächste Supermarkt ist nur zehn Minuten entfernt. Lediglich für Getränkekisten leihe ich mir einmal pro Monat das Auto einer Freundin (ich fordere dies nicht ein, sondern frage höflich und tu ihr dafür an anderer Stelle einen Gefallen).


    Ich habe einen Führerschein und ich hatte auch zeitweise mal ein eigenes Auto (tatsächlich für die Pendelei angeschafft; damals habe ich noch in einer anderen Stadt gearbeitet). Es hat mich ohne Ende genervt. Mir hat das Autofahren keinen Spaß gemacht - ich kann schlecht Entfernungen abschätzen, weswegen ich immer einen halben Nervenzusammenbruch gekriegt habe, wenn es irgendwo eng wurde. Die anderen Verkehrsteilnehmer habe ich als gehetzt und aggressiv wahrgenommen; sobald man mal etwas langsamer unterwegs ist, weil man z.B. etwas sucht, wird gehupt und riskant überholt. Die ständige Parkplatzsucherei. Und teuer war's auch noch. Ich habe es als große Erleichterung empfunden, als ich das Auto aus eigenem Antrieb abgeschafft habe; vermisst habe ich es eigentlich nie. Natürlich gibt es Leute, die zwingend ein Auto brauchen. Ich habe meine Lebenssituation aber durchaus bewusst daran angepasst, keins zu haben. Für mich funktioniert es gut.


    Bei manchen Beiträgen hier habe ich allerdings fast das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, weil mir Fahrrad fahren jetzt auch nicht so den Superspaß macht...

    Ich besitze schon seit Jahren kein eigenes Auto mehr; freue mich demzufolge über die finanzielle Ersparnis. Sicherlich brauche ich mit den Öffentlichen insgesamt ein wenig länger, als ich mit dem Auto brauchen würde. Dafür habe ich keinen Ärger mit Reperaturen, suche nicht nach Parkplätzen, kann während der Fahrzeit Zeitung lesen und der Spritpreis juckt mich auch nicht. Mir ist bewusst, dass dies nur klappt, da ich in einer Großstadt lebe. Den Vorteil "erkaufe" ich mir aber auch durch eine teure Miete für eine verhältnismäßig kleine Wohnung. Nichts desto trotz würde ich natürlich auch der Landbevölkerung ein besseres ÖPNV-Angebot gönnen. Letztlich profitieren wir alle davon, wenn es attraktiv ist, das Auto stehenzulassen.

    Weil sie ihm eine psychische Erkrankung andichtet..., wenn ich das richtig verstehe.

    Ich habe niemandem etwas angedichtet. Ich habe lediglich die Frechheit besessen, eine bestehende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht in Frage zu stellen und auf die Kompetenz des behandelnden Arztes zu vertrauen. Dies alleine scheint ja einige Teilnehmer schon sehr zu provozieren. Aber wenn im Umkehrschluss irgendwelche Eltern pauschal davon ausgehen, dass wir Lehrer unseren Job nicht vernünftig machen, dann fordert man plötzlich Vertrauen in unsere Professionalität ein. Ich persönlich bringe dieses Vertrauen auch anderen Berufsgruppen entgegen - deswegen denke ich, dass ein Arzt die Arbeitsfähigkeit eines Kollegen (oder auch Schülers) besser beurteilen kann als ich. Was bin ich naiv.

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