Beiträge von MrJules

    Sicherlich hat eine schwarze Frau in vielen Gesellschaften schlechtere Ausgangsbedingungen als ein weißer Mann (wobei das Feindbild des alten weißen Mannes auch eine rassistische Darstellung ist). Andererseits zeigen die USA aber auch, dass es Schwarze in alle Positionen schaffen können - was nicht heißen soll, dass sie es nicht zumindest in den unteren Schichten schwerer haben - und die Unterschiede zwischen schwarzen Männern und Frauen nicht sehr ausgeprägt sind, da die USA generell kein patriarchales Land sind.

    Aber der Glaube an die eigene Diskriminierung und Benachteiligung kann auch lähmend wirken und von eigenen Defiziten ablenken; er erleichtert es, sich in eine Komfortzone zu begeben und die eigene Verantwortung zu ignorieren.


    Rassismus hat deshalb mMn einen doppelten Effekt: Einerseits die tatsächliche Benachteiligung, andererseits die Verinnerlichung eines Benachteiligungsglaubens mit der Konsequenz der Selbstschwächung.


    Rassismus ist deshalb in meinen Augen ein Teufelskreis und in weiten Teilen von Gesellschaften auch zu einer Selbsterfüllenden Prophezeiung geworden.

    Zur Linken: Was sagt da Frau Wagenknecht (habe die Linke nicht so mitverfolgt)?

    Sinngemäß, dass die Partei sich von ihrer eigentlichen Kernklientel entfernt hat, da sie vordergründig großteils Debatten über Themen führt, die mit der Lebenswirklichkeit bzw. den Problemen der ehemaligen Stammwählerschaft nichts zu tun haben, also soziale Gerechtigkeit hinter Themen wie z.B. Gendern und NATO getreten ist.


    Auch die Ablehnung der Forderung nach Stabilisierung der Sozialsysteme (wohl besonders relevant für Wähler im Osten, wo viele zur AfD abgewandert sind) durch eine stärker regulierte Migrationspolitik, was sogar zu einem Parteiausschlussverfahren gegen Wagenknecht geführt hat, das - wahrscheinlich auch wegen des Wahlkampfs - von der Parteispitze zum Glück nicht mitgetragen wurde und letztendlich erfolglos blieb.

    Schade, dass die Linke wohl wegen der Direktmandate nicht rausfliegt. Ich habe generell kein Problem mit einer stark linken Kraft im Bundestag - da sie das politische Spektrum im Bundestag vergrößert und so bereichernd für Debatten sein kann - aber Frau Wagenknecht hat völlig recht, und ich hoffe, dass die Linke den Schuss gehört haben, habe aber irgendwie wenig Hoffnung.



    Was ich noch interessant finde: Was soll mit den Stimmen derer passieren, die nach 18 Uhr noch vor den Wahllokalen standen?

    Einerseits dürften diese Stimmen m.E. nicht mehr zählen, da die Unabhängigkeit der Wahl durch die mögliche Kenntnis der Hochrechnungen stark beschnitten wurde. Andererseits war es nicht die Schuld dieser Personen und ein Nichtzählen der Stimmen würde zur Politikverdrossenheit beitragen. Schwierig...

    Ich bin mir ziemlich sicher, wenn man bei uns eine Naturwissenschaft abwählen dürfte, die Mehrheit würde Chemie abwählen.

    Ich denke, es kommt auch sehr stark auf den Lehrer an.


    Bei uns im Jahrgang damals haben nach der Qualifikationsphase fast alle Chemie gewählt (es gab nur die Wahl zwischen Chemie und Physik, Bio wurde nicht angeboten), im Physik-Kurs waren dann um die 10 Leute.

    Das lag aber wahrscheinlich sehr stark an der Lehrerin des Physik-Kurses, die es quasi einen Dreck interessiert hat, ob über die Hälfte der Klasse nicht mitkam und schlechte Noten geschrieben hat, und auch sonst einen sehr autoritären Führungsstil hatte.

    Im Vergleich dazu war der Chemie-Lehrer echt locker und es war auch nicht zu schwer.


    Ich denke, es sind beides Fächer, die das Potential haben, sehr schwierig für die Schülerschaft zu sein, die man aber sicher auch einigermaßen verständlich vermitteln kann, wenn man es will und sich Mühe gibt.


    Ich rede hier jeweils von Grundkursen bzw. Grundkurs-Niveau.

    In Bezug auf das, was Antimon gesagt hat:


    Ich kenne jemanden, der mit Dipl. in Chemie an einer Haupt-/Realschule sowohl Chemie als auch Physik (und weitere Fächer fachfremd) unterrichtet.

    Der Mangel in diesen Fächern ist in dieser Schulform so groß, dass du keine großen Probleme haben dürftest, mit einem Master in Chemie ins Referendariat (Sek 1) einsteigen zu können. In den ostdeutschen Bundesländern dürfte die Situation sogar eher schlechter aussehen als hier.



    So oder so würde ich deine Einstellungschancen als sehr gut bis exzellent einschätzen mit diesen Fächern. Selbst nur mit Chemie wären sie in dieser Schulform höchstwahrscheinlich sehr gut.



    Ich habe leider keine Physik und Chemie in der Schule, da es an meiner Schule nicht zu der Bildung solcher Kurse gekommen ist.

    Das finde ich ehrlich gesagt schockierend. Dass kein LK zustande kommt, ist eine Sache; aber dass es noch nicht mal einen Grundkurs gibt für eines dieser Fächer...

    chilipaprika


    Das Zitat, das du von mir verwendet hast, bezog sich auf die Ausnahmen von Regeln.

    Natürlich gibt es z.B. klare Regeln zum Satzbau, die sich aus der Logik auf andere Satzkonstruktionen anwenden lassen.

    Von ausschließlich schrieb ich auch nichts, also keine Ahnung, was du willst.

    Es ist schon sehr blump, wenn man versucht, andere mit Sachen, die sie gar nicht gesagt haben, und Verniedlichungen zu diskreditieren. Wobei auf die ursprüngliche Anmerkung, dass die männliche Form eben in vielen Genderformen gar nicht syntaktisch vorkommt, gar nicht eingegangen wird.

    :lach: Und wieviele weitere "unlogische" Dinge finden sich noch in der deutschen Sprache?!?

    Ja, aber die sind einfach so entstanden und wurden nicht unlogisch einfach festgelegt.

    Mir scheint es eher so, dass man sich in eine grammatikalische und sprachliche Sackgasse manövriert hat, weil man nicht in der Lage ist, die angebrachte Komplexität zu verwirklichen - in der gesprochenen Sprache erst recht nicht.


    Und die deutsche Sprache folgt natürlich grundsätzlich logisch ihren Regeln. Und die Ausnahmen bzw. Widersprüche, die es gibt, ergeben sich gerade nicht, weil man konsequent den Regeln folgen will - so wie es beim Gendern der Fall ist - sondern, weil die Sprache so viel Offenheit bietet.


    Wenn man versucht, explizit alle Geschlechter zu inkludieren, und dies dann in Einzelfällen gerade daran scheitert, ist das ein Armutszeugnis für die ganze Sache.

    Warum willst du nach Berlin? Das ist das BL mit den miesesten Bedingungen für Lehrkräfte: Keine Verbeamtung, viele Brennpunkte, hohe Lebenshaltungskosten (je nach Gegend und Ansprüchen).


    Generell wird in Berlin fast alles gesucht (was an o.g. Gründen liegen dürfte). Da Kunst quasi überall Mangelfach ist, solltest du auch in Berlin keine großen Probleme haben, was zu finden, auch wenn du sonst kein Fach anzubieten hast. Evtl. wirst du dann einfach an verschiedenen Schulen eingesetzt.

    Das ist doch genau dasselbe wie in dem schon genannten Beispiel "Beamt*innen", also: "Beamte" und "Beamtinnen".

    Ja, und gleich unlogisch. Eine Sprache, in der man sich den passenden Buchstaben einfach gedanklich raussuchen soll.




    FrozenYoghurt


    Ich würde einfach schauen, welche Altersstruktur das Kollegium hat (im besten Fall sind dort auch ein paar Jüngere, die auch so wie du dort hin gekommen sind, wissen wie es ist, und dir helfen, dich dort schnell einzuleben, Kontakte zu schließen), ob es Bars, Kneipen etc. gibt, wo man Leute kennenlernen kann, ob es Vereine gibt, die den eigenen Interessen entsprechen, und ob man die Gegend allgemein okay findet (Natur, Einkaufs-/Freizeitmöglichkeiten, Stadt-/Dorfbild).



    ... ist doch eigentlich alles gesagt. Wenn sie der Beziehung noch für zehn Pfennige Zukunft geben würde, würde sie sich nicht freuen.

    Wobei es auch Personen gibt, die selbst zurückstecken, damit jemand anders glücklich wird. Das ist jedoch wahrscheinlich sehr selten, und trifft nach den Schilderungen hier m.E. auch keineswegs zu. Vor allem, dass sie auch, wenn er hier bleibt, nicht mit ihm zusammenwohnen will, sagt wirklich alles. Klingt für mich nach einer Person, die nicht den Mut hat, selbst Schluss zu machen und evtl. schon jemand anderen im Auge hat oder bereits hat.

    Wenn, dann auch konsequent. Also auch Bürger*innen*meister*innen.


    Ich bin absolut nicht für das Gendern. Aber wenn, dann sollte es mMn auch klaren, logisch nachvollziehbaren Regeln folgen und nicht einfach beliebig sein.



    Und wie sieht es z.B. mit Friseure und Friseurinnen aus?

    Bei Friseur*innen soll man sich als Mann dann einfach das "e" rauspicken, oder wie?

    Humblebee


    Dann erklär's mir bitte, statt nur verwirrt zu sein. Ich versuche ja nur, das Ganze logisch nachzuvollziehen. Und ich als Mann möchte dann halt im Plural auch nicht ausgeschlossen werden. ;)




    Außerdem finde ich die Aussprache von Kolleg*inn/en cool. Das klingt echt Roboter-mäßig.

    FrozenYoghurt


    Ich würde mir an deiner Stelle auch die Gegend anschauen und schauen, ob du es dir vorstellen kannst, dort zu leben.




    - viele Kolleg*innen im Berufseinstieg?

    Mal eine kleine Frage von jemandem, der nicht gendert:


    Inwiefern werden in dieser Wortbildung auch männliche Personen berücksichtigt?


    Bei Physiker*innen funktioniert das, weil man daraus Physiker und Physikerinnen ablesen kann (und der Stern halt für die Geschlechtsidentitäten). Bei Kolleg*innen geht das aber nicht, man bekommt "Kolleg", Kolleginnen und den Stern.

    Müsste da dann nicht logischerweise noch eine Abtrennung zum "en" hin? Also: Kolleg*inn/en? Das würde in meinen Augen zumindest syntaktisch Sinn machen, sonst hat man doch für den männlichen Plural nur "Kolleg".

    Fallen Angel


    Ich weiß nicht, was du dir da zusammendenkst. Lindberg meinte einfach nur, dass sich seinem Empfinden nach in der Pandemie viele Leute zurückgezogen haben, sich ihr Kommunikationverhalten geändert hat, und dass er das schade findet.


    Keine Ahnung, was du willst. Es geht doch nicht darum, jemandem etwas vorzuschreiben, aber man kann doch eine Entwicklung bedauern.


    Piksieben


    Ja, lustiger Schreibfehler. Wenn man mit Lockdown Streik meint, dann kommt der bestimmt schneller, als einem lieb ist.

    Nein, im Ernst. Ich frage mich schon länger, wie ein Verkehrsmittel, das sich auf Schienen bewegt, sich so häufig verspäten kann. Gas geben und bremsen, das kriegt auch die KI hin, die ist auch nicht traumatisiert und evtl. dann berufsunfähig, wenn sich mal wieder einer davorschmeißt. Die technischen Inspektionen kann auch jemand anderes übernehmen, dafür muss man kein teuerer Lokführer sein.

    Man macht sich ständig Gedanken, wie man den ÖPNV attraktiver machen könnte - Pünktlichkeit und günstigere Preise wären ein guter Ansatz. Mit KI wäre da sicher eine Verbesserung zu erzielen.


    Oder ist Deine Formulierung eine spezielle Trans-Form? So abgestuft: Männlicher Mann, weiblicher Mann, männliche Frau, weibliche Frau ...

    Würde mich heutzutage nicht wirklich wundern.

    Ich würde eher sagen befremdlich - dass einem gesellschaftliche Veränderungen - in diesem Fall die Tendenz zur Vereinsamung und Isolation, die generelle Veränderung sozialer Kommunikationsmuster - neben der Pandemie maßgeblich befördert durch den Ausbau der sozialen Medien im Internet (mit allen Konsequenzen), einfach egal sind bzw. dass man jemandem empfiehlt, er solle dies doch einfach so hinnehmen und seine Empfindungen ignorieren, weil Veränderung einfach normal sei.

    Insbesondere die Frage der Finanzierbarkeit kann ein großes Land wie Deutschland nicht mal eben lösen.

    Gerade darin sehe ich überhaupt kein so großes Problem. Es wird ja nicht plötzlich weniger Geld erwirtschaftet, es werden nur weniger Arbeiter/Angestellte benötigt, um dieses zu erwirtschaften.


    Ein Firma mit zuvor 100 Mitarbeitern erwirtschaftet dann mit 10 Mitarbeiten das Gleiche. Man muss da ein bisschen steuerlich was anpassen, aber im Prinzip nimmt es sich nichts.

    Ich glaube nicht, dass ein bG von 1000€ gegenüber Hartz IV von jetzt den Staat in den Ruin treiben würde. Dass ein bG nicht die Höhe eines mittleren Gehalts haben kann, sollte auf der Hand liegen - das wäre natürlich nicht finanzierbar. Würde man nur die ganzen Personen kompensieren müssen, die dadurch ihren Job verlieren, würde es m.E. funktionierten in Höhe ihres ehemaligen Einkommens. Muss man jedoch auch die zuvor Beschäftigungslosen mit einbeziehen, ist dies aber nicht möglich, was bei einem Satz von 1000€ netto für alle dann wiederum die Kaufkraft mindern würde. Dann funktioniert es wirklich nicht.


    Auch würde es theoretisch nur funktionieren, wenn sich die Größe der Bevölkerung nicht erheblich erhöht. Da geht der Trend leider weltweit in eine andere Richtung. Die massive Überbevölkerung der Welt in der Zukunft wird in meinen Augen eines der Hauptprobleme darstellen und letztendlich auch so etwas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen scheitern lassen, außer die Bevölkerungsgröße eines Staates wird entsprechend der Wirtschaftsleistung reguliert.



    PS: Ich frage mich, wann Lockführer wohl von KI ersetzt werden?

    Zumindest kann man wahrscheinlich sagen, dass es kein so großes Problem sein sollte, Vertretungsstellen an Gesamtschulen oder H/R zu bekommen, denn für Sek 1 wäre das schon eine sehr gute Fächerkombi m.E.


    Inwiefern das dann für die OG in NRW zählt (also auch, wenn man an H/R eine Vertretungsstelle hat), weiß ich jedoch nicht.


    An Berufsschulen gibt es Französisch, zumindest hier, m.W. nur am BG, wo Leute die zweite Fremdsprache für's Abitur nachholen müssen, oder im schulischen Ausbildungsbereich Fremdsprachenkorrespondenz.



    Dass man mit dieser Kombi allerdings gar nichts findet, halte ich für eher unwahrscheinlich. Könnte mir gut vorstellen, dass man auch gerne für die Nachqualifikation für H/R genommen wird oder an einer Gesamtschule ohne Oberstufe (gibt es das in NRW?) eine Planstelle bekommt mit diesen Fächern.

    Die Frage ist halt, ob man auf so etwas spekulieren sollte. Man spekuliert schließlich auch nicht darauf, eine größere Summe in der Lotterie zu gewinnen.


    Des Weiteren finde ich es sehr befremdlich, dass die Fernuni Hagen (die meines Wissens die einzige staatlichen anerkannte Fernuni in Deutschland ist) einen mit Lehramtsbachelor in Politikwissenschaft, Philosophie oder Soziologie zum Master zulässt, ohne dass man eines dieser Fächer als Unterrichtsfach studiert hat.


    Dann wird das mit den Fächern allgemein eher nichts.



    Ich weiß von einem Fall, wo jemand als Doktor der Germanistik an einem Gymnasium eingestellt und verbeamtet wurde. Nur ist das schon über 40 Jahre her, soweit ich mich erinnere.

    Auch wurden wohl in den 60ern und 70ern Soziologen in der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik (oder wie auch immer es damals hieß) eingestellt und verbeamtet, da es damals noch keinen wirklichen Ausbildungszweig für Lehrkräfte dieser Fachrichtung gab.


    Aber heutzutage halte ich es für völlig ausgeschlossen, mit einem der vom OP genannten Fächer einen Quer- oder Seiteneinstieg zu machen (von Grundschulen in Berlin mal abgesehen).


    Die einzig sinnvolle Möglichkeit, die ich sehe, wäre es, an einer Uni den passenden M.Ed. anzuhängen (kann man ja auch in Teilzeit machen). Dabei wäre es dann einstellungsmäßig zu empfehlen, auf Haupt- und/oder Realschullehramt zu wechseln mit dieser Fächerkombi.

Werbung