Beiträge von DpB

    Was war da?

    Beim ersten größeren Ausbruch in einer Schule hat die Bildungsministerin sinngemäß in der Presse verkündet, sie hielte es für eine Sauerei, dass offensichtlich die LehrerInnen sich nicht an die "Hygiene"regeln hielten. Die Schuld lag also ganz schnell bei denen, die ihre sch... Konzepte ausbaden dürfen.


    Finde leider den Artikel nicht, ist schon ein Weilchen her. Wenn ich ihn wieder finde, wird nachgeliefert.

    Zur Eingangsfrage: Wenn ich erkältet bin und arbeiten gehen, wird die Erkältung schlimmer, ich stecke ziemlich sicher ein paar Leute an, und ich falle danach länger aus. Also bleib ich daheim. Das ist von Corona völlig unabhängig.



    Dazu:

    Jeder hat die Infos seines Landkreise und muss letztlich nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden.

    Die Infos unseres Landes lauten in etwa, ich möge doch als Lehrkraft auch bei meinen Schülern entscheiden, ob sie jetzt allergischen Husten, normalen Erkältungshusten oder Coronahusten hätten. Und ich soll sie mit Fieber heimschicken. Anfassen oder gar messen darf ich aber nicht.


    Deshalb habe ich letztens der SL ein Schreiben übergeben, dass ich keine medizinische Ausbildung habe und jegliche Verantwortung für eventuelle Infektionen im Schulbetrieb von mir weise, auch vor dem Hintergrund des hanebüchenen "Hygiene"konzepts, das die Landesregierung vorgegeben (und dabei ein deutlich besseres unseres Chef verboten) hat. Wie man in Berlin gut sehen konnte, wird dann ja im Ernstfall SEHR schnell versucht, die Schuld für das Totalversagen der vorgesetzten Behörden auf die Lehrkräfte abzuwälzen.

    Bin ich der einzige, der bass erstaunt bis entsetzt ist, dass sich in Pandemie-Zeiten ein ganzes Kollegium für ein geselliges Beisammensein aufmachen will? Wie klein ist das Kollegium denn? In welcher coronafreien Region ist es zu Hause? Es werden reihenweise Klassenfahrten gestrichen und viele Wandertage eingegrenzt, aber für ein potentielles SuperSpreaderEvent (mit Alkohol) haben die studierten Leute Zeit? Man sollte eher dies dem Kollegium vorhalten als die rein persönlichen Gründe, nicht bei so etwas mitmachen zu wollen.

    Kann man von zwei Seiten sehen. Einerseits soll man solche Zusammenkünfte natürlich vermeiden.


    Andererseits waren wir am Wochenende auch mit zwei befreundeten Kollegen und ihren Frauen wandern inklusive Einkehr. WENN es eine Gruppe gibt, bei der Kontakte wirklich scheißegal sind, dann die, die wegen der nicht vorhandenen Hygienekonzepte in der Schule sowieso "zwangskuscheln" müssen. Wenn einer von uns positiv wäre, wären es sowieso alle.

    Tja...willkommen im Lehreralltag.....wir zahlen immer, wenn wir unsere Freizeit mit den Kollegen verbringen.

    Wenn es um etwas freiwilliges in der Freizeit geht, ist dagegen auch absolut nichts einzuwenden.

    EDIT: Aber an dem Teil, an dem man die ARBEIT bezahlen soll, kann man was ändern: einfach weigern (was übrigens auch freundlich geht. Ist nicht so, dass ich mit der SL Streit bekommen hätte oder sowas).

    EDIT: Ach sorry, am Handy sah ich nicht, dass dazu schon einige Beiträge kamen, war auf der falschen Seite... Ich fasse mal meinen Sermon zusammen: Siehe Seph und O.Meier, die haben vollkommen Recht ;-)

    EDIT ENDE


    Wird dieser Ausflug denn komplett finanziert? Bei uns kam allen Ernstes mal der Personalrat (!) auf die Idee, eine verpflichtende Fortbildung in Ausflugsform zu machen, inklusive ebenfalls verpflichtendem "gmeütlichem Beisammensein", für das jeder selbst löhnen sollte. Außer mir haben stolze 2 von ca. 100-120 Leuten mal angemerkt, dass wir nicht die leiseste Lust haben, bei Dienstpflichten noch Geld zur Arbeit zu tragen, und der entsprechende Konferenzbeschluss widerrechtlich sei. Die anderen Schäfchen waren froh, dass sie am Fortbildungstag nichts sinnvolles tun mussten, man scheint seinen Job ja ziemlich zu hassen.


    Habe dann mit der SL (die das auch beknackt fand, aber dem PR nicht reinpfuschen wollte) ausgehandelt, dass ich stattdessenan diesem Tag sinnvolle (!) Tätigkeiten im Schulgebäude übernehme, und sowohl SL als auch PR gegenüber sehr deutlich gemacht, dass ich, falls sowas nochmal vorkommt, bei der ADD vorher einen Antrag auf Kostenerstattung stellen werde, auch wenn die Konsequenz sein wird, dass die ADD bis in alle Ewigkeit solche "Fortbildungen" verbietet. Dazu braucht man aber entweder ein gutes Standing oder es muss einem alles egal sein. Bei mir ist's letzteres.


    Und zu "geselligem Beisammensein" allgemein: Ehrlich, als Referendar bin ich da auch immer hin, man sollte sich ja "sehen lassen". Heut geh ich da nur noch hin, wenn ich weiß, es wird lustig (und alkoholreich). Das sind im wesentlichen die Abteilungsfeiern. Beim gesamt-Schulgrillen war ich schon locker 5 Jahre nicht mehr.

    Humblebee ich hab mal ein bisschen rumgesucht. Das Gesetz/den Erlass finde ich tatsächlich nicht, aber auf Seiten von Handwerkskammern stehen überall die 5 Stunden, Bundeslandübergreifend (deshalb würde ich auf das BBiG oder JArbSchG tippen).


    Vermutung: vielleicht erzählt das die SL, um die leidigen Schülerdiskussionen "wir armen, wir haben immer sooo viel Schule", "können wir früher Schluss machen" usw. im Keim zu ersticken. Wäre kein so dummer Schachzug :-)

    Humblebee Ich hab's verkürzt dargestellt. Unsere sind im Wechsel einen oder zwei Tage pro Woche da, über alle Lehrjahre.

    In einigen Industrieklassen haben wir allerdings seit neuestem auch Block.


    Zu 6/8 Stunden:

    In den Tiefen irgend eines Gesetzes oder einer Verordnung steht, dass der Schultag als voller Arbeitstag zählt, sobald 5 Schulstunden abgeleistet sind.


    Mindestens 8 Stunden... hihihi, wir haben in der Elektrotechnik nicht mal mehr genug LuL, um allen Klassen sechs Stunden zu gönnen.

    Berufskollegs sind ja in etwa das, was bei uns die berufsbildenden Schulen sind...

    unsere Schülerschaft setzt sich etwa so zusammen:


    1. Klassische Berufsschüler. Die arbeiten an 4 von 5 Tagen die Woche. Am 5. haben sie 6-8 Stunden Schule. Die haben GAR keine Lust, das bisschen Freizeit das bleibt, auch noch in der Schule zu verbringen (und ich kann's verstehen).


    2. Vollzeit-Berufsbildungsgänge. Da landen ehrlich gesagt vor allem die, die keine normale Ausbildung finden, andererseits aber auch eigentlich nicht so "schul-affin" sind (sonst hätten sie eine allgemeinbildende weitergemacht). Ebenfalls: GAR keine Lust.


    3. Vorbereitungsklassen. Für die meisten da ist die Schule mit "ein riesiger Haufen Scheiße" ausreichend beschrieben. Motivation für was zusätzliches? muahahaha ;-)


    4. Techniker- Meister- und Umschülerklassen. Für die gilt das, was für Gruppe 1 gilt. Dazu kommt noch, dass viel Familie u.Ä. haben. Die haben schlichtweg keine Zeit.


    5. Berufliches Gymnasium. DAS sind "ganz normale Schüler". Und für die gibt's auch die ein oder andere AG. Zahlenmäßig machen die an unserer Schülerschaft vielleicht 10% aus, wenn überhaupt. Entsprechend gering ist das AG-Angebot.


    Hinzu kommt wohl, dass zumindest an gewerblich-technischen BBSn/Berufskollegs der Lehrermangel noch extremer ist, als in vielen anderen Schulformen. Wir sind auch schlicht und einfach so schon ausgelastet.


    Was übrigens tatsächlich auch bei anderen Schülergruppen gut ankam und wohl mit AGs vergleichbar ist: "Früher" haben wir öfter Labors umgebaut. Da haben sich immer interessierte Schüler gefunden, die sogar in ihrer Freizeit, teilweise im Urlaub (!), zum helfen kamen, weil es sie interessiert hat. Sie konnten eine Menge aus der schulischen und beruflichen Bildung anwenden und vertiefen, und ab und zu, wenn's was zu programmieren gab, sprang noch ein offizielles Fortbildungszertifikat für sie raus, das normal ne Menge Geld kostet. War ne super Sache für alle Beteiligten.


    Nach dem letzten Laborumbau war allerdings die Reaktion des Schulträgers nicht, wie man es erwarten würde, "danke, dass Ihr unsere Arbeit für umme macht", sondern "Ihr dürft aber nicht die Deckenplatten bewegen" (bei Elektroninstallationen!). Das war der Punkt, an dem wir geschlossen von "wir sorgen dafür, dass der Laden läuft" zu "scheiß drauf, soll doch alles verfallen, ich rühre keinen Finger mehr zusätzlich" gewechselt sind. Wir schreiben jetzt in einem Haus voller studierter Elektrotechniker und gelernter Elektroniker brav für JEDE Leuchtstoffröhre, die gewechselt werden muss, einen Antrag an die Stadt.

    DpB: Verstehe ich da richtig, dass du zumindest in bestimmten beruflichen Fachrichtungen ein spezifisches Lehramtsstudium für unnötig hältst?

    Richtig.

    Geschätzt 80% der technischen Lehrer bei uns sind Quereinsteiger o.Ä.

    Die sind keinen Deut schlechter als wir.eher besser, weil die meisten Erfahrung aus der echten Welt mitbringen (ich zwar auch, aber das ist für einen reinen Lehramtler nicht normal).


    Die Pädagogik die Du bei uns brauchst ist mit "sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch" nahezu abschließend zusammengefasst. Und die Didaktik... ehrlich, DIE lernt man im Ref. Auch da ist das Unizeugs zu allgemein und abgehoben.

    Mach den Master für Lehramt an beruflichen Schulen, wie du bereits herausgefunden hast. Du wirst extrem gesucht sein. Das Zweitfach ist egal, weil du mit hoher Wahrscheinlichkeit nur deine beruflichen Fächer unterrichten wirst. Der Lebenslauf ist im Lehrerberuf irrelevant. Im Lehramt an beruflichen Schulen passt du schon damit sehr gut rein.


    Dir viel Spaß und Erfolg :)

    Ich schließe mich da FAST an.


    Würde aber eher vorschlagen: Mach den Ingenieursmaster und geh dann per Quer- oder Seiteneinstieg an die berufliche Schule. In den MINT-Fächern, dort vor allem den T-Fächern, ist das kein Problem, und Du hast einen großen Vorteil: Wenn Du später willst, kommst Du einfacher wieder raus, weil Du einen "wirtschaftstauglichen" Abschluss hast.


    Der einzige Unterschied im Ref (bei uns) ist, dass die Quereinsteiger das erste halbe Jahr einen zusätzlichen Pädagogik-Kurs haben. Ansonsten alles gleich: Bezahlung, Status, Stundenzahl, retliche Ref-Ausbildung etc. Und an der BS guckt Dich als Quereinsteiger auch keiner blöd an, die sind da der Normalfall.


    Und mach Dir keine Gedanken über versäumte Pädagogikinhalte von der Uni. Die sind meist dermaßen weltfremd, dass sie an der berufsbildenden Schule kein Mensch braucht (just for the records: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das an anderen Schulformen anders ist).

    Wieso? Es gibt ja kein "eindeutig" oder "bisher wurde es so geregelt", wie z. B. bei Schwangerschaften. Fände es nicht verkehrt, jetzt eben neue Wege zu suchen. Oder meinst du, dass es aufgrund von Risiken das beste wäre, ausschließlich und konsequent alleine zu arbeiten?

    zu Punkt 1: Zumindest bei uns ist es eindeutig geregelt, dass man vom home office aus beschult.


    Zu Punkt 2: Für risikopatienten wäre es wohl tatsächlich das beste, alleine zu arbeiten. Man kann aber das Risiko m.E. abstufen. Beispiel bei uns: der gerade erst einigermaßen genesene Krebspatient, der dazu noch eine Menge Folgeprobleme hatte, und den jede noch so geringe Infektion sehr wahrscheinlich massiv schädigen, wenn nicht gar töten würde, bleibt natürlich zu Hause (und macht Fernbeschulung). Andere, die daheim bleiben dürften, aber nicht "hochgefährdet" sind, übernehmen freiwillig kleine Klassen, wo viel Abstand möglich ist. Während der Schulschließung haben vereinzelte KollegInnen aus dem leeren Klassenraum gestreamt.


    Das heißt, im Rahmen von "mach Unterricht" ist schon einiges an Spielraum bezüglich der Örtlichkeit möglich. Vielleicht gibt's den ja für den Fragesteller auch.

    Einerseits kann ich Deinen Wunsch nach Struktur durch "das Haus verlassen" nachvollziehen, die Trennung von Beruf und Privatleben im HomeOffice ist WIRKLICH schwierig.

    Andererseits ist es eigentlich relativ eindeutig: Wer als Risikogruppe nicht unterrichten kann, macht Fernbeschulung (bzw. bei euch dann wohl das Äquivalent "bereitet den Weg für Fernbeschulung").


    Ich weiß nicht, wie riskant der Schulbesuch konkret für Dich ist - geht mich auch nichts an! - aber wäre es vielleicht eine Option, in der Schule einen Einzelarbeitsplatz zu bekommen, von dem aus Du Deine HomeOffice-Tätigkeiten durchführen kannst? Also grob nach dem Motto "Reinlaufen mit Maske, wenn alle anderen im Unterricht sind, am Einzelplatz in einem eigenen Raum sitzen und arbeiten, rauslaufen wieder mit Maske, wenn alle im Unterricht oder weg sind"? Dann könntest Du Deine Aufgaben wahrnehmen und hättest die Struktur trotzdem drin.

    Die Fallzahlen steigen in NRW, da ist es doch auch klar, dass jetzt nach den Ferien auch mal ein Schüler betroffen ist. Aber gab es jetzt in NRW oder auch woanders große Fälle, wo ein Schüler oder Lehrer im Unterricht dann in der Schule viele andere angesteckt hat?

    Das dürfte eine Woche nach Ferienende schwierig sein, bei der Inkubationszeit.


    Aber 358 Leute mit Schulbezug in Quarantäne in EINEM Bezirk finde ich schonmal relativ bedenklich: https://www.merkur.de/politik/…-aktuell-zr-90021956.html


    (Sollte der mir unbekannte rheinische Merkur was Springer-ähnliches sein, bitte ich um Entschuldigung: Die ursprüngliche Info hatte ich nur als Auszug aus einem bezahl-Artikel gelesen)

    Sind die Unterschiede überhaupt so extrem? Oder ist es nicht so, dass bei den rotierenden Bundesländern die Ferien pro Jahr um jeweils eine Woche nach vorne oder nach hinten wandern?


    Sarek

    Der Unterschied ist immer heftig, wenn man einmal spät war und dann zu "ganz früh" rotiert.


    Zur eigentlichen Frage: Ich habe einmal die Maximalplanung gemacht und streiche in kurzen Jahren ein paar "Kann-Themen". Wenn ich trotz Ausschöpfung aller Themen in langen Jahren noch Zeit übrig habe, gibt's ein paar Fachfilme mit Diskussion usw.

    Muss ich die Schüler bei regelmäßiger Maskenverweigerung rauswerfen?

    Wenn bei Euch Maskenpflicht herrscht: Ja. Ich würde bei mehrfacher (!) Weigerung einen Klassenleitertadel mit Benachrichtigung in den Betrieb und Ausschluss für den Rest des Tages draus machen. Bei mehrfacher Mehrfachweigerung dann über die SL.

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