Beiträge von Ruhe

    Ruhe: Ist es bei den Physik- und Chemiebeispielen nicht möglich, das Ganze (vorrübergehend) über bezahlte Überstunden zu lösen, dass die Schüler dennoch den Unterricht, der ihnen zusteht, erhalten? Und ja, wenn es wirklich einen extremen Mangel in manchen Fächern gibt, hilft wohl nur, dass Lehrer mit entsprechenden Fächern nur noch diese unterrichten und nicht mehr ihre Zweitfächer. Aber soweit seid ihr vermutlich auch schon, oder?

    Ja, natürlich. Bezahlte Mehrarbeit muss ja auch auf Dauer genehmigt werden. Zudem gehen die Kollegen, die diese Mehrarbeit machen irgendwann auf dem Zahnfleisch. Einige sind auch Teilzeitkräfte, die ihre Reduzierung nicht mit Mehrarbeit wieder auffangen wollen. So wie ich z.B. Ich mache nicht Teilzeit, weil wir zu viel Geld haben, sondern weil ich damit meine persönliche Work-live-balance gefunden habe (habe Familie und eine Schwerbehinderung). Die mache ich mir nicht mit Mehrarbeit kaputt. Es ist schon anstrengend genug, wenn man mehrere Klassen einstündig hat (viele Namen, viele Noten, viele Korrekturen).
    Ein anderes Problem ist, dass ich ja beide Fächer habe wie alle meine Chemie/Physikkollegen. Da ist nichts mit mein Zweitfach nicht unterrichten. Es will halt keiner aufs Dorf im Sauerland.

    Wir haben so ein ähnliches Modell mal vorübergehend gemacht.
    Hierbei ging es um den krankheitsbedingten Ausfall eines Mathelehrer, der viel Mathestunden hatte. Ein Ersatz und eine Abordnung war nicht zu kriegen.
    Wir haben dann in einem Jahrgang von den vier Mathestunden einen regulären Mathelehrer drei Stunden eingesetzt und in der vierten Stunde einen Lehrer eines anderen Fachs, der dann Aufgaben beaufsichtigte, die der Mathelehrer (z.B. in einer Klasse war ich das) gegeben hat.
    Das blöde war, dass ich eine deutliche Mehrarbeit hatte. Ich musste die Aufgaben zur Verfügung stellen und nachher diese noch besprechen und kontrollieren. Da ging mitunter (nicht immer aber öfters) eine Unterrichtsstunde für drauf. Der Nicht - Fachlehrer konnte den Schülern während des Unterrichts nicht helfen. Man kam im Stoff nicht recht voran.
    Zum Glück kam der Kollege nach ca. 2 Monaten wieder.
    In Physik stelle ich mir das noch blöder vor. Da die verbliebene Stunde beim Fachlehrer ja auch teilweise für die Aufarbeitung der anderen Stunde draufgeht ist das schwierig. Zudem hat der Physiklehrer ja auch Mehrarbeit, da er seinen eigenen Unterricht vorbereiten muss und zusätzlich die Stunden von Kollegen, die nur einfach das Material nehmen vorbereiten muss.
    An meiner jetzigen Schule unterrichten wir Physik und Chemie in einigen wenigen Jahrgängen nur einstündig die Woche. Zwar knapp, aber ich kann staff planen und bin immer selbst drin.

    Das heißt, eine 6 gibt es bei dir gar nicht, das Schlechsteste wäre die 5?

    Natürlich gibt es die 6.

    Um bei deinem Beispiel mit den 5 Punkten zu bleiben:

    O Punkte in der Leistungsüberprüfung: 0:40 = 0 --> 0 x 5 + 1 = 1 --> Note: 1 (entspricht in der Schweiz der Note 6 bei uns)

    So habe ich das jedenfalls verstanden.

    Mal eben nebenbei: Die Kollegin in meinem Beitrag weiter oben war ja nicht krank. Das gab sie offen zu.

    Arbeitsorganisation ist das eine, generelle Probleme mit der Ungleichbehandlung der Korrekturfächer das andere. Für letzteres können die Kollegen aber nichts. Hier hat die besagte Kollegin den Kollegen bewusst Mehrarbeit auferlegt. Das geschah nicht so ein bis zweimal, sondern bei jeder Klassenarbeit, die sie schrieb.

    Was ich mich nur jetzt frage: Wie soll man den gegen solche Kollegen vorgehen? "Petzen" ist ein No - Go, sagen einige hier, aber hinnehmen geht auch nicht.

    Anekdote:
    An meiner vorherigen Schule gab es auch eine Kollegin, mit zwei Korrekturfächern, die immer, wenn sie eine Klassenarbeit geschrieben hat am nächsten Tag fehlte. Das konnte man quasi schon im Kalender ankreuzen. Wir Kollegen (an einer kleinen Schule) waren nicht erfreut, da wir sie dann immer vertreten mussten. Zudem gab sie die Klassenarbeiten dann auch immer am nächsten Tag zurück. Die Schüler freuten sich (eine Deutscharbeit in der 10. Klasse am Montag geschrieben und am Mittwoch zurück). Wir waren sehr sauer.
    Die Kollegin sagte (als man sie drauf ansprach), dass sie doch gearbeitet hätte, nur eben am Schreibtisch zu Hause. Sie hätte doch nicht blau gemacht.
    Zum Glück hat der Chef das dann selbst gemerkt. Die Folge war, dass sie nun nicht mehr nach jeder Klassenarbeit fehlte, sondern nur nachdem sie mehrere geschrieben hatte, dann eine Woche (mit Attest). Am Tag des Wiedererscheinens hatte sie dann 3 bis 4 Stapel fertig korrigierter Klassenarbeiten dabei.
    Das finde ich ein No-Go.

    Nochmal: Wie reagiert man richtig, wenn man das "Opfer" solcher Kollegen ist? Die verbleibenden Kollegen können auch irgendwann nicht mehr.

    Hier müssen wir wohl auch die Schulformen unterscheiden.

    Ich denke, dass das ein wichtiger Punkt ist. In meiner Schulform sehe ich die Kinder regelmäßig. Meine Fächer, die z.B. nur einstündig sind finden im Fachraum (Chemie oder Physik) statt. Da bestimme ich die Sitzordnung. Die bleibt dann auch so. Also funktioniert die Sitzplanmethode.

    Problematisch ist allerdings, dass wir meist in den ersten Wochen viele "Nachzügler" haben, die durch abgebrochene Ausbildungen, Schulformwechsel u. ä. erst später zu uns kommen, während andere die Klassen wieder verlassen. Gerade in diesem Schuljahr war es in einer Techniker-Klasse ganz krass, wo es bis zu den Herbstferien etliche Schülerwechsel gab: zehn (!) sind seit dem ersten Unterrichtstag, an dem ich diese Klasse hatte (das war der insgesamt fünfte Schultag des neuen Schuljahres), neu dazu gekommen, vier gegangen und weitere fünf, die auf meiner Schülerliste aus dem Sekretariat standen, sind gar nicht erst erschienen.

    Auch so eine Fluktuation innerhalb einer Klasse innerhalb eines Schuljahres kommt an meiner Schulform nicht vor.

    Wäre ich an er BBS (oder ähnlichem) würde ich wahrscheinlich auch Fotos haben wollen.

    Eine Kollegin von mir, katholisch aufgewachsen, musste die Konfession wechseln, damit sie an ihrer Wunschuni evangelische Theologie studieren durfte und evangelische Religion unterrichten darf.

    Das finde ich jetzt aber nicht Humbug.
    Mal losgelöst von der der ganzen Diskussion über Religionsunterricht an den Schulen:
    Wenn jemand Religion unterrichtet (in diesem Beispiel evangelische Theologie), dann sollte diese Person aber schon die Konfession haben, die sie unterrichtet.

    Kleine Anekdote:
    Ein Bekannter von mir, ebenfalls katholisch erzogen und aufgewachsen, durfte evangelische Theologie studieren, musste aber die Konfession wechseln als er es unterrichten wollte. Der hatte aber "komische" Gründe dafür als katholischer Mensch evangelische Theologie zu studieren.

    An meiner jetzigen und an meiner vorherigen Schule hat die Sammlungsleitung Chemie der/die Gefahrstoffbeauftragte gemacht.
    Dafür gibt es Fortbildungen. Der/die Gefahrstoffbeauftragte bekommt dafür eine Entlastungsstunde, die so festgeschrieben ist. Die ist nicht verhandelbar in irgendwelchen Konferenzen. Zu diesem Posten musste man sich schriftlich bereiterklären.
    Mein vorheriger und auch jetziger Schulleiter/in nehmen das ernst.
    An meiner vorherigen Schule hatte ich das Amt der Gefahrstoffbeauftragten und damit auch die Sammlungsleitung. Ich hatte eine Ermäßigungsstunde. Ich hätte es auch sonst nicht gemacht.

    Sind bei euch Gefahrstoffbeauftragter und Sammlungsleiter Chemie getrennt?

    Edit: Sammlungsleitung und Fachvorsitz müssen nicht die gleiche Person sein. Es sei denn man ist der einzige Fachlehrer an der Schule ;)

    außer vielleicht durch mehr Teilzeit und das sage ich ja, durch einseitige Gehaltserhöhungen steigt nur die Teilzeitquote (in Berlin um 20%) und das verstärkt den Lehrermangel, den man mit besseren Gehältern doch angeblich bekämpfen wollte, noch mehr.

    Nee, weil die Krankenquote vor allem der Dauerkranken geringer ist

    Ich kriege diese beiden Aussagen nicht zusammen. Wo ist mein Denkfehler? Kann mich einer aufklären?

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