Hi Ho,
für unser Archiv mal ein kurzes Feedback meiner Auswahlgespräche diese Woche (NRW, Sek II):
- Es gibt Auswahlgespräche, die mit einem kurzen eigenen Vortrag, ca. 7 min., eingeleitet werden. Ein Thema kam bereits im Dezember, also 3 Wochen vorher; in zwei Fällen hatte ich 20-30 min. Vorbereitungszeit; einmal hatte ich 3 min. (im Zimmer der Auswahlkommission); einmal sollte ich mich vorstellen und meine Stärken, Schwächen, Schwerpunkte und Gründe für die Bewerbung nennen; zweimal ging es einfach so los als Gespräch.
- Themen der Vorträge: "Stellen Sie ein Konzept zur Vermittlung der Bedeutung des ... Unterrichts für Schüler und Eltern vor"; "Erörtern Sie Chancen und Grenzen des Einsatzes selbst erstellter Materialien im ... Unterricht"; "Selbstständigkeit - nur ein Modewort? Erläutern Sie die Bedeutung der Selbstständigkeit unter Einbezug Ihrer Erfahrungen und im Hinblick auf das Schulprogramm".
- Fragen, die mir gestellt wurden:
Stellen sie ein konkretes Projekt für fäcgherübergreifenden Unterricht mit dem Fach Englisch vor!
Was würden sie mit einem homosexuellen Schüler tun, der gemobbt wird?
Wodurch könne Sie die Motivation in der Stufe 9 / 10 in ihrem Fach ... erhöhen?
Wie praktizieren Sie Binnendifferenzierung?
Was sagen Sie Eltern, die zu Ihnen kommen und sagen, ihr Kind habe nur bei Ihnen Probleme? .... Angenommen, das stimmt sogar, was würden Sie ändern?
Welche Klassenstufe empfinden Sie als größte pädagogische Herausforderung, und warum?
Ihr Fach wird selten als LK gewählt. Wie könnten Sie Ihr Fach stärken?
Nennen Sie Schwerpunkte und Ziele, die für Sie als Klassenlehrer wichtig wären.
Was wären die Inhalte eines Films, den Sie über diese Schule drehen?
- Die Gespräche führen meistens die SchulleiterInnen, manchmal wechseln sich die Mitglieder aber auch ab. Die größte Kommission waren 7 Mitglieder, die kleinste bestand aus 4 Leuten. Die Atmophäre liegt individuell zwischen einem lockeren Geplauder und einer Prüfung. Ich bin bei zwei Gesprächen zu spät gekommen, das machte gar nichts (trotzdem Angebote / gute Platzierungen); Verlegungen der Termine waren auch unproblematisch.
- Äußeres: Es gab Bewerber mit Schlips, Anzug, weißem Hemd usw. - das war sogar die Mehrzahl - aber auch welche in Jeans; Jacket ist usus, der Rest eigene Sache.
- Wissen über das Schulprogramm, die Homepage usw. konnte man zum Teil einbringen; es wurde aber nicht danach gefragt und kam auch nicht zu ausführlicheren Erörterungen dieser Themen. Das Schulprofil auswendig zu lernen bringt weniger als noch einmal alte Unterrichtsentwürfe durchblättern, um Praxisbeispiele parat zu haben. Schulbesuche im Vorfeld (Dezember) haben meine Chancen, so denke ich, deutlich verbessert; zudem findet man die Schulen leichter und hat das eine oder andere Gesicht schon gesehen.
- Mir persönlich gingen die Gespräche überraschend stark an die Nerven; nach 6 von 9 Gesprächen zwischen Mo und Mi (2 habe ich abgesagt) war ich genau so fertig wie nach dem zweiten Staatsexamen.
Grüße,
JJ