Bei wirklich permanenten Störungen, die über das normale Maß hinaus gehen, gehe ich folgendermaßen vor:
- Einzelgespräch mit dem betreffenden Schüler (fühlt er sich wohl; ist zu Hause alles in Ordnung; gab es Streit; ...)
- Gespräch mit den Eltern (s.o. plus Vereinbarungen über Konsequenzen, die nun folgen, s.u.)
- Einzelsitzplatz (falls der Klassenraum das erlaubt; zunächst für ganze Tage, dann für Stillarbeitsphasen)
- Pausenverbot/Sportverbot (zeitweise, da Bewegung ja wichtig ist, aber das wirkt oft Wunder; in dieser Zeit kann versäumte Arbeit nachgeholt werden; Kind kann z.B. in einem vierten Schuljahr sitzen, wo ein ganz anderer Ton herrscht; hilft oft)
- eine oder mehrere Wochen in der Parallelklasse (Arbeitsmaterial vorher besprechen; Wochenplan für Kollegen machen; muss nicht als Ordnungsmaßnahme gewertet werden, da die Chance besteht, dass das Kind sich in der anderen Lerngruppe tatsächlich wohler fühlt)
- Einzelstunden im Büro der Schulleitung (sehr wirksam!)
- Versetzung in die Parallelklasse (muss auch keine Ordnungsmaßnahme sein; ich hatte eine Schülerin, die in der Parallelklasse Freunde gefunden hatte, dies aber nicht ausdrücken konnte und sich bei mir unmöglich benahm; ein anderer Schüler hatte sich in meiner Klasse alle Chancen verbaut und konnte in der Parellelklasse neu starten, was einigermaßen gut klappte)
Die Kinder, mit denen ich bisher diese Probleme hatte, brachten alle von zu Hause ein ordentliches Päckchen Frust mit. Die Sache mit dem Lob fällt zwar schwer, ist aber für diese Kinder Seelenbalsam, den sie erstmal lernen müssen, anzunehmen. Ich versuche immer ein Mittelmaß zwischen Verständnis und Strenge zu finden, denn oft kennen diese Kinder auch keine Regeln von daheim und wissen einfach nicht, wohin mit sich, was dann im Chaos endet. Für mich belastend sind dann immer die Reaktionen der anderen Eltern, die eine Gefahr für den Lernfortschritt ihres eigenen Kindes sehen und mich dafür verantwortlich machen. Das kann man in dem Moment dann gar nicht brauchen.
Versuche doch mal ganz konkret aufzuschreiben, worin die Störungen bestehen, wann sie auftreten usw. Mir hilft das immer, einen Ansatz für die Ursachen zu finden und daraus entwickel ich auch meine Förderpläne.