Vielleicht liegt es am Alter ... ich glaube, die "positive" Schülergeneration von der er spricht, auch noch erlebt zu haben. Und ich sehe sehr ähnliche Entwicklungen wie er, wenn ich die Schüler meiner jetzigen Oberstufenkurse mit denen vergleiche, die ich so 2004/05 herum hatte. Natürlich sind in den heutigen Kursen immer noch hervorragende Leute drin, aber eben auch mehr von denen, über die er so mit Sorge redet.
Ich fühl mich von dem, was er sagt, in vielen Punkten durchaus angesprochen.
Der Autor sagt (und er meint diese Aussage nicht positiv): "Es ist gewollt, dass die Kinder auf sich gestellt sind." Genau dieses "auf sich gestellt" wird mir aber zu stark an der Schule gepredigt. Gruppenarbeiten, Partnerübungen, der Lehrer als Coach, selbst-entdeckendes Lernen - alles gut, hat seinen Platz. Aber nicht als DAS neue, allein selig-machende Allheilmittel. Ich find Eigenverantwortung gut, aber die muss man auch lernen (können) und mit zu viel überfordert man Schüler (vor allem in der Unter- und Mittelstufe).
Dass das menschliche Hirn viel Murks kompensieren kann, denke ich auch - aber nur, wenn es Alternativen für den Murks bekommt ... bzw. eine andere Pädagogik noch erlebt hat. Und immerhin murksen wir so seit ca. 15 Jahren herum ...
Und zu Erziehung:
- im Thread zur Ganztagsschule kommt doch ab und zu der Hinweis, dass manche Eltern sich nicht ausreichend um die Kinder kümmern könnten, weil sie arbeiten müssten (also liegt es da am Geldbeutel)
- ich finde schon, dass gute Erziehung Zeit für und mit dem Kind erfordert ...
aber richtig, hier ist er doch etwas oberflächlich.
Nur: wir haben inzwischen die ersten Eltern, die als Kinder die negativen Entwicklungen, die er anspricht, selbst "erlitten" haben ... wenn er Recht hat (und auch nur im Ansatz) brauchen wir uns über unsere (zukünftigen) Schüler doch dann wirklich nicht mehr wundern.