Beiträge von DeadPoet

    Nur ein Beispiel für etwas, das so oder ähnlich an unserer Schule häufiger passiert:

    Ich komme in meine 6. Klasse English (letzte Stunde, vor den Ferien) und habe vor, mit Computer / Beamer ein paar zum Thema passende aber das Ganze auch auflockernde kurze Videos zu zeigen (auf Englisch natürlich).
    Ich log mich ein und plötzlich ist der Bildschirm schwarz ... kurze Ursachenforschung: alle Geräte, die an die Wandsteckdosen angeschlossen sind, haben keinen Strom: Kein Overhead, kein Beamer, keine Dokumentenkamera, kein CD Player ...
    Natürlich den Klassensprecher ins Sekretariat geschickt und den OHead auf "ein" geschaltet, damit ich gleich sehe, wenn es wieder Strom gibt. Hat allerdings so 30 Minuten gedauert.
    Also Computer hochgefahren (das dauert bei uns gern nochmal 5 Minuten), einloggen, die entsprechenden Dateien suchen ... und der Strom war wieder weg.

    Wenn's mal der Strom nicht ist, ist es das interne Netzwerk. Ist es das nicht, ist der Beamer kaputt ... und dann werden wir gefragt, ob wir Whiteboards wollen ...

    a) Da sehe ich einen Unterschied zwischen Berufsschule und Gymnasium (Unterstufe)
    b) dass man sie darauf vorbereitet heißt nicht, dass man das Teil die ganze Zeit nutzen muss
    c) für diese "Vorbereitung" ist wenigstens zum Teil die Berufsschule / das Studium / die Berufsausbildung da ... meine persönliche Meinung (ja, da sind wir wieder bei der Befindlichkeit) ist, dass es am Gymnasium nicht nur um die Vorbereitung auf das Berufsleben in einer Firma geht.

    Nein, bist Du nicht. Das hat auch nichts mit Versiertheit zu tun, da ich privat Computer (sowieso) und Tablet häufig nutze. Aber meine Erfahrung zeigt:

    - mein Unterricht wird dadurch nicht besser, dass ich MEIN Tablet einsetze (bei Referendaren, die ich betreue, sehe ich doch häufiger, dass sie ganz tolle Materialien auf dem Tablet haben, ganz tolle Präsentationen ... und die SuS dann zu passiven Konsumenten dieser ausgeklügelten Präsentationen werden ... klar musss man in die Falle nicht gehen, aber allem Anschein nach besteht die Gefahr)
    - die Gefahr, dass irgend etwas bei uns bzgl. techn. Ausstattung (Beamer, Soundsystem, Netzwerk) nicht funktioniert ist groß ... ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das aussieht, wenn alle Schüler ein Tablet haben, man den Unterricht darauf abgestimmt hat und dann plötzlich nichts mehr geht
    - dass die Lebenswirklichkeit der SuS die neuen Medien und Technologien beinhaltet und wir sie da auch zu kritischem Umgang erziehen sollen ist mir klar ... aber nicht dadurch, dass sie das Teil jetzt auch noch im Unterricht ständig vor Augen haben
    - wir haben in den Klassenzimmern Dokumentenkameras, die sind mir lieber, weil ich da auch von SuS mitgebrachte Gegenstände drunter legen kann oder auch mal ein Übungsblatt, eine Hausaufgabe und alle das ohne großen Aufwand sehen können (klar, wenn Kamera oder Beamer nicht geht - siehe oben - dann geht das eben auch nicht, aber mein Unterricht hängt davon nie ab)

    Kreide und Tafel geht immer (Overhead meistens auch) ... das kann ich von unseren Whiteboards nicht behaupten (klar kann ich auf Whiteboards mit einem Stift auch normal schreiben ... aber dafür brauch ich dann auch kein Whiteboard).

    Das mag ich so an manchen Fachleitern. Der Referendar, der ja sonst nix zu tun hat, soll sich auch noch von einer der wenigen Hilfen lösen, die er zur Verfügung hat ... evtl. lassen sich ja an Eurer Schule die Schulbücher der anderen Verlagen auftreiben? Evtl. ist da ein "geeignetes" dabei?
    Und was heißt "nicht geeignet"? Der Darstellungstext? Die Karten? Die Materialien?

    Perserkriege behandelt? Hast Du Dir selbst schon Gedanken gemacht?

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    - Ereignisgeschichte:
    Feldzug gegen die Perser: Warum, welche Ziele? Wichtige Ereignisse? Warum sind seine eigenen Griechen immer unzufriedener? Und dann: Wie vermittle ich das und wie halte ich es fest? Arbeitsblatt mit Lücken zum Ausfüllen? Lehrervortrag? Quellen, Karten oder darstellender Text? Der Verlauf an sich ist weniger wichtig - bis auf ein paar Ereignisse/Eckdaten (Issos, Susa ...). Was bietet das Schulbuch?

    - Diskussion: Verdient er den Beinamen "der Große"
    Es gibt eine Aussage von seinem Lehrer: "Wer andere beherrschen will, muss sich selbst beherrschen lernen".
    Auch der lateinische Philosoph Seneca fällt im 1. Jhd. n. Chr. kein positives Urteil.
    Damit könnte man sogar einsteigen, Charaktereigenschaften erarbeiten und während der Ereignisgeschichte immer mal wieder darauf zurück kommen. Am Ende dann die Diskussion.

    Da das (zumindest in Bayern) im Lehrplan der 6. Klasse drin steht, werden das schon viele getan haben ... aber vielleicht solltest Du Deine Frage etwas genauer formulieren? Alexander hat viele Aspekte und ich brauch eigentlich immer 2-3 Stunden (die Entwicklung nach seinem Tod / die Diadochenreiche mit eingerechnet).

    Der Vater weiß einerseits nicht, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, sich zu anonymisieren (für jemanden, der so auf Sicherheit bedacht ist, ein Armutszeugnis). Der Vater reagiert etwas übertrieben (evtl. will er auch nur "stänkern" oder dem Kind eine gute Note verschaffen), hat aber andererseits grundsätzlich aus meiner Sicht nicht völlig Unrecht. Ich denke, wir sollten vorsichtig damit sein, Internet (insbesondere Youtube-Zugang) bei unseren Schülern vorauszusetzen. Und selbst wenn der Youtube-Zugang nur zum zusätzlichen Üben gedacht war, hat das Mädchen einen gewissen Nachteil. Damit misst der Test nicht unbedingt was er messen sollte, sondern auch (wieder mal) die Rahmenbedingungen im Elternhaus. Die sind sowieso nie wirklich völlig ausblendbar, aber wo möglich, sollte man es tun.
    In anderen Diskussionsthreads stellen Lehrer gerne fest: Wenn die Schule ... möchte, muss sie mir halt einen Dienstlaptop, ein Diensthandy etc stellen ... die gleiche Haltung von Elternseite/Schülerseite so verwerflich?

    20Uhr? Ok, das wird eng, das wird aber auch mit den meisten anderen Berufen eng, wenn man sich nicht immer Urlaub nehmen will. Kommt wohl auch auf den Musikgeschmack an, die meisten Bands, die mich interessieren, verschlägt es auch mal in den Raum Nürnberg/München.
    Aber im Extremfall: Zugverbindung München - Berlin: Abfahrt München Hauptbahnhof 13.22 (das kann man, wenn man nicht Nachmittagsunterricht hat, schaffen ... man kann auch mit dem Vertretungsplaner reden, ob man mal die 6. Stunde tauschen kann) - Ankunft 19.28 ... im Zug kann man durchaus seinen Unterricht für den nächsten Tag vorbereiten.
    Rückfahrt ist blöd (Abfahrt 22Uhr, Ankunft München kurz nach 9Uhr ... man könnte sogar im Zug schlafen und man hat nicht immer zur ersten Stunde Unterricht).
    Das würden höllische zwei Tage, aber wenn ich die Band unbedingt sehen will ... evtl. ist es möglich.

    Ihr spielt unter der Woche Gigs in Hamburg? Und da kommt jemand? Ich bin in meiner Band der einzig Lehrer, die anderen sind aber auch voll berufstätig. NIEMAND von denen will unter der Woche Gigs spielen, zu denen man länger als eine Stunde fährt - denn auch die müssen Urlaub nehmen und die 6 Wochen im Jahr sind auch nicht so üppig, wenn man noch was anderes auch machen will.

    Ja, ich bin mit voller Stelle regelmäßig vor 21 Uhr fertig .... am Anfang hat's mal (nicht immer) bis 20 Uhr gedauert, nach zwei Jahren bis 18Uhr und jetzt bin ich (wenn nicht gerade crunch time ist - also Klausuren oder Abitur) so gegen 17 Uhr fertig (ich hab am Montag bis 17Uhr Nachmittagsunterricht, da bin ich halt dann erst so um 19.30 fertig). Ich arbeite am Wochenende (aber wann, kann ich entscheiden) Samstag/Sonntag so zwischen 2-3 Stunden (dann ist oft ein Teil der Woche schon vorbereitet). Habe ich "Freistunden" an der Schule, korrigiere ich oder bereite Unterricht vor (ok, ab und zu auch mit Kollegen schwatzen).

    Irgendwann hat man mal alle Stunden vorbereitet. Dann geht das viel schneller. Wenn ich merke, die Stunde passt, dann ziehe ich die das nächste Mal, wenn ich die Jahrgangsstufe wieder habe, genau so wieder aus dem Ordner (es sei denn, ich weiß schon vorher, dass die Klasse auf bestimmte Arbeitsformen nicht anspricht, dann wird halt etwas variiert, aber das ist eine Sache von 20-30 Minuten).

    Und es geht durchaus, sich Zeit freizuschaufeln, muss man halt an Tagen, wo nix ansteht, mehr machen - das ist der Vorteil der Zeiteinteilung.

    Sei mir ned bös, aber Du solltest an Deiner Zeitplanung arbeiten. Ich bin seit 2001 an einem bayerischen Gymnasium mit Vollzeit. Und in diesen 16 Jahren hab ich wegen der Schule genau ein Konzert verpasst, das ich sehen hätte wollen. Selbst wenn ich Nachmittagsunterricht habe, endet der spätestens um 17Uhr ... ich setz mich ins Auto und komm mit Sicherheit noch rechtzeitig zu den meisten Konzerten. Den Unterricht, den ich eigentlich noch vorbereiten müsste, den hab ich schon am Wochenende gemacht, denn ich weiß ja, dass ich auf ein Konzert will.
    Ähnliches gilt für Gigs. Im Notfall müssen halt mal 5 Stunden Schlaf reichen (was heißt "weiter weg"?). In anderen Berufen musst Du auch morgens um 8 oder 9 auf der Matte stehen - gut, kannst Urlaub nehmen (ob man den immer dann kriegt, wann man ihn braucht?) ... dafür hast als Lehrer Ferien ... auch in die kann man Gigs legen. Es gibt kaum Tage, an denen ich bis 21 Uhr arbeite (höchstens an Tagen, wo bis 18Uhr Konferenz ist und ich es irgendwie nicht geschafft habe, das Zeugs für den nächsten Tag vorher vorzubereiten ... oder in den Wochen der mündlichen Abiturprüfung), bis 2 Uhr morgens schon gleich gar nicht - und das tat ich auch in den ersten Jahren nicht.
    Freie Zeiteinteilung: Ich weiß, dass ich am Tag X unbedingt etwas machen will - es hält mich niemand davon ab, den Großteil dessen, was ich an diesem Tag machen müsste, schon ein paar Tage vorher vorzubereiten und an diesem Tag ab 14 Uhr (kein Nachmittag vorausgesetzt) "frei" zu haben.

    Aber um ehrlich zu sein: "da immer der Stresst im Hinterkopf drückt, dass man noch was arbeiten muss. Ich hatte in meinen besten Wochen gerade mal einen freien Tag pro Woche, an dem ich aber so fertig war, dass ich den zur Erholung gebraucht hab."
    Die Phasen gibt es auch. Das ist aber eher Persönlichkeitssache (ich leide da auch manchmal drunter), als fester Teil des Lehrberufs. Gibt Leute, die können da viel besser abschalten.

    Hast Du denn in Nürnberg schon was in Aussicht, was Deinem Lebensentwurf entspricht? Die Stelle jetzt nicht anzunehmen und dann doch umziehen zu müssen, weil sich in Nürnberg nix findet, wäre auch nicht optimal.

    Und: Ich mach selbst Musik ... man sollte nicht unterschätzen, wie angenehm da ein Beruf ist, wo man sich die Nachmittage und Abende (in einem bestimmten, aber doch vorhandenem Rahmen) frei einteilen kann.

    Gibt da wohl wirklich unterschiedlich Erfahrungen. Meine ist allerdings, dass selbst das erste Jahr Vollzeit nach dem Ref nicht die Arbeitsbelastung war, die das Referendariat darstellte. Man hat ja schon einige Jahrgangsstufen vorbereitet. Man muss nicht mehr jede Stunde mit einem Besuch rechnen und selbst wenn man besucht wird, finde ich den Druck kleiner, weil man eben die Stelle fest hat und von daher selbst eine missglückte Stunde wenig Auswirkungen hat.
    Es ist nicht gesagt, dass es erst in 5 Jahren besser wird mit der Arbeitsbelastung - mir gings gleich im ersten Jahr nach dem Ref besser.

    Und dafür gibts dann A13..
    Geil, hömma!

    Die A13 gibt es unter anderem aber auch für das pädagogische Arbeiten (und die Didaktik ... und die Korrekturen) ... und das ist weit anspruchsvoller, als das reine Vermitteln von Wissen. Wenn ich jeden Tag in meinen Klassen so dozieren könnte, wie meine Uni-Professoren es taten, würde ich auch sagen, dass A13 geil ist ... so empfinde ich sogar A14 als angemessen (und den Grundschul- und Realschullehrern würde ich es aus ganz anderen Gründen auch gönnen ... eher als Schmerzensgeld). Vielleicht solltest Du an der Uni bleiben?

    An unserer Schule (Gymnasium) gibt es eine "Übergangsklasse". Das bedeutet in den Zusammenhang, gute Realschulabsolventen können bei uns die 10. Klasse noch einmal machen und werden gezielt auf die Oberstufe vorbereitet. Diese Klasse gibt es seit 4-5 Jahren und sie ist ein großer Erfolg ... denn die Realschüler, die diese Klasse ernst nehmen und motiviert rangehen (sind die meisten, sonst wären sie ja nicht hier), erzielen in der Oberstufe Leistungen, die den Vergleich mit der oberen Leistungshälfte der "alteingesessenen" Gymnasiasten standhalten (oft sogar den Leistungen des oberen Drittels). Meine beste Schülerin im Geschichtsabi (und mit bester meine ich hier, sie war vom Wissen aber auch dem Transfer her den anderen sehr deutlich überlegen) kam von der Realschule.

    Ich hatte vor einigen Jahren mal einen Schüler in Englisch (9. Klasse), der war von der Realschule in diesem Schuljahr ans Gymnasium gewechselt. In Englisch war er von Anfang an unter den top 5, am Schuljahresende war er top 1. Für Französisch, das er damals an der Realschule nicht hatte, bekam er eine Nachholfrist (= Noten werden bei ihm erst ab dem Halbjahr gewertet) und in der ersten Französischschulaufgabe, die er mitschreiben musste, war er Klassenbester. Extrembeispiel? Sicher, aber es gibt genügend andere, die nicht gar so extrem sind.

    Damit will ich nun nicht den freien Elternwillen unterstützen (wie Friesin schreibt, die können das auch nicht immer wirklich beurteilen), sondern zeigen, dass ein Kind sich vom Leistungsvermögen her noch ganz anders entwickeln kann, als man in der 4. oder 5. KIasse denkt (oder es gab, wie MSPace beschrieb, andere Aspekte, die dafür sorgten, dass die Einschätzung nicht ganz richtig war).

    Also das klingt für mich schon sehr.. Sagen wir unterdurchschnittlich.. Bist du in Berlin Kreuzberg tätig? Da würde die Beschreibung passen.. Auf eine durchschnittliche gymnasiale Oberstufe aber sicher nicht.

    Der Zusammenhang zwischen den Ableitungen ist elementare Analysis und Gegenstand JEDER Abiturprüfung in Mathe. Wer das nicht hinbekommt, gehört nicht aufs Gymnasium und wird am Matheabitur scheitern.

    Öh ... woher nimmst Du die Kenntnisse, wie eine durchschnittliche gymnasiale Oberstufe aussieht? Aus der Praxis wohl nicht ... Mag sein, dass Trapito etwas verallgemeinert - nicht jeder Schüler in der Oberstufe ist so. Aber ich habe in fast 20 Jahre Oberstufe jede der beschriebenen Verhaltensweisen (oft mehrfach in einem Kurs) erlebt.
    Schlag es Dir aus dem Kopf, dass Du (im Normalfall) Uniwissen am Gymnasium durchnehmen kannst. Manchmal hat es Gründe, warum etwas im Lehrplan nicht auftaucht, sondern erst an der Uni.

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