Beiträge von DeadPoet

    Meine Seminarschule lag über 200km von meinem eigentlichen Wohnort (an dem ich mit meiner Ehefrau eine Wohnung hatte) => günstiges Zimmer am Ort der Seminarschule genommen und Wochenendbeziehung geführt.

    Meine Einsatzschule lag dann auch wieder 200 km von meinem eigentlichen Wohnort (in die andere Richtung). Ich wollte nicht noch länger "nur" eine Wochenendehe und bin mit dem Zug gependelt (knapp 2 Stunden hin und 2 Stunden zurück - bedeutete um kurz nach 5 aufstehen, um ca. 16 Uhr wieder daheim, Vorbereitung für den nächsten Tag und dann fast schon wieder ins Bett ... es ging, aber länger als ein halbes Jahr hätte ich das nicht machen wollen ... wurde dann an eine andere Einsatzschule versetzt, die nur 20 Minuten mit dem Auto weg war).

    Der Abi-Ball findet bei uns an der Schule statt - einschließlich der mehr oder weniger feierlichen Verleihung der Zeugnisse. Alle Lehrer sind dazu eingeladen, Eintritt wird nicht verlangt, aber ein Buffet wird angeboten, für das dann auch bezahlt werden muss. Gefühlsmäßig (!) ist der Preis für das Buffet für Lehrer sogar immer etwas höher als für Schüler und ihre Angehörigen ...

    Zu inoffiziellen Feiern werden keine Lehrer eingeladen.

    Insgesamt ist mein Standpunkt: Ich gehe nicht automatisch hin. Ich hatte Kurse, mit denen waren die letzten beiden Jahre irgendwie besonders (Chemie zwischen Lehrer und Kurs, Arbeitshaltung des Kurses etc) - dann war ich auch auf der Feier.
    Ich hatte auch Kurse, da war das eher "Business as usual" bzw. (wie bei dem, der jetzt gerade Abi macht) ich hab mich über die Arbeitseinstellung eines Großteils des Kurses öfters etwas geärgert / gewundert ... dann sehe ich wenig Grund, auf die Feier zu gehen.
    Ich halte das für ganz allein meine Sache und ich muss mit mir im Reinen sein. Sind mir die SuS es wert, gehe ich hin und zahle für das Buffet. Sind sie es nicht, dann eben nicht.
    Als Zwischenlösung, die ich auch schon praktiziert habe: Ich gehe zur Zeugnisverleihung, verabschiede mich da von den SuS (oder auch nur einem Teil) und nehme dann eben nicht am Buffet teil.

    Jeder muss gefragt werden. Ist er/sie einverstanden, dann kein Problem. Ist er/sie es nicht ... dann eben nicht. Ich hätte damit jetzt nicht unbedingt ein Problem (gewisse Voraussetzungen sollten aber erfüllt sein).

    Zum Thema: Eltern haben dann ein "Gesicht" vor sich, wenn sie Lehrer ansprechen wollen: Bei uns hängen vor dem Lehrerzimmer Fotos von allen Lehrern mit Namen (nach Fachschaften geordnet - ja, man taucht also evtl. 2-3mal auf).

    Piksieben, dann wiederhol Dich doch nicht ... DU hast das Recht, deine Beiträge hier zu schreiben und so zu formulieren, wie du meinst, dass es passt - und andere haben das Recht auch.

    Ich kann mich als Lehrer auch von jedem Verhalten meiner Schuler herausgefordert fühlen - bitte gern. Aber wenn ich alle diese "Kriegsschauplätze" annehme, werde ich das wohl nicht bis zur Pensionierung durchhalten. Vor allem, da es mir auch manchmal passiert, dass ich mit "Tunnelblick" durch den Gang laufe und nicht alle Leute wahrnehme - Gleiches gestehe ich den Schülern auch zu - da kann es durchaus sein, dass ich glaube (!) er hätte sich sogar abgewandt, um mich nicht grüßen zu müssen, und in Wahrheit hat er mich tatsächlich nicht registriert.

    Dass Schüler mich oft nicht als Person, sondern als Teil der Institution Schule sehen, akzeptiere ich. Nicht der Lehrer als Person wird mit Missachtung gestraft, sondern die Schule, die inzwischen vielen unserer Schüler reichlich zum Hals raushängt (und das ist nicht allein die Schuld der Schüler). Von daher fühle ich mich nicht durch jedes Verhalten persönlich getroffen und ignoriere halt auch (nicht immer, alles hat Grenzen) ein Verhalten, das man auch tadeln könnte.

    Wäre es wünschenswert, dass alle Schüler die Lehrer grüßen? Ja. Ist es meine Aufgabe, die Schüler zur Höflichkeit zu erziehen? Jein. Die Verantwortung dafür sehe ich eher beim Elternhaus. Ja, die Schule kann und soll da auch ihren Beitrag leisten, aber insgesamt verwende ich meine Kraft und meine Nerven lieber auf leicht andere Schwerpunkte: Den Unterricht im Klassenzimmer. Da erwarte ich auch ein höheres Maß an Höflichkeit/Benehmen - u.a., dass Lehrer und Schüler sich zu Beginn der Stunde begrüßen.

    Und das ist der Punkt: Lehrer und Schüler begegnen sich mit Höflichkeit und Rücksicht - ich kann als Pädagoge nur das glaubhaft einfordern, was ich auch selbst vorlebe (zumindest in diesem Bereich). Ich erlebe täglich nicht nur Schüler, die Lehrer nicht grüßen, sondern auch Lehrer, die Schüler nicht beachten (wenn eine Schülerin in der Pause vor der Tür des Lehrerzimmers steht und nur einen Zettel abgeben möchte ... und 5 Kollegen/Kolleginnen gehen erstmal an ihr vorbei als wäre sie Luft). Vielleicht läuft bei euch das ja ganz anders und das Lehrerkollegium ist ein Musterbeispiel an Höflichkeit, Fairness und Achtung gegenüber anderen Menschen (auch Schülern) ... ich erlebe das eher gemischt (übrigens auch den Reinigungskräften gegenüber).
    Und dann ist es zunächst egal, dass ich vielleicht ein höflicher und freundlicher Mensch bin ... denn die Schüler sehen (vielleicht bis sie mich genauer kennen) einen Vertreter der Schule, die sich eben nicht immer höflich und freundlich ihnen gegenüber verhält.

    Im Normalfall grüßt aus meiner Sicht derjenige, der den anderen zuerst "bemerkt". Soll heißen, ich grüße Schüler durchaus auch zuerst. Allerdings fallen mir - gerade wenn ich Aufsicht habe - auch Schüler auf, die nie zuerst grüßen bzw. sich eher wegdrehen. Je nach Laune ignoriere ich das bzw. grüße ganz bewusst laut und deutlich - da hat dann bisher jeder zurück gegrüßt.

    Daraus auch nur irgendwie Aufhebens zu machen, ist meiner Meinung nach übertrieben. Es gibt auch Kollegen, die nicht grüßen - das halte ich für schlimmer.

    Es sind bei uns eher die Leute, die ihr Abitur schon geschrieben haben, also kann man ihnen mit der Verweigerung der Zulassung zum Abitur nicht mehr "drohen". Aber meist finden solche Streiche noch vor der Verabschiedung / Zeugnisübergabe statt. Diese Verabschiedung hat normalerweise einen feierlichen Rahmen - man sollte dann mal drüber nachdenken, ob man solchen "Chaoten" noch eine Abschlussfeier organisiert, oder ob sie (und ihre Eltern) sich das Abi-Zeugnis ganz informell im Sekretariat abholen können.

    In meinem Bundesland: Gar nicht. Fortbildung - auch außerhalb der Unterrichtszeit - gehört bei uns zu den Verpflichtungen einer Lehrkraft. Man kann sich höchstens die Fahrtkosten über die Steuer wieder holen.

    Mag sein, dass es wieder mal auf das Bundesland ankommt, aber in den Beurteilungsrichtlinien für Bayern steht unter "Einsatzbereitschaft": "Bereitschaft zur Übernahme zusätzlicher Aufgaben, Engagement".

    Und zur Minderleistung habe ich folgende Stelle gefunden:

    "Wann liegen fortgesetzte und vorwerfbare Minderleistungen vor ?
    Fortgesetzte und vorwerfbare Minderleistungen liegen vor, wenn der Beamte entgegen entsprechender Vorhaltungen seiner Vorgesetzten über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt Leistungen zeigt, die den Anforderungen nicht entsprechen, obwohl er hierzu objektiv in der Lage wäre.
    Kann der Beamte Leistungen zeigen, die den Anforderungen nicht entsprechen, ohne dass es sich hierbei um fortgesetzte und vorwerfbare Minderleistungen handelt ?
    Das ist durchaus möglich. Im Sinne der Fragestellung sind folgende Fallkonstellationen denkbar:
    1. nicht fortgesetzte Minderleistungen, d.h. Minderleistungen, die nur einmal oder nach langen Zeiträumen erneut auftreten;
    2. nicht vorwerfbare Minderleistungen; nicht vorwerfbar sind Minderleistungen, wenn der Beamte aus physischen oder psychischen Gründen (z. B. gesundheitliche
    Beeinträchtigungen) objektiv nicht in der Lage ist, den Anforderungen entsprechende Leistungen zu erbringen;
    3. Minderleistungen, die im vorstehenden Sinne weder fortgesetzt noch vorwerfbar sind."
    (Das stammt soweit ich sehen kann aus den Beurteilungsrichtlinien für Berlin)

    Bei uns erhalten die Referendare die in ihren jeweiligen Klassen benutzten Schulbücher von der Schule - geliehen, die Bücher werden zurück gegeben, wenn die Referendare die Schule wieder verlassen. Ähnliches gilt für die Lehrkräfte. Lehrerhandbücher kaufe ich mir auch nicht (mehr) extra - entweder die Schule hat ein paar Exemplare oder eben nicht.

    Ich bin ja kein Deutschlehrer, vielleicht ist mein Ansatz deshalb falsch, aber mir geht es - wenn wir denn mal im Englischunterricht einen Song oder ein Gedicht besprechen - darum, dass zumindest ein paar Schüler merken: Hey, das ist ja eigentlich eine Aussage / eine Botschaft, die auch mich ansprechen kann, die auch für Situationen passt, in denen ich mich befinde bzw. befunden habe! (Robert Frost: Two Roads wäre hier ein Beispiel).


    Nicht jeder muss mit jedem Gedicht etwas anfangen können ... und wenn dann die SuS merken, dass sie durch ihre Art der Interpretation dem Gedicht auch einen bestimmten "Zungenschlag", eine bestimmte Aussage, die auf ihr Leben auch passt, geben können und so angesprochen werden, umso besser.

    Ich kenne auch einige Kollegen, die in einer Partei und auch engagiert sind (man sieht sie auch ab und zu in der Zeitung). Solange sie im Unterricht keine "Partei ergreifen", scheint das völlig problemlos zu sein.

    In der Mittel- bzw. Unterstufe gebe ich meist einen Teil der Punkte, die der Schüler auf die Antwort, wenn sie an der richtigen Stelle gestanden hätte, bekommen hätte (z.B. wenn die Antwort an der richtigen Stelle 5 BE eingebracht hätte, gebe ich 2-3). Aber in der Q12 ... ich weiß nicht ... irgendwann müssen sie es auch mal gelernt haben, die Fragen zu beantworten und nicht nur das Gelernte hinschreiben.

    In anderen Bundesländern sind es nur 4 Jahre Grundschule. Sind Standards, die "recht weit unten liegen" eine vernünftige Sache? Ich bin ja sofort damit einverstanden, das Sitzenbleiben in den vier Jahren Grundschule, die wir in Bayern haben, abzuschaffen ... aber dann?

    Erstmal gute Besserung.

    Ich kann Deine Überlegungen gut verstehen, aber das Hauptargument ist tatsächlich, dass Du das dann allen anbieten müsstest - und das kann man jemandem, der nach OP krank geschrieben ist, einfach nicht zumuten (abgesehen davon, dass wie bereits gesagt, Benotung von Hausaufgaben problematisch ist).

    Ja, die Schüler konnten nicht wissen, dass Du ausfällst - aber sie hatten ja vorher schon Zeit, Leistungen zu erbringen. Damit bis kurz vor Schluss zu warten, birgt immer das Risiko, dass der Lehrer oder der Schüler krank werden oder aus anderen Gründen eine weitere, zusätzliche Leistung nicht möglich ist.

    Auch "Konsequenz für Faulheit" sehe eich nicht als sinnvoll an: wollen wir uns rächen? Ein sinnloses Jahr lang? Wer faul ist, schadet sich selbst, das ist kein persönlicher Angriff auf uns und muss auch nicht "geahndet" werden, es ahndet sich quasi von selbst.


    Seit wann ist "Konsequenz" (im Sinne von "Folge") deckungsgleich mit "rächen" oder auch nur "Strafe"? Faulheit ahndet sich quasi von selbst - ja, z.B. dadurch, dass man das Jahr wiederholen muss. Das ist eine nähere, direktere Auswirkung, die ein Schüler häufig mehr im Blick hat, als die Auswirkung, dass er evtl. in mehreren Jahren spürt, dass er vielleicht damals mehr hätte tun sollen.

    Ich bin keinem Schüler, dem ich die "6" gebe(n muss) persönlich beleidigt und will mich dafür rächen ... ICH verweigere dem Schüler gar nichts, das macht er schon selber. Mich ärgert diese Haltung zunehmend, den Lehrer in allen Punkten für Versagen des Schülers verantwortlich zu machen. Wie ich schon schrieb gibt es viele Möglichkeiten, ein Durchfallen zu verhindern (familiäre, gesundheitliche Probleme verhindern gute Leistungen => Vorrücken auf Probe, Schüler halt in Mathe nicht begabt => Notenausgleich ... etc) - dafür muss ein Schüler aber halt auch selbst einen kleinen Beitrag leisten.

    Was lernt ein Schüler, der wenig tut, wenn er genau so weiter kommt, wie alle anderen? "Prima, ich muss gar nichts machen, ich komm schon durch."

    Es gibt auch genügend Möglichkeiten (zumindest da, wo ich unterrichte), sein Abitur noch später zu machen (von der Realschule nach dem Abschluss an die FOS oder sogar zurück ans Gymnasium, von der Berufsausbildung an die BOS usw).

    Ich kann auch argumentieren, dass ich einen Schüler, dem ich es, bösartig wie ich bin, "verwehre" in die Oberstufe zu kommen, in seinem eigenem Interesse vor Überforderung schütze. Sollen wir das Nichtbestehen des Abis auch abschaffen? Denn wir haben tatsächlich die letzten Jahre mehr Durchfaller im (zentral gestelltem) Abitur und evtl. gibt es durchaus einen Zusammenhang mit dem Versuch, die Wiederholerquoten stark zu senken ("Ich lass jeden zum Abitur durchkommen, da fallen sie dann aber reihenweise durch").

    Kann ich immer nur die Sicht auf die schwachen Schüler legen? Haben die Schüler, die mehr tun und mehr leisten können, nicht auch ein Anrecht darauf, dass ein bestimmter Anspruch gehalten werden kann (zumindest in der Oberstufe des Gymnasiums)? Und nein, in Klassen mit über 30 kann ich nicht jeden individuell fördern bzw. den Erfolg nicht garantieren.

    Ich habe ganz am Anfang geschrieben, dass ich Wiederholen mit gemischten Gefühlen sehe und argumentiere jetzt plötzlich doch sehr einseitig für das Durchfallen ... aber so einen Beitrag wie von Meike in dem denen, die Wiederholen nicht ablehnen Rachsucht, Arroganz, Kristallkugel und Bösartigkeit unterstellt werden, finde ich der Sache nicht dienlich. Könnten wir als Lehrer mal einfach aufhören, allen, die nicht unserer Meinung sind, zu unterstellen, dass sie in keinster Weise an die Kinder denken, sondern immer irgendwelche ganz üblen und finsteren Motive haben?

    Ich hab da ganz unterschiedliche Beobachtungen gemacht. Menschen / Schüler sind eben verschieden. Manchmal braucht es diese deutliche Konsequenz, damit der Schüler sich mehr anstrengt und sein Potential abruft. Manchmal entmutigt / frustriert es und bringt dann gar nichts. Bei all den Möglichkeiten (Vorrücken auf Probe, Notenausgleich, Nachprüfung in den Sommerferien), die es bei uns gibt (und angesichts der Tatsache, dass inzwischen recht "schülerfreundliche" Prüfungsformen und Notengewichtungen eingeführt wurden) würde ich sagen, dass die, die wirklich durchfallen, es auch nicht wirklich verdient haben. Ob das Wiederholen dann etwas bringt oder nicht, ist individuell, aber irgendeine Konsequenz für Faulheit (in den meisten Fällen) sollte es schon geben. Denn ganz ehrlich: es bringt nichts, diese Schüler bis zum Abitur mitzunehmen (wo sie dann durchfallen oder so schlechte Noten haben, dass sie fast nichts damit anfangen können ... oder sie scheitern evtl. auch erst im Studium). Ganz davon abgesehen quählen sich solche Schüler auch (oder werden von den Eltern ;) ) ... für einige wäre es besser, auf eine andere Schulart zu wechseln und falls der Knoten später platzt kann man immer noch das Abi nachholen.

    Wie bei Flipper zählt es als "Minusstunde", aber bei uns wird darauf geachtet, dass man die tatsächlich wieder reinarbeitet - durch Vertretung am Besten in der Klasse, in der mir vorher die Stunde ausgefallen ist.

    Na, so lange sich diese interlektuellen Studierten noch richtig schreiben können, ist die Welt ja nicht verloren...

    Nele

    Ich geb ja zu, dass es mich da auch manchmal in den Fingern juckt (und hier ist es ja wirklich verführerisch) ... aber: Moderator mit Rechtschreib-"Flame" - muss das sein?

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