Beim Elternabend solltest du sehen, dass du dich nicht in kleinteilige Diskussionen verstricken lässt. Wenn die Eltern von X behaupten, dass Y aber angefangen habe, ist das etwas, was ihr im Moment nicht klären könnt. Dabei siehst du nicht gut aus.
Du solltest die Situation in ihren positiven und negativen Facetten darstellen und deutlich machen, dass es sich nicht um deine Einzelmeinung, sondern um eine längere Beobachtung auch von anderen Kollegen handelt.
Du solltest außerdem eine klare Idee haben, wie weiterhin vorgegangen werden soll. Dabei ist wichtig, dass du betonst, dass es nicht in erster Linie darum geht, Kinder zu betrafen, sondern eine Verhaltensänderung herbeizuführen. In einer schwierigen Klasse gibt es ja immer nur Unschuldslämmer...
Trotzdem sollten mögliche Konsequenzen in der Hinterhand sein, das kann man auch so sagen. Hoffentlich mit Schulleitungsunterstüzung, bei den Drohungen, die du oben genannt hast, ist das unverzichtbar. Wenn du eine vernünftige SL hast, kommt sie mit zum Elternabend. Darum zu bitten, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern mit entsprechender Begründung ein Zeichen von Professionalität, es geht hier ja nicht um kleine Streitereien in der Klasse, sondern um Dinge, die das Gesamtsystem betreffen.
Eltern nicht betroffener Kinder würde ich nicht anrufen, sondern umgekehrt sehr deutlich gegenüber Schülern und Eltern darauf hinweisen, dass alle an einem Strang ziehen müssen. Und wenn es dauerhafte Querschläger gibt, werden deren Eltern kontaktiert.
Und nicht zuletzt sollte deutlich werden, dass einerseits daran interessiert bist, dass die Klasse miteinander zurecht kommt, andererseits aber klar und ohne jede Einschränkung auf der Seite derer stehst, die Schutz benötigen. Das sind die, die bedroht oder gemobbt werden. Das müssen die Betroffenen (Opfer und Täter) merken. Die Täter können sich dann überlegen, ob sie den Konflikt mit dir wollen, die Opfer merken, dass sie nicht allein sind. Das kann und muss man nicht nur den Eltern, sondern auch den Schülern deutlich machen.