Und in der Schule haben wir auf den Geist in unserer Gesellschaft eh kaum Einfluss. Der ist schon da. Da ist der Zug bei den Kindern in dem Moment sowieso schon längst abgefahren, wenn sie unsere Schulstuben betreten.
Unsere Kinder sollten erstmal lieber vernünftig Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Das haut ja in den letzten Jahren nun gar nicht mehr so hin
Im Unterricht prägen wir den Geist der Gesellschaft mit!
Klar, es gibt starke Konkurrenz von außerhalb. Und natürlich kann man bedauern, dass die Schule mehr und mehr Erziehungsfunktionen übernimmt.
Die oben angesprochenen Kulturtechniken sind unverzichtbar, keine Frage, aber Schule nur darauf zu reduzieren - nein, bitte nicht!
Es gibt in der Schule genug Möglichkeiten, den Geist einer Gesellschaft zu hinterfragen. Das hat nichts mit Manipulation zu tun oder mit einer bewussten Abkehr von der Mehrheitsmeinung aus Prinzip. Aber es hat etwas damit zu tun, dass Jugendliche bewusst Standpunkte einnehmen - und nicht nur deshalb, weil Eltern, Medien oder Lehrer das gesagt haben. Mir ist jemand, der eine differenzierte Meinung zu einem gesellschaftspolitischen Thema hat, dafür aber Schwierigkeiten mit der Zeichensetzung hat, lieber als jemand, der jedes Komma richtig setzt, dem aber sonst alles egal ist.
Zum eigentlichen Thema: Wenn zwei (oder mehr?!) erwachsene Leute ihr Glück miteinander gefunden haben und niemandem damit schaden, mag einem das zwar persönlich fremd vorkommen, aber mehr auch nicht. Wer darüber urteilen möchte - am besten noch auf der Grundlage von Texten aus vergangenen Jahrtausenden - nimmt sich ein Recht heraus, das er schlichtweg nicht hat.