Das mag in der Theorie so hinkommen, leider aber nicht in der Praxis. Erstmal möchte ich unterrichten und nicht hauptamtlicher Gewerkschafter werden und zweitens spielen in den großen Gewerkschaften Vitamin B etc. eine große Rolle. Aus meiner Sicht sind Gewerkschaften letztlich ein Angebot, dass man annehmen und ablehnen kann. Und wenn das Ergebnis nicht stimmt, wird man halt kein Mitglied bzw. verlässt diese. Es wird wohl kaum möglich sein mit einem vertretbaren Aufwand dort wirklich etwas zu erreichen.
Ich kann jetzt nur für meine Region und die GEW sprechen:
- Du kannst sofort im Kreis/Ortsverband tätig werden und zur nächsten Wahlperiode in dessen "Geschäftsführung".
- Du kannst sofort Landesdeligierter werden und damit über den Kurs der GEW abstimmen.
- Du kannst zur nächsten Wahlperiode direkt Vertreter für den Bezirkspersonalrat werden und zur darauf folgenden Wahlperiode mit einer realistischen Chance in den Bezirkspersonalrat.
- Kürzlich wurde ein Mitglied mehr oder weniger direkt Vertreter für den Hauptpersonalrat (Landesebene).
- Du kannst sofort in alle Arbeitsgruppen auf Orts-, Bezirks- oder Landesebene.
Es geht also mehr und schneller, als es das landläufige Vorurteil ist. Natürlich muss man sich dafür auch engagieren und mal zu den Treffen gehen.
Das mit dem Angebot, das man nur annehmen oder ablehnen kann, stimmt so gerade nicht. Die Gewerkschaft und die anderen Verbände sind kein Serviceunternehmen, wo du dir Leistungen einkaufst. Sie sind eine Interessensvertretung, die nur mit aktivem Engagement ihrer Mitglieder funktioniert.