Unser Konrektor zieht sich gerne aus dem Unterricht zurück und wird nahezu immer (!) vertreten. Er sitzt dann immer in seinem Büro und erledigt seine „Aufgaben“, manchmal quatscht er mit Kollegen.
Wie kann das sein ? Keiner traut sich was zu sagen. Kennt ihr Möglichkeiten, etwas zu unternehmen?
Ich kenne euren Konrektor nicht, aber manchmal gibt es Aufgaben, die sofort erledigt werden müssen.
Die Aussage "er sitzt nur im Büro" ist ein bischen so wie die Aussage "Lehrer haben nach der Schule frei". Natürlich sitzt er an seinem Verwaltungsarbeitsplatz. Was er da tut, ist von außen unter Umständen schwer zu beurteilen.
Wenn er natürlich nur im Lehrerzimmer steht und quatsch, dann ist das nicht in Ordnung.
Wobei selbst da kann es sein, dass er 40 Minuten gearbeitet hat und du ihn in den 5 Minuten gesehen hast, wo er ins Lehrerzimmer ging.
Dann gibt es noch den Fall, dass er eventuell den Kollegen nach 30 Minuten in der Vertretung gelassen hat, damit die Mehrarbeitsstunde angerechnet wird.
Das soll das jetzt nicht relativieren oder entschuldigen. Ich kenne deinen Konrektor ja nicht, aber manchmal ist die Situation nicht so offensichtlich, wie man es selbst auf den ersten Blick denkt. Ich hab auch schon die Arbeit von Kollegen falsch eingeschätzt, weil sie für mich nicht sichtbar war.
In der Vergangenheit haben sich schon mal paar Kollegen beschwert - die Folge: schlechtere Stundenpläne, Aufsichten, Unterrichtsverteilung. Sobald man den Mund aufmacht, gibts Konsequenzen.
Ist das wirklich so? Jemandem extra einen schlechten Stundenplan zu bauen erfordert deutlich Mehrarbeit (genauso wie ein besonders guter).
Grundsätzlich würde ich nochmal überlegen, ob die Situation objektiv auch so ist, wie du sie subjektiv auf jeden Fall wahrnimmst.
Falls ja, ist der Weg über die Grundsätze der Vertretungsregelung der richtige.
Allerdings muss man sich immer im klaren sein, dass ein enges Regelkorsett dann auch für alle gilt.
Ich kenne zum Beispiel einen Fall, wo sich ein Kollegium per Konferenzbeschluss der Kulanzmöglichkeit bei der Freistellungs-/Teilzeitregelung beraubt hat und erst hinterher feststellte, dass die vorherige Handhabung deutlich zu ihrem Vorteil war gegenüber dem neuen Beschluss.
Da muss man immer ein bischen abwägen und gucken, dass man das Kind nicht mit dem Bade ausgießt.